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Helsstlder Kttisdlött.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageZllultrirtes Ituterhaltungsölatt".

Nr. 37. Dienstag den 26. März 1889.

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mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllustrirtes Unterhaltungs - Blatt"

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Die Expedition.

Amtliches.

Die Polizei-Verordnung des Bürgermeisters zu Friedlos vom 21. Januar 1889 (Hersfelder Kreisblatt Nr. 10), betreffend die Benutzung der bei Friedlos über die Fulda führenden Brücke, wird mit Zustimmung des Bezirks-Ausschusses gemäß § 145 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 hiermit außer Kraft gesetzt.

Cassel am 14. März 1889.

Der Regierungs-Präsident. Rothe.

Der Herr Minister des Innern hat der

Sein Kind.

Novelle von A von der Elbe.

(Fortsetzung.)

.Vielleicht ist ihm der Verkehr mit zu peinlich geworden.*

»Die gute Gesellschaft weiß in solchem Falle zu unterscheiden und Partei zu ergreifen. Ich habe Beispiele erlebt, daß herzlose Koketten, die eme Lust daran halten, mit Männern zu spielen, in ihrem Kreise unmöglich wurden. Auch daß solche Damen sich besinnen, kommt vor. Da heißt es also nur, abwarten was geschieht, mein lieber Wegener!*

Und er wartete es ab. Der schlanke, zarte, wenig thatkräittge Mann ließ sich nicht von plötz­lichen Einfällen hinreiße». Er hätte sich ohnehin von dem befreundeten Kreise ungern getrennt. Nachdem er nun wußte, daß die Generalin seine Abreise mißbilligen werde, fand er gar nicht mehr den Entschluß auizubrechen. Seuszend packte er wieder aus; blaß und niedergeschlagen ging er zum Lunch hinunter. Jetzt segnete er die Hinder- Nisse, welche ihn bei Tisch von den Lenzes ge­trennt hatten; Intriguen des Barons wie er geglaubt, die er selbst mit einem bedeutenden Trinkgelde an den Oberkellner nicht zu überwinden vermocht. Die Generalin, seine gütige Nachbarin, kam ihm mit v'elem Geschick zu Hülse und wußte seine verzweifelte Stimmung taetvoll nicht zu be­merken und nach außen zu verdecken. Die grau­same Geliebte sah er nicht an.

Direction der Diakonissen-Anstalt zu Kaisers­werth die Erlaubniß ertheilt, zum Besten der gedachten Anstalt im Laufe dieses Jahres eine Ausspielung beweglicher Gegenstände (Handar­beiten, Bücher, Bilder rc.) zu veranstalten und die zu derselben auszugebenden 15000 Loose ä 50 Pf. im ganzen Bereiche der Monarchie zu vertreiben.

Cassel am 15. März 1889.

Der Regierungs- Präsident.

J. B-: Schwarzenberg.

Hersfeld, den 22. März 1889.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises, welche mit der Berichterstattung über die Behändigung der Gewerbesteuer-Benachrichtigungen pro 1889/90 an die Gewerbetreibenden, im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 28. d. Mts. bei Vermeidung von 3 Mark Strafe erinnert.

2374. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, wn 23. März 1889.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver fügung vom 19. Juni 1878 Nr. 6053 im Kreis­blatt Nr. 49, die Revision der Pfarr-, Schul- und Küstergebäude betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 5. k. M t s. bei Meidung von 3 Mark Strafe erinnert.

2884. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 23. März 1889.

Der seitherige Bürgermeister, Ackermann Friedrich Grau zu Heddersdorf, ist heute als solcher auf weitere 8 Jahre bestellt und eidlich verpflichtet worden.

2926. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Es war Susannen, als sei es ihr auf Abrede verwehrt, an den Lieutenant heran zu kommen, um, wie Re gewollt, durch Freundlichkeit etwas wieder gut zu machen. Nachdem er sich ein paar­mal kurz vor ihr umgewandt, nachdem auch die Generalin über Re hinweg gesehen, und selbst die Gubitz, Mutter und Tochter, sich kühler gegen sie bezeigt hatten als sonst, merkte Re die Absicht und gab diesen Kreis ihrer Bekannten achselzuckend aus.

Sie würde sich nun ohne den gewohnten An­schluß und ohne ihren Vater sehr unbehaglich in der Penston geiühlt haben, wenn ihr neues, warmes Jntereffe für das kranke Kind nicht ge- Wesen wäre! Diese ungewöhnliche Empfindung nahm sie jedoch so ausschließlich gelangen, daß Re eigentlich froh war, von Niemandem behelligt und gestört zu werden.

Die Majorin Holthauer, eine schwache, etwas schwersäll'ge alte Frau, segnete ihr Geschick, solch gütiges Entgegenkommen zu finden, wie die junge Freundin ihr bot. Bon der Wärterin bunte die alte Dame wohl Zuverlässtgkett in der körper­lichen Pflege des Kleinen erwarten, weiter aber auch nichts. Die Rollen schlummerte, wenn Re irgendwo behaglich saß, bei ihrem Sir ckstrumps ein, und so überzeugt auch die Großmutter war, daß etwas geschehen müsse, Paul anzuregen und zu wecken, sie vermochte nicht, dies selbst zu thun. Nun fand sich dazu das lebhafte, warmherzige Mädchen, es erschien der sorgenvollen alten Dame als ein großes Glück.

Die drei Frauen hatten hinter einer hohen, weiß

politische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser hatte am Freitag Vormittag zunächst allein gearbeitet und darauf um 11 Uhr dem Portrait­maler Professor Angeli in dessen Atelier einen etwa einstündigen Besuch abgestattet. Nach­mittags um 12*/4 Uhr begaben sich Ihre Maje­stäten der Kaiser und die Kaiserin nach dem Kgl. Palais zu Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta und machten Allerhöchstderselbeu, anläß­lich des Geburtstages weiland Sr. Majestät Kaiser Wilhelm I. einen längeren Besuch. Von dort zurückgekehrt, empfing Se. Majestät der Kaiser um 1 Uhr den General der Artillerie von Boigts-Rhetz und unternahm dann gegen 3 Uhr mit Ihrer Majestät der Kaiserin eine Ausfahrt nach dem Thiergarten und Charlotten- bürg, woselbst die Kaiserlichen Majestäten gemein­sam die Gruft besuchten und alsdann nach längerem Aufenthalte daselbst, kurz vor 5 Uhr nach Berlin zurückkehrten. Am Sonnabend Vormittag unternahm Se. Majestät der Kaiser um 3/49 Uhr eine Spazierfahrt und nahm, von derselben zurückgekehrt, den Vortrag des General- Lieutenants Golz, beauftragt mit der Führung der Geschäfte der General-Inspektion des In­genieur- und Pionier-Corps und der Festungen, entgegen.

Dem Vernehmen nach hat der Kaiser zu bestimmen geruht, daß auch die preußischen höheren Staatsbeamten eine neu« bei offiziellen Gelegenheiten zu tragende Uniform, ähnlich der­jenigen, welche jüngst den Reichsbeamten vorgeschrieben worden ist, erhalten sollen.

Staatsminister Graf Herbert Bismarck hat sich für kurze Zeit nach London begeben und gedenkt zum Geburts- tage seines Vaters (1. April) wieder nach Berlin zurück- zukehren.

Der Staatshaushaltsetat für 1889 90 ist nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses in Einnahme und Ausgabe auf 1013894879 Mark festgestellt, d. h. es ist von dem" Entwurf der Regierung anch nicht ein Pfennig ab­

blühenden L-gusterhecke im Garten ihr warmeS, verstecktes Eckchen gesunden. Der Wirth wünschte den Kinderwagen nicht in den vorderen Partieen des Gartens zu sehen und hatte die Wärterin selbst hierher verwiesen. Susanne, die ihr Gefühl für den Knaben und ihre Tändelei mit demselben in unbestimmter Scheu zu verhüllen trachtete, freute sich, ziemlich verborgen vor den neugierigen Blicken der Pensionsgesellschalt zu sein. Und nun konnte sie sich hier dem neuen Jntereffe ungestört hingeben.

Sie hielt ihr Paulchen auf dem Schooße, Re sprach mit ihm so lebhaft, so eindringlich, als könne er Re verstehen und ihrem Gedanken- gange folgen; sie faßte ihn unter die Arme und nöthigte ihn zu gehen, und wenn er erschöpft von ihrem Liebesmühen schien und in der Rollen Arm oder in seinem Wägelchen schlummerte, fragte sie der Großmutter alles ab, was ihn und sein junges Leben betraf. Sie konnte nicht genug hören, wie niedlich, rothwangig und beweglich er als kleineres Kind gewesen sei, und wie rasch er sich zu ihrer aller Freude entwickelt habe.

.Er muß wieder so werden, liebe Frau Major!" rief Susanne im schönen Vertrauen der Jugend und legte ihre warme Hand tröstend auf den Arm der alten Dame. .Seien Sie nur guten Muthes, wir wollen ihm alles wieder lehren, was er ge­konnt hat, er muß auswachen, ausleben und ein ganz gesunder Junge werden!"

Noch näher als der Enkel stand der alten Dame

ihr Sohn, ihr großer Paul, auch geschah es wohl,