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Htlssel-er IrrisMett.

__________Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllukirirtes Auterhaltungsklatt".__________

Rr. SO. Sonnabend den 21. Mai 1892.

Erstes Statt

Amtliches.

Berlin, den 17. April 1892.

In Anlaß eines SpezialfalleS, in welchem ein Preußisches Standesamt ein Eheaufgebot in einer ausländischen Zeitung veröffentlicht hat, die nach einer mir zugegaugenen amtlichen Mitthei­lung der sogenannten Skandalpresse angehört, ersuche ich das Königliche Oberprästdium ganz ergebeust, die Standesbeamten durch Vermittelung der Nachgeordneten Aufsichtsbehörden darauf gefälligst hinzuweisen, daß es sich empfiehlt, bet der Wahl ausländischer Blätter für amtliche Bekanntmachungen konsularische Vermittelung in allen denjenigen Fällen in Anspruch zu nehmen, wo dem Standesbeamten die betreffenden Ver­hältnisse nicht selbst bekannt sind.

Der Minister des Innern, aez. Herrfurth.

Au das Königliche Oberprästdium zu Eassel I A. 3607.

* *

Eassel, den 23. April 1892.

Abschrift erhalten Ew. Hochwohlgeboren zur gefälligen weiteren Veranlassung ergebeust.

Königliches Ober-Präsidium.

In Vertretung: gez. Polen.

Au den Königlichen Regierungs-Präsidenten, Herrn Rothe, Hochwohlgeboren hier. Nr. 2378.

Cassel, am 7. Mai 1892.

In Abschrift zur gefälligen Keuutuißnahme und Mittheilung au die Standesbeamten.

Der RegieruugS-Prästdent. Rothe.

Au die Königlichen Herrn Laudräthe, die Herrn Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte im Regierungsbezirk. A I 4759.

* * *

Hersfeld, den 18. Mai 1892.

Wird den Standesbeamten des Kreises zur Nachachtuug mitgetheilt.

A. Nr. 790. Der Königliche Laudrath Freiherr von Schleinitz.

~ Hersfeld, den 16. Mai 1892.

Der Vtzebürgermeister HeinrichSchmerer zu Frielingeu ist als Bürgermeister der dastgen Gemeinde auf die Dauer von 8 Jahren gewählt und heute als solcher eidlich verpflichtet worden. J A Nr. 714. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Unter dem Rindvtehbestaude deS Kammerguts- Pächter Schwabe in Buttlar ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Dermbach, am 16. Mai 1892.

Der Großherzoglich S. Bezirksdirektor.

* * *

Herifeld, deu 19. Mai 1892.

Wird veröffentlicht.

J. 3347. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Uolitische Nachrichten.

B e r l i n, 19. Mai. Se. Majestät der K a i s e r erfreut sich, nach den zuletzt hierher gelangten Nachrichten, trotz der außergewöhnlichen An­strengungen der letztvergaugenen Reise- und Fest­tage, deS allerbesten Wohlbefindens. Die

I Festtage in Dauzig haben am Dienstag Abend mit einer prachtvollen Illumination der Stadt und Umgegend ihr Ende erreicht, welche Se. Ma­jestät der Kaiser nach Aufhebung der Tafel beim Oberpräsidenten Staatsmtnister v. Goßler, auf einer Umfahrt persönlich in Augenschein nahm. Auf dem herrlich erleuchteten Wafferwege begab sich Se. Majestät alsdann zurück nach der Jacht »Hohenzollern* und übernachtete au Bord der­selben. - Am Mittwoch früh hat Se. Majestät mit den Herren seiner Begleitung auf der Weichsel mittels des Regierungsdampfers sich zunächst bis Siedlersfähre begeben, um daselbst den Durchstich in Augenschein zu nehmen. Mittags erfolgte dann auf der Weichsel die Weiterfahrt bis Dirschau, woselbst die Ankunft Nachmittags um 2 Uhr stattfand. Nach einem Aufenthalte von nur wenigen Minuten reiste Se. Majestät mit den Herren seiner nächsten Umgebung mittels Sonderzuges zunächst erst nach Marienburg weiter. Um 3 Uhr 50 Min. erfolgte alsdann die Weiter­reise mittels Sonderzuges von Marienburg nach Schlobitten, woselbst Se. Majestät zur Abhaltung von Jagden einige Tage zu bleiben gedenkt Ueber die ferneren ReisediSpositiooeu von Schlo­bitten aus sind dem Vernehmen nach bis znr Stunde nähere Bestimmungen noch nicht getroffen worden. Doch dürfte Se. Majestät kaum vor dem 28. d. M. nach Berlin bezw. dem Neuen Palais zurückkehren.

S ch l o b i t t e n, 19. Mai. Se. Majestät der Kaiser fuhr gestern Abend und heute früh mit dem Vize-Oberjägermeister Grafen Richard zu Dohna zur Pürschjagd. Schloß und Dorf Schlobitten waren gestern Abend prächtig illvmt- uirt. Heute findet im Schlöffe eine größere Fest­tafel statt.

Sicherem Vernehmen nach wird dieKönigin - R e g e u t i n der Niederlande mit der jugendlichen Königin am 30. Mai in Berlin ein- treffen und bis zum 2. Juni dort verbleiben. Am 6. Juni dürfte dann das italienische Königspaar zu mehrtägigem Besuch dort­selbst zu erwarten sein.

DerPol. Korr." zufolge wird sich der Köuig von Italien entweder auf der Hinreise nach Berlin oder auf der Rückreise von dort einige Stunden in Frankfurt aufhalten, um das dort stationirte 1. Hessische Husarenregiment Nr. 13, dessen Chef der König ist, zu besichtigen.

Die Commission des Abgeordnetenhauses für den Gesetzentwurf betr. die Geheimhaltung derErgebnisse der Veranlagung zur Staatseinkommensteuer empfiehlt die Annahme des Entwurfs mit einigen Ergänzungen, mit dem sich der Finanzminister einverstanden erklärt hat.

Wie aus der jetzt zur Veröffentlichung gelangenden Mit­theilungen der internationalen kriminalistischen Vereinigung ersichtlich, einigte sich die vorige Jahres­versammlung (in Christiania gehalten am 25. bis 27. August) hinsichtlich der Regelung der Geldstrafe auf folgende Punkte: 1. Eine zweckentsprechende Regelung der Geldstrafe vorausgesetzt, ist der Gesetzgebung und der Rechtsprechung eine weitere Anwendung dieses StrafmittelS, als bisher in den meisten Ländern stattgefunden hat, zu empfehlen, und zwar: a) als fakultative Hauptstrafe für leichtere L-traffälle, b) als fakultative Nebenstrafe für alle Fälle. II. Bet Be­messung der Geldstrafe muß, neben den anderen^ Strafzu- messungSgründen, auf die Vermögensverhältnisse des Schuldigen Rücksicht genommen werden. 111. Der Höchstbetrag der Geldstrafe ist gegenüber den bisherigen Gesetzgebungen zu er­höhen, der Minökstbetrag ist möglichst 'gering zu bemessen. IV. Es ist den Gesetzgebungen dringend zu empfehlen, die thatsächliche Zahlung der Geldstrafe thunlichst zu erleichtern,

l namentlich durch Zulassung von Theilzahlungen (Gewährung von Zahlungsfristen). V. Umwandlung der thatsächlich un­einbringlichen Geldstrafe in Freiheitsstrafe ist thunlichst aus« zuschließen. VI. Der Grundsaß der bedingten Beurtheilung hat auf Geldstrafen Anwendung zu finden.

AusPartr läßtHirsch's T. B." sich melden: Im KriegSministerium find bedeutende Unter­schleife an Heeres - Ausrüstungsartikeln entdeckt worden. Der ehemalige Direktor Sarda, sowie dessen Neffe sind verhaftet. Mehrere Beamte sind außerdem schwer kompromittirt.

Als Folge des Streiks ist in verschie­denen Distrikten Englands und Nord­amerikas ein furchtbares Elend auSgebrochen. Die Bürgermeister von West Hartlepool, Middles- brough Stocktonou-Tees und Darlington haben einen Aufruf in der englischen Presse veröffent­licht, in welchem sie um milde Beiträge für die 100,000 Leute bitten, welche durch den Streik der Bergleute von Durham in die bitterste Noth gerathen sind. Niemals habe es in England seit der Baumwolleuhuugersnoth tu Laveashtre vor 30 Jahren solches Ele^d gegeben. Der Lord- Mayor der City von London hat sich schon zur Entgegennahme von Beiträgen bereit erklärt. Noch schlimmer ist das Elend, welches in den Neu - England - Eisendistrikten Nordamerikas herrscht. Im Distrikt von Clevelaud nagen, ab­gesehen von den streikenden Bergleuten, 100,000 Männer, Weiber und Kinder am Hungertuch. Sie haben kein Brennmaterial und theilweise sogar ihre Möbel verkauft, um denWolf von der Thüre fernzuhalten." In Middlesprough liegen die Dinge ähnlich. Wenn nicht bald neue ausgiebige Hilfe kommt, so müssen die Armen vor Hunger umfallen. Der vom Stadtrath von MiddleSbrough ins Leben gerufene Hilfsfonds ist seit zwei Tagen erschöpft. Bis jetzt wurden jede Woche davon 8000 Mark für die Arbeits- losen verwandt. Eine Fam lte erhielt 2*/t-5 Mark wöchentlich. Ja MiddleSbrough müssen viele Familien mit 2 Mark die Woche jetzt aus­kommen, und davon muß noch die Miethe bezahlt werden. Unverheirathete Arbeiter haben auS dem städtischen Hilfsfonds bisher 16 Pfennige täglich bekommen. Jetzt erhalten sie statt dessen täglich eine Suppe und ein Stück Brod. Die Stadt hat gefunden, daß dieses billiger ist. Der Anblick der bleichen, abgezehrten Kinder ist furcht­bar, 3000 werden in sechs verschiedenen Schulen der Stadt Mahlzeiten verabreicht. Die Zahl der Arbeitslosen in Cleveland und MiddleSbrough droht noch immer weiter zu wachsen. Wahrschein­lich wird die große chemische Fabrik von Eleve- land wegen Kohlenmaugels geschlossen werden. ___________________2-----

Aus Provinz und Rachbargebiet.

H e r s f e l d, den 20. Mai 1892.

* (Famtltenunterstützuug beiFrie- d e n s ü b u u g e n.) Die Veröffentlichung deS Gesetzes über die Unterstützung der Familien der zu FriedeuSübuugen einberufenen Mannschaften ist, wie bereits mitgetheilt, erfolgt. DaS Gesetz tritt am 1. Juli d. I. mit rückwirkender Kraft bis zum 1. A p r i l d. J. also auch schon für die diesjährigen Frühjahrs- Übungen in Kraft.

* Der Minister für Landwirthschaft u. s. w. bat unterm 2. d. M. folgenden Erlaß an die Königlichen Regierungen gerichtet: Ich bestimme hierdurch, daß diejenigen forstversorgungS- berechtigten Anwärter, welche sich nach Empfang des ForstversorgungSscheinS auf Grund