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Hersskl-er ItrisbUtt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-WeikageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".__________

Nr. 126. Somabend den 25. Oktober 18967

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Amtlich«.

Hersfeld, den 24. October 1890.

Der auf den 30. d. Mts. in Fulda angesetzte Viehmarkt (auch Schafmarkt) ist aufgehoben. 9980. Der Königliche Landrath

greif)err von Schleinttz.

+Graf Moltkk's 90. Gkbmtstas.

Der große Feldherr, einer der drei Paladine des großen Kaisers, Feldmarschall Graf Moltke, »unser Moltke" vollendet am Sonntag sein neunzigstes Lebensjahr! Ein seltenes Alter! Der Psalmist sagt: »Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hoch kommt achtzig Jahre." Ueber diese Grenze hinaus hat Moltke weitere zehn Jahre zurückgelegt, nicht in Beschaulichkeit und Ruhe; wenn es von Einem gilt, so gilt es von Moltke, was der Psalmist weiter singt: »Und wenn das Leben köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen!"

Auf ein köstliches Leben sieht der große Feld­herr zurück! Ihm war es vergönnt, in schneller

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Kreuz und Kalömond.

Historische Erzählung von Ernst von Waldow.

_ , (Fortsetzung.)

Sir Domenico wandte sich, seinem Retter zu danken, dieser aber rief ihm, weiter eilend zu: »Leben für Leben ich vergalt nur was Du, Domenico, mir vor Kandia gethan" es war der Chevalier von Maison-Rouge.

»Um der Barmherzigkeit Gottes willen!" schrie da Barbarigo dem Davoneileuden in höchster Angst nach, »dort hinauf auf die Bresche rette den Fahnenträger es ist Dein Sohn!"

Einen Moment starrte der Chevalier, wie ge­lähmt vor Staunen, den Jugendfreund an, im Laufe tnne haltend, doch die stumme Sprache höchster Angst und dringenden Flehens, die aus Sir Domenicos Antlitz sprach, war so beredt, daß Anatole von Matson-Rouge keine Frage that ^Äfr deuten gefolgt dorthin stürmte, wo die Gefahr am grüßten war und das Banner des heiligen Markus zu sinken drohte.

Als endlich den wie Löwen kämpfenden venezianischen Kriegern gelungen war, näher zu bringen, sahen Sir Domenico's spähende Blicke nichts mehr von den wehenden goldigen Locken, der hohen Gestalt des kühnen Fahnenträgers. Andere hatten zwar das Banner des Heiligen Markus erhoben aber sie waren vielleicht über

Laufbahn wichtige Vertrauensstellungen und hohe I militairische Ehren zu erreichen, bis er in seinem

57. Lebensjahre an die Spitze des Großen Gene- ralstabs berufen wurde. In dieser Stellung, die er über dreißig Jahre bekleidete, hat er sich die größten Verdienste um den Thron, um Heer und Vaterland erworben! Die Schulung und Bil­dung des Generalstabes, welche die großen Kriegsthaten der Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 ermöglichten, waren ebenso sein Werk wie die Schlachtenpläne, welche die Truppen von Sieg zu Sieg führten. Die überraschte Welt folgte voll Bewunderung den glänzenden Erfolgen un­vergleichlicher Kriegskunst und blickte seitdem mit Ehrfurcht zu dieser Heldengestalt empor. Aber es war nicht allein der Geist, das Genie, welches ihm und seinem Vaterlande diese kostbaren Früchte in den Schooß warf. Sein Leben war Mühe und Arbeit: mit eisernem Fleiß, mit Strenge gegen sich selbst, mit sorgsamer Gewissen­haftigkeit erfüllte er seine verantwortungsvollen Pflichten und die an thu her^atretenden großen Aufgaben, und so sehr auch sein Ruhm sich ver­größerte und so große Ehrenbezeugungen ihm auch zu Theil wurden, so blieb er doch stets eine einfache, schlichte Soldatennatur. Aber der große Denker hat auch weit über den Kreis seines unmittelbaren Berufes hinaus gewirkt: Kunst und Wissenschaft fanden in ihm nicht nur einen dankbaren Bekenner, sondern auch einen eifrigen Förderer. Aus den großen Geschichts- werken des Generalstabs leuchtet auch in der Darstellung sein Geist hervor. Seine Stirn von unverwelklichen Lorbeeren umwunden, und dabei mit hoheitsvoller Bescheidenheit umgeben, so steht er schon seit Langem in dem Bewußtsein des Volkes da, und so erneuert sich auch heute an seinem Ehrentage in uns Allen das Bild von einem der größten und edelsten Söhne Deutsch­lands

die Leiche desjenigen hinweggeschritten, der diese | den Soyn an seinen und des Glaubens Femoea " " " ' rächen.

Des bewußtlosen Angelo Körper ward zuerst

in die eroberte Stadt getragen und wenn Anatole

i die Leiche desjenigen hinweggeschritten, der diese | | gefährliche Bahn zuerst betreten um es aufzu-1 pflanzen.

Er kam zu spät!" murmelte Barbarigo düster

vor sich hin.

*

*

Santa Maura war gefallen erkauft mit Strömen von Christenblut. Die Nacht hatte sich herabgesenkt und mit dunklem Schleier mitleidig so viel Elend, Schmerz und Gräuel verhüllt.

Ja der niederen Stube eines, durch die Kugeln der Belagernden halb zerstörten Hauses lag auf einem, aus mehreren Decken und Polstern her­gestellten Lager, todesmatt vom starken Blut­verlust, ein verwundeter junger Krieger.

Die Augen geschlossen, das üppige blonde Ge- lock vom Blut geröthet bot Angelo ein Bild

des Todes.

Und die beiden ergrauten Männer, die an dem Lager des Verunglückten wachten, nachdem sie sich ängstlich mit dem Arzte berathen, sie dachten jetzt nicht der alten Zeiten mit ihrem Ltebesletd und ~ ~ ~ der

Groll die Selbstsucht schwieg und selbst heiße Drang nach Rache, der den Patrizier ja. lang gepeinigt, ward gekühlt durch das Rauschen der Schwingen des Todesengels, der über Angelo's

ahre-

Lager schwebte.

Wohl war der Chevalier von Matson-Rouge zu spät gekommen, um die Streiche von dem Ge­fallenen abzuwehren, doch noch zeitig genug, um

Dkr Feier seines Geburtstages gestaltet sich zu einer nationalen Festfeier. Seit Monden sind große Vorbereitungen zu würdigen Kundgebungen im Gange: sie werden aber doch nur einen schwachen Abglanz der Dankbarkeit und Ver­ehrung bilden können, welche das Herz eines jeden Deutschen für den großen Mann erfüllt. Um so freudigeren Wiederhall hat es allenthalben gefunden, daß unser Kaiserlicher Herr selbst sich der Sorge der Veranstaltung einer würdigen Feier gewidmet hat. Auf den Wunsch des Kaisers verläßt Graf Moltke seinen Landsitz, um an seinem Ehrentage von dem Kaiser und den höchsten Spitzen des ganzen deutschen Heeres in der Reichshauptstadt begrüßt zu werden. Unser Kaiser hat aber auch für eine würdige Feier des Tages tu den Schulen gesorgt, damit der Jugend nicht nur die hohen Verdienste des greisen Feld­marschalls um die Wiederherstellung des Reichs, sondern auch die Pflichten der Dankbarkeit zu tieferem Bewußtsein gebracht werden, und diesem Beispiele folgend habe«, am' die Unterrichtsver- waltuugen der anderen deutschen Staates eisr würdige festliche Feier avgeorduet.

So tönt denn an seinem Ehrentage dem großen Schlachtendenker ein millionenfacher Glück- und Segenswunsch, verbunden mit dem Ausdruck aufrichtiger Huldigung und verehrender Bewunde- rung, entgegen. Möge Graf Moltke an diesem Tage so recht empfinden, was aller Deutschen Herzen bewegt, und möge es ihm noch lange vergönnt sein, sich der dankbaren Gesinnung zu erfreuen, welche König und Vaterland für thu beseelen.

Uolitische Nachrichten.

Se. Majestät der Kaiser empfing am Mittwoch Vormittag den Besuch Sr. K. H. des Prinzen Friedrich Leopold und erledigte darauf

von Maison-Rouge noch einen Zweifel darüber gehegt, daß Barbarigo wahr gesprochen, so würde er den Sohn erkannt haben an der Aehnlichkeit mit dessen schöner Mutter und an dem Kreuze, einem Familieukletnod der Maison-Rouge, das er von der blutüberströmten Brust des Ver­wundeten löste.

Wie entsetzlich bange und laug erschienen den beiden Wachenden die Stunden dieser Nacht! Selbst fast zum Tode erschöpft fühlten ste doch in der seelischen Erregung und Spannung die körper­liche Ermattung nicht.

Es waren zwei Bereuende, die einander gegen­über saßen, der Eine büßte alte Schuld, Verrath am Freunde begangen, der Andere bereute tief, daß er sich vom niederen Rachetriebe hatte Hin- reißen lassen, seine Lippen mit einer Lüge zu be­flecken, die so verhängnißvolle Folgen gehabt.

Leise nur und abgebrochen kamen die Worte die Geständnisse von Beider Lippen und der Chevalier erzählte wie leidenschaftliche Liebe zu der schönen Bianca Boltani ihn verleitet habe, dem Freunde die verlobte Braut abwendig zu machen und mit ihr zu fliehen, wie sie weder Glück noch Stern gehabt und von der Familie Maison-Rouge mit Abneigung ja Haß betrachtet, nirgend eine bleibende Stätte gesunden, Dex