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Herssel-tl Irrisilett.
Mit wöchmtlicher Kratis-Meilage „Illustrirtes AuirrhaltungsSlatt".
Nr. 87. Dienstag deu 26. Juli 18U"
DMMck-KMlU.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustrirtcs Nuterhaltungs-Blatt" pro August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Laudbriefträgern und von der Expedition angenommen.
I Dreschmaschinen, auch wenn regelmäßig nur eine Maschine verliehen wird, Handwerker ohne offenes Waarenlager und mit weniger als zwei Gehülfen, Weber und Wirker, welche ihr Gewerbe auf weniger alS fünf Stühlen betreiben, Fuhrleute und Pferde- verleiher mit nur einem Pferde rc. rc.
Es ist aber ebenso jedes andere, vorstehend nicht namhaft gemachte, oder schon bisher steuerpflichtige, bei der Veranlagung übergaugeue Gewerbe in das Verzeichniß aufzunehmeu.
Die Art der Ermittelung der in das Verzeichniß eiuzutragevdcn Gewerbe bleibt dem Ermessen der Gemeindevorstäude überlassen. Es wird aber darauf aufmerksam gemacht, daß nach §. 54 des Gesetzes jeder Gewerbetreibende verpflichtet ist, schriftlich zu erklären, welches oder welche Gewerbe er treibt oder zu treiben beginnt. Diese Erklärung muß auf eine Stätlich bekannt zu machende Aufforderung des Gemeindevorstindes, die an alle diejenigen, welche ein stehendes Gewerbe im Grmeiudibezü: betreiben, sich wendet, umerhalb der darin zu beL^mmenden, mindestens einwöchrzes Frm von j-sem ZrmrrsrQ«:L-u2ro schriftlich abgegeben werden.
Hierin ist ein vekemlichrS HLlfSsitttl für die Su^flung des Berzeichnmes gegeben, bon welchem Gebrauch gemacht werden muß.
Damit die Herren Ortsoorstände in der Lage sind, sich über die Besteuerung der in das 8er« zeichuiß eivzutrageudru Gewerbe nach Maßgabe des neuen Gesetzes gutachtlich zu äußern bezw. die Spalten 10 und 11 des Verzeichnisses einiger« I maßen zutreffeud auszufüllen, sind namentlich über den Ertrag uud die Höhe des Anlage- und Betriebskapitals der betreffenben Gewerbe Ermittelungen anzustellen. Dazu steht Ihnen als Mittel:
a. die Befragung des Gewerbetreibenden,
b. die Erkundigung bei Vertrauensperfouen und
Sachverständigen,
Amtliches.
Hersfeld, den 22. Juli 1892,
Zum Zwecke der ertzmaligen Ausführuag des neuen G ewerbestenergeseyes vom 24. Juni 1891 (G. S. S. 2W) ist uach §.57 Nr. 1 bemlben für die Lrte der bisherigen IX. Gewerbesteuer- Abtheilung von den OrtsvorstLuden ein Lerzeich- ulß sämmtlicher am Dite Lotharen er, bisher nicht besteuerter Gewerbebetriebe sufzustrllru und mit einer gntschilichru Seußerung über den jährlichen Ertrag und die Höhe des Anlage- und Ketri-bskapitsls unfehlbar bis spätestens zum 6. August d. Zs. mir eiuzureicheu.
Für das Verzeichniß ist ein von dem Herrn Finanz-Minister vorgeschriebenes Formular zu benutzen, welches in den uächsten Tagen den Herren Ortsvorstäudeu zugehen wird.
In das Verzeichniß sind alle selbstständigen Gewerbetreibenden aufzuuehmeu. Es gehören hierher insbesondere:
Versicherungsagenten, nicht laudwirthschaft- liche Brennereien, Barbiere, Volksauwälte (Rechtskousulenteu 2c.), Naturärzte und Heilgehülfen, das gewerbsmäßige Verleihen von
c. die Erforderung der Erklärung des Gewerbetreibenden nach §. 54 deS Gesetzes
zu Gebote.
Nach §. 54 des Gesetzes hat jeder Gewerbetreibende auf Erfordern des GemeindevorstandeS sich auch über die in den Spalten 6 bis 8 deS Verzeichnisses auzugebendeu äußerlich ertennbaren Merkmale des Betriebes schriftlich zu erklären und andere hierauf gerichtete Frageu wahrheitsgemäß zu beantworten.
Nach dem Ergebnisse der Ermittelungen haben die Gemeiudevorstände zunächst den Ertrag jeder in das Verzeichniß anfzanehmenden Gewerbes nach ihrem pflichtmäßigen Ermessen, wenigstens in runder Summe zu schätzen, wenn dies auch bei größeren Betrieben nur nach Tausenden bon Mark geschehen könnte.
Um die Aufstellung des VerzeichuiffeS bisher st-nerirner Gewerbe den GemeindevortzLuLtn Lhuulichst zu erleichtern, wird naigelassen, daß in dem Berzeichnwe von ben in erheblicher Anzahl vorkommendrs G-werbetrelbendeu gleicher Art (t- B. Haudwerkerni nur diejeuigeu vameutlich LuigrfShrt se^L, been Ltfreimng noa der Steuer a-/ Grund bei §. 7 d-s Gnetzes (1500 Mark jährlicher Ertrag oder 3000 Mark Betrieb», kapital- nicht zweifellos erscheint. Bei diesen Seinerbeireibeuben sind dir Spalten 10 unb 11 des Berzerchuineg anszofullen und ist in Spalte . Bemessungen .frei?' zu seyen.
Lei ben übrigen Gewerbetreibenden, welche sowohl mit ihrem Ertrage als mit ihrem Anlage- und Betriebskapitals entschieden hinter der Grenze der Steuerpflscht zorückbleiben, wird eine summarische Bezeichnung (z. B. 30 Schneider, Schuhmacher u. s. w. ohne Gesellen oder mit einem Lehrlinge, 20 desgleichen mit je einem Gesellen, 15 Weber mit 1 bis 3 Wedestühlen, 10 Fuhrleute mit je einem Pferde, 6 Schiffer mit je einem Fahrzeuge unter 3 Last Tragfähigkeit) als genügend angesehen.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Der Hag von S. Wtus.
Historische Erzählung von
Ernst von Waldow.
(Fortsetzung.)
Man sagte mir, daß Bojamonte Tiepolo Uebles sinne, zumal nach des jungen Bewdo Tode, auch weiß ich, daß die Quiriui dem Papste auhäugen; deshalb habe ich den Jscopo Quirini als Gesandten nach Koustautiuopel entsandt, doch vom Grolle etlicher unzufriedener Nobili bis zur Empörung gegen den Staat ist noch ein weiter Weg — das bebentet I*
Der Rathsherr seufzte und murmelte halblaut: »Der Wer tit just so weit wie von Sau Lgostmo bis zum Palazzo ducale I*
Btetrn Gradeurgo hatte seinen Lhrrs die Worte oeruummeu, s wurkte ibwehreud mit der Hand m3 urrch.
»Ihr mostet daß :di dem LoraMoure. der estr rhrherstmwWn Muuu dt, eine hohe Smatswürde üöewwug ' m- jag c ml uewnkuhmr er — dm- s -mer nrderstreür mrr. M wmm dem Tikwalu när '
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| des Volkes Liebling wäre er als Feldherr —* „Schweigt mir davon, Filippo," fiel der Doge seinem Rathsherrn in's Wort und ein Schatten verfinsterte feine Züge.
Belegna erhob sich und schritt zur Thür, ihm war, als habe er ein Geräusch von dort her vernommen.
Es war auch in Wirklichkeit so. Ein Vertrauter Diener machte dem Rathsherru des Dogen die Meldung, daß die beiden Nobili Antolia Daudolo uud Laldovin Dolfino ihn in wichtiger Angelegenheit zu sprecheu wüuschten. Nach einer kurzen Rücksprache mit Pietro Grademgo uerließ Belegno dar Gemach und begab sich zu den feiner harrenden Frenuüeu.
Der Doge blieb in nachdenklicher Stimmung zurück; vielleicht hatten die Worte seines Raths- Herrn doch mehr Emdruck auf ihn gemacht, als er zu zeigen aem'Ir war.
Da rau chreu die •Smeren Bartierei aus Krokrrra" — Belegna starre eriy zurück, aus fernen Zügsu 'uracheu Leüürzuug ma Schr^L er Üren nach Worten zu rchen. am 3^ JRt« chuLnug irf m xr mmLeu. mas hm aertrau: nacter; es bim «aenfxO «ue c üsimme W-rkumz ®r Mr j^ünt.
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Madonna wolle uns beschützen und in Gnaden es abtoenben. Was ich gefürchtet — es geschah. Eine Verschwörung hat sich gebildet und Marco Quirini — Bojamonte Tiepolo find die Häupter derselbeu!"
„Ah — woher kam die Kunde?'
„Einer der 12 Verschworenen, der edle Marco Donato, der sich nur in der Absicht dem Bande augeschloffeu, die Pläne der Empörer zu vereiteln, er entdeckte soeben Baldoviu Dolsiao alles."
Um die Lippen des Dogen zuckte rS, als er nnierbreebeub, die Bemerkung einmarf:
„Ihr toc Stet sagen, daß Marco Touato, der bartlose Jüngling, aiejenigen verrathen, welche er Freunde genannt hat.'
„Es ist dem so/ erw'derrr Selegno Mb feine Züge oerstnstrrtrn sich. „Auch ist m:r der GrmaS vekannt, warum Donato es ge^au. Er warb um i - Liebe Ltdrurna s, der Tochter Lurro