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Imftlhrr Kttistlatt.

Mit wöchmtlicher Kratis-AeilageIllukrirtes Ilutertzaltungsölatt".

Nr. 95. [erstes Blatt.s

Smmabknd den 13. Anglist

1892.

Amtliches.

Hersfeld, den 10. August 1892.

Die Herren OrtSvorstäude der nachstehend an- geführten Ortschaften haben die gleichfalls nach- verzeichneten Trichinenbeschauer zwecks Vornahme der tm §. 4 der Poltzet-Verorduuug vom 9. Mai 1882 (Amtsblatt S. 96) vorgeschriebenen Nach­prüfung auf die hierunter bestimmten Tage Vor­mittags 9 Uhr in die Wohnung des Königlichen Kreisphysikus, Herrn Dr. Victor, Marktplatz 227 dahier, mit der Weisung vorzuladen, das Mikroskop ' nebst Fleischbeschaubuch, sowie 1,50 M. Gebühr mit zur Stelle zu bringen.

J I Nr. 5277. Der Königliche Laudrath

Freiherr von S ch l e i u i tz.

6

s

Gemeinde.

Namen der Trichinenbeschauer.

8 p. s|s

«2 =

1

Alleudorf

Schmidt, Justus

12. Spt.

2

ASbach

Nuhn

3

BeierShausen

Glebe, Joc. NIcolaus

*

4

Aua

Schmidt, Jacob

5

Liedebach

Wiegand, Heinr.Wilh.

99

6

Friedlos

Lotz, Peter

99

7

Kehres, Wilhelm

99

8

Frielingen

Otto, Georg

M

9

*

Schwerer, Heinrich II.

*

10

Gershausen

Fink, Jacob

*

11

Gittersdorf

Croll, George

13. Spt.

12

GoßmannSrode

Kehl, Förster

*

13

Hattenbach

Schmauch, Heinrich

*

14

*

Gerke, Wilhelm

99

15

Heenes

Schade, Adam

99

16

Hilperhauseu

Schäfer, Adam

99

17

Holzheim

Gast, Adam

*

18

Kalkobes

Eckhardt, Conrad

99

19

KatbuS

Brehm, Johannes

20

Kerspeuhausen

Loth, Peter

*

21

Kerspenhauseu

Grebe, Valentin

14. Spt.

22

Kirchheim

Stange, Heinrich

*

23

99

Loß, Friedrich

99

24

Kleba

Baumgardt, Valentin

*

25

Kohlhausen

Katzmann, Adam

*

26

KruSpis

Diehl, Adam

99

27

Meckbach

Möller, Bürgermeister

*

28

Mecklar

Rohrbach, A. Martho Wittwe

*

29

Meugshauseu

Schäfer, Philipp

99

30

Niederaula

Schuchhardt, Ludolph

*

31

Niederaula

Nuhn, Ferdinand

15. Spt.

32

Lickhardt, Wilhelm

99

Niederjossa

Steinberger, Conrad

*

99

Nuhn, Johannes

99

35

ObergetS

Opfer

Oberhaun

Nuhn, Ernst

Reckerode

Faupel, Adam

99

Rohrbach

Hildebraud, Georg Ad.

39

Rotensee

Paul, Adam

40

SiegloS

Proetzsch, Robert

99

41

Solms

Horn, Bürgermeister

16. Spt.

42

Sorga

Heinz, Heinrich

99

43

Grein, Eva Elisabeth

99

44

Stärklos

Schmidt, Job. Hrch.

99

45

Tann

Rüdiger, Justus

99

46

Untergets

Baupel, Bürgermeister

99

Gemeinde.

Namen der

5 --

2 a S

Trichinenbeschauer.

ML

47i

Unterbaun

Großcurlh, Heinrich

16. Spt.

Willingshain

Hoffmann, Wilhelm

99

49

99

Steinert, Friedrich

99

50

Wippershaiu

Deiß

99

51

Ausbach

Götz, Justin

17. Spt.

52

Conrode

Mohr, Bürgermeister Adam, Joh. August

99

53

Friedewald

99

54

99

Reinmöller, Joh. Hrch.

99

55

99

Saam, Johannes

99

Harurode

Wiegand, George

99

57

Heimboldshausen

Brandenstein, Wilb.

99

Herfa

Sippel, Bürgermeister

99

59

Heringen

Mansius, Carl

',

60

99

Wehnes, Ehefrau

99

61

62

HillartShausen Kleineusee

Müntzel, Johannes Brill, Johannes I.

19. Spt.

99

63

Laudershausen

Both, Philipp

99

64

Lautenhausen

Malkomes, Bürgrmrst.

99

65

LengerS

Deiferoth, George VI.

99

66

Malkomes

Klotzbach

99

67

Motzfeld .

Jäger, Heinrich

99

68

Philippsthal

Eibert, Heinrich

99

69

99

Wiegand, Lorenz

99

70

Ransbach

Fischer, Georg

99

7t

Schenkleugsfeld

Ries, Heinrich

20. Spt.

72

Schüler, Jacob

«9

73

Unterweisenborn

Rüger, Heinrich Koch, Johannes I.

99

74

WehrShausen

99

75

Widdershausen

Budesbeim, Conrad

99

76

Zinn, Conrad

#9

77

Wölfershausen

Hobert, Anton

99

78

Wüstfeld

Hahn

f9

79

Hersfeld

Audi 6, Ernst

99

80

Altenburg, August

99

81

99

Otto,Minna,geb. Ztn-

99

mermann

Hersfeld, den 5. August 1892.

Der Ackermann Adam George W e i tz zu Harn- rode ist als Ortsschätzer für den dastgen Geweinde- bezirk widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.

I. 5227. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 10. August 1892.

Nach einer Mittheilung des Königlichen Land- ratbSamts zu Homberg ist die unter den Vieh­beständen zu Mühlbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen.

I. 5297. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz

Cassel, den 8. August 1892.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des Preuß. Gesetzes vom ^HimHW zur Zwangserziehung überwiesene und von mir bet dem Schneidermeister Eduard Jlkeubans zu Alleudorf a./W. in Lehre uutergebrachte Gottlieb Sänger auS Heringen, geboren am 7. Januar 1877, ist am 4. d. Mts. auS seiner Lehrstelle durch- gebrannt.

Königliches Landratbsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nach­

Forschungen gefälligst anstelle», im BetretungS- i falle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civilperson, welcher ich neben deu baareu Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und nöthig werdender Ueberuachtung ein solche? von 4 Mark gewähren werde, seinem bis­herigen Lehrmeister wieder zuführen lassen zu wollen.

Vom Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benachrichtigen.

Der Landes-Dircktor.

An daS Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. Jr. II. Nr. 4191.

* * *

HerSfeld, deu 10. August 1892.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie zur Recherchirung nach dem 20. Säuger mitgetheilt.

Im Betretungsfalle ist derselbe seinem Lehr­meister zuführen zu lassen und mir von dem Ge­schehenen Bericht zu erstatten.

I. 5298. Drr Königliche Laudrath

Freiherr von Schleinitz.

Unter dem Rindvieh des Landwirths Johannes V o l l m e r zu Oberoeurode ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Lauteuhavsen, den 11. August 1892.

Der Bürgermeister Malkomes.

Neberbürdung mit Schularbeiten.

Bei der Frage der Unterrichtsreform hat die seit zehn bis zwanzig Jahren immer mehr und allgemeiner hervortretende Klage der Ueber» bürdung mit Schularbeiten bekanntlich eine ein» gehende Erörterung und Berücksichtigung erfahren. Ob die Klage damit verschwunden sein wird, bleibt obzuwarten; denn es wird immer Schüler und wohl auch Eltern geben, welche meinen, daß die in der Schule aufgestellten Forderungen für die jungen Leute zu groß und ihrer Gesundheit nachtbeilig seien, und im Allgemeinen werden diese Klagen stets gern geglaubt, weil das Ge­fühl der Elternliebe allzusehr daS Urtheil bestimmt, ganz abgesehen davon, daß die Eltern schwerlich immer im Staude sein werden, ein richtiges Ur­theil über das Maß dessen, was den Kindern möglich oder zuträglich ist, zu fällen.

Zu ihrer Beruhigung möchten wir auf eine sehr sachliche Erörterung dieser Frage auS der Feder eines Pariser Nervenarztes Charcot Hinweisen, der eine geistige Ueberbürdung der Schulkinder nicht anerkennt. Man wird unS sofort eiuwrnden: das mag in PariS, in Frankreich der Fall sein, bei uns in Deutschland giebt es aber eine solche Ueberbürdung. Aber Charcot spricht nicht von den thatsächlichen Schuleinrichtungen, sondern nur von der Möglichkeit der geistigen Ueber­bürdung eines Kindes bis zu einem gewissen Alter, und diese stellt er in Abrede. WaS das Kiud in sich aufzunehmen nicht im Stande sei, nehme eS auch nicht auf; man könne in einem gewissen Alter im Stande sein, sich geistig zu überbürden, aber dazn gehöre eigene Willensanstrengung; doch ein Kind sei hierzu nicht im Staude, die geistige Ueberbürdung komme bei Kindern nicht vor. Etwas anders fei es mit den jungen Leuten, die schon 15 bis 17 Jahre alt geworden seien und Prüfungen zu bestehen haben: da sei eS möglich von einer Ueberbürdung zu sprechen, die zeitweilig Kopfschmerzen verursache. Aber dieser vorübergehende Zustand sei sehr verschieden von