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Nr. 127.

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Faktische Nachrichten.

Se. Majestät der Kaiser begab sich am Montag, einer Jagdeinladung des Prinz-Regenten Albrecht von Brannschweig folgend, über Witten- berg nach Blankendura, woselbst die An« kunft Nachmittags gegen V»6 Uhr erfolgte. Der Prinz-Regent empfing seinen erlauchten Gast auf dem Bahnhöfe, woselbst auch die anderen fürst­lichen Jagdtheiluehmer, der Herzog von Altenburg und der Erbgroßherzog von Weimar anwesend waren. Nach dem Eintreffen deS Kaisers auf dem Schlosse fand hier officieller Empfang statt, dem Diner folgte. Am Dienstag wurden größere Hofjagden in den Blankenburger Forsten abge- halten, nach deren Beendigung der Kaiser Abends über Magdeburg nach Potsdam zurückreiste.

DieKölnische Zeitung" bringt folgende Mit­theilung über die M i l i t a i r v o r l ag e: Der Gesetzentwurf setzt die Friedenspräsenzstärke des deutschen HeereS an Geweinen, Gefreiten und Obergefreiten für die Zeit vom 1. Oktober 1893 biS 31. März 1899 auf 492 068 Mann als Jahres- durchschoittsstärke fest. Die Infanterie wird in 711 Bataillone, die Kavallerie in 477 Escadrons, die Feldartillerie in 494 Batterien, die Fuß-

^Nachdruck verboten.)

Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Nieolo.

(Fortsetzung.)

Aber, mein Gott, wer war sie denn?" fragte Faro voller Interesse.

DaS ist ja gerade, was Niemand wußte und wohl Niemand je erfahren wird, erwiderte Frau Falkner traurig.Das Kind war, als eS noch kaum ein Jahr alt war, bei einem Schiffbruch in der Nähe von Santa Cruz gerettet worden, und Niemand wußte, wer sie war. Eine der Eingeborenen nahm das Kind zu sich und zog eS wie ihr eigenes auf, aber sie starb bald, und ihr Mann hatte kein Interesse für daS fremde Kind. Und als mein Sohn auf seiner Seereise Cora zum ersten Male sah, war eS ein kleines Ding, von vier bis fünf Jahren. Und Rupert, dem eS tief in der Seele schmerzte, das arme europäische Kind bei halb wilden, rohen Menschen aufwachsen zu s-hen, kaufte Cora für einige Glasperlen nnd Kleidungsstücke und etwa« Tabak deren Pflegevater ab. Er kaufte auch die Kleider, die das Kind bei dem Schiffbruch getragen hatte; für diese gab mein Sohn gerade so viel wie für das Kind selbst. Mein Gott! Ich war, als ich es zuerst sah, nicht wenig bestürzt, aber als mein Sohn wieder zur See ging, gewann ich Cora sehr bald lieb in meiner Einsamkeit "

Damals war also die junge Dame Sie

artillerie in 37 Bataillone, die Pioniere in 24 Bataillone, die Eisenbahntruppen in 7 Bataillone und der Train in 21 Bataillone formirt. Der Durchschnittsstärke liegt die Voraussetzung zu Grunde, daß die Mannschaften der Fußtruppen im Allgemeinen zu einem zweijährigen Dienst bei der Fahne herangezogen werden. Die Unter« offizierstellen und die hierzu erforderlich werden­den Aenderungen unterliegen in gleicher Weise wie die Offiziere, Aerzte und Beamten der Fest­stellung durch den Reichshaushaltsetat. In offenen Unteroffizierstellen sönnen über die obige Friedens- Präsenzstärke hinaus Gemeine verpfl-gt werden. Die Einjährig-Freiwilligen kommen nicht in An­rechnung. In der Begründung wird gesagt: Das Uebergewicht, daS wir in der Vergangenheit der von unS zuerst eingeführten allgemeinen Wehr­pflicht verdankten, ist geschwunden, denn wir sind mittlerweile in der Durchführung dieser Pflicht von unseren Nachbarn überholt worden. Die französische Friedenspräsenzstärke der letzten drei Jahre beträgt durchschnittlich 519000 Mann, die Rekrutevquote für 1890 rund 230000 Mann, die Zahl der in 25 Jahrgängen nach Abzug von 25°/0 Ausfall vorhandenen ausgebildeten Mannschaften rund 4 053000 Mann. Gleich rastlos arbeitet Rußland, dessen Friedenspräsenzstärke 1889 rund 926 000, 1892 bereits 987 000 Mann betrug. Nur etwa 100000 Mann der Sollstärke stehen in Asien. Die Rekruteuquote 1891 beträgt rund 281000 Mann, davon etwa 24000 auf Asten fallen. Die Zahl der ausgebildeten Mann­schaften beträgt in 23 Jahrgängen mit 25 °/0 AuSfall rund 4556000 Mann. Solchen Ver­hältnissen gegenüber haben wir nur ein Mittel, unsere Sicherheit und Unabhängigkeit zu bewahren: die volle Ausnutzung unserer nationalen Wehr­kraft. Das einfachste Mittel dazu bestände darin, neue Verbände in entsprechendem Umfange zu schaffen, aber die Kosten, die dafür beansprucht werden müßten, würden zu der finanziellen

nannten sie wohl Adele? noch nicht bei Ihnen?" fragte Faro.

Nein, nein! Sie ist meine Nichte, das heißt, sie ist die Tochter meiner Schwester, welche auch einen Deutschen hetrathete. Sie liebt Rupert sehr, und ist glaube ich etwas eifersüchtig auf die arme Cora. Das macht sie wohl auch so ärger­lich auf das Kind. Sehen Sie, Adele hat eine ganz hübsche Ausstattung, und es wäre jammer­schade, wenn Cora der Verbindung Adelens mit meinem Sohne in den Weg käme. Ich bin über­zeugt, daß mein Rupert Adele recht bald lieb gewinnen würde, aber es hat sich ein Mal die Idee in ihm festgesetzt, Cora fei für ihn bestimmt. Ich denke oft daran, wie ich sie auf eine gute Art los werden könnte. Ich würde mich von ihr trennen, obgleich ich mich dann vielleicht bald sehr nach ihr sehnen würde. Doch verbittert einem die ewige Zänkerei das Leben, und von meiner Nichte kann ich mich nicht trennen, denn ich versprach ihrer Mutter auf dem Sterbebett, daß ich mich ihrer annehmen wolle."

Vielleicht wunderte sich Faro, warum die Aus­stattung der jungen Erbin das Versprechen Heiliger machte als eS wohl sonst gewesen wäre. Aber der Gedanke, den die Erzählung in ihm erweckte, war sehr verschieden von dem der ge- schwätzigen Erzählerin, und ein leidenschaftliches Schluchzen, das er durch die nur halbgeschlossene Thür vernahm, bestätigte die traurige Vermuthung, die tu ihm aufstieg.

Leistungsfähigkeit deS Reiches in keinem Ver­hältniß stehen. Es bleibt daher nur die Lösung übrig, den bisherigen Rahmen möglichst zu er­halten, aber innerhalb desselben entsprechend mehr Wehrfähige auszubilden. Zu erreichen ist dies nur durch Verkürzung der aktiven Dienstzeit. ES ist daS kein Bruch mit der Vergangenheit; im Grundsatz soll die verfassungsmäßige dreijährige Dienstzeit aufrecht erhalten werden, aber für durch­führbar wird eine kürzere Dienstzeit für die Fuß­truppen gehalten, insofern durch die Organisation die Sicherheit geboten wird, die Ausbildung in­tensiver zu gestalten, als bisher. Zu diesem Zweck werden einerseits die Etatsstärken erhöht, anderer­seits Formationen geschaffen werden müssen, die den Truppen einen Theil der bisherigen Arbeit abuehmev. Wenn unter gewöhnlichen Verhält­nissen die Mannschaften der Fußtruppen nach 2jähriger Dienstzeit zur Disposition beurlaubt werden sollen, so muß doch die Möglichkeit ge­wahrt bleiben, Leute in den Fällen des § 18 deS MilitairstrafgesetzbucheS eintretendenfalls bis zum Ablauf deS dritten JahreS im Dienst zurückbe- halten zu können. Bei einem zukünftigen Rekruten- bedarf von rund 235000 Maun wird Deutsch­land unter Zurechnung von 9000 Einjährig-Frei­willigen, in 24 Jahrgängen in Bezug auf die Zahl der ausgebildeten Mannschaften, von dem tu der BevölkerunaSzunahme begründeten An­wachsen der Dienstfähigen abgesehen, und nach Abzug von 25/, Ausfall, mit rund 4 400000 Mann Frankreich, das an der äußersten Grenze der Heranziehung seiner Wehrpflichtigen augelangt ist, bereits um etwas überflügeln und hinter Rußland nicht mehr erheblich zurückbleiben. Diese vergleichenden Zahlen geben allerdings keinen absolut richtigen Anhalt für die Stärke der Armeen im Felde. Soweit irgend angängig, wer­den ältere Jahrgänge von der Verwendung auf dem Kriegsschauplätze selbst ausgeschlossen werden. Entscheidend ist bet einem solchen Vergleich die

Und wie denken Sie über die Gefühle Ihres Sohnes?" fragte er leichthin.

-Ja, mein Gott, er ist ganz entzückt von Cora, obgleich diese nicht halb so gut ist wie Adele. Sie liest nur und vertrödelt die Zeit, außer wenn sie etwas für mich oder ihn thun kann, aber ich muß ihr auch Gerechtigkeit widerfahren lassen: für uns Beide ginge sie durch's Feuer! Als ich an der Gicht krank lag, hat sie sich acht Nächte hintereinander nicht zu Bett gelegt, und doch wollte sie nicht eine halbe Stunde ruhig sitzen bleiben, um zu klöppeln oder ihre eigenen Kleider auszubessern. Nein, Adele ist die rechte Frau für meinen Rupert. Aus diesem Grunde schickte ich Cora gern auS dem Hause. Sie ist ja auch erst gerade halb so alt wie Rupert und Adele wird nächsten Monat zwanzig Jahre."

Faro stand noch immer sinnend da, ohne die alte Dame zu unterbrechen. Er überlegte und erwog einen seltsamen Plan, der wenn über- all' seinen ernsten Folgen schleunigst ausgeführt werden müßte.

^3 lag für ihn etwas unwiderstehlich «u- iUenbeg in dem Bild dieses schönen räthselhaften, eigensinnigen KtndeS, und in der vereinsamten Lage, in welche ein unglückliches Geschick eS der- setzt hatte, und mit dem ihm angeborenen Unge­stüm beschleunigte er die Entscheidung.

»Frau Falkner," begann er,ich bin Ihnen allerdings ein völlig Fremder, doch haben Sie vielleicht von den Grafen von Treville gehört