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Herssel-tl Kttisblatt.

Mit wöckmttiHer Kratis-AeilageHilugrirtes Mnteröaltungsklatt".

Nr. 149.

Dienttaq den 15. Dezember

1X91.

Amtliches.

Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Anstalt Hessen-Nassau.

Cassel, den 8 Dezember 1891.

Nach den Berichten unserer Kontrolbeamien soll )et den einzelnen QuittungSkarten-Ausgabestellen owobl, wie bei Arbeitgebern und Versicherten, ehr häufig die irrige Ansicht vertreten sein, daß »er Umtausch und die Einsendung der Quittungs- Arten in allen Fällen alSbald nach dem bevor» lebenden Jahresschlüsse, und zwar auch dann tattznfinden habe, wnn bis dahin sämmtliche Markenfelder in den Quittungskarten noch nicht mit Beitragsmarken gefüllt seien.

Euer Hochwohlgeboren erlauben wir unS daher ganz ergebenst zu ersuchen, durch Bekanntmachung in dem dortigen Kreisblatt oder sonstigem amt- lichem Blatte demgemäß die Ausgabestell en deS dortigen Bezirks sehr gefälligst:

1) darauf aufmerksam zu machen, daß der Um- tausch der Quittvvgskarteu.mtt ^LM Jahres­schlüsse an sich in einem ursächlichen Zu- sammenhauge nicht steht, vielmehr die einzelnen Quittung starten ohne Rücksicht auf den Jahresschluß in der Regel erst dann umzu- tauschen sind, wenn in diesen ein­zelnen Karten sämmtliche Marken- selber mit Beitragsmarken beklebt sind,

(Ziffer 11 der ministeriellen Anweisung vom 17. October 1890, Seite 125 des braunen Buches), sowie auch

2) dahin anzuweisen, daß sie die hiernach umge- tauschten Quittungskarten zunächst zu sammeln und demnächst, jedoch nicht vor dem 1 Februar k. Js., uns einzureichen haben. Der Vorstand: Dr. Schroeder.

An sämmtliche Herren Königlichen Lundräthe der

Staub!

Roman aus der Gegenwart von Zoe von Reuß.

(Schluß)

Das Gespräch war bald im Gange. Frau von Flechsen hatte mancherlei zu berichten, in ihrem gastfreien Hause, wo sich die verschiedenartigsten Menschen zusammeusanden, wurden natürlich auch die TageSneuigkeiten gelegentlich erzählt und besprochen. Und gerade die letzten Wochen hatten fast kaleidoskopartig Freud und Leid gebracht. Die Verlobung des jungen Hauptmanns mit seiner alten Liebe Lilli Volten und der Ankauf deS StammguteS Horsten, seitens Adelaides, waren die willkommenen Tagesereignisse.3$ gebe mich der Hoffnung hin, daß der für Horsten gezahlte Preis dem jungen Hauptmann die Heirath er­möglicht hat," schloß Frau von Flechsen.Er kann nun seinen Verbindlichkeiten nachkommen und die pflichtmäßige Versicherung der Schulden- freiheit geben. Für das nothwendige Commiß- vermögen kann und mag der Vater der niedlichen Braut sorgen. Auch ist es mir sehr angenehm, bet meiner sommerlichen Anwesenheit in Horsten die Gesellschaft des alten Barons und seiner Frau zu genießen. Während die Kinder, Spröß­linge einer neuen Zeit, in der Welt umherge- wirbelt werden, mögen die Eltern ihre geliebte

Provinz Hessen-Nassau und Fürstlichen KreiS- amtwänner deS FürstenthumS Waldeck.

Nr. 22313 V. A.

* * *

Hersfeld, den 11. Dezember 1891.

Wird den Herren Ortsvorständeu des KreiseS zur Nachachtung mitgetheilt.

Der Königliche Lavdrath.

In Vertretung:

12358. Braun, Kreisdeprrtirter.

Iolitische Wachrichte«.

Se. Majestät der Kaiser wohnte am Sonn­tag in Remplin den Vermählungsfeierlichkeiten des Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg mit der Herzogin Helena von Mecklenburg-Strelitz bei. Nachmittags begab sich der Kaiser nach Schwerin, um der Großherzogin-Mutter von Mecklenburg- Schwerin einen Besuch abzustatten. Am Montag gedachte der Kaiser nach sretttn zu fahren, um dort dem Stapellaufe ein«,» großen Kriegsschiffs beizuwohnen.

Se. Majestät der Kaiser hat die Einladung des dänischen KönigSpaares zu dessen goldener Hochzettsseter angenommen.

[Die finanzielle Wirkung der HandelS - Verträge.] Die Menge derGesammteinfuhr in denjenigen Artikeln, für welche die Zollsätze in dem deutsch-österretchisch-ungarischen Verträge er- mäßigt sind, hat im Durchschnitt der drei Jahre 1888/90 der Reichskasse einen Zollertrag von rund 145 WtH Mk. geliefert. Würden künftig gleich große Mengen eingehen und würden die neuen niedrigeren Zollsätze unterschiedslos für alle Grenzen und Waaren jeder Herkunft gelten, so ergäbe sich nur ein Zollertrag von 110 Millionen Mark d. H.35 Millionen Mark weniger als bisher. Indessen die zweite Voraussetzung Verallge­meinerung der Vertragssätze trefft nicht zu.

ländliche Ruhe weiterpflegen, bis sie dereinst in die Crypta der alten Dorfkirche zu ihren Ahnen übersiedeln .... Nur leider ist die Verlobungs­zeit für Axel von Horsten schwer getrübt durch den Tod seiner Schwester Paula. Sie starb am Gardasee die heiße, flackernde Flamme ver­zehrte den schwachen Docht zu rasch. Hoffentlich bietet die kleine L'lli Veiten der Familie Ersatz. Aus dem Alten erblüht das Neue, Bessere . . . ."

Werner Flittner schien zerstreut und mit sich beschäftigt und hörte vermuthlich gar nicht mehr auf Adelaides Neuigkeiten. Denn er frug sprung- hafti:W ssen Sie auch, Adelaide, daß unsere Freundschaft nun bereits in das vierte Jahr eingetreten ist? ... . Ihre Calypso müßte ihrer Nervosität wegen noch nachträglich in Gold ge­faßt werden!"

Adelaide lächelte als Antwort zustimmend.

Werner erzählte nun von dem Entschluß des Freundes, Clara heirathen und mit ihr ins Ausland gehen zu wollen. Er ließ den Muth gelten, der ihn stark mache, dem Gerede der Menschen zu trotzen, in der Ueberzeugung von Claras Sinnesänderung. An diese Nachricht schloß sich nicht sehr geschickt die Mittheilung, die ihn ursprünglich heute zu ihr geführt hatte.

Frau von Flechsen erbleichte sichtlich.Ich ahne Sie gehen auf immer!" sagte sie endlich überzeugt.So muß ich auch Sie zu den Todten I betten? War auch dies Glück nur ein Traum V"

Es werden nur die Artikel derjenigen Staaten die Vergünstigung genießen, mit denen wir im Verhältniß der Meistbegünstigung stehen. Der Zollertrag der Einfuhr aus meistbegünstigten Ländern in den Artikeln, für die neben den autonomen Sätzen Beitragssätze abgemacht sind, war im Durchschnitt der Jahre 1888/90 rund 75 Millionen Mark und ist für künftig bei gleichen Mengen nach den neuen Sätzen auf 59 Millionen Mark zu berechnen. Hiernach würde sich also ein AuSfall für die Relchdkafse von rund 16 Millionen Mark ergeben. In wie weit sich dieser Ausfall durch größere Meneu der Einfuhr vermindern wird, läßt sich kaum annähernd genau vorher be­rechnen. Daß sich bsr Verkehr unter den Vertrags- staaten möglichst heben soll, liegt ja im Zweck von Tarifverträgen.

ES hat sich jetzt auS den verschiedenen Parteien eine freie Kommission gebildet, um die Novelle zum Kranken lass engesetz für die dritte Lesung vorzubereiten. Man hofft dadurch die dritte Lesung der Novelle nach den Weihnachts- ferteu zu einem raschen Abschluß bringen zu können.

Die b a y e r i s ch e Regierung brächte zwei Ge- setzeutwürfe betr. Forderunaen für Eisenbahnzwecke ein: eine Forderung von 20 Millionen Mark für größere Umbauten an Bahnhöfen und zur Errich­tung einer vierten Centralwerkstätte in Weiden: eine Forderung von 16 Millionen Mark für 16 neue Lokalbahnen.

Die Aasprägung an Reichs münzen im Monat November stellten sich an Goldmünzen auf 12 253 680 Mk. in Doppelkronen, an Silbermünzeu auf 582100 Mark in Fünfmarkstücken, auf 1200 300 Mark in Zweimarkstücken, an Kupfer­münzen auf 2245,11 Mk. tu Einpfennigstücken. Davon toarb n die Goldmünzen und der größte Theil der Zweimarkstücke in Berlin, der R st der Zweimarkstücke in der Maldener Hütte, der

setzte sie von schmerzlichen Gefühlen hingerissen hinzu.Alles, alles Vergänglichkeit, Staub ?

ES giebt Augenblicke, welche plötzlich reifen, was die Jahre versäumt haben. Werner war eingetreten in solchen Augenblick. Und mit der Reinheit seines Charakters und der Klarheit seines Gefühls empfand er ihn ganz.Könnten Sie sich entschließen, mein Weib zu werden, Adelaide?" frug er fest und zaghaft zugleich. Willst Du wirklich mein werden, Geliebte, daS Weib eines Mannes, der sich, alternd und mühsam, den verlorenen Lebenspfad wieder sucht?"

Ob ich w i l l! Böser Mann, siehst Du nicht, daß ich m u ß? . . . . Oder glaubst Du nicht au die Kraft der Liebe? Du bist ein Philosoph, in vielen Dingen ein Pessimist" sie stockte plötzlich. '

Werner verstand sie ohne Worte.Ja, auch unsere Liebe wird Staub sein! Wir lernen schon htenieden eingehen in daS All, in welches wir einst aufgeheu!" sagte er gedankenvoll . . . . Aber steh dort jene glänzenden Staubatome, Geliebte, in denen sich die Sonne spiegelt," fuhr er fort, indem er auf eine langgestreckte, schräge Staubsäule deutete, welche die durch die Fenster des Glashauses blickende Frühlingssonne zur Er­scheinung brächte.Sieh! wie die Sonnen­stäubchen flimmern, glitzern, funkeln! Auch sie sind Erdenstaub, aber die Sonnenstrahlen ver­klären sie zu leuchtenden Diamanten! Nun, ich