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tiüftlhtr Kttisdlatt

Mit wöchentlicher Kratis-MeilageIllugrirtes Zlnterhaltungsölatt".

Nr. 13.

Dienstag den 29. Januar

1889.

Aöonnements-Ginladung.

Bestellungen auf das

Kersfewer Kreisvlatt mit der wöchentlicher» Gratis Beilage Jllustrirtes Unterhattungsblatt" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Bekanntmachung.

An der Landwirthschaftsschule zu Weil» burg soll auch im Jahre 1889 ein Fortbildungs­kursus für Elementarlehrer abgehalten werden, und ist hierzu Termin in der Herbstferienzeit (Ende August bis Ende September) in Aussicht genommen.

Die In M KmM M behandelnden Gegen» stände sind folgende:

1) Chemie I. Theil (Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff),

2) Pflanzenproduktionslehre,

3) Zoologie (Anatomie und Physiologie der landwirthschaftlichen Hausthiere),

4) Unterrichtswesen.

Den theilnehmenden Lehrern aus dem Regie» rungsbezirke Cassel wird ein Zuschuß von 80 Mark in Aussicht gestellt, sobald die betreffende Gemeinde oder der Lehrer selbst mindestens 35 Mark zuzuschießen bereit ist. Den Gemeinden wird anheimgestellt, sich durch einem von dem Lehrer auszustellenden Revers dahin zu sichern, daß der von der Gemeinde subventionirte Lehrer den Betrag zurückzuzahlen hat, wenn er inner­halb Jahresfrist nach dem Kursus die betreffende Gemeinde verläßt. Diejenigen Lehrer, welche

Mach und Segen.

Novelle von B. W a i d o w.

(Fortsetzung)

Vor dem Zimmer der Mama Erkmann angelangt, reichte der Kapitän seiner Begleiterin noch einmal die Hand, indem er mit weicher Stimme, wie man sie dem rauhen Seemann kaum zugetraut, sagte: »Aus Wiedersehen, Fräulein Marianne, und meinen Dank, daß Sie die erste waren, die in der Hetmath mich begrüßt."

Die verwittwete Frau Prediger Erkmann, welche das elegant eingerichtete Z'mmer bewohnte, vor dessen Thür der junge Mann, wie wenn er sich sav teilt wollte, stehen geblieben, liebte, wie Marianne, das Frühausstchen. Sie war eine ehrwürdige Matrone mit sanftem lieben Gesicht und schneeweißem Haar, zu welchem die noch immer lebhaften Augen seltsam kontrastirten. Sie saß, der Thür halb abgewandt, an einem der Fenster und schien so in das Anschauen eines Bildes vertieft, daß sie das Klopfen an der Thür nicht hörte und erst, als dieselbe geöffnet wurde, stch erstaunt herumwandte. Hastig, wie man es von der Greisin kaum erwarten konnte, erhob sie sich, das kleine Bild entfiel ihrer Hand und über die bebenden Lippen tönte es dem Eintretenden entgegen: »Hugo, mein Hugo!- Im nächsten Augenblicke wurde sie von seinem Arm umschlungen, sanft in den Lehnstuhl zurückgezogen und tief auf sie herab beugte sich der junge Mann, ihre Lippen »vd Hände mit seinen Küssen bedeckend,

an dem in Rede stehenden Kursus Theil nehmen wollen, werden aufgefordrA, ihre Gesuche bis zum 15. Mai d. J. durch Vermittelung der Königlichen Schulvorstände bHw. der Stadtschul» deputationen hierher einzureichen.

Cassel, den 14. Januar 1889.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

* * *

Abschriftlich mit der Veranlassung, die Lehrer und Gemeinden auf den in Aussicht genommenen Fortbildungskursus an der Landwirthschafts­schule in Weilburg hinzuweisen und zur Theil­nahme an demselben aufzufordern. Ueber das Ergebniß erwarten wir bis spätestens 25. Mai d. I. Bericht, in welchem zugleich anzuzeigen ist, ob und wie für die Vertretung der angemeldeten Lehrer bei ihrer eventuellen Einberufung als Kürsisten ge­sorgt werben- kann. In Fällen, wo eine Unter­stützung beantragt wird, ist jedesmal bestimmt anzugeben, ob die betreffende Gemeinde oder der Lehrer sich verbindlich gemacht hat, mindestens 35 Mark zuzuschießen.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen und Schulsachen.

Opitz.

An die Königlichen Landräthe und Stadtschul» deputationen des Regierungs-Bezirks. B. 7.

* * *

Hersfeld, den 23. Januar 1889.

1) Wird den Ortsvorständen des Kreises mit dem Auftrage zugefertigt, das weiter Nöthige hiernach mit den betreffenden Herren Localschul» inspectoren zu besorgen und das Ergebniß, sowie darüber, ob ihre Gemeinde bereit ist, ihrem Lehrer behufs Theilnahme an dem fraglichen Kursus in Weilburg eine Beihilfe von mindestens von 35 M. zu gewähren bis zum 28. Februar c. zu berichten mit dem Bemerken, daß von einer etwaigen Negativanzeige abgestanden wird.

Sie mußten stch unendlich lieb haben, diese bald an der Grenze des Lebens stehende Frau und der Jüngling voll Lebensmuth und Lebenskraft.

«Gott segne deinen Eingang,' sagte die alte Dame und legte wie segnend ihre Hände auf des EnkelS dunkles Haar. «Hatte schon geglaubt, sie würden mich hinaustragen, ohne daß ich dich noch einmal gesehen. Jetzt sterbe ich gern."

Hugo war der älteste Sohn des allgemein für ungeheuer reich geltenden Kaufmanns G. Halbing und in der Kindheit schon für den Kaufmanns» stand bestimmt gewesen, da stch der Vater durch den offenen Kopf des Knaben und die Leichtigkeit, mit welcher dieser die schwersten Exempel löste, zu den schönsten Hoffnungen berechtigt glaubte und in seinem Erstgeborenen schon einen angehenden Commercienrath erblickte. Wenn dieser Zahlen- mensch überhaupt etwas anderes zu lieben ver­mochte als sein Geld, so hatte er damals den Knaben in seiner Weise geliebt.

Wie es ihm aber von Jahr zu Jahr klarer ge­worden, daß Hugo trotz all' feiner Fähigkeiten doch niemals ein echter Kaufmann werben würde, und ihm dieser eines Tages rundweg erklärte, daß sein ganzes Innere stch dagegen sträube, da hatte sich die Liebe in Groll umgewandelt, weil ihr eben die feste Wurzel gefehlt.

Die Verwirklichung seiner Träume aber um jeden Preis zu erzielen, hatte er zu den verkehrtesten Mitteln gegriffen, zu welchem ein Vater die Zu­flucht nehmen kann. Er hatte seinen Sohn mit Drohungen und tauben Worten überhäuft und

2) Werden die Königlichen Localschulinspec» toren des Kreises hiervon ergebenst in Kenntniß gesetzt mit dem Ersuchen, das Erforderliche hier» nach gefälligst zu besorgen, eventuell mir directe Mittheilung machen zu wollen.

657. Der Königliche Landrath __Freiherr vo n S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 25. Januar 1889.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 9. Februar 1884 Nr. 1721 im Kreisblatt Nr. 20, die Revision der Feuerstätten betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 8. k. MtS. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert.

831. Der Königliche Landrath ______________Freiherr von Schleini6<_

Hersfeld, den 25. Januar 1889.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom .5. Juli 1882 Nr. 8773 im Kreis­blatt Nr. 53, die Führung des Verzeichniffes über die in die Pflichtfeuerwehr einzurethenden Mannschaften betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 8. k. Mts. bei Meidung von je 3 M. Strafe erinnert.

832. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Verzeichniß der in der 8. Verloosung gezogenen, durch die Bekanntmachung der unterzeichneten Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 2. Januar 1889 zur baaren Einlösung am 1. Mai 1889 gekündigten Kurmarkischen

Schuldverschreidungen.

Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe XUL Nr. 48 und An­weisungen zur Abhebung der Reihe XIV.

(Die fettgedruckte Zahl, welche die Tausende bezeichnet, be­zieht sich auch auf diejenigen Zahlen, welche bis zu der folgenden fettgedruckten Zahl die Hunderte, Zehner und Einer angeben. Die Striche zwischen den Zahlen bedeuten, daß sämmtliche dazwischen liegende Nummern gekündigt sind.) lat. A. zu 1000 Rthlr. Nr. 4. 30. 31. 37. 40. 43-.

ihm in dem großen, düsteren Kontor einen Platz aufzwingen wollen.

Hugo aber besaß neben dem klugen Kopf auch Trotz und Entschlossenheit.

Es hatte heftige Auftritte gegeben zwischen Vater und Sohn, welche endlich so weit geführt, daß der erstere, einsehend, daß dieser Brausekopf sich doch nimmer fügen würde, Hugo seine Ein­willigung, zur See zu gehen, gegeben hatte und schließlich froh war, den Störenfried aus dem Hause zu haben. Daß sie nicht in völligem Bruch auseinandergegangen, das hatte die freundliche Greisin bewirkt, die wir bereits kennen gelernt.

Die einzige Tochter derselben war Hugos Mutter, ein stilles, anspruchloses Wesen ohne Willen und Wünsche. Bis zu ihrer Verheirathung niemals weit über die Grenzen des freundlichen, zwischen Bergen wie eingekeilten Dorfes, dessen Seelsorger der Vater gewesen, herausgekommen, hatte sie von der Welt und ihrem Treiben wenig kennen gelernt und sich nur schwer in die neuen Verhältnisse und das Leben in dem großen Hause, dessen Herrin ste geworden, finden können.

Ihr Gatte liebte die Gesellschaft und versammelte oft, weil er es des guten NamenS willen für geboten hielt, die Honoratioren der Stadt in seinem aufS eleganteste ausgestattelen Salon. Die junge Frau hatte dann stets eine schüchterne, befangene Wirthin gemacht und Halbing stch auch niemals die Mühe gegeben, ihr über diese Befangenheit hinwegzu» helfen. Wenn ste nur feine Anordnungen befolgte, «ihr verlauste er nicht« und würde stch sehr g»