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ersfeliikl Kreisbliitt.

Mit wöchentlicher Kratis-KeilageIllustrirtes Unterhaltungsblatt".

Nr. 144. Sonnabend den 6. Dezember

1890.

ErftrS Blatt.

Amtliches.

Hersfeld, den 1. Dezember 1890,

An Stelle des vorhiunigen Bürgermeisters Pfaff zu Ransbach ist der Ackermann Georg Fischer daselbst als Sachverständiger zur amt­lichen Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für den Gemeindebezirk Ransbach widerruflich bestellt und verpflichtet worden.

11100. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz

Hersfeld, den 3. Dezember 1890,

Der seitherige Bürgermeister Gottlieb Becker zu Heenes ist heute als solcher auf die Dauer von weiteren 8 Jabren eidlich verpflichtet worden. 11239. Der Königliche Landrath.

Ja Vertretung:

Braun, KreiSdeputirter.

Caffel, den 9. Dezember 1890.

Königliches Landrathsamt beehre ich mich unter Danksagung für die bisherigen Bemühungen ergebenst zu benachrichtigen, daß der Zwangszög­ling Louis Heinrich Günther von hier inzwischen ermittelt worden ist, weshalb ich mein Ersuchen vom 27. October 1890 II. Nr. 4191 als erledigt hierdurch zurückziehe.

Der Landes-Director: von Hundelshausen. An daS Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. I. II. Nr. 4723.

* * *

Hersfeld, den 3. Dezember 1890.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Geudarmerie des Kreises mit Bezug auf die Verfügung vom 29. October cr. Nr. 10129 (Kreisblatt Nr. 129) mitg; theilt.

11233. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Braun, KreiSdeputirter.

Gefunden: ein Regenschirm. Meldung des Etgenthümers bet dem Ortsvorstand zu Beters­hausen.

Die Interessenten der Hessischen Brandver- sicherungS-Anstalt setze ich audurch in Kenntniß, daß die Brandsteuer für das Jahr 1891 durch Beschluß des 16. Hessischen Communal-Landtages vom 22sten d. Mts. auf 16 Pfennige für je 100 Mark des Umlagekapitals festgesetzt worden ist.

Cassel am 24. November 1890.

Der Landes-Director I. A.: Dr. Knorz.

Vom 10. Dezember 1890 ab werden ge- stempelte Briefumschläge und ge­stempelte Streifbänder seitens der VerkehrSanstalten nicht mehr verkauft. Von demselben Zeitpunkte ab wird die Reichs- Postverwaltung derartige Postwerthzeichen über­haupt nicht mehr herstellen lassen und zum Verkauf bringen; dem Publikum bleibt überlassen, ungestempelte Briefumschläge und Streifbänder zu verwenden und mit den erforderlichen Frei­marken zu bekleben.

c Die am 10. Dezember 1890 noch in den Händen des Publikums befindlichen gestempelten Briefum­schläge und gestempelten Streifbänder neuerer

Art können weiter verwendet werden. Da­gegen behalten die Briefumschläge und Streif­bänder mit Werthzeichen älterer Art nur noch bis zum 31. Januar 1891 ihre Gültigkeit.

Berlin W. am 27. November 1890.

Der Staatssecretair des ReichsPostamts. von Stephan.

Wotitische Nachrichten.

Berlin, 4. Dezember. Am heutigen Vor­mittage um 83/4 Uhr kam Se. Majestät der Kaiser mitt lst Sonderzuges nach Berlin und nahm noch auf dem Bahnhöfe die persönliche Meldung des aus Altona eingeti offenen comman- direnden General des 9. Armee-Corps, Generals der Infanterie v. Leszcynski entgegen Im Königlichen Schlöffe empfing der Kaiser den Kriegsminister, General v. Kalteoborn-Ftachau, und den Major Fleck zu längerem Vorfrage und arbeitete dann mit dem Chef des Militär- Cabmets. Später empfing der Monarch den Be­such des Grafen von Meran, welcher gestern Abend zu kurzem Aufenthalte hier eingetroffen war. Gegen 11 Uhr begab sich Se. Majestät der Kaiser nach dem Cultusministerium, um au der dort stattfindenden feierlichen Eröffnung der Schul-Conferenz theilzunehmen. Nach Beendi­gung der Sitzung entsprach Se. Majestät einer Einladung des Cultusministrs zur Frühstücks­tafel. Gegen Abend gedenkt der Kaiser nach dem Muen Palais zurückzukehren und sich morgen früh 8 Uhr zur Abhaltung einer Hofjagd auf Roth- und Schwarzwild nach dem Forstrevier in der Göhrde zu begeben. Die Rückkehr wird voraussichtlich am Sonnabend Abend erfolgen.

Der Kronprinz und die Kronprin­zessin von Griechenland werden von ihrem Besuche am Kaiserlich russischen Hofe in etwa 810 Tagen in Berlin wieder eintreffen und alsdann noch einige Zeit daselbst verbleiben.

Die Leistungen infolge des Kr ankenver- sicherungs-Gesetzes betrugen bisher: Kosten für die Gewährung freier ärztlicher Be­handlung und freier Arznei 1886: 17 355895 Mk.; 1887: 18299425 Mk. und 1888: 20967658 Mk. Dazu kommen die gezahlten Krankengeld r, welche 1886: 16617034 Mk, 1887: 17624974 Mk. und 1888: 20 798 808 Mk. betrugen. ES sind also in den genannten drei Jahren rund ein« hundertdreizehn Millionen Mark als Kranken- Unterstützung verausgabt worden und das nur bei den Gemeinde-, OrtS- und Betriebskranken- lassen Hierzu kämen noch die Leistungen der Freien H-lfskaffen.

Beim Reichstage ist der Gesetzentwurf betr. die Prüfung der Läufe und Verschlüsse an Hand- feuerwaffen eingegangen.

Eine Petition umHerabsetzungder D e p e s ch e u g e b ü h r e n für die an Zeitungen gerichteten politischen und Börsen Telegramme ist dem Reichstage überreicht worden.

Aus Z a n z i b a r wird unterm 3. Dezember gemeldet: Reichscommissar v. Wiß wann und Baron Soden haben heute dem Sultau einen Besuch abgestattet. Baron Soden und der bisherige stellvertretende Reichscommissar Dr. Schmidt reifen heute mit dem französischen Post­dampfer nach Europa ab. Major v Wißmann wird noch heute seine Reise zur Jnspictrung der Küstenplätze antreten.

Die über eeische AvSwapderuns

aus dem Deutschen Reich über deutsche Häfen sowie über Antwerpen, Rotterdam und

Amsterdam betrug

in den 10 Monaten

im Monat

1890

October

9523

Januar/October

81958

1889

9409

81780

1888

9759

89711

1887

9793

9056

1886

9197

70841

1885

8999

100031

Die neue Waffe, der Dolch, wird in nächster Zeit an die Seecadetten und Kadetten der Kaiserlichen Marine zur Vertheilung gelangen. Derselbe hat die gewöhnliche Dolchform und eine Länge von ca. 50 Zentimetern einschließlich deS Griffes. Die Klinge ist damascirt und steckt in einer metallenen, broncepolirten Scheide; der Griff ist aus Knochen und trägt als Knopf eine broncene Kaiserkrone. Getragen wird die Waffe an einem nach Form der Säbelkoppel aus marine­blauer geflochtener Wollschnur hergeftellten Ge­hänge.

Das KriegSministerium hat der Ar­tillerie-Werkstatt in Spandau eine große Be­stellung auf Lieferung der neuen Armee­sättel übergcbeo, deren Einführung neuerdings beschlossen worden ist.

Dte Civilkrankenwärter der Gar - uisoulazarethe sollen fortan zum größten Theil durch militärische Krankenwärter ersetzt werden, um den gesteigerten Kriegsbedarf an technisch und militärisch geschulten Krankenwär­tern zu decken und die Uebelstände zu beseitigen, welche mit dem Vorhandensein oft großer Wärter- familieu in den Militärlazarethev verknüpft sind. Bei dem Abgang je eines CivilkrankeuwärterS - sollen demgemäß zwei militärische Krankenwärter eingestellt werden.

Der Abgeordnete Dr. W i n d t h o r st hat, mit Unterstützung von 104 Mitglieder der Centrums- froction im R e i ch S t a g e einen Antrag, be­treffend dieAufhebung deSGesetzeSüber den Orden der Gesellschaft Jesu vom 4. Juli 1872, eingebracht.

(Frankreich.) Wie die »France" meldet, läßt General S a u s s t e r ein Verzeichniß der von Ausländern in PariS gehaltenen Restaurants und Cafss anfertigen, deren Besuch nach einem Erlaß deS Kriegsministers den Osficieren und Mannschaften der Armee verboten werden soll.

(Amerika.) General Mtles, welcher die Truppen in den von den I n d i a u e r n bedrohten Gebieten befehligt, hat von dem Präsidenten Harrison uneingeschränkte Vollmacht erhalten. Auf feinen Befehl ist Buffalo Bill (Oberst Cody) aufgebrochen, um den Häuptling Silling Bull zu verhaften; eS gelang diesem jedoch, sich der drohen­den Gefahr zu entziehen. Die Geistertänze dauern fort und haben sogar an Umfang noch zugenommen. Bei Pine Rtdge haben sich 2000 Indianer versammelt und geschworen, jeden Weißen, der ihre Tänze stören wolle, zu töbten.

Aus Provinz ««d RachSargevist.

HerSfeld, 5. Dezember 1890.

Mit dem Verkauf der Versicherung-- marken für die Jnvaliditätsverftcheruug be­ginnen die Reichspoftämter laut amtlicher Be­kanntmachung am 27. Dezember. Die Der- sicherirogSmarkerr sind in Bogen zu 100 Stü<