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ersscl-cr KreisAatt
Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illustrirtes Auterhattungsötatt".
Nr. 45.
Sonnabend den 13. April
1889.
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Hersfelder Kreisblatt
mit der wöchentlichen Gratis Beilage
„Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" pro II Quartal werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
KwMHe».
Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom LOsten d. Mts. 11. 3291 dem Vorstände der in den Monaten Juni, Juli und August d. Js. zu Casfel stattfindenden Allgemeinen Ausstellung für Jagd, Fischerei und Sport die Erlaubniß ertheilt, in Verbindung mit dieser Ausstellung eine öffentliche Verloosung von Ausstellungs- und sonstigen zweckmäßigen ‘ Gebrauchsgegenständen zu veranstalten und die betreffenden Loose, 100000 Stück ä 1 Mark, im ganzen Bereiche der Monarchie zu vertreiben.
Cassel am 30. März 1889.
Der Ober-Präsident. Graf zu Eulenb«rg.
Hersfeld, den 10. April 1889.“
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 24. September 1886 A. Nr. 134 (im Kreisblatt Nr. 114), betreffend die Einreichung des Verzeichnisses über die in ihren resp. Gemeindebezirken vorhandenen Hand- und spanndienst- pflichtigen Personen, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 24. d. M t s. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert. 3488. Der Königliche Landrath ____________Freiherr von Schleini tz.
Hersfeld, den 10. April 1889.
Der George Heinrich G l ä n z e r zu Willings- Hain hat für sich und seine Familie um Ent-
Sei« SMnb.
Novelle von A. von der Elbe.
(Fortsetzung.)
«Aber Papa, ich kann Die treffliche alte Dame nicht beleidigen I"
«Ungezogenheiten werde ich gewiß nicht von Dir fordern. Es giebt aber noch zwei andere Wege, sich zu befreien. Der erste und einfachste ist: ab- zureisen, wir sind im Grunde jetzt lange genug hier gewesen."
«Und der andere?" fragte Susanne mechanisch mit sinnendem Ausdruck.
Der Vater räusperte sich und wußte nicht recht, wie beginnen. «Ich komme mit gutem Grund aus einen früheren Vorfchlag zurück, durch Dessen Annahme Du mich ungemein erfreuen würdest," sagte er nun zu ihr hingeneigt sehr leise. «Du wirst, wie ich, die Ueberzeugung gewonnen haben, daß Baron Rosenield Dir mit seltener Treue ergeben ist, und daß es nur auf Dich an- kommt, ihn seinen Antrag erneuern zu lassen. Willigst Du jetzt ein, so kann ich die Sache unschwer einleiten. Nach der Bekanntgebung Deiner Verlobung wäre jedes verletzende Geschwätz beseitigt."
Susanne erblaßte. Da war daS Gesürchtele, mit dem ihre Gedanken als mit einem Auswege gespielt hatten, in greifbarer, aufdringlicher Gestalt. Sie suchte eine passende Entgegnung zu finden. Allein, wie sie auch überlegte, sie konnte jetzt noch zu seinem Entschluß kommen. Plötzlich
I lassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. 3489. Der Königliche Landrath
_____Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 28. März 1889.
Zur Vornahme des diesjährigen Ersatz-Geschäfts für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:
Montag den 6. Mai d. J.
von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus der Stadt Hersfeld und den Landgemeinden Allmershausen mit Hälgans, Aua, Biedebach, Bingartes, Eich- hof, Eitra, Friedlos, Gittersdorf Heenes, Hil- Perhausen, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Meck- bach, Mecklar und Metsebach.
Dienstag den 7. Mai d. J.
von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Obergeis, Oberhaun, Oberrode, Petersberg, Reilos, Rohrbach, Roßbach, Rotensee, Steglos, Sorga, Tann, U'.tergeis, Unterbaun, Wilhelmshof, Wippershain, Niederaula, Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Frie- lingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf und Holzheim.
Mittwoch den 8. Mai d. I.
von Morgens prä.cis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Land- gemeinden Kemmerode, Kerspenhausen, Kirch- Heim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederjoffa, Reckerode,Reimboldshausen,Rotterterode,Solms, Stärklos, Willingshain, Friedewald, Bengen- dorf, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshaufen, Herfa, Heringen und Kleinensee.
Donnerstag den 9. Mai d. J.
von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Lautenhausen, Leimbach, Lengers,
abzuretsen, wo ihr eine große Entscheidung, eine wunderbare Wendung ihres Geschicks doch noch als möglich umschwebte. Schroff abzubrechen, ihr Glück hinzuwerfen, müßigen Klalschzungen zu Gefallen, nein, und tausendmal nein. Der Entschluß, dem Baron anzugehören, würde nur aus Gleichgültigkeit für sich und ihre ganze Zukunft möglich sein. Sie fühlte allerdings, daß, wenn tzolthauers Verlobung mit der hübschen Miß zur Wirklichkeit werden sollte, sie zu einer That der Verzweiflung gedrängt werden könne. Vorläufig erschien ihr nun aber jene Verbindung doch unglaublich. Der Doktor war zu verständig, um eine solch k ndische Pflegerin für seinen kranken Knaben zu erwählen. Sie allein paßte in den engen Kreis dieser Familie, das fühlte sie mit vollster Herzensgewißheit.
«Lieber Papa," begann Susanne nach längerem, peinlichen Schweigen, «Du stehst, wie ich überrascht und unschlüssig bin, für welchen Deiner Vorschläge ich mich entscheiden soll. Bitte, gönne mir Zeit und Ruhe. Unternimm eine längere Partie mit dem Baron, ich kann dann ganz ungestört ernstlich mit mir zu Rath gehen, was das Beste für mich sein wird."
Der alte Herr schmunzelte vergnügt. DaS war doch schon bedeutend mehr Geneigtheit für Rosen- seid, als sie damals in Montreux bezeigt hatte. Lenz kannte seine Tochter und wußte, daß wenn der Baron noch immer gar keine Aussicht gehabt hätte, von ihr angenommen zu werden, so würde sie bestimmt abweichend geantwortet haben. «Gut, gut, mein Kind", sagte er bereitwillig, »Du sollst
i durchaus nicht gedrängt wirden. Wir haben lange von einer Tour nach der Furka und dem Rhone- gletscher gesprochen, wenn Dir also nicht daran liegt, auch Die Gotthardstraße noch einmal zu sehen, so könnte ich schon heute Morgen in Gesellschaft deS Barons auibrcchen. Und schwerlich würden wir vor übermorgen Nachmittag zurückkommen."
«Thu das, Papa," nickte sie erleichtert, «ich bleibe ganz gern zurück."
«Und wirst erfreuliche Entschlüsse fassen?" fragte er, erhob sich, strich ihr über das Haar und ging, Rosenfeld aufzusuchen.
Die beiden Herren waren fort, und Susanne stand in trübem Sinnen am Fenster. Aber so kam sie ja keinen Schritt weiter. Sie ertrug die Einsamkeit nicht länger; hinunter zu ihrer alten Freundin!
Frau Major Holthauer saß einen Brief schreibend aus ihrer kleinen Veranda, die Nolten führte den Jungen an der Hand im Garten umher, er ging jetzt ganz sicher, auch allein, doch verfehlte er noch immer die R.chtung. Susanne lockte den Kleinen und ließ ihn sich aus kurzer Strecke entgegenlaufen. Er that es, «Su—sa, Su—sa" rufend, Sie küßte den Liebling, und ging dann zur Großmutter hinauf, die ihr sreundlich gewinkt hatte.
Die alte Dame schlug ihre Briefmappe zu und sagte: «Setzen Sie sich recht gemüthlich zu mir, mein liebes Kind. Ich habe Ihre Herren mit dem Schiffe abfahren sehen, nun sind Sie heute von allen Rücksichten sret und für «vS da."
I Widdershausen, Wölfershausen und sämmtlichen Gemeinden 2C. des Amtsgerichtsbezirks Schenk- lengsfeld.
Freitag den 10. Mai d. J.
von Morgens präcis 8 Uhr ab Loosung und Classification derjenigen Mannschaften der Reserve und Landwehr und Ersatz-Reserve, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familien-Verhältniffe eine Zurückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen. (§. 123 der Wehrordnung vom 22. November 1888).
Das Ersatz-Geschäft wird, wie bisher, im hiesigen städtischen Rathhause vor« genommen.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises — selbstverständlich auch die Herren Gutsvorsteher — werden angewiesen :
1) die militairpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden 2c. und zwar:
a. die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich den 31. Dezember 1869 geborenen, soweit sie nicht bereits in das Militair eingestellt sind oder einen Ausstand erhalten haben,
b. die in den Jahren 1868, 1867, 1866 oder früher geborenen, welche in den Ersatz-Geschäften des vorigen Jahres zurückgestellt, überzählig geblieben, oder gar nicht erschienen sind, und demnach über ihr Militairverhältniß noch keine feste Bestimmung erhalten haben, zu den vor- bezeichneten Musterungsterminen vorzu- laden.
2) dafür zu sorgen, daß diejenigen Personen, zu deren Gunsten eine Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militärdienst beansprucht