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Hersstl-tl Kreisbllltt.

_________Mit wöchentlicher Kratis-WeilageIllugrirLes HlnterPalluugsökatt".

Nr. 147 Sonnabend den 13. Dezember^ 1890.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Berlin, den 20. November 1890.

Unter Bezugnahme auf den Runderlaß vom 14. Juli d. Js. - II. 7531 -, betreffend die Berichtigung der Strafregister, benachrichtige ich Ew. Hochwohlgeboren ergebeust, daß der Herr Jastizminister die Staatsanwaltschaften unter dem 3. d. Mts. angewiesen hat, die Formulare zu den von den Standesbeamten aufzustellenden Listen über verstorbene Personen für Rechnung der Staatskasse herstellen zu lassen und den Standesbeamten auf deren Antrag je nach Be« dürfuiß kostenfrei zu liefern.

Ew Hochwohlgeboren wollen gefälligst die Standesbeamten des dortigen Bezirks hiervon in Kenntniß setzen lassen.

Der Minister des Innern.

Im Aufträge: gez. Looemann.

An den Königlichen Regterungs-PrSstdenteu Herrn Rothe Hochwohlgeboren zu Cassel. II. 14693.

Cassel, den 29. November 1890,

Abschrift hiervon lasse ich Ew. Hochwohlgeboren unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 13. September d. I. A. II. 7606 zur Keuutnißnahme und gefälligen Benachrichtigung der Standesbe­amten auch der städtischen Bezirke ergebeust

SDer Regieruugs-Präsident. I. V.: von Pawel. An die Herrn Landräthe des Regierungsbezirks.

A. I. 11449.

* . *

HerSfeld, den 10. Dezember 1890.

Wird den Herren Standesb-amten des Kreises

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Ein weiblicher Geheimpolizist.

Original-Erzählung von Walter O.nSlow.

(Fortsetzung.)

»WaS führte Sie hierbei?*

Ich wollte Sie vom Selbstmord zurückhaltend »Sie wollten mich retten?"

»Ja."

^WaS für ein Interesse haben Sie daran?"

»DaS kann ich Ihnen nicht sagen, selbst um mir mein Leben zu erhalten" ., ,

Ein Weib tödte ich nicht! DaS wäre feige! Und doch ich will Sie nur unter einer Be­dingung verschonen."

Und diese Bedingung ist?" ,

,Mich ruft das Wasser. Schwören Sie wir beim Heiligsten, was eS für Sie giebt, daß Sie hie jemand verrathen wollen, wo ich geblieben Bin."

Sind Sie »och immer zu sterben entschlossen? _Ich bin es. Ich will spurlos verschwinden. Dies ist auch der Grund, warum ich das Wasser der Pistole vorziehe* und bei diesen Worten zog er den Revolver aus seiner Tasche uud schleuderte ihn weit hinein in die Fluth.

MHenry Wildert!" sagte sie, indem sie ihre Hand auf seinen Arm legte,Sie haben keinen Grund znm Selbstmord, ich kenne Ihr Geheimniß."

Sie tarnen mein Geheimniß?"

mit Bezug auf mein Ausschreiben vom 24. Sep­tember d. I. Nr. 8876, Kreis blatt Nr. 114, zur Nackachtung mitgetheilt.

A. 1622, Der Königliche Landrath.

In Vertretung: __Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 10. Dezember 1890.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, welche noch mit der Erledigung meiner Verfügung vom 17. October d. I. Nr. 9750, im Kreisblatt Nr. 124, Zählung des Pferde- und Rtudviebbe- standes betreffend im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 18. Dezember d. I. erinnert.

9750. Der Königliche Landrath

In Vertretung: _______________Braun, Kreisdeputirter.

HerSfeld, den 10. Dezember 1890.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, welchen in diesen Tagen Benachrichtigungen an die Gewerbetreibende» zwecks Einlösung der auf das Jahr 1891 ertheilten Wandergewerbescheive zugefertigt werden, haben solche alsbald den be­treffenden Adressaten auSzuhäudige» und den Tag der Behändiguug mir umgehend berichtlich anzvzeigen.

11063. Der Königliche Landrath.

Ja Vertretung:

Braun, Kreisdeputirter.

1. Bedingungen

zur Aufnahme von Kranken in das Hessische DiakonissenhauS.

1) Kranke ohne Unterschied der Religion und Confesston werden ausgenommen, ärztlich behandelt und treu verpflegt.

2) Von der Ausnahme sind ausgeschlossen: Krätze-, Ge­schlechts-, Pocken-, Cholera-, Flecktyphus- und Geisteskranke, sowie Sieche. Etwaige Ausnahmen bestimmt der Vorstand.

3) Die Pflege in der Anstalt soll in der Regel die Dauer von 3 Monaten nicht Übersteigen.

4) Der Aufnahne muß, dringende Fälle ausgenommen, eine schriftliche oder mündliche Anmeldung vorausgehen,

"Was meinen Sie damit?"

Ich meine das Geheimniß, welches Sie in den Tod treibt."

Wenn Sie mein Geheimniß kennen, dann wissen Sie nur zu wobl, daß mir weiter nichts übrig bleibt, als der Tod, und daß Sie mich nicht retten können.

Ich kann es doch!"

Woher und wieso sind Sie Mitwisserin meines Geheimnisses geworden?"

In späteren Tagen werde ich Ihnen daS viel­leicht einmal erzählen "

Wenn er geahnt hätte, daß sie nichts wußte, daß sie nur Zeit gewinnen wollte, um ihn wo­möglich zum Sprechen zu bringen!

Wer bist du denn, Weib?" fragte er wieder.

DaS bleibt sich gleich. Lassen Sie sich genügen, daß ich Ihr Leben retten will und Ihre Ehre. Aber jetzt seien Sie ein Mann und verlasse» Sie mit mir diesen schrecklichen Ort."

VII.

In diesem Augenblick vernahmen sie Hera»- nahende Schritte. Beide wandten sich zu gleicher Zeit um und sahen sich zwei Schutzleuten gegen­über.

Was haben Sie um diese Stunde hier zn suchen?" fragte der eine.

«Wir gehen ehe« «ach Hause," erwiderte Mary

widrigenfalls der Kranke wegen Mangels an Raum oder aus anderen Gründen zurückgewiesen werden könnte.

5) Die Aufnahmegesuche find an die Frau Oberin des DiakonifsenhauseS zu richten und find zu begleiten:

a. von einem Zeugnisse des bisherigen Arztes des Kranken;

b. von einem Garantieschein über die Zahlung der Pflegckostm.

6) für ärztliche Behandlung durch den AnstaltSarzt, Arznei und Verpflegung werden für jeden angefangenen Tag berechnet:

III. Cl. Pflege in den Krankensälen

pro Tag.....1,25 Mark,

II. El. 2 Kranke in einem Zimmer pro Tag.....2,50

I. Cl. Einzelzimmer pro Tag . 4

Wein und natürliche Brunnen sind bei den Kranken I. und II. Classe in obige Pflegesätze nicht einbegriffen. Für größere Operationen haben die Kranken dieser beiden ersten Classen den Hausarzt besonders zu honoriren.

Die Ausnahmen von obigen Pflegesätzen bestimmt der Vorstand.

7j Kinder unter 10 Jahren zahlen für den angefangenen Tag 50 Pf., resp, die Hälfte der Sätze der I. u. II. Cl.

8) Für die Mitglieder der Krankenkasse des Diakonissen- Hause« und des Dienstboten-Abonnement treten die in dem Reglement angegebenen Ermäßigungen der Pflegesätze ein.

II. Bedingungen für daS Dienstboten-Abonnement in dem Hessischen

DiakonissenhauS bei Cassel.

Das Hessische DiakonissenhauS eröffnet zur Pflege er­krankte! Dienstboten ein Abonnement unter folgenden Be­dingungen.

1) Das Abonnement lautet auf den Namen der versicherten Dienstboten und geht bei Dienstwechsel auf die nachfolgenden Dienstboten über.

2) Der Preis beträgt 3 Mark jährlich für eine Person, für jeden weiteren Dienstboten derselben Herrschaft 2 Mark mehr.

3) Dafür wird im Erkrankung-falle der Versicherte in daS DiakonissenhauS ausgenommen und bekommt alles, was er während der Dauer der Krankheit bedarf.

4) Doch darf die freie Pflege nicht länger als 10 Wochen beansprucht werden. Nach dieser Zeit ist daS gewöhnliche Pflegegeld von 1,20 Mark pro Tag zu entrichten.

5) die Aufnahme erfolgt nur auf Grund eines ärztlichen

Zuvor möchte ich jedoch um Auskunft bitten, was Sie sich noch so spät hier herumzutreiben haben?"

Hemy Wildert konnte ein Gefühl der Furcht nicht unterdrücken; er hatte die Polizei ein für allemal vermeiden wollen, war so nahe daran gewesen, den letzten Schritt zu thun, und nun hatte daS geheimnißvolle Wesen ihm zur Seite ihn in diese Lage gebracht; wenn die Schutzleute überdies entdeckten, daß unter der Maske des jungen Mannes ein Weib steckte! Während Wildert noch überlegte, was er beginnen sollte, war der Fremde zu den Polizisten getreten und lästerte ihnen einige Worte zu, uud sofort ent« ernten sich die beiden, ohne weitere Fragen zu hun.

So, nun kommen Sie mit mir,* sagte der oder vielmehr die Fremde. Henrys Neugier war aufS höchste gespannt und er beschloß, ihr zu folgen; sein zuvor so erregter, fast verwirrter Gedankeugang war durch den Reiz, welchen daS Abenteuer für ihn zu nehmen begann, in ruhigere Bahnen gelenkt worden.

Der weibliche Geheimpolizist hatte einen ge­wagten Plan entworfen und war fest entschlossen, ihn noch in dieser Nacht zur Ausführung zu bringen.

In der Verkleidung, in welcher Mary sich ge­rade befand, wurde sie in einem kleinen Hotel, ta das sie für ihre Zwecke rinzukehreu gewohnt