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HklssMr Kreisbiktt
| __________Mit wöchmtkcher Hraiis-Beikage ^Zllullrirtes Mnterhaltungsktatt".
M. 115
Donnerstag den 26. Lcvlciudcr
1889
ÄhnnnAmAntQ.FinhHimn !tritt in die väterliche Wirthschaft zu, deren! Verköstigung, Feuerung und Licht hat ein
HUUHilvIllclilb ulllldUUlly« !Hebung wesentlich mitgewirkt und diejenigen Schüler monatlich 30 bis 4c> Mark zu zahlen.
Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustrirtcs UiUcrhaltuugs - Blatt"
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Die Expedition.
derselben, welche wegen ausreichender Hülfskräfte oder aus anderen Gründen in die väterliche
Amtliches.
Die im Jahre 1877 in Marburg gegründete landwirthschaftliche Winterschule hat die Aufgabe, in zwei Wintercursen Bauernsöhne und andere Ivnge Leute, welche sich der Landwirthschaft widmen wollen, zu denkenden Landwirthen zu erziehen und für den landwirthschaftlichen Beruf derart auszubtlden, daß sie befähigt sind, ein Landgut rationell zu bewirthschaften.
Dieser Aufgabe hat die Schule bisher durchaus entsprochen. Die Schüler haben nach Erledigung eines zweijährigen Wintercursus bei Wiederein-
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Auf der Oberförstern.
Von U. v o n E ck.
Wirthschaft nicht wieder eingetreten sind, haben durch Vermittelung des Direktors der Winter- schule als Verwalter auf größeren Gutswirthschaften Stellung gefunden und den daselbst an sie gemachten Anforderungen in jeder Beziehung genügt.
Bei den sich täglich steigernden Ansprüchen an den landwirthschaftlichen Betrieb müssen wir die Landwirthe dringend auffordern, für die Ausbildung ihrer Söhne in den landwirthschaftlichen Lehrgegenständen Sorge zu tragen, und zu diesem Zweck ihnen den Besuch der landwirthschaftlichen Winterschule in Marburg für ihre Söhne empfehlen.
Dank der Fürsorge des hohen Kommunal- Landtags hat die gedachte Schule ihre Lehr- und Hülfsmittel durch Einrichtung eines Laboratoriums für chemische, physitall^c und mikroskopische Arbeiten wesentlich vervollständigen können und wird weiter durch den Besuch von renomirten Wirthschaften größerer Landwirthe, von Zucker- fabriken, Brennereien, Molkerei-Anstalten den jungen Leuten Gelegenheit geboten, das von ihnen theoretisch Erlernte in praktischer Ausführung kennen zu lernen.
Der Unterricht des nächsten Wintercursus beginnt Dienstag den 15. Oktober d. I., Vormittags 8 Uhr. Anmeldungen zur Aufnahme sind zeitig vorher an den Direktor der landwirthschaftlichen Winterschule, Herrn 0r. R. Hesse in Marburg, zu richten, welcher etwaigen weiteren Ausschluß über die Schule geben wird. Derselbe, welcher auch außerhalb der Schulzeit die Schüler streng überwacht, ist gern bereit, für ein passendes Unterkommen der Schüler in gut beleumundeten Familien zu sorgen. Für Wohnung,
Das Schulgeld beträgt 45 Mark für den Winter, wovon die Hälfte beim Beginn des Schulhalb- jahres, die andere Hälfte beim Wiederbeginn des Unterrichts im Anfang nächsten Jahres zu ent-
„ , (Fortsetzung)
Unb wenn die Stunde naherückte, wo gewöhnlich zu kommen pflegte, dann schlug drmnen hinter den weißgetünchten Mauern .... Madchenherz heftiger und ein Paar dunkelschwarze ; ^Ugen schauten mehr als einmal den Weg hinab, ^Jur. Chaussee führte. Dann preßte sich auch a wohl eine kleine braune Hand auf das unruhige i W ""b zwei rothe Lippen schalten auf die H Augen, aber sie konnten es doch nicht
- „„t”.In'} daß sie Heller aufleuchteten, wenn dort dk Ecke bog^^ schlanke Jünglingsgestalt um WbreiV^Ä er heran, der Tag vor seiner I Se i daß es sein letzter war.
mXÄ S!?!?™. I" toi 3W«*l»
er da
ein
manchmal an mich denken und willst Du mich ein ganz klein wenig lieb haben?"
Sie versuchte ihre Hand langsam los zu machen, aber es ging nicht, er preßte auch noch seine linke darauf und zog sie näher an sich; ein glühendes Erröthen bedeckte das schöne Mädchen- antlitz, die schwarzen, sonst so trotzigen Augen suchten verwirrt den Boden, als er seine letzte
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Sie m™ ™ » . e ' uu» es ein revier war. fleaanae? ihr, ÄV in den Fichtenwald dem monsin?» Schritte verklangen lautlos auf beTfÄÄ ^ tadeln beteten Boden, Sie iMh. Ä^r hob nach ihren Tritten, der Oberförster k^ abgereist,
Beide schwiegen N^ ^^ SM-M". rris^mi« ^^^ ber ^un0c Mann endlich, „morgen
Frage wiederholte.
Plötzlich warf sie mit einer heftigen Bewegung den Kopf zurück - da war wieder das eigenwillige, trotzige Kind von vor fünf Jahren!
„Warum soll ich es nicht sagen, Waldemar," rief sie hastig, — nicht ein wenig — sehr lieb habe ich Dich — am liebsten auf der ganzen, weiten Erde, Dich ganz allein! Und ich werde immer an Dich denken, immer, immer, und Du mußt mich auch so lieb haben, hörst Du? Waldemar, zum Sterben lieb sollst Du mich haben, mich ganz allein."
Aber schon fühlte sie sich von ein Paar kräftigen Jünglingsarmen umschlungen und ihr Köpfchen an ein wild pochendes Herz gedrückt.
„Zum Sterben lieb!" flüsterte eine verdeckte Stimme an ihrem Ohr und dann brannten heiße Küsse auf ihre Wangen, auf ihren trotzigen
richten ist.
Die aufzunehmenden Schüler müssen das 1o. Lebensjahr überschritten haben und sich durch ein Zeugniß über den bisherigen Schulbesuch ausweisen, außerdem, wenn sie über ein Jahr die Schule bereits verlassen haben, ein Attest der Ortsbehörde über ihre Unbescholtenheit beibringen.
Kassel/den 10. September 1889.
Das Direktorium des landwirthschaftlichen Central-Vereins.
Wird veröffentlicht.
Caffel, den 16. September 1889.
____Der Regieruugs-Präsident.
~ Die Herren Bürgermeister zu Ausbach, Geth- semane, Herfa, Hermgeu, Hillartshausen Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Wehrshausen und Widdershausen werben hierdurch an die umgehende Einsendung der Klassensteuer-Zu- und Avgangslisten pro L Halbjahr 1889/90 erinnert.
Friedewald, den 23. September 1889.
Königliche Steuerkasse. Weste, Rentmeister.
Zugelaufen: Ein Hund. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futterkasten bei dem Müller Georg Ludwig zu Obergeis in Empfang nehmen.
Gefunden: Eine Rohrpeitsche. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Obergeis.
Die Wahlen in Frankreich.
In der französischen Deputirtenkammer saßen bisher 381 Republikaner (Opportunisten und
habe ich kein Recht auf Dich, aber ich werde es mir erwerben und dann, dann fordere ich Dich von ihm als mein Eigenthum. Bis dahin lebe wohl Cola — dort vor jenen forschenden blauen Augen kann ich nicht von Dir Abschied nehmen. Lebe wohl, Cola, meine Cola!"
Er preßte sie noch einmal an sich, ihre Lippen aasten einen letzten stürmischen Kuß zurück, dann flog sie wie ein gehetztes Reh davon in das stille einfache Forsthaus.
Waldemar blickte ihr mit heißen Augen nach, so lange noch ein Schimmer ihres Gewandes zu erspähen war, dann fuhr er sich mit der Hand über die Stirn, als wolle er dort trübe Gedanken verscheuchen und ging ihr langsam nach.
Und der Abend kam und mit ihm schlug die Scheidestunde. Cola stand neben ihrem Onkel, als Waldemar ihr die Hand zum Abschied bot, — er hatte Recht, es waren forschende blaue Augen, die der Oberförster auf den jungen Mann richtete:
„Geh mit Gott, mein Sohn, und — möchtest
Du Dich nicht täuschen in Deinen liebsten Hoffnungen!"
„Waldemar hob bestürzt den Kopf — ein böses Omen? Wie alt der Mann
war das
tSenbe^^ ™b ^^ ihn mit großen, "»umenoen Augen an, aber sie sagte nichts.
«Cola," begann er miohL >.iL ^m«
rothen Mund.
„Waldemar," rief sie, erschrocken sich losmachend, „wenn das der Onkel sähe!"
Er ließ sie los.
„Du hast Rech
kleine mos^-Äanu er wieder und faßte ihre „Du hast Recht,* sagte er und seine tiefe h me weiche Kinperhgpd, «Cola, wirst Du auch Htimme zitterte vor mächtiger chrreguug, «noch
ann in dem
Augenblicke erschien und wie trübe die blauen Augen! Hatte er sich getäuscht in seinen liebsten Hoffnungen?--
Mit niedergeschlagenen Augen reichte Colg dem geliebten jungen Manne die Hand.
«Leb' wohl, Cola", sagte er,