Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, Abonnemenkspreis: vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. ezcl.

Postausschlag.

Die Zns«rtio«»-e»»ß«n betragen für den Raum einer Spaltgeil« 10 Pf,.. im amtlichen «heile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 10 Pfg, Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Hcrsstliikl Kreisdiiitt.

Mit wöchentlicher chratis-WeilageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".

Rr. 29. Dmncrslag den 7. März 1889.

Amtliche»

Hersfeld, den 4. März 1889.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden darauf aufmerksam gemacht, daß meiner Ver- fügung vom 24. Januar 1885 Nr. 914 Kreisbl. Nr. 13 zufolge die Klassensteuer-Zu- und Ab­gangslisten pro II. Semester unfehlbar bis zum 12. d. Mts. bei den Königlichen Steuerkassen eingereicht sein müssen.

2324. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz^

Hersfeld, den 5. März 1889.

Der am 22. September 1858 zu Grandenborn Kreis Eschwege geborene und seit dem Jahre 1883 bereits tn Amerika wohnhafte Maurer Johann Georg B o d e von hier hat um Entlassung auS dem diesseitigen Staatsverbande behufs ferneren Verbleibens in Amerika nachgesucht.

2344. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Aus dem Abgeordnetenhause.

Berlin, 4, März. Da« Abgeordnetenhaus setzte Stute die Berathung det State dei Kultusministerium« fort und erledigte zunächst nach kurzer Debatte den Rest des Kapitel» 115Birthümer". Kapitel 116Katholische Geistliche und Kirchen" veranlaßte feine Debatte. Kapitel 116aBedürfnißzuschüsse und einmalige Unterstützungen, insbesondere für einen taltlatholischen Bijchos) 48,000 Mark", wurde gegen die Stimmen des Centrums und der Polen ebenfalls unverändert bewilligt. Kapitel 117Provinzial- Schulkollegien" sowie Kapitel 118Prüfungskommissionen" gelangten debattrloS zur Annahme. Eine sehr eingehende Erörterung knüpfte sich erst an das Kapitel 118Unwert sitäten", die sich namentlich über die Aufgaben und Ziele der Universitäten verbreitete, wobei von den Rednern der rechten Seite des Haufe«, ohne im Uebrigen die Wissen­schaft zu schädigen, der Wunsch größerer Ersparnisse aus­gesprochen wurde, während nationalliberalerseitS es nicht im Interesse der Wissenschaft erachtet wurde, mit den Er­

J e u e r 6 a n n e.

Cine Dorfgeschichte auS dem badischen Schwarzwald.

Von H. M.

(Fortsetzung.)

»Wo bleibt denn mein Profit," sagte der Hubert­bauer, »wenn ich dir doppelten Lohn geb'?"

»Das weiß ich nit," erwiderte Hanne, »geht mich auch nichts an."

»Ich leg' dir zwei Gulden zu .. . und basta."

»Und willst nie wieder so zu mir reden wie eben? Hubertbauer, schau' dir das Spännele Wasser an; kommst mir noch einmal so, gieß' ich du'S über den Kopf, so wahr ich leb'! Ich tun ein' Nessel, an dem man sich brennt."

Bon nun an kam der Hubertbauer nur noch in die Küche, um zu schauen, ob die Hanne das Schmatz brav spare.

»Schäl' die Kartoffeln nicht so dick ab; meinst, wett sie dir nichts kosten, brauchst nit zu kargen?" oder »die Supp' ist viel zu lecker, die Leut' brauchen's nit so gut, die essen doch alles 'runter, wenn sie rechten Hunger haben," waren seine stehenden Redensarten, die Hanne sehr gelassen hin- nahm, dabei aber doch that, was ihr gefiel.

Mitunter erkundigte er sich auch nach dem Ort, den sie nicht nennen mochte.

Erzählte sie dann mit sichtlichem Widerstreben von jenen entsetzlichen fünf Jahren, so stampfte er plötzlich mit dem Fuße auf und schleuderte den 6M an die Wand, dgtzHgfiea und Lüpfe tilmen.

sparnissen gerade bei den Universitäten einzusetzen. Auch der Herr Kultusminister betonte, daß eS die Aufgabe der Staates und der Wissenschaft sei, den hohen Stand unserer Universitäten aufrechtzuerhalten und die Fakultäten voll­ständig zu besetzen. Nachdem der Zuschuß für die Univer­sität Königsberg an welchen sich die allgemeinen Er­örterungen geknüpft hatten bewilligt war, veranlaßte dann noch der Titel derUniversität Berlin" einige Dis­kussion, wobei namentlich die Zweckmäßigkeit der hygienischen Lehrkurfe für VerwaltungSbeamte und Lehrer einer ein­gehenden Erörterung unterzogen wurde. Demnächst wurden die Zuschüsse für die Universitäten GreisSwald und BreSlau ohne Debatte bewilligt. Morgen 11 Uhr Fortsetzung der Berathung deS Kultusetat».

Berlin, 5. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Berathung deS Etats des Kultusministeriums bei dem KapitelUniversitäten" fort. Die Budgetkom­mission hatte bei dem TitelUniversität Halle" neben der für den Universitätscurator geforderten MiethSentschädi- gung und der für Errichtung einer außerordentlichen Ersatzprofessur in der philosophischen Fakultät beantragten

Mehrsorderung auch die Positionen für Errichtung einer ordentlichen Professur für Hygiene und eines hygienischen Instituts gestrichen. In der Debatte wurde hauptsächlich die Frage der Nützlichkeit und Nothwendigkeit der hygienischen Institute an den Universitäten erörtert. Während der hohe Werth und vie Bedeutung der Hygiene allseitige Anerkennung fand, g'ngen doch die Ansichten darüber .auseinander, ob eS zweckmäßig fei, derartige wissenschaftliche Institute mit jeder Universität zu ver­binden, und während man auf der einen Seite der größt­möglichen' Dezentralisation der Wissenschaft das Wort redete, war man aus der anderen Seite der Meinung, daß einzelne Universitäten, wie die Berliner, immer eine bevorzugtere Stellung vor anderen einnehmen würden, daß aber daS Bedürfniß für solche Institute allgemein nicht nachgewiesen sei. Der Herr Kultusminister gab demgegenüber eine ausführliche Darlegung über die Ent­wickelung der Hygienie und den gegenwärtigen Zustand der hygienischen Institute, sowie über die Frequenz der von ihm im Jntereffe der öffentlichen Gesundheitspflege in» Leben gerufenen Unterrichtskurse an denselben und wies nach, daß das Bedürfniß für die Vermehrung dieser Institute zweifellos sei. DaS HauS schloß sich in seiner Majorität auch in diesem Punkte dem Vorschläge der Regierung an und bewilligte die auf daS hygienische Institut und die betreffende Professur bezüglichen Positionen, trat jedoch im Uebrigen den SommisstonSbeschlüssen bei.

»Ich will's nit hören, ich will's nit! Schweig'... schweig' . . . o, du mein Schöpfer!"

Und Hanne schwieg nur zu gern. Er aber kam doch immer wieder und fragte: ob man's auSsteh'n könne, und wie eS möglich sei, daß sie nit d'rüber zu Grund 'gangen.

Die ganze lange Woche hindurch freute sich Hanne auf den Sonntag. Ohne den Sonntag hätte sie gar nicht leben mögen, nein sicherlich nicht!

An ihre Slubenwand malte sie sieben Kreuze hin, sechs mit Kohle schwarz, das siebente mit Kreide weiß. Und jeden Tag wischte sie ein Kreuz hinweg und mit jedem Tage kam sie dem ersehnten siebenten Kreuze näher. Endlich war der Sonntag da! Langsam, unendlich viel langsamer als sonst, verging der Vormittag. Zu Mittag blieb ihr jeder Bissen im Munde stecken, und kaum war alles wieder sauber gewaschen, so warf sie das große Tuch über den Kops und schlüpfte hinaus. Der Hubertbauer sah ihr mit finsteren Augen nach, sagte bemungeachtet jedoch nie ein Wort.

Auf dem Kirchhofe, der im Winter so verlassen war, erwartete sie der Joseph. Er hatte ihr ein­mal vorgeschlagen, in seine Hütte zu gehen.

»Die liegt ja so weit draußen im Feld, daß kein Nachbar fragt und kein Aug' dich steht."

Sie schlug eS ihm kurz ab.

»Nein, das thu' ich utt. Willst mich seh'n, so komm' hierher."

Zwischen den verschneiten Gräbern, die nur an den hervorragenden schwarzen Kreuzen kenntlich w«tv, »avbmen fit Hsvd ist $M HM rot f

In gleicher Weise wurden dann auch die von der Bubget- commission bei der Universität Marburg gestrichenen Positionen für hygienische Zwecke wiederhergestellt. Eine längere bubget» und staatsrechtliche Debatte veranlaßte dann noch bte neu eingestellte Position von 160,000 W. als Zuschuß für die an den Universitäten bestehenden Wittwen- und Waisenversorgungsanstalten rc., welche die Budgetkommission gestrichen hatte, deren Wiederherstellung aus der Mitte des Hauses beantragt wurde. Materielle Bedenken mürben nicht erhoben, sondern nur formale Be­denken geltend gemacht und eine gesetzliche Regelung statt bloß budgetmäßiger geforbert. Da« Ergebniß der längeren Debatte war indeß bie Bewilligung der Position mit geringer Majorität. Morgen: Fortsetzung der Statsberathung.

politische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser arbeitete am Montag Vormittag zunächst wieder längere Zeit allein, ertheilte darauf um 10«/, Uhr dem Bildhauer Kruse, welcher eine von ihm gefertigte Büste des Generalfeldmarschalls Grafen Moltke vorstellte, die nachgesuchte Audienz und arbeitete darauf mit d- n Kriegsminister Brousart von Schellendorff und dem Generaladjutant von Sahnke, sowie später auch noch mit dem Wirkl.

eh. Rath Dr. von Lucanus.

Zur Vermählung der Prinzessin Sophie mit dem Kronprinzen von Griechenland schreibt die »Post", daß deren Trauung vor der Abreise nach Athen in Berlin durch Prokuration voll- zogen werden wird. Die Stelle des Kronprinzen von Griechenland wird Prinz Heinrich einnehmen, der mit der Kaiserin Friedrich die Schwester nach Athen bringen wird, so daß also die Prinzessin Sophie schon als Kronprinzessin von Griechen­land den griechischen Boden betreten wird. Die wirkliche Hochzeit findet in Athen statt.

Der Entwurf eines neuen Zuckersteuer­gesetz e s ist an den Bundesrath gelangt. Der­selbe ist aber zunächst nur als Probe bestimmt, um nach Begutachtung durch den Bundesrath

ringsum. Der Schnee knisterte unter ihren Füßen und manchmal setzte sich eine Krähe gerade vor sie hin, auf ein Kreuz, und drehte den schwarzen Kopf nach rechts und links, sich die närrischen Menschen recht genau zu beschauen.

Aus der Höhe hinter der Kirche konnte man daS ganze Dorf überblicken. Wie sah da ein Dach dem anderen so gleich, und doch, wie verschieden pulsirle das Leben darunter. Hier Mangel, dort behäbiger Wohlstand, hier Freud', dort Leid. Und über dem allem hing der graue Winterhimmel und die Wolken jagten schneeschwer über die Berge H n und blieben an ihren Häupten hängen. Und wie die Tannen dort droben unter Schnee und Eis doch frisch und lustig grünten, so grünte eS auch in den Herzen der beiden Menschen, die, aneinander gelehnt, hinab auf daS Dorf schauten.

»Ist unser Dürste nit schön, selbst im Winter?" fragte Joseph.

»Ja. Würdest wohl nit gern fortgeh'n?"

»Ich dank' Gott, daß ich nit muß."

»Aber mir zu lieb thätest du's?"

»Ja, Hanne, dir zu lieb sicherlich."

»Ich hab' so meine Gedanken, aber schwätz nit vor der Zeit."

Wie schnell verrannen die Minuten, die ihnen vergönnt waren! Breitete sich Dämmerung über die Berge, so nahmen sie auf eine Woche Abschied.

Der Joseph drückte ihr die Hand so herzhaft, daß sie leise ausschreten mußte, und sie sahen sich in die Auge», alS könnten sie sich nicht sattsehen gy »W üetpru Kitte, dgß boxt strghUe. ^tt»