Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnement-Preis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel.

Postaufschlag.

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzetle 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechend-r Rabatt.

Hersstl-tl IttisMatl

Mit wöchmtlicher Kratis-AeilageIllugrirtes Auterhaltaugsblatt".

Rr. 27. Donnerstag dm 3. März 1882.

Amtliches.

Verzeichniß der in der Zeit vom 23. Dezember 1891 bis Ende Februar 1892 ausgestellten Jagdscheine.

Der Jagdscheins-Jnhaber:

Der Ausstellung

Der Jagdscheins-Jnhaber:

Der Ausstellung

Namen.

Wohnort.

Jahr Monat

Tag

Namen.

Wohnort.

Jahr

Monat

Tag

150

Müller, Karl Friedrich, stud.

Hersfeld

1891 Dezbr.

23.

1 Jahr

164

Schulz, Forstaufseher

Herfa

1892

Jan.

13.

1 Jahr

jur.

165

Kehl, George

Goßmannsrode

//

n

20.

151

Diels, Forstmeister

do.

" //

28.

//

166

Richard, Wilhelm

Willingshain

//

tt

//

152

Kehr, Robert, Vers.-Jnsp.

do.

tf //

//

167

Volkenand, Ernst, Landwirth

Bengendorf

//

tt

28.

153

Becker, Adam, Zimmermstr.

Mengshausen

// //

//

168

Bieder, Andreas, Landwirth

Kerspenhausen

Febr.

11.

154

Roll, Adam, Landwirth

Meisebach

//

169

Rüger, Heinrich Burghard,

Unterweisen-

//

ff

12. (

st

155

Braun, Georg, )M.

Hersfeld

// "

ff

Landwirth

born

156

Freyse, Georg

Bingartes

" //

ff

170

Herbst, Nicolaus, Pflasterer

Kalkobes

st

st

157

Rumpel, Forstassessor

Niederaula

30.

ff

171

Nußbaum, Georg, Landwirth

Kerspenhausen

ff

tt

tt

158

Wolff, Hermann, Rentier

Hersfeld

1892 Jan.

5.

//

172

Hebeler, Georg, Korbmacher

Heringen

tf

tt

16.

tf

159

Gestrich, Förster

Hilmes

,,

8.

//

173

Rudolf, Friedrich, Landwirth

do.

fl

tt

n

160

Wenk, Forstaufseher

Hillartshausen

//

//

174

Faber, Forstmeister

Friedewald

//

tt

27.

ff

161

Studenroth, Forstaufseher

Friedewald

! // //

//

tt

175

Röder, Förster

do. v

ff

162

Kleinkauf, Christoph

Ludwig«aumühle

// //

//

tt

176

Wagner, Förster

do.

tf

ff

163

Caselitz, Herm., Zahntechniker

Hersseld

9.

st

Aufgestellt, Hersfeld, am 29. Februar 1892.

Der Königliche Landrath. In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter.

Aus dem Reichstag.

Berlin, 29. Februar. Im Verlaufe der heutigen Sitzung der Reichstage« nahm bei Berathung der einmaligen Aus­gaben des Etats der Marineverwaltung zunächst Reichskanzler Graf v. Caprivi Veranlassung, dem Reichstage zur noch­maligen Erwägung zu empfehlen, ob die von der Budget­kommission beantragten Verschiebungen in der^ Bewilligungen für Schiff-bauten aufrecht zu erhalten seien, insbesondere, ob es mit Rücksicht auf den demVulkan" in Stettin in Aus­sicht gestellten Bau des Schiffe«, sowie auf die event, zu be­fürchtende Arbeitslosigkeit, nicht angezeigt erscheine, die für den Bau der Kreuzer-Korvette K geforderte erste Rate von 2 000 000 Mk. schon in diesem, statt im folgenden Jahre zu

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Der Schein trügt.

Eine wahre Geschichte, erzählt von E. v. Waldow.

(Fortsetzung.)

»Allerdings darf man wissen. Meinen Sie etwa, daß die Leute denken sollen, eS wäre nichts daran oder Ihr Freund, wir suchten unS über sein Ausbleiben durch - Illusionen zu trösten? Gott bewahre! Sie werden zwar den Herrn Bräutigam nicht kennen.*

»Wer weiß, ich bin wett umher gekommen und kenne manchen hohen Herrn vom König Kamea- Mea zu Honolulu an bis zum ESkimo-Häuptling Tultt auf Grönland, also wäre eS doch möglich.*

»Ich zweifle,* sprach die Hofräthin gering, schätzend, denn die Probe von SteruanS hohen Bekanntschaften imponierte ihr keineswegs, »ich zweifle! ES ist Se. Erlaucht der Herr Graf von LichtenfelS!*

»Unmöglich!* rief Sternau überrascht. Die Hofräthin erwiderte diesen AuSruf nur mit einem Blick unendlicher Verachtung, dann fuhr sie ge­reizt fort: »ES ist freilich eine ausgezeichnete Partie; aber man ist denn doch auch nicht von heute und gestern ich habe zwar einem Bürger« lichen meine Hand gereicht und meine Ahnen mögen sich deshalb im Sarge umgedreht haben aber darum brauchen Sie Ihre Verwunderung, daß meine Elisa die Braut einer Erlaucht ist, denn doch nicht so gar offen auSzusprecheu.*

bewilligen. Abg. Graf Ballestrem erklärte, daß seine politischen Freunde die von dem Herrn Reichskanzler für die Bewilligung dargelegten Gründe bis zur dritten Lesung in Erwägung ziehen und deshalb heute noch kein definitives Votum abgeben würden. Abg. Jebsen erklärt sich für die Bewilligung der 2 000 000 Mk. als erste Rate für den Bau der Kreuzer­korvette K, Abg. Rickert weist darauf hin, daß die Marine- Verwaltung, wenn der Reichstag den Beschlüssen der Kommission zustimme, zusammen mit den bereit« bewilligten, aber noch nicht verwendeten Mitteln, im Ganzen 32 Millionen für dieses Jahr zur Verfügung haben werde. Er mißbilligt den über­stürzten Schiffbau, kann auch grundsätzlich nicht billigen, daß da« Reich lediglich im Interesse der Privatindustrie Be­willigungen machen solle. Abg. Hahn konstatirt, daß er in

Sternau lächelte. »Lassen Sie mich nur ein wenig zu Athem gelangen, meine Gnädigste! Sie sehen mich wirklich im höchsten Grade überrascht, und ich habe nöthig, mich zu sammeln. Denken Sie ja nichts BöseS von meinem Zweifel ich bin mit der gräflichen Familie, die Sie nannten, sehr genau bekannt, und erlaube mir die Frage: »Ist der Verlobte Ihrer Fräulein Tochter Graf Max, der jetzt zur Kur in Teplitz weilt?*

Der Hofräthin Aerger verwandelte sich iu Erstaunen. »Sie mit den Lichteufelsen bekannt und so familiär? Ja wohl, mein Herr, der« selbe: Graf Maximilian.*

Sternau wurde sehr ernst. »Verzeihung, gnädige Frau,* sprach er nach kurzer Pause, »hier muß ein Irrthum obwalten, eine Personenverwechselung gestatten Sie mir*

In diesem Augenblicke wurde die Thür hastig geöffnet, und EltsenS elegante Gestalt erschien auf der Schwelle.

Die Hofräthin machte sich nicht klar, was eS für ein Gefühl war, welches ihr die Brust zu- sammenpreßte. unwillkürlich rief ste aber beim Anblick der Tochter: »Gott sei Dank, da bist du ja!*

Elisabeth, die nicht wie ihre Mutter so leicht die Fassung verlor, erwiderte nichts und warf nur einen fragenden Blick auf Sternau, der sich zur Begrüßung der jungen Dame erhoben hatte und sie seinerseits auch ziemlich forschend und mit Jatereffe betrachtete.

Uebereinstimmung mit seinen Freunden in der Kommission für die Kreuzerkorvette K sowohl, wie für den ebenfall« ge­strichenen Aviso H (Titel 19) gestimmt habe, und tritt im Uebrigen der Argumentation der Vorredner« durchweg ent­gegen. Nachdem dann die Abgg. Haerle und Richter ihre Gründe für Ablehnung der Kreuzerkorvette K ausführlich dargelegt, hebt Abg. Dr. v. Bennigsen die handel«poliüschen Aufgaben unserer Flotte hervor. Was die Korvette K be­treffe, so komme eS lediglich darauf an, ob der Bau noch auf ein oder höchstens zwei Jahre verschoben werden solle. Wenn man sich auch bis zur dritten Lesung entschließen werde, die Korvette K zu bewilligen, blieben die von der Kommission | beantragten Abstriche noch recht umfangreich. Auch die Rück- I sichten auf denVulkan" hält dieser Redner nach Lage der

Die Hofräthin verstand jetzt und sprach vor« stellend: »Meine Tochter Elisa Herr Sternau, der Abgesandte deS Vetter Hubenstein.*

Elisabeth verneigte sich voruebm gemessen unb sprach zu Sternau gewendet: »Sie wollen unS einen Moment entschuldigen einige unauf« schiebliche Arrangements beanspruchen unS für wenige Minuten, meine Kousine Marie wird die Güte haben, Ihnen indessen Gesellschaft zu leisten.*

Sternau stammelte einige entschuldigende Worte, während die Hofräthin auf einen Wink der Tochter dieser in daS anstoßende Zimmer folgte.

Hier sprach Elisa hastig: »Die Gräfin war nicht zu Hause, der Graf auch nicht nur die unausstehliche Gesellschafterin. Ich mußte ihr wohl oder übel meine Einladung anbringen. Die malitiöse Person versicherte, die Durchlaucht hätte unsere Wohnung sehr lauge gesucht, weil du als Adresse eine Hofräthin von Hartenberg angegeben hättest. Mama, ich begreife dich nicht!*

Die Hofräthin erröthete. »Ach waS, tu Oester« reich behält die Frau immer ihren Adel, wenn der Mann auch bürgerlich ist, und da hab' ich mein »von* vom Hubenstein genommen und zum Hartenberg gefetzt was mehr!*

»Lassen wir daS jetzt, und in Zukunft richte dich doch lieber ganz nach meinen Vorschriften, du verdirbst ja alles,* erwiderte Elisa und fügte beklommen hinzu: »Ach Gott, Mama, wenn ich an daS malitiöse Gesicht der Person denke, so bekomme ich jedesmal ein banges Gefühl wie