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jjmftliitr Kreisblitt.
__________Mit wöchentlicher Kratis-Keilage „Illustrirtes Anterhaltungsölatt".__________
Nr. 107. Donnerstag den 1L Scpttmber . 1890.
Amtliches
Hersfeld, den 8. September 1890.
Die Rücksendung des Verzeichnisses der Unternehmer der land- und forstwirthschaftlichen Betriebe wird hierdurch in Erinnerung gebracht und bis spätestens zum 13. d. Mts. bei Meldung von 3 M k. Strafe erwartet.
Der Vorsitzende des Sectionsvorstandes: Freiherr von Schleinitz, ä. Nr. 1050. Landrath.
Hersfeld, den 6. September 1890.
Bei der großen Wichtigkeit, welche das demnächst in Kraft tretende Gesetz über die Jnva- tdiläts- und Altersversicherung für alle davon Betroffenen hat, also Arbettgeber und Ver- sicherungspflichtige d. h. alle unselbstständtgen Arbeiter, Gehülfen, Gesellen, Lehrlinge, Betriebs- Lbeamte, Dienstboten, Handlungsgehülfen und I Lehrlinge, Personen der Schiffsbesatzung, Be- triebSuutervehmer, welche ohne Gehülfen arbeiten, Hausgewerbetreibende, ist es dringend erforderlich, daß dieselben sich zeitig mit den Bestimmungen M des Gesetzes bekannt machen.
Unter dem Titel „Wegweiser durch das Jn- r Vallditäts- und Altersversicherungsgesetz. Zum praktischen Gebrauche für Arbeitgeber und Versicherte. Im Auftrage des Berliner Magistrats bearbeitet von Dr. jur. Richard Freund, Ma- gistrats-Assessor zu Berlin* ist im Verlage von J. J. Heines, Berlin W. 35. Steglltzerstraße 12. eine Broschüre erschienen, welche aus 18 kleinen Seiten kurz und faßlich den Inhalt des Gesetzes und Alles sür die Ausführung desselben Wesent- ; liche wiedergiebt. Der Preis beträgt 30 Pf., bei Bezug von wenigstens 25 Exemplaren treten Preis-Ermäßigungen ein.
Ich empfehle allen Betheiligten dringend die
Am Fuß des Aronqnija.
EiuRoman von G. Reuter.
(Fortsetzung.)
I Röver suchte sich die Kleine, die hartnäckig über | seine Vernachlässigung schmollte, wieder geneigt zu machen, indem er ihr eine phantastische Beschreibung von den Herrlichkeiten lieferte, die ihrer in dem Walde warteten.
Sylvia fiel es plötzlich ein, daß ihr Mann niemals das Kind in seinen Briefen erwähnt hatte, und ihr Herz zog sich unter einer herben f bitteren Empfindung zusammen. Ein Fremder ! mußte ihre Munter lieben, wie der eigene Vater es gesollt hätte.
Mit Ausnahme von Sylvia und Röver war t die Karawane, welche der kleinen deutschen An- I siedelung entgegenzog, sehr vergnügt. Mr. Black chäkerte mit der neuen Schwiegertochter auf eine Weise und verfiel über die Anzeichen von t Eifersucht, die er an Bobby bemerken wollte, alle Augenblicke in ein dröhnendes Gelächter. Mrs. Black war das dankbarste Publikum für H die Witze von Sennor Flirocos — so nannte ; Dr. Flterich sich neuerdings. Dieser hatte sich der Parthte angeschlossen, um den Kompagnons die vertrauliche Mittheilung zu machen, daß ihre Eingabe wegen Errichtung einer Bahnstation in | der Nähe ihres Besitzthums in den nächsten Tagen j abschläglich beschieden werden würde. Uehrtgens
Anschaffung des Werkchens. Den Gemeinden wird von hieraus ein Exemplar zum Gebrauche zugehen.
J. A. Nr. 1145. Der Königliche Laudrath
_________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 9. September 1890.
Der Ackermann Philipp Hammer zu Htlper- hausen ist heute als Bürgermeister der dasigen Gemeinde auf die Dauer von 8 Jahren eidlich verpflichtet worden.
8490. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 9. September 1890.
Die Gemeinde - Rechnungsführer, welche zur unterzeichneten Kasse Loosholzgelder abzuführen haben, werden ersucht, dieselben wegen des monatlichen Kassenabschlusses bis spätestens den 28. d. Mts. Hier einzuzahlen.
Königliche Forstkasse. Hecker. ____
In der hiesigen Gemeinde ist unter dem Rindvieh die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen» Hilmes, den 9. September 1890.
____Der Bürgermeister Deiseroth.
Unter dem Rindvieh des Peter Bube, Heinrich Bube und Conrad Reuber dahier ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen, was hiermit veröffentlicht wird.
Wippershain, den 10. September 1890.
Der Bürgermeister D e i ß.
Gefunden: aus dem Wege zwischen Unterueu- rode und Hetmboldshausen eine Taschenuhr- Meldung des Eigenthümers bet dem Ortsvor- stand zu Hetmboldshausen._______________
Cassel, den 8. September 1890.
Bekanntmachung.
In dem Orte Lingelbach wird am 10. Sep
hatte sich Röver dieses fatale Ergebniß selbst zuzuschreiben, dachte Don Anastasto. Es war eine Verwegenheit, in einem Lande, wo die Schönheit regiert, die Schönheit zu beleidigen.
Man durchritt das wette schattenlose Thal des Goldloches. Sylvia blickte hinaus auf die Verwüstung, auf die Erdlöcher, die ungeheuren Wurzelballen, die grauen Baumgerippe.
„Dort drüben soll sich der Eingang zu der Höhle befinden,* sagte Paul und deutete mit der Reitgerte nach der Wildniß zerklüfteter, über etnandergethürmter Granttblöcke, in welche sich der Thalgrund verlor.
„Ich wollte das Loch längst einmal besichtigen. Doch hatte ich reichliche Arbeit, seit ich im Walde bin. Elfe hat von dem ausgestandenen Schrecken her eine nervöse Antipathie gegen den Ort behalten und wollte mich nicht begleiten. So kam es noch nicht dazu.*
„Verstehe Fräulein Röver vollkommen,* rief Flterich. „Auch mir ist diese Gegend gewissermaßen fatal.*
Sylvia trieb ihr Pferd an, und sprengte ein Stück das Thal hinab.
„Wollen wir hinüber und die Höhle untersuchen?* rief sie mit dem Aufblitz von übermüthiger Thatenlust, der zuweilen so reizvoll ihr gramverschletertes Wesen erhellte.
Die Gesellschaft hatte den seichten Fluß bereits durchritten und folgte der jungen Frau. Sie waren nicht allzuweit mehr von dem Oyo de oro
tember in Vereinigung mit der Postagentur daselbst eine Telegraphenanstalt mit Fernsprech- betrieb in Wirksamkeit treten.
Der Kaiserliche Ober-Postdtrector.
In Vertretung: Schreiner.
AMische Nachrichten.
Die Kaisermanöver inSchleswig-Hol- t ein verlaufen programmmäßig. Am Sonnabend var Jnspicirung der deutschen Manöverflotte durch den Kaiser, welcher sich an Bord des Panzer- chiffes „Baden* begeben hatte. Der Besichtigung olgte ein Manöver gegen einen markirten Feind, an welchem das gesammte Geschwader: 8 Panzerschiffe, 1 Kreuzerkorvette, 3 Avisos und 21 Torpedoboote, theilnahm. Während desselben hatte der Kaiser mit dem Grafen Moltke seinen Standplatz auf der Commandobrücke des Panzerschiffes „Baden*, die Kaiserin Auguste Viktoria folgte am Bord der Jacht „Hoheuzolleru*. Dem Manöver folgten noch Schießübungen. Am späten Nachmittag traf der Kaiser wieder in seinem Hauptquartier Schloß Gravenstein ein, wo am Abend Paradetafel für die Marineofficiere und alsdann großer Zapfenstreich und Illumination stattsand. Bei der Tafel sprach der Kaiser in einem Hoch auf die Marine derselben für ihre Leistungen seine vollste Anerkennung aus. Am Sonntage wurde feierlicher Feldgottesdienst abgehalten, welchem der Kaiser mit der Kaiserin beiwohnte. Mittags fand im Strandhotel zu Glücksburg eine von der Provinz gegebene Festtafel statt, bet welcher der Landtagsmarschall Graf von Reventlov-Preetz ein Hoch aus die Majestäten ausbrachte, worauf der Kaiser erwiderte: „Mein verehrtester Graf! Ich spreche Ihnen den Dank der Kaiserin und Meinen aus für die freundlichen Worte, die Wir soeben vernommen, und zu gleicher Zeit den Dank an die
entfernt. Aber der Weg über das Geröll wurde immer beschwerlicher.
Mr. Black zog seine Uhr.
„Fräulein Elfe wird mit ihrem Diener auf uns warten. Wir haben uns schon um eine Stunde verspätet. Ist etwas besonderes an der Höhle zu sehen?*
Er liebte Landparthien mit körperlichen Anstrengungen nicht sonderlich.
„Nicht das Mindeste,* rief Dr. Flierich, der von einer dunklen Angst gepeinigt wurde, die Gesellschaft könne auf irgend eine unvorher- zusehende Weise von der kläglichen Rolle, die er in diesem verwünschten Thal gespielt hatte, Kunde gewinnen.
„So lassen Sie uns gehen,* sagte Sylvia fügsam.
Aber statt ihr Thier zu wenden, sprengte sie noch einige Schritte dem, zwischen röthlichen Felsen als ein dunkler Streifen sichtbaren Eingang der Höhle entgegen.
Der weiße Sonnenglanz, der unbarmherzig die reizlose Wildheit der Landschaft enthüllte, zeichnete die Silhouette ihrer zarten Gestalt in dem schwarzen Reitkletde scharf in der klaren Luft ab. So hielt sie einen Augenblick von ihren Begleitern abgesondert auf dem staubigen Gestein, darauf ihr und ihres Thieres Schatten fiel.
„Wie öde — wie traurig,* sprach sie langsam und schauderte zusammen, als die häßlichen Geier ihr grelles Schreien erhoben.
Dann war Paul Röver an ihrer Seite und