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Bei größeren Lustriigen entsprechender Rabatt.

crsstldel Kreisbllitt.

Mit wSOentlicher Kratis-Aeilage „Illugrirtes Nuterhaktangsvlatt".

Nr. 76.

Donnerstag den 27. Juni

1889.

Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustriites Unterhal tungs - Blatt"

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Der vierteljährliche Abonnementspreis für das -Kreisblatt* mit der wöchentlichen Gra« tis-Beilage „Jllustrirtes Unterhaltungs- blatt" beträgt 1 Mark 40 Pf.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 25. Juni 1889.

Zur Zahlung der am 1. Juli d. I. fällig werdenden Zinsen und Abträge von den aus der Landeskredilkaffe zu Cassel erborgten Kapitalien sind von der hiesigen Königlichen Steuerkasse folgende Zahlungstermine bestimmt worden:

Den 4. Juli cr. für die Gemeinden Holzheim, Cruspis, Stärklos, Asbach, Beiershausen, Kohl­hausen, Kerspenhausen, Hilperhausen und Roßbach.

Den 5. Juli er. für die Gemeinden Nieder- aula, Mengshausen, Solms, Kleba, Kirchheim,

Waldschmetterling.

Erzählung von B. W a l d o w,

(Fortsetzung.)

Schwester Charlotte war — ich leugne eS nicht — von jeher hart und egoistisch und können diese Eigenschalten sie leicht zu Uebertreibungen bezüglich ihrer Stieftochter hingerissen haben, doch dürfen vli ihr Urtheil, bevor w r Margarethe kennen, nicht so unbedingt verdammen. Bald w rd es sich ja zeigen, web Geistes Kind dein neuer Schützling ist, daher keine Parteinahme vor der Hand, sondern — hübsch abwarten.*

Damit hat er ein ZeitungSblatt in die Hand genommen und es in feinem Lehnstuhl sich bequem gemacht, während seine Frau, an eins der Fenster tretend, nicht verbergen kann, daß ihr daS Warten eben schon zu lange dauert.

-Steh' doch einer die Neugier der gestrengen Frau Gemahlin!* ruft der Forstmann scherzend, -Haft aber auch Recht. Alte: der Peter könnte, wenn er sich dazu gehalten, schon vom Bahnhof da sein. Hoffentlich ist mit den Pferden nichts passtrt.*

«Und in erster Linie dem Kinde nichts geschehen. Der Weg über Remberg ist durch den vielen Regen zweifellos sehr schlecht geworden; ein Glück, daß heute endlich wieder gutes Wetter wurde. Aber schau hinaus, Väterchen — biegt am Fuchsgrund nicht ein Wagen um die Ecke?*

«Wahrhaftig, das sind unsere Braunen!* ruft per Angeredete erfreut und blicht beruhigt durch bis

Reckerode, Rotterterode, KemMerode, Goßmanns- rode, Gershausen und Reimboldshausen.

Den 8. Juli er. für die Gemeinden Frielingen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf, Willingshain, Hattenbach und Niederjossa.

Den 9. Juli cr. für die Gemeinden Aua, Obergeis, Untergcis, Gittersdorf, Allmershausen, Heenes. Kalkobes, Biedebach, Tann, Rohrbach, Reilos, Friedlos, Mccklar und Meckbach.

Den 10. Juli cr. für die Gemeinden Kathus, Sorga, Petersberg, Wippershain, Rothensee, Unterhaltn, Oberhaun, Sieglos und Eitra.

Königliche Steuerkasse. H e ck e r.

F'olitische Nachrichten.

(Deutschland.) Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin waren am Montag Nachmittag mit den erlauchten fürst­lichen Gästen bei der Vollziehung des Standes­actes des Prinzen Leopold mit der Prinzessin Luise Sophie und demnächst um 4 Uhr bei der kirchlichen Vermählung anwesend. Hieran schloffen sich sodann um 43/4 Uhr im Weißen Saale des Königlichen Schlosses die große Dcfilircour und daran anschließend im Rittersaale eine größere Ceremonientafel. Nach der Ceremonientasel, wo der Kaiser auf die Neuvermählten toastete, fand der Schluß des Festes im Weißen Saale mit Fackcltanz programmmäßig statt. Die Neu vermählten reisten um 8'/, Uhr nach Schloß Glienicke bei Potsdam ab.

Der Kaiser, die Kaiserin und der König von Sachsen sind am Montag Abend 9 Uhr nach Stuttgart abgereist, um dort an der Jubi­läumsfeier Theil zu nehmen.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, sowie der König von Sachsen trafen am Dienstag Vormittag 9 Uhr 50 Min. in Stuttgart ein und wurden am Bahnhöfe

blanken Scheiben auf das näherkommende Gespann.

Die Frau Oberförsterin schiebt ihren Arm in den des Gatten und lehnt schmeichelnd ihren Kopf an seine Schultern.

«Nun sei vernünftig, Väterchen, und denk' an dein Versprechen, dem armen Ungcheuerchen doch freundlich zu begegnen.*

-Und du halte dein Herz fest, Alte, und steh' zu, daß es dich nicht zu Ueberetiungen verleitet. Es wäre wahrlich nicht das erste Mal; weißt ja, wie oft du schon erfahren mußtest, daß Undank der Welt Lohn.*

Er hätte seine Warnungsepistel ohne Zweifel noch länger fortgesetzt, wäre er von seiner Gattin nicht mit sanfter Gewalt hinausgezogen worden, da der gedachte Wagen im nächsten Augenblick sein Ziel erreicht.

Wiehernd halten die schmucken Braunen vor dem Hause an; freundlich grinsend und mit einem ge­wissen komischen Selbstbewußtsein öffnete der im Dienste seines Herrn ergraute Peter das Gefährt und in der Thür desselben erschien ein zierlicher, lichtblonder Mädchenkopf, der, einem ebenso zier­lichen, graziösen Körper angehörend, zwei klare, blaue Kinderaugen halb furchtsam und halb bittend über die beiden dem Wagen naher tretenden Alten gleiten läßt.

ES ist von beiden Seiten nur ein kurzes Prüfen und Erwägen, ihm folgt ein herzliches, von einem innigen Händedruck begleitetes Willkommen der Frau Oberförsterin, ein paar schüchternhingeworfene, entschuldigende Worte ihres jungen Gastes, die der

vom Prinzen Wilhelm empfangen. Außerdem waren sämmtliche zur Zeit dort anwesenden Fürstlichkeiten zugegen. Am Bahnhöfe waren zwei Ehrencompagnien mit Musik und Fahnen aufgestellt, die eine für den Kaiser, die andere für den König von Sachsen. Nachdem der Kaiser die Front der Ehrencompagnie abgeschritten und sämmtliche Fürstlichkeiten begrüßt hatte, fuhren Ihre Majestäten mit dem Prinzen Wilhelm unter enthusiastischen Hochrufen der zahlreichen Menschen­menge durch die prachtvoll dekorirten Straßen nach dem Residenzschloß. Im Schlosse wurden Ihre Majestäten vom Könige, der Königin, sowie sämmtlichen Prinzessinen des Königlichen Hauses am Portal des Weißen Saales empfangen. Die Begrüßung zwischen den Majestäten war eine äußerst herzliche. Bei der Fahrt vom Bahnhöfe nach dem Schlosse wurden die anwesenden Souveräne, sowie der Großfürst Thronfolger und Erzherzog Franz vom Publikum überaus sympathisch begrüßt. — Nach einem halbstündigen Aufenthalte im Residenzschlosse fuhren Ihre Majestäten der Kaiser und der König von Württemberg zusammen zur Parade auf dem Canstatter Wasen, von begeisterten Hochrufen der Bevölkerung auf dem ganzen Wege begleitet. Die Kaiserin und die Königin fuhren ebenfalls zusammen nach dem Paradefelde, von sämmt­lichen Fürstlichkeiten gefolgt. Der Korso durch die Anlagen verlief bei wunderschönem Wetter äußerst glänzend.

Der Kaiser hat bestimmt, daß die bis jetzt nur für die Tropenausrüstungen bestimmt ge­wesenen w e t ß e n M ü tz e n seitens der Admirale Seeofficiere, Maschineningenieure, Santtätsofft- ciere, Zahlmeister, Deckoffictere, Seekadetten und Kadetten auch innerhalb der heimischen Gewässer und am Lande in der Zeit vom 1. Mai bis 1. October getragen werden dürfen.

Nach bisherigen Dispositionen trifft Seine »m.>iiii„««-«^«-—«ilF--!.™ ■ffW-«— ' l™ "i — ersteren anscheinend sehr sympathisch in die Ohren klingen, da sie ohne Zaudern die jugendliche Sprecherin in ihre Arme schließt und so zärtlich küßt, als gelte es, ein liebes heimgekehrtes Kind in würdiger Weise zu empfangen.

Der Oberförster brummt indessen einige Worte, von denen eS sich schwer bestimmen läßt, ob Tadel oder Beifall sie veranlaßt, in den Bart und musterte, die Hände aus den Rücken haltend, mit eigenthümlichem Blick der scharfen Watdmauns- äugen das junge, zierliche Geschöpf, dem seine Alte mit wahrem Feuereifer soeben die Versicherung giebt, alles thun zu wollen, damit eS ihm im stillen Forsthaus nur gefalle.

Und nun kommt die Reihe des Begrüßen- auch an ihn.

-Bitte, lieber Onkel, nehmen auch Sie den Ein­dringling zu Gnaden an,* tönt der Fremden schüchterne, melodische Stimme an sein Ohr, indeß ein fliegendes Roth sich über ihr Gestchtcheu lagert und sie zaghaft ihre Rechte ihm entgegenstreckt, die er mit beiden Händen kräitig drückt.

«Na, ohne Frage!* ruft er munter. -Doch von allem will der liebe Onkel nicht gegen seine freude­strahlende Alte dort im Nachtheil sein, sondern nimmt energisch auch für sich daS trauliche Du in Anspruch, wie er'S noch alle Zeit Verwandten gegenüber hielt. Das Nichtchen hat dagegen hoffentlich nichts einzuwenden, wie?* Damit drückt er herzhaft einen Kuß aus deren weiße Stirn.

„Unb nun sei mir tausendmal willkommen, Kind!