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Htlsseliikl Kreisblett.

__________Mit wöchentlicher Hratis-AeikageIllustrirtes Anterhaltungsblatt".

Nr. 153. Sonnabend den 27. Dezember 1890.

MMMk-LMmg.

Mit dem 1. Januar 1891 beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal er» scheinende

Hrrsfeldrr Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Illustrirtes Unterhaltmigs-Blatt".

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Die Expedition.

Amtliches.

1. der Lohgerberzunft zu Hersfeld,

2. der Tuchmacherzunft daselbst,

3. der Sattlerzunft daselbst,

4. der Küferzunft daselbst angeordnet hat, da dieselben ungeachtet der an sie ergangenen Aufforderung, die Umgestaltung ihrer Verfassung nach den Bestimmungen des Artikels I a. a. 0. binnen der ihnen gestellten Frist nicht bewirkt haben.

11604. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n S ch l e i n t tz.

HerSfeld, den 22. Dezember 1890.

Auf Ansuchen des SchornsteinfegermetsterS George Pfaff zu Niederaula ist dessen Gehülfe H e i n r i ch K u n z als Stellvertreter desselben für Verhinderungsfälle bestellt worden.

11693. Der Königliche Laudrath

Freiherr von S ch l e t n i tz.

HerSfeld, den 23. Dezember 1890.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß ge­bracht, daß der Herr Minister Jür Handel und Gewerbe durch Erlaß vom 17. v. Mts. auf Grund des Artikels III. des GesetzeS vom 18. Juli 1881, betreffend die Abänderung der Ge­werbeordnung die Schließung

Gefunden: 1) eine Zuckerrübengabel, 2) eine Kreuzhacke, 3) eine Pferdedecke. Meldung der Eigenthümer bet dem Ortsvorstaude zu BeierS- hausen.

Das Königliche Landrathsamt in HerSfeld wird hiermit davon benachrichtigt, daß unter dem Rindviehbestaude des Johs. Koch und deS Heinrich Krug hier die Maul- und Klauenseuche ausge» brochen ist.

Dermbach, den 23. Dezember 1890.

Der Großherzoglich S. Bezirksdirector.

* * *

Hersfeld, den 24. Dezember 1890. Wird veröffentlicht.

11883. Der Königliche Landrath

Freiherr vonSchleinitz.

| Können die nach preußischem Recht vorgeschriebenen Gesindedienstbücher als Bescheinigungen im Sinne des §. 161 des Jnvaliditäts- und Altersversiche- rungsgesetzes angesehen werden?

Die vorstehende Frage ist bisher in der Presse verschieden beantwortet worden. Während z. B. ein in Nr. 280 des Deutschen Retchs-AnzetgerS veröffentlichter Artikel die Frage bejaht, hat eine in der zweiten Beilage der Nr. 283 deS genannten Blattes veröffentlichte Mittheilung den entgegen­gesetzten Standpunkt eingenommen.

Inzwischen hat sich der Vorstand einer Juva- liditäts- und AlterSversicherungSanstalt mit Rück­sicht auf diese widersprechenden Ausführungen an das ReichSversicherungSamt gewendet und eine Aeußerung desselben in dieser Angelegenheit er­beten. Das ReichS-BerstchemugSamt hat dem Vernehmen nach die in Nr. 283 des Deutschen Reichs-Anzeigers vertretene Auffassung, wonach die Dienstbücher alS solche alS Bescheinigungen im Sinne des §. 161 deS Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes nicht ohne weiteres anzusehen sind, für zutreffend erklärt. DaS Reichs-Versicherungsamt hat dabei hervorgehoben, daß sowohl die Bestimmungen deS §. 161 wie auch die Vorschriften der unter dem 20. Februar 1890 erlassenen preußischen Anweisung zur Aus­führung der §§. 18, 138, 156 bis 161 des In- validitäts- und AltersversicherungSgesetzes davon ausgehen, daß die Nachweise über die vorgesetz- liche Beschäftigung entweder durch zu diesem Zwecke besonders beschaffte, den in der Anwei­sung empfohlenen Mustern entsprechende Beschei­nigungen der unteren Verwaltungsbehörden oder durch beglaubigte Bescheinigungen der einzelnen Arbeitgeber zu führen sind. Im Einzelnen heißt

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Em weiblicher Geheimpolizist.

Original-Erzählung von Walter OnSlwo.

S« £ 20 ÄW Harrington und Robertson.

»Wie ich höre, wünschen Sie einige Obligationen zu verkaufen," begann Harrington leicht hin, als handle es sich um die gleichgültigste Sache von der Welt.

,3a, unter bestimmten Bedingungen."

»Und diese sind?"

»Daß ich vor allem wissen muß, an wen diese Papiere verkauft werden sollen."

»An einen Mann, auf den wir unS absolut Verlassen können."

»Wer ist dieser Mann?"

»Er heißt Smith."

»Smith?" Doch nicht der Bankier Smith."

»Derselbe."

Robertson schien überrascht; er kannte diesen Swith nur als einen Mann von äußerster Ehr­barkeit, dessen Renommee geschäftlich wie persön­lich daS beste war.

»Sie wollen doch nicht saaen, daß sich Smith i» faule Geschichten einläßt?"

»Nur in solche. Zuweilen macht er glatte Ge» schäfte als Aushängeschild."

»Gut. Also weiter. Sie wissen genau, von wem Sie die Obligationen gekauft haben?"

Selbstverständlich? Von Henry Wildert."

Werden Sie daS beweisen können?"

Ich werde dafür Sorge tragen I" antwortete Harrington mit einem verschmitzten Lächeln.

Dann beriethen sich die beiden noch eine halbe Stunde lang und Robertson schied beruhigt von seinem Helfershelfer, nachdem ihm letzterer noch versichert hatte, daß er in solchen Sachen genügend Erfahrung habe. , ,

Einige Augenblicke später verließen auch die Vier auf Nr. 19 das Hotel.

XIII.

Am Tage nach obigen Vorgängen stattete Robertson Julia Harrington wieder einen Besuch ab. Nie betrat er das Haus ohne Mißtrauen, denn seine eifersüchtig angelegte Natur ließ ihn stets Verrath von Seiten der Geliebten befürchten. Als er den langen Corridor der großen Wohnung passirte, spionirte er da und dort herum und horchte auch an verschiedenen Thüren. ~

In einem kleinen Zimmer, das der Jungfer tags über zum Aufenthalt diente, und daS an die Wohnzimmer Julias stieß, saß Luete und schrieb. Dieser Umstand, so geringfügig er auch an und für sich war, erregte daS Mißtrauen des geängstigt«» Mannes. Er schlich des Corridor

entlang um eine Thür weiter und betrat den Salon, welcher an daS Zimmerchen grenzte, in welchem Luete sich aufhlelt, um ihrer Herrin möglichst nahe zu sein. Der Salon war augen­blicklich leer und die Thür zu LucieS Zimmer stand auf. Geräuschlos wie eine Katze trat Robertson näher; ein in Julias Schreibtisch liegendes Opernglas half ihm, wenn auch mühsam ein paar Worte entziffern. DaS Mädchen bot ihm den Rücken, noch ein paar Schritte trat er näher ja, er hatte sich nicht getäuscht, waS sie schrieb war englisch!

So war also sein ursprüngliches Mißtraue» der angeblichen Französin gegenüber gerecht­fertigt gewesen: sie hinterging ihre Herrschaft. Robertson begab sich wieder tu deu Corrtdor, indem er sich vornahm, durch die audere Thür offen vor Lncte hinzutreteu und sie iuS Gebet zu nehmen.

Ehe er seinen Vorsatz auSführen konnte, trat Luete auf deu Corridor. Sie sang heiter ei« französisches Liedchen vor sich hin. AlS sie sich plötzlich Robertson gegenüber befand, stieß sie einen leichten Schrei aus und blieb wie in größter Verwirrung vor ihm stehen, die be­schriebene Seite in den Falten ihres SchürzchenS zu verbergeu suchend.

»Was haben Sie denn da?" fragte er fit barsch. '