Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, BbonnementipreiS: vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl.
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betragen für den Raum einer Spaltzeilt
10 Psg., im amtlichen Theile 15 Psg.
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Hersfel-tl Kreisblitt.
__________Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilage „Illustrirtes Nuterhattungsötatt".________
Nr. 89. Sonnabend den 27. Juli 1889.
Aßonnements-Kintadung.
Bestellungen auf das
Kersfewer KreLsblatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage „Allustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Der Herr Ober Präsident hat zu der von dem Vorstände der Kinderbewahranstalt zu Schmal- kalben, z. Hd. des Archidiakonus Meirich dortselbst, beabsichtigten Lerloosung von Haushal- tungS- und sonstigen Gebrauchsgegenständen 2c., welche einen Werth von mindestens 33 % des LopSertragcs repräsentiren müsse«, die Genehmigung ertheilt.
Der Vertrieb der Loose, deren nicht mehr als 12000 Stück ä 1 Mark ausgegeben werden dürfen, bleibt auf den Umfang der Kreise Schmalkalden, Eschwege, Witzenhausen, Cassel (Stadt- und Land-), Melsungen, Rotenburg. Hersfeld, Hünfeld, Fulda und Gersfeld beschränkt.
Cassel, den 13. Juli 1889.
Der Regterungs-Präsident. I A.: Althaus.
Bei Postanstalten des Ober-Postdirectionsbe- zirks Cassel sind unbestellbar geblieben:
1) ein Einschreibbrief aus Marburg (Bez. Cassel) an B. Kreß in Schweinfurt,
2) eine Postanweisung aus Hersfeld über 3 Mark an Rendant Jung in Bochum,
3) ein Einschreibbrief aus Cassel an Fräulein Auguste H e n s ch e l hierselbst.
Waldschmetterling.
Erzählung von 8. WaIdow, (Fortsetzung.)
„Sag' mir um alles in der Welt, was heut der Oberförster hat!" unterbricht plötzlich der in das Zimmer stürmende Thalberg seinen Gedanken- gang. „Rast, meinen respektvollen Morgengruß vollständig ignorierend, an meiner doch gewiß ins Auge lallenden Person vorüber, direct aus Margarethe zu, die, aus ihrem Lieblmgsplätzchen sitzend, vergeblich nach dem lustigen Thalberg schmachtet, unb redet dort anscheinend mit so vieler Rührung aus dieselbe ein, daß sie zu guterletzt nicht anders kann, als unter Schluchzen sich an seinen Hals zu werfen, bet welcher Procedur ich übrigens sehr gern an Stelle des Herrn Oberförsters figuriert. Du hast deine feierliche Miene von vorhin auch keineswegs verändert, so daß man unwillkürlich einen Heiligenschein um dein verehrtes Haupt zu sehen meint, und bist sicher in der Lage, mir Auf- klärung zu geben, damit ich meine Stimmung, wenn nöthig, nach der euren richten kann."
„Zu deiner Stimmung paßt allerdings das, was ich dir zu sagen habe, schlecht," entgeguet Salseld ernst.
„AlleWetter, das klingt ja schauderhaft pathetisch! Nun, schieße los; du stehst, ich zwinge die Visage schon tn ernste Falten.
„Du bist doch unverbesserlich l" giebt Salseld vor- VurfSvoll zurück, theilt ihm trotz dessen aber ohne Aögtt« mit, welche Entdeckung er gemacht.
| Die unbekannten Eigenthümer werden hier- 1 durch aufgefordert, die betreffenden Gegenstände binnen vier Wochen, vom Tage des Er- scheinens der Bekanntmachung an gerechnet, bei der hiesigen Ober-Postdirection in Empfang zu nehmen, widrigenfalls über die Gegenstände zu Gunsten der Postarmen bezw. Postunterstützungskasse verfügt werden wird. (Ar. 18632 P. S.) Cassel, den 18. Juli 1889.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertr: v. R u m o h r.
Uoütische Nachrichten.
(Deutschland.) Aus Bergen wird vom 24. Juli, 11 Uhr 20 Min. Abends, telegraphirt: Heute Nachmittag erfolgte die Ankunft in Bergen bei kurz vor der Einfahrt eingetretenem leichtem Regen. Se. Majestät der Kaiser, welchem die Reise vortrefflich bekommen ist, blieb den Abend an Bord. Bei der Abendtafel brächte Se. Majestät das Wohl der Frau Erbprinzeffin von Sachsen-Met- ningen aus, deren Geburtstag auf den heutigen Tag fällt. Von hier wird direkte Ueberfahrt nach Wilhelmshaven erfolgen.
Die vereinigten Geschwader, bestehend aus den Panzern „Kaiser", „Deutschland", „Preußen", „Friedrich der Große", „Baden", „Sachsen" und „Oldenburg", der gedeckten Corvette „Irene" uno dem Aviso „Zielen" trafen am Mittwoch Nachmittag auf der Rhede von Wilhelmshaven ein.
Officiell wird gemeldet, daß Se. Majestät der Kaiser am Sonnabend, die Minister und das Gefolge am Sonntag früh und Ihre Majestät die Kaiserin am Sonntag Abend in Wilhelmshaven eintreffen. Der Kaiser wohnt auf der „Hohenzollern" und speist im Stationsgebäude. Don wird der Empfang und die Nagelung der Fahne stattsinden, die Weihe
Seiner Gewohnheit ganz entgegen, hört Thalberg den Bericht des Freundes, ohne ihn zu unterbrechen, an; kaum jedoch hat letzterer geendet, als das Ungestüme seines Naturells sich keine Secunde mehr verleugnen läßt und er, den Freund an beiden Schultern packend, sich wie toll im Kreise mit ihm dreht.
„Hurrah — das ist famos — vortrefflich — besser konnte sich'S nicht schicken!" rüst er im bunten Durcheinander aus, indessen Sal eld sich energisch müht, aus dem lebendigen Schraubstock wieder sortzukommen.
„Du bist mir heute ein Räthsel, Thalberg," sagt er, nachdem ihm dies gelungen ist, „Ich glaube, nur ein unbeschreiblich Glück, das du erwarbst, kann dessen Lösung sein."
„Errathen, weiser Salomo!"
„Ich mahne dich im Ernst, treib' kein leichtsinniges Spiel mit diesem Glück."
„Set unbesorgt, ich halte es fest beim Schöps," erwidert Thalberg lachend.
Salseld wendet sich mit unwilliger Bewegung ab, um jedoch im nächsten Augenblick Thalbergs Stimme dicht an seinem Ohr zu hören:
„In deine Familiensprache übersetzt, heißt dieses Mtroenrückenkehren ohne Zweifel: Hebe dich weg von mir, leichtsinniger Gesell; du bist mir widerlich! Ich thue dir jedoch hiermit zu kund und wissen, daß ich nicht die geringste Lust verspüre, schon das Feld zu räumen, um so weniger, als Felseks Tochter eben jetzt an deines Thrones Stufen eilt, um dir den schuldigen Tribut der Dankbarkeit zu
in der Adalbertstraße. Die Abreise nach Osborn erfolgt am 31. d. mit 12 Schiffen.
Den Besorgnissen, welche in Ostpreußen nach Mittheilung der „Ostpreußischen Ztg." herrschen, daß der Friede in Gefahr stehe, ein Ueberfall von Osten befürchtet werden müsse und daß im Verfolg unberechenbarer Ereignisse eine Preis- gebung der Provinz bis zur Weichsel der deutschen Heeresführung - wenn auch nur vorübergehend — werde aufgenöthigt werden können, ist am Sonnabend der seitherige Kriegsminister und neuerdings commandirende General Bronsart v. Schellendorff in einer Toastrede auf die Provinz Ostpreußen entgegengetreten. Er hat in der Tischrede sich dahin geäußert, daß von dergl. Besorgnissen ihm bei seinen Reisen in der Pro- vinz Kenntniß geworden sei; er versichere aber, daß dieselben unbegründet seien und eine Störung des Friedens überhaupt nicht in Aussicht stehe, daß er und das 1. Armeecorps aber, wenn ein solcher Fall wider Erwarten eintreten sollte, mit dem eigenen Leibe bis auf den letzten Wann die Grenzen vertheidigen Würden, und daß er die Heimath zu schützen wissen werde. Er spreche dies mit dem besonderen Wunsche aus, daß seine Worte zur vollkommenen Beruhigung dienen und Beruhigung hervorbringen möchten.
Am 6. August, als am 19. Jahrestage derSchlacht beiWörth, findet an diesem Orte die feierliche Enthüllung des für die in dem Kriege 1870/71 in Frankreich gefallenen Bayern errichteten Denkmals statt. Nach dem festgesetzten Programme findet u. A. eine Vertheilung von Erinnerungszeichen für die Fahnen der der Feier beiwohnenden Vereine und Vereins-Deputationen statt. Der auf 11 Uhr anberaumte Enthüllungsakt wird von dem Präsidenten des Münchener Local- Comitees General Lieutenant z. D. von Gropper, vollzogen. Nachmittags erfolgt eine Besichtigung des Schlachtfeldes von Wörth, Froschweiler und
zollen, welchen feierlichen Akt ich keinesfalls versäumen will."
In der That fühlt Salseld in dem nächste« Augenblick zwei kleine, weiche Hände sich um seine Rechte schließen und innige Dankesworte aus Margarethens Munde gleich einer zauberschönen Melodie sein Ohr berühre». Dabei schaut sie mit thränenieuchten Augen zu ihm auf, so unaussprechlich lieb, daß es des starken Mannes Herz erbeben macht und er unwillkürlich fester die ihm willig überlassenen Hände preßt.
Mit sichtlichem Vergnügen hängt ThalbergS Blick inzwischen an den beiden, die, seine Gegenwart anscheinend ganz vergessend, nur Sinn für daS ergiebige Thema ihrer ernsten Unterredung haben.
„Ich habe nichts gethan, als meine Pflicht," wehrt Salseld Margarethens Dankesworte ab, „und erweisen Sie mir damit, daß Sie gleichwohl m>r über Zeit und Raum hinaus in Ihrer Erinnerung ein Plätzchen wahren wollen, eine Gunst, auf die ich kaum gehofft. Erleichtert es doch immerhin das Scheiden, wenn man hoffen darf, daß hinter einem nicht sofort die Brücken abgebrochen werden."
„O, gehen Sie sobald nicht fort, Herr Doetor! Ich bitte Sie darum."
„Na, das ist stark!" mischt sich jetzt Thalberg ein. „Mir sagten Sie vorhin, daß ich in Gottes Namen sobald es mir beliebe, meine Straße ziehen könne, und den da nöthigen Sie zum Bleiben' Aber so ift's in der argen Welt, — Kuban*' ihr Lohn."