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Hersstliler Kreisblitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Muterhaltungsblatt".

Nr. 105.

Dienstag den 3. September

1889.

Amtliches.

Hersfeld, den 30. August 1889.

Die Herren Ortsvorstände der nachstehend angeführten Ortschaften haben die gleichfalls nachverzeichneten Trichinenbeschauer zwecks Vor­nahme der im §. 4 der Polizei-Verordnung vom 9. Mai 1882 (Amtsblatt S. 96) vorgeschriebenen Nachprüfung auf die hierunter bestimmten Tage Vormittags 9 Uhr in die Wohnung des König, lichen Kretsphysikus, Herrn Dr. Victor, Markt- Platz 227 dahter, mit der Weisung vorzuladen, das Mikroskop nebst Fleischbeschaubuch, sowie 1,50 M. Gebühr mit zur Stelle zu bringen.

8169. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schletnitz.

ES

Namen

Gemeinde.

der

Trichinenbeschauer.

Allenbors

Schmidt, Justus

16. Spt.

Asbach

Nuhn

*

Betershausen

Glebe, Jac. Nicolaus Schmidt, Jacob

*

Aua

*

5

Biedebach

Wiegaud, veinr.Wilh.

*

6

Friedlos

Lotz, Peter

*

Kehres, Wilhelm

*

9

Frielingen

Otto, Georg

*

Schmerer, Heinrich II.

*

10

Gershausen

Fink, Jacob

11

Gittersdorf

Croll, George

17.Spt.

12

Goßmannsrode

Kehl, Förster

13

Hattenbach

Schmauch, Heinrich

*

14

II

Gerke, Wilhelm

*

15

Heenes

schade, Adam

16

Hilperhausen

Schäfer, Adam

17

Holzheim

Gast, Adam

18

Kalkobes

Eckhardt, Conrad

19

Kathus

Brehm, Johannes Both, Peter

20

Kerspenhausen

21

Kerspenhausen

Grebe, Valentin Stange, Heinrich

18. Spt.

22

Kirchheim

23

Boß, Friedrich

24

Kleba

Baumgardt, Valentin

25

ttohlhausen

Katzmann, Adam

26

Kruspts

Diehl, Adam

27

Meckbach

Möller, Bürgermeister

28

Mecklar

Rohrbach, A. Martha

*

29

Mengshausen

Wlilwe

Schäfer, Philipp

80

Niederaula

Schuchhardt, Ludolph

81

Niederaula

Cattera, Eduard

19. Spt.

32

Nuhn, Ferdinand

83

84

Niederjossa

Btckhardt, Wilhelm

Stetnberger Conrad

M

85

86

Obergeis

Nuhn, Johannes

Opfer

37

Oberhaun

Nuhn, Ernst

*

38

Petersberg

Ritz, Wirth

89

Reckerode

Faupel, Adam Hildebrand, Georg Ad.

*

40

Rohrbach

W

ES

Gemeinde.

Namen der Trichinenbeschauer.

g ^ St §^ o 3 w

s q°_ «K Ö

M2 ~

41

Rotensee

Paul, Adam

2Q. L>pt.

42

Rotterterode

Nebe, Heinrich

43

Sieglos

Proetzsch, Robert

44

Solms

Horn, Bürgermeister

45

Sorga

Heinz, Heinrich

46

M

Grein, Eva Elisabeth

47

Stärklos

Schmidt, Joh. Hrch.

48

Tann

Rüdiger, Justus

49

Untergeis

Vaupel, Bürgermeister

50

Unterhaun

Großcurth, Heinrich

*

51

Willingshain

Hoffmann, Wilhelm

21. Spt.

52

Steinert, Friedrich

53

Wippershain

Deiß, Bürgermeister

54

Ausbach

Gos, Justin

55

Conrode

Mohr, Bürgermeister

56

Frtedewald

Adam, Joh. August

57

Reinmöller, Joh. Hrch.

58

Saam, Johannes

59

Harnrode

Wiegand, George

60

HetwbeldShauscn

Brandenstein, Wilh.

*

61

Herfa

Sippel, Bürgermeister

23. Spt.

62

Heringen

Mansius, Carl

W

63

Wehnes, Ehefrau

*

64

Hillartshausen

Müntzel, Johannes

*

6b

Hilmes

Bommer, Johannes

V

66

Kleinensee

Brill, Johannes I.

67

^andershausen

Both, Philipp

68

Lautenhausen

Malkomes, Brgrmstr.

Detsenroth, Brgrmstr.

*

69

Lengers

Malkomes

70

Klotzbach

71

Motzfeld Philippsthal

Jäger, Heinrich

24. Spt.

72

Eibert, Heinrich

73

Wiegand, Lorenz Pfaff, Peter

W

74

Ransbach

*

75

Schenklengsfeld

Ries, Heinrich

*

76

Schüler, Jacob

*

77

Unterweisenborn

Rüger, Heinrich

*

78

Wehrshausen

Widdershausen

Koch, Johannes I.

*

79

Budesheim, Conrad

*

80

Zinn, Conrad

*

81

Wölfershausen

Hobert, Anton

25. Spt.

82

Wüstfeld

Hahn

W

83 Hersfeld

Audrö, Ernst

V

84

Altenburg, August

85

Sunkel, Emilie, (Frl.)

Hersfeld, den 31. August 1889.

Unter dem Rindvieh zu Allmenrod, Kreis Lauterbach, ist die Maul- und Klauenseuche aus» gebrochen. Der auf den 9. S e p t e m b e r d. I. festgesetzte Viehmarkt zu Lauterbach fällt deshalb aus, was hierdurch veröffentlicht wird.

8204. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

# Ium 2. SkPtemkr.

Zum Gedächtniß des Begründers der deutschen Einheit" hat Kaiser Wilhelm II. vor wenigen Tagen auf der Esplanade zu Metz den Grund­stein für das dort zu errichtende Denkmal unsers großen Kaisers gelegt. Als ein ehernes Grenz- zeichen, als ein würdiges Hoheitszeichen des Deutschen Reiches soll das Denkmal dort aufge­richtet werden, gestiftet von dankbaren Herzen, geformt und geweiht von dankbaren Händen. Jedem Deutschen heilige Erinnerungen umgeben jene Stätte und werje in friedlichen Tagen die Schlachtfelder um Metz durchmeffen, fühlt sich dort inmitten ihrer zahlreichen Grabstätten von dem gewaltigen Ernste einer ewig großen Zeit umrauscht. Glänzender, weil politisch bedeut­samer, leuchtet der Tag von Sedan in unserer Geschichte, aber die drei schweren Augusttage der Schlachten um Metz, die opservollen Monate der Belagerung mit der schließlichen Uebergabe, sind militärisch ungleich größer, weil sie die Eigen­schaften des deutschen Soldaten: die todesmuthige Hingebung, das Aushärren unter allen Verhält­nissen, die unerschütterliche Disciplin in den schönsten und großartigsten Beispielen zur Gel­tung brachten. Ohne die heldenmüthigen Kämpfe vom 16. und 18. August hätte es wohl keinen Tag von Sedan gegeben, und wenn die große Siegeskunde vom 1. und 2. September im ganzen Deutschland einen Jubelsturm höchster Begeiste­rung entfesselte, so ging die Botschaft:Metz ist über" wie eine Erlösung durch das Vaterland.

Aber mit Recht wird der zweite September der nationale Gedenktag des großen Krieges bleiben. Bei Sedan fochten zum ersten Male die süd- und norddeutschen Truppen vereint unter König Wilhelms Augen und unmittelbarem Oberbefehl, und als die weiße Fahne über Sedan flatterte, als die Nachricht von dem Großen, das sich zugetragen, das weite Blachfeld durcheilte, da vereinigte sich der stürmische Jubelruf der Preußen und der Bayern, der Sachsen und der Württemberger in der Begrüßung dieses deutschen Siegs. Rund um Sedan stand Alldeutschland. Schulter an Schulter wie nie zuvor, die Sieger von Wörth neben denen von St. Privat, an ihrer Spitze der Bundesfeldherr im Silberhaar, der vor wenigen Wochen beim Auszuge dem deutschen Volke Treue um Treue gelobt hatte. Alldeutschland war Zeuge der Waffenstreckung des Kaisers Napoleon, der Waffenstreckung seines Heeres, des gemeinsam erkämpften Erfolges vereinter Kraft.

Für unser deutsches Volk ist der Tag von Sedan die große Lehre der Geschichte.Einst mächtig, groß und geehrt, weil einig und von starken Händen geleitet, sank das Deutsche Reich nicht ohne Mitschuld von Haupt und Gliedern in Zerrissenheit und Ohnmacht. Des Ansehens im Rathe der Völker, des Einflusses auf die eigenen Geschicke beraubt, ward Deuschland zum Spielball in den Händen fremder Mächte, für welche es das Blut seiner Kinder, die Schlacht­felder und die Kampfpreise hergab." Diese ernste Mahnung hatte König Wilhelm bet der Eröffnung des ersten Reichstages des norddeutschen Bundes den um ihn versammelten Vertretern der deutschen Regierungen und der deutschen Stämme, wie sie in jener Versammlung vereinigt waren, zugerufen. Drei Jahre später und Deutschland