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Itrsftlhrr Kreisblatt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllukrirtes NuterSaltnugsölatt-.

Rr. 86.

Sonnabend den 23. Juli

1892.

Erstes Statt

Dmrmck-KMmg.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisdlatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllustrirtes Unterhaltungs-Blatt" pro August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstaltev, Landbriefträgeru und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. Juli 1892.

Die nach meiner Verfügung vom 17. Mai d. J. Nr. I. 3279, KreiSblatt Nr. 59, verschobenen Jmpftermine für die Stationen:

Schenklengsfeld, Ransbach und Philippsthal werden, nachdem die Scharlachfieber-Epidemie in Schenklengsfeld erloschen ist, nunmehr wie folgt anderweit festgesetzt:

1. Station Schenklengsfeld.

Impfung: Sonnabend den 30. Juli d. J. Vor- mittags 8 Ubr.

Revision: Sonnabend den 6. August d. J. Vor- mittags 8 Ubr.

2. Station Ransbach.

Impfung: Sonnabend den 30. Juli d. I. Mit­tags 12/2 Uhr.

Revision: Sonnabend den 6. August d. I. Mit­tags 121/2 Uhr.

3. Station Philippsthal.

Impfung: Sonnabend den 30. Juli d. J. Nach­mittags 21/2 Uhr.

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Der Hag von S. Ditus.

Historische Erzählung von

Ernst von Waldow.

(Fortsetzung.)

Sind es mehr weiße, dann warten wir noch ein Jahr, sind eS mehr der schwarzen, dann er­heben wie uns bei der nächstbesten Gelegenheit, sobald unsere Schaaren genügend bewaffnet sind. Ist dieser Vorschlag Euch genehm?*

Er ist es."Bojamonte traf daS rechte." Gebt unS die Kugeln!" So rief man durch­einander. Auch Marco Quirint nickte zustimmend, er war eS, der die erste Kugel in die Urne warf mit dumpfem Geräusch rollte sie hinab es war eine schwarze. Auch Marco Donato hatte eine schwarze Kugel gewählt und der Blick, welchen er dabei zu Bojamonte hinübergleiten ließ, war Unheil verkündend. Hatte er für ihn die schwarze Kugel das TodeSloos gezogen/

Als man daran ging, die Urne zu leeren und die Kugeln ihrer Farbe nach zu sondern, fand es sich, daß nur 9 weiße und 17 schwarze Kugeln gezogen worden waren.

Messer Badoer, einer der Verschworenen, der eine weiße Kugel gewählt und für Verzögerung gestimmt, um Zeit za gewinnen, den Aufstand besser vorzubereiten, indem er auch außerhalb

Revision: Sonnabend den 6. August d. J. Nach­mittags 2'/, Uhr.

Die Herren Bürgermeister der Gemeinden: Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Wehrs' hausen, Hilmes, Conrode, Lawpertsfeld, Landershausen, Unterweisenborn, Wüstfeld, Malkomes, Schenksolz, Dünkelrode, Motz- feld, Hillartsbausen, Ransbach, Ausbach, Philippsthal, Röhrtgshof haben diese Termine gemäß meiner Verfügung vom 20. April d. J. I. 2710 (Kreisblatt Nr. 50) wiederholt bekannt machen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden Kinder und Schüler an Ort und Stelle sind.

I. 4899. Der Königliche Landrath

Freiherr vo n S chl eini tz.

Homberg, den 18. Juli 1892.

Königliches Landrathsamt benachrichtige ich er- gebenst, daß unter dem Viehbestand

1. des Adam Brand 1

2. des Johannes Braun 1 zu Mühlbach

3. des Johannes Hel^ I. )

die Maul- und Klauenseuche ausgebrocheu ist.

Der Landrath v. Gehren.

An Kgl. Landrathsamt zu HerSfeld. Nr. 6038.

* * * HerSfeld, den 21. Juli 1892.

Wird veröffentlicht.

I. 4907. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleiaitz.

Die wcrlthtttgc Kameradschaft im deutschen Kriegerbundc.

Außer dem geistigen Bande, der Liebe zu Kaiser und Reich und der Erhaltung und Stärkung soldatischer Tugenden, das der deutsche Krieger- bund für Hunderttausende alter Krieger darstellt, hat ihm ohne Zweifel die Pflegematerteller Inter­essen, die Unterstützung nothletdender Kameraden

Venedigs Anhänger hatte werben wollen, war ausersehen, das Wahlresultat zu verkündigen. Er that es mit düsterer Miene und murmelte, gegen Jacopo Quirint gewendet:

Siebzehn schwarze Kugeln die 7 ist immer eine schlimme Zahl, weil sie zudem mit der 1 davor, au einen Galgen gemahnt."

V. Kapitel.

Der Verrath.

Wochen waren vergangen, seitdem die Leiche Bembo Tiepolo's in kühle Erde gebettet worden und in der geheimen Versammlung der Ver­schworenen Bojamonte's Ansicht und Plan den Sieg errungen hatten.

Es hatte trotz aller Vorsicht nicht vermieden werden können, daß die Zurüstungen zur bevor­stehenden Schilderhebung die Aufmerksamkeit der Behörden erregte, welche damit betraut waren über die Sicherheit des Staates zu wachen. Die allgemeine Gährung, welche sich nur zu oft tu den heftigsten Aeußerungen Luft machte, hätte schon längst die Wächter deS Gesetzes beunruhigen müssen.

Doch der Doge und seine Räthe neigten sich der Meinung zu, Marino Mocconio's und das Schicksal seiner Anhänger habe einen so tiefen Eindruck auf Alle gemacht, welche irgend Lust hätten eine Verschwörung anzuzetteln, daß ihnen solche sicherlich vergangen sei. Sie ließen daher

und die Sorge für die Hinterbliebenen viele Vereine zugeführt.

Als Korporation besitzt er ein Vermögen von mehr als einer halben Million Mark. Von seinen Wohlfahrtseinrichtungen nennen wir zuerst die Unterstützuuaskasse mit einem Stamm­kapital von 180 000 Mark. Von den 6783 Vereinen des Bundes gehörten ihr 1891 3138 an, die den geringen Beitrag von 18 Pfennigen für den Kopf ihrer Mitglieder zu leisten haben. Gezahlt wurden 1891 au8 der UaterstützungSkaffe an kranke erwerbsunfähige Kameraden in 1766 Fällen 29 577 Mark. Ferner bestehen zwei große Stiftungen, eine Stiftung zum Gedächtniß deS 70jährigen Dienstjubiläums Kaiser Wilhelms I., aus der im gleichen Jahre Kameradenwittwen in 357 Fällen 4003 Mark erhielten, and eine Stiftung zum Gedächtniß der goldenen Hochzeit des Kaisers Wilhelm und der Kaiserin Augusta, die in 341 Fällen 3300 Mark gewährte. Insge­sammt sind während der drei letzten Jahre 104354 Mark Unterstützungen gezahlt worden.

Das Kriegerwatseuhaus Glücksburg in Römhild ist mit 100 Zöglingen voll besetzt. In der Schule, der Hausarbeit und dem Hand- ferttgkeitsuulerrichte wird nach dem Geschäfts­bericht für 1891 Tüchtiges geleistet. Der Bau eines zweiten Waisenhauses, und zwar für katholische Kinder, ist im Werke; eS soll in Kanth in Schlesien für 50 Kinder unter einer Beihilfe der Kreisvertretung von 7000 Mark zu den Baukosten errichtet werden. Die deutsche Kriegerfechtanstalt, durch die die Mittel zur Versorgung darbender Kriegerwaisen aufge­bracht werden, bestand am 31. Dezember 1891 auS 1700 Fechtschuleu, die ungefähr 25 000 Mit­gliedskarten ausgegeben hatten. Au Beiträgen für die Anstalt gingen 26551 Mark ein. Da die gegenwärtigen Fechtetnküufte bei Weitem nicht ausreichen, um die Noth tu allen Fällen durch Aufnahme sämmtlicher angemeldeten Waisen in das Kriegerwaisenhaus zu beseitigen, so wird

die Leute reden und glaubten, diese würden des vergeblichen Widerstandes so am ehesten müde werden.

Andriana ahnte wohl, was um sie herum vor- giug, doch hatte sie natürlich als Frau, welche derlei Staatsaktiouen ferne zu stehen Pflegen, keine genaue Kenntniß von dem ganzen Umfange der Erhebung. Nur fühlte sie sich beängstet und trauriger noch als sonst in ihrer ödeu Häuslich­keit. Dem Gatten stand sie fremd und kalt gegenüber, der Vater hatte keine Zeit für sie, von ihren Gefährtinnen war sie getrennt, denn Marco Quirint hatte den Wunsch ausgesprochen, daß seine Tochter sich so viel alS möglich von der Gesellschaft ihrer Freundinnen zurückhalten möge. Dazu hatte er guten Grund, denn er fürchtete, daß irgend ein unbedachtes Wort auS Frauenmuud auf das Treiben im Palazzo Boja- monte aufmerksam machen könne.

Es war ein heißer Tag im Anfang des Juni 1310, alS Andriana, erschöpft von der drückenden Schwüle, die in ihren Gemächern herrschte, sich in den kühlen Saal begab, wo an ihrem Hoch­zeitsabende jene traurige Szene sich ereignet hatte, welche so tiefe Schatten auf ihr ganzes Leben werfen sollte. Sie hatte das festliche Gemach seitdem nicht mehr betreten und schrak jetzt zu­sammen, als die Erinnerung sie mit verdoppelter Macht ergriff.

Ueberwältigt von ihren Empfindungen, ließ die