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Hersskl-er KreishIlltt.

Mit wöchentlicher chratir-Meilage Lllnftrirt« Mterhallungrölatt".

Nr. 79. Dienstag den 8. Juli 1890.

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Kersfelder Kreisblatt

mit der wöchentlichen Gratis Beilage

Mirstrirtes Urtterhaltungsblatt" pro III. Quartal werden von allen Kaiser­lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

AM^tOes.

HerSfeld, den 3. Juli 1890.

Mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 17. Dezember 1889 Nr. 11848, Kreisbtalt Nr. 151, wird hierdurch veröffentlicht, daß dem Evangelisch- Kirchlichen Htlssverein zu Berlin zur Einfamm- lung der durch MiNisterial-Erlaß vom 28. Novem­ber v. I. für die Zwecke des Vereins genehmlgteo HauScollecte eine weitere Frist bis zum 1. Oktober d. I. bewilligt worden ist.

6244. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schletnitz.

Hersfeld, den 4. Juli 1890.

Den Herren Ortsvorständen des hiesigen Kretses werde ich tn Kürze die Recrutirungs-Stamm- rollen der Jahrgänge 1868, 1869 und 1870, nachdem dieselben mit den alphabetischen Listen diesseits gleichgestellt worden sind, in Gemäßyert des §. 4611 der Wehrordnung vom 22 November 1888 zusenden, um dieselben nebst ihren Anlagen in der Gemelnde-Repositur aufzubewahren.

6291. Der Königliche Landralh

Freiherr von Schleinttz.

Ziegenhain, den 1. Juli 1890.

Euer Hochwohlgeboren theile ich im Anschluß

Am $»g des Aronq«ija. | Ein Roman

von ®. Reuter.

(Fortsetzung.)

Plötzlich beugte Röoer sich nieder und küßte Lastenm auf den Mund. Ehe die Donna ihrer Entrüstung über seine Keckheit Ausdruck zu geben vermochte, war er davongestürmt.

X.

Der arme General Belgrano! Sein durch­näßter grauer Leinwandmantel legte sich schwer uno fest um seine Erzglieder. So stand er trüb­selig in der Mitte der Verwüstung, unter den zersplitterten gestürzten Masten, den zerfetzten Fahnen, den lehmbespritzten Teppichen, als die Wolkenmassen vorüber gezogen waren und gegen Abend die Sonne wieder rhr funkelndes Strahlen­netz über die Stadt warf. Das Wasser rieselte noch immer von den Dächern herab und plätscherte durch die Straßen.

So trübselig, wie der General, der um seinen Ehrentag gekommen, schauten auch die Einwohner und Einwohnerinnen drein, die um ihr Vergnügen betrogen waren. Nun sollte man meinen, nichts wäre natürlicher gewesen, als das durch Sturm und Graus gestörte Fest am anderen Tage nach- zuholen. Aber der Südamerikaner pflegt stets einen weiten Bogen um den zunächst liegenden Gedanken zu machen. Es geschieht wohl, daß

an die diesseitige Zuschrift vom 11. v. Mts. I I. Nr. 6122 ergevenst mit, daß die unter dem Rindvieh des Müllers Pfleging zu Wahlshausen ausgebrochene Maul- und Klauenseuche er­loschen ist.

Der Landrath von Schwertzell.

An den Königlichen Landrath, Herrn Freiherr» von Schleinttz Hochwohlgeboren zu Hersfeld. I. I. Nr. 6856.

* * *

Hersfeld, den 4. Juli 1890.

Wird veröffentlicht.

6282. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinttz^

Ziegenhain, den 1. Juli 1890.

Euer Hochwohlgeboren theile ich hierdurch er- gedenst mit, daß unter dem Rindvieh des Blech- schmieds Heinrich Orth zu Oberaula die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.

Der Landralh von Schwertzell.

An den Königlichen Landralh, Herrn Freiherrw von Schleinttz Hochwohlgeboren zu Hersfeld. J. I. Nr. 6895.

* * *

Hersfeld, den 4, Juli 1890.

Wird veröffentlicht.

6281. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 5. Juli 1890."

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 29. Juni 1880 Nr. 7650, tm Kreis­blatt Nr. 52, die von Privathengsten abstammen­den Füllen betreffend, noch tm Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 15. d. M t 8. erinnert.

6333. Der Königliche Landrath.

Freiherr von Schleinttz.

er nach mancherlei Streffzügen zu ihm zurückkehrt. Ebenso oft schiebt er ihn jedoch ganz bei Seite, um ein wett Entferntes mühsam herbetzuschleppen.

Der Magistrat der Stadt Tucuman, der in aller Eile noch am selbigen Abend eine Stadt- verordnetensitzung abhtelt, beschloß: Da dem Ge­schenk des Präsidenten nicht genügende Ehre er­wiesen werde, wenn eS an einem gemeinen Werk­tage so beiläufig dem Volke übergeben werde, sollte es nun doch bis zu dem im Mai statlfindenden großen Nationalfesttage der Unabhängtgketts- erklärung in seiner Leinwandhülle verborgen bleiben. Es stehe ja zu hoffen, daß alsdann die Himmelskönigin, der der heutige Tag nicht genehm gewesen zu sein scheine, sich gnädiger beweisen werde zumal tm Mai, im argentinischen Herbste, auch keine Gewitter mehr einzutreten pflegten.

So konnte denn ein jeder seine schönen Kleider wieder in den Schränk hängen der Gouverneur das Concept zu seiner Rede aber ruhig verbrennen.

Denn bis dahin war seine Zeit abgelaufen und wer würde das Ruder des Staates Tucuman führen? Die Klerikalen oder die Liberalen? Die Unitarier oder die Föderalisten? Oder die feine ringgeschmückte Hand Donna Lastentas?--

Die Geschwister ritten schweigend neben ein­ander durch den feuchten warmen Abend. Aus Busch und Strauch, aus Feldern und Gärten dampfte holder Wohlgeruch. Elfe empfand den Zauber der Stunde in stillem, von einer tiefen Wehmuth verschleierten Genuß. Um Pauls Stirn

« Zur ivirthschustlichtu Fuge.

Die Handelskammerberichte über das Jahr 1889 bezeugen übereinstimmend, daß ein Jahr des Fortschritts und der gedeihlichen Weiterent­wicklung auf fast allen Gebieten des wirthschaft- lichen Lebens hinter uns liegt und daß das ver­gangene Jahr auch noch das schon recht günstige Vorjahr in dieser Beziehung übertroffen hat. Namentlich wird anerkannt, daß die Preise, die in den Vorjahren allenthalben so gedrückt waren, eine steigende Tendenz annahmen und daß dabei in den meisten Geschäftszweigen größere Umsätze erzielt wurden. Einzelne Zweige waren so mit Aufträgen überhäuft, daß sie kaum die Geschäfte überwältigen, kaum genug Waaren und Arbeits­kräfte arbeiten konnten.

Insbesondere hat in dem vergangenen Jahr die Maschinenindustrie und das Kohlengeschäft florirt; die Textilindustrie war an der günstigen Entwicklung etwas ^niaer bethetligt, weil die Vertheuerung der Rohmaterialien nicht in gleichem Maße wieder einzubringen war. Auch die chemische Industrie hat sich gehoben. Der Handel mit Eisen war lebhaft, aber während die hei­mischen Verhältnisse auf eine Vertheuerung ein- wirkten, wurden die Preise von der auswärtigen Concurrenz gedrückt. Der Handel in Eisen nach dem Auslande litt darunter, aber lebhaft und erfolgreich blieb der einheimische Consum. Die Landwirthschaft erzielte zwar etwas bessere Getreidepreise; aber Spiritus- und Zuckerindustri« hatten über Einbußen zu klagen.

Der trotzdem vorwiegende außerordentliche wirthschaftliche Aufschwung giebt den meisten Berichten Anlaß zu der Frage, ob nicht bald ein Umschwung zu befürchten, ob nicht wieder Ueber- Production eintreten werde, ob nicht schon der Höhepunkt überschritten sei. In der fortwähren­den Gährung der Arbeiterschichten, in den zahl-

lag es wie ein ehernes Band, das ihm die Schläfen mit dumpfem Drucke zusammenpreßte.

Er hatte seine Vorbereitungen getroffen, hatte sich ein Pferd in einem Raucho vor dem Thor« bestellt.

Dort wollte er Lastenia erwarten.

Sein Herz klopfte stürmisch, wenn er daran dachte, daß er mit ihr allein in die Nacht der Wälder hinabtauchen sollte und die grünen Wogen hinter ihnen zusammenschlagen würden, wie die Wellen des unermeßlichen geheimnißvollen schreck­lichen Oceans.

Er allein mit ihr . . .

Der Gedanke war kein Glück, eher ein zuckender Schmerz in allen seinen Pulsen.

Es war ihm, als ziehe die Frau ihn in die Tiefen hinab, wo ihm Hören und Sehen, Glück und Kammer verschwände. Nur sie allein waren da und ihre Schönheit, die immer größer, immer machtvoller wurde biS auch diese zusammen- zuschrumpfen begann und nichts mehr übrig blieb nicht einmal mehr Schmerz und Reue nichts als Leere und Oede.

Er schreckte auf.

Hast Du Kopfweh?" fragte ihn seiner Schwester sanfte Stimme.

Ich glaube," sagte er wirr.

Sie waren vor ihrem Häuschen angelangt.

Lege Dich nieder. Ich muß noch hinaus ist die frische Luft."

Mann kommst Du?"