»Arsch eint wöchenMch drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Htlsftl-tl Kreislilitt.
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Nr. 100. Dounerflag dm 25. August 18S2.
Mmeck-AMW.
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pro September werden von allen Kaiserlichen Vostanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
HerSfeld, den 22. August 1892.
Mit Bezugnahme auf meine Verfügung vom 16. d. Mts. I 5155 (Kreisblatt Nr. 97) mache ich die Herren Bürgermeister der Landgemeinden des KreiseS noch darauf aufmerksam, daß in die Kolonne 18 der Nackweisung E, welche mit „Ge- sammtbetrag der Schulden" überschrieben ist, lediglich diejenigen Schulden aufzunehmen sind, welche von der Gemeinde als kommunale Körper- schaft zu reinen Gemeiudezwecken ausgenommen und endgültig aus Gemeindemitteln selbst zu decken sind. Ueberall wo die Gemeinden nur die Vermittlerinnen zwischen einzelnen Grundbesitzern oder einzelnen Klaffen von Gemeiudeaugehörigev alS Darlehnsnehmern und öffentlichen Kreditinstituten, als DarlehnSgebern (LandeSkreditkaffe, Rentenbank) auftreten, die Verzinsung und Amortisation deS Darlehus (Ablösungskapitals inSbe' sondere auch zu Ablösungen zu Gunsten deS Staates als ursprünglichen Realberechtigten) in letzter Linie aber nicht der Gemeinde alS solcher, sondern einem bestimmten KreiS von Personen innerhalb derselben (Grundbesitzern, Interessenten, einzelnen Klassen von Gemeindegliedern) obliegt,
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Eine Hekamentsklansel
Novelle von
E. R u d o r s f.
(Fortsetzung.)
Nur schwer gelang eS Otto, daS tief bewegte Mädchen durch die Versicherungen feiner innigen Liebe, seiner feste» Zuversicht auf eine glückliche Gestaltung der Zukunft zu beruhigen und freundlicheren Vorstellungen geneigt zu machen. End- Itch sagte sie:
«Wie ich schon einmal irrte, so mag eS jetzt wiederum der Fall fein. Ich füge wich, ordnet Alles an und schreibt mir genau meine Rolle vor!"
AlS Otto dem Grafen, der wieder in Nordenthal eingetroffen war, mittheilte, daß Anna und er feinem Plane zustimmten, hielt dieser ihn eine Weile schweigend umfaßt. Dann besprach er, welche Schritte zunächst zu thun wären. Otto sollte Frau Döring und Anna den Vorschlag machen, am nächsten Tage »ach Lindenruh zu fahren, um die dortigen Gewächshäuser, welche weitaus die schönsten in der Provinz waren, in Augenschein zu nehmen. Lindeuruh war auf der Eisenbahn in einer Stunde zu erreichen, und Otto hatte zu versichern, daß es einer Anmeldung nicht bedürfe, da er mit dem Grafen befreundet sei.
DaS Programm wurde genau ausgeführt, und die drei Personen begaben sich von dem Bahnhof
kann von einer Schuld der Gemeinde im eigentlichen Sinne nicht die Rede sein.
Derartige Schulden, sowie die zur Verzinsung und Amortisation derselben zu zahlende» Beiträge sind daher in die Kolonnen 18, bezw. 7—11 der Nachweisung E nicht mit aufzunehmen.
Auch die zu Zwecke» der Verkoppelungen auf- genommenen Darlehen, für welche lediglich die bet der Verkoppelung betheiligten Grundbesitzer aufzukommen habe», sind als Schulden der Gemeinden nicht anzusehen.
I. 5533. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e t u i tz.
Gefunden: eine Axt und eine Tabacksdose. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Sorga.
Uolitisch« Nachrichten.
Am Montag Morgen hatte Se. Majestät der Kaiser zunächst von 8 Uhr ab in Begleitung der Flügeladjatanten vom Dienst einen etwa zweistündigen Spazierritt gemacht. Von demselben zurückgekehrt, arbeitete Allerhöchstderselbe mit dem Chef deS Civilkabiuets, empfing sodann den Präsidenten deS evangelischen Ober-Kirchea- ratheS Dr. Barkhausen und nahm hierauf die regelmäßigen Vorträge des MartnekabinetS entgegen. — Am Dienstag Morgen um 8 Uhr stieg Se. Majestät der Kaiser beim MarmorpalaiS zu Pferde und unternahm mit den Flügeladjutanteu vom Dienst einen Spazierritt in die Umgegend von PotSdam, von dem Allerhöchstderselbe um 9^3 Uhr Vormittag zum Marmorpalais zurück- kehrte. — Sodann arbeitete Allerhöchstderselbe von 10 Uhr ab mit dem Chef deS Militair- kabtvets und erledigte später noch Regierungs- angelegenheiten.
Die «Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ueber die bekanntlich zuerst von der «Nattonal-Zeitung"
nach dem Herrenhaus- von Lindenruh, zu welchem eine schöne Allee führte. Bei dem Betreten des HofeS, welcher vor dem Gebäude lag, kam thuen zufällig ein Diener entgegen, Otto rief ihn an, bat seine und der Damen Ankunft dem Grafen zu melden, dann schritten sie dem Hause näher. Bald öffnete sich die Thür, uud ein schlanker, hochgewachsener Mann trat mit den Zeichen an« genehmer Ueberraschung den Kommenden entgegen. Anna zitterte so heftig, daß sie sich kaum aufrecht zu erhalten vermochte. Der Graf, welcher eS bemerkte, bot ihr, ohne ein Wort zu äußern, den Arm, lud seine Gäste ein, kurze Zeit mit ihm im Gartensaale zu verweilen, bis man den Obergärtner, Herrn L-onhard, benachrichtigt haben werde. Ein Diener braßte Erfrischungen, man sprach über die herrliche Witterung dieses Jahres, Alles verlief so, als ob nur der Zufall diese Mensche» zusammengeführt habe.
Der Graf sah bleich und angegriffen auS, beherrschte jedoch mit der Ruhe und Sicherheit deS Weltmanns die Unterhaltung. Erstaunt blickte Anna, wenn er sich zu Frau Döring oder Otto gewendet hatte, und sie sich unbeobachtet glaubte, auf thu hin, und fragte sich, ob sie nicht träume, ob dies in der That der Mann fei, welchen sie all Führer für die nächste Zeit ihres Lebens zu betrachten hätte.
Die köstlichen Blumen und Bäume in dem Ge- wächShause erregten Anna'S Bewunderung, etwas so Schönes, auch in Bezug auf die Anordnung
erwähnte Ansprache deS Kaisers am 18. August sind in den Blätter» vielfach weitere und verschieden lautende Angaben veröffentlicht worden. Auch die «Frankfurter Zeitung" bringt tu einer Depesche aus Berlin, 22. August, eine neue Version, welche wir zum Zwecke der Berichterstattung auS der Preffe im Folgenden wieder- geben: «Die Ansprache deS Kaisers au die höhere» Offiziere nach der letzten Parade wird jetzt authentisch bekannt, und eS ergiebt sich, daß diese hochwichtigen Aeußerungen doch einen wesentlich anderen Sinn und daher auch eine ganz andere Bedeutung und Tragweite für die politische Situation haben, als man nach den bisherigen unvollkommenen Berichten annehmen konnte. Der Kaiser hat zunächst im Anschluß an die Kritik über die Parade in sehr lebhaften, nicht mißzu- verstehenden Worten sein Erstaunen ausgedrückt, daß in letzter Zeit in steigendem Maße militairische Juterna in die Tagespreise gelangte», darunter solche, die rein theoretischer Natur sind, wie über die Schießversuche mit Gewehren neue» Kalibers Besonders mißbilligte er die Preßerzsugniffe, die nur rein militairische» Feder» entsprungen sein könnten, und welche die geplante HeereSver- Mehrung sehr verschiedenfach beurtheilte», inSbe- sondere aber weitgehende organisatorische Eiu» schränknugen auS Ersparnißrücksichten bei einer etwaigen Einführung der zweijährigen Dienstzeit alS möglich erörtero. Derartige Erörterungen über eine Militairvorlage, der er noch gar nicht zugestimmt habe, gehörten ins Gebiet der Phan- taste. Die zweijährige Dienstzeit erscheine weiten Kreisen als eine zeitgemäße Einrichtung; sie sei aber ohne Gewährung ganz besonderer Gegenleistungen nicht denkbar. Sollte etwa die Mehrheit des Reichstags nicht patriotisch genug sei», mit einer Vorlage, die auf der zweijährigen Dienstzeit beruht, gleichzeitig die erwähnten nothwendigen Ergänzungen derselben zu bewilligen, dann erkläre er, daß ihm immer noch eine kleine
und Gruppiruug, hatte sie nicht für möglich gehalten. Dabei machte der Obergärtner auch die Dame» darauf aufmerksam, zu welcher Zeit und auS welchen Länder» ferner Welttheile die herrlichen Pflanzen zu unS gelangt wären.
Bei dem darauf folgenden Gange durch den Park blieb der Graf, welcher Anna führte, während Otto der ältere» Dame den Arm geboten hatte, ein wenig hinter den Voranschreitenden zurück und sagte, all er sich außer Hörweite befand:
«ES ist mir ein Bedürfniß, verehrtes Fräulein, Ihnen nochmals meinen Dank auSzusprechen, ich fühle, wie schwer der Entschluß Ihnen geworden ist. Betrachten Sie, das ist meine Bitte, waS die nächste Zeit bringen wird, so, als ob daS Geschick mich Ihnen auf einer kurzen Reise zum Gefährten bestimmt habe, und versagen Sie mir das Vertrauen nicht, welches Sie in einem solchen Falle jedem Anderen geschenkt hätten, an besten Würdigkeit kein Zweifel haftet."
Ohne eine Antwort abzuwarten, beschleunigte er nun wieder feine Schritte, und sie gingen neben dem anderen Paare einher. Der Graf geleitete die kleine Gesellschaft in seiner Eguipage zum Bahnhöfe, nachdem Herr Leonhard noch jeder der Damen einen wunderschönen Strauß überreicht hatte.
III.
Am nächsten Morgen überbrachte der Jäger bei Grafen ein Billet an Frau Döring, in welchem