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Die Jnserttonagebühren betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Psg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zelle 20 Psg.

Bei gröberen Aufträgen entsprechender Rabatt.

Httssel-er Kreisblitt.

Mit wöchmtlicher Kratis-AeilageILuKrirLes AuLerhaltuugsölatt^.

Nr. 132. Dienstag den 8. November 1892.

Amtliches.

Polizei-Verordnung. Auf Grund des § 137 des GesetzeS über die allgemeine LandeSverwal- tung vom 30. Juli 1883 und der §§. 6, 12 und 13 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen LandeSthetlen vom 20, September 1867 verordne ich, vorbehaltlich der Zustimmung des BezirkS-AuSschuffeS, für den Umfang des Regierungsbezirks,

daß der §. 2 der Polizei-Verordnung vom 10. September d. J8. (Amtsblatt vom 12. Sep­tember d. I. S. 229), welcher lautet:

»Jede aus dem Hamburgischen Staats­gebiet oder von einem anderen als verseucht bekannt gewordenen Orte eintreffende Post- oder andere Sendung ist von dem Empfänger vor der Oeffnnng der OrtSpolizeibehörde zu melden, welche bet der Oeffnung feststellt, ob die Sendung Gegenstände, deren Einfuhr verboten ist, enthält. Ist letzteres der Fall, so sind die betreffenden Gegenstände zu des- infiziren, bevor sie zum weiteren Verkehr etwa zugelaffen werden,"

für Sendungen aus dem Hamburgischen Staats» gebiet bis auf Weiteres außer Kraft tritt.

Diese Verordnung gilt vom Tage der Verküu» dianna ab.

Cafsel, am 26. Oktober 1892.

Der Regiernngs-Präsidevt. Rothe.

HerSfeld, den 5. November 1892.

Nachdem der Herr Fiuavzmiutster angeordnet bat, daß die Bestimmungen unter II. und III. im Artikel 42 der Ausführungsanweisung vom 5. August 1891 zum Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 biS auf Weiteres ganz außer Anwendung bleiben sollen, bringe ich dieses den Herren Vorsitzenden der VoreivschätzungSkom» Missionen mit dem Bemerken zur Kenntniß, daß auf die im Vorjahre ausgestellten, durch meine

(Nachdruck verboten.)

Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Nicolo.

(Fortsetzung.)

Aber in dem Augenblick, wo er sprach, nachdem die erste Begrüßung vorüber war und er sich be­sorgt umsah nach dem Gesicht, daS er am meisten liebte, nach dem verborgenen Feuer tiefer Zärtlich­keit, dachte er wenig an AdelenS noch an die Mutter, der er noch ein pflichtgetreuer liebender Sohn war.

Frau Falkner schüttelte unbehaglich mit dem Kopfe und sagte dann:

»Mein Sohn, Cora ist fort! Sie hat unS vor mehreren Wochen verlaffen. Ich hoffe, mein Sohn, wir können Dich über ihre Abwesenheit trösten," versetzte sie in einem Tone, der sich vergeblich be­mühte, so unbefangen zu klingen wie ihre Worte.

»Fort, Mutter? Treibst Du Dein Spiel mit mir? . . . Aber sie ist doch nicht . . . Matter, Mutter, so könntest Du nicht auSsehen, wenn Cora todt wäre!" sagte er mit dumpfer Stimme.

»Nein, nein! Rupert, waS bringt Dich auf eine solche Idee?" sagte Frau Falkner, und versuchte, ihre Verlegenheit wegzulachen. »WaS für aber­gläubische Phantasten Ihr Seeleute doch habt! Als ob es für ein junge« Mädchen wie Cora keine andere Veranlassung gäbe, unS zu verlaffen, alS das Grab! Sie ist wohl, und ich zweifle nicht, daß sie glücklich und zufrieden ist," setzte sie be­

Verfügung vom 13. November 1891 Nr. 11421 mitgetheilten Normalsätze (Reinertrag für das Hektar) bet der bevorstehenden Voreinschätzung nickt zurückzugreisen ist.

Es bleiben die Herren Vorsitzenden auch fortan verpflichtet, behufS Schätzung des Rein­ertrags der bewirthschafteten Grundstücke bezw. Besitzungen, des Mtethswerthes der dazu gehörigen Wohnungen, deS Geldwerthes der zur Bestreitung des eigenen Haushaltes verwendeten Erzeugnisse, der Löhne und Naturalienbezüge der Arbeiter u. s. w. ein ausgiebiges Material zu sammeln und aus demselben möglichst zu­treffende Schätzungsnormen abzuleiten. Einen wesentlichen Anhalt für die Schätzung des Ertrags des Grundbesitzes wird immerhin die Grundsteuer, der Viehstaud und der Werth der in dem Haushalte vorhandenen Arbeitskräfte bieten.

Der Vorsitzende derEmkommensteuer-Beraulagungs-KoUNission.

Freiherr von S ch t e i n i tz,

III. 58. Landrath.

HerSfeld, den 3. November 1892.

Der Bürgermeister Heinrich Hellwig zu Kemmerode ist als Sachverständiger zur amtlichen Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für den neu gebildeten Schaubezirk Kemmerode- ReimboldShausen widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden. In gleicher Weise ist der» selbe auch alS Schlachtviehbeschauer für diese beiden Gemeinden bestellt. In Verhinderungs­fällen hat der Sachverständige und Schlachtvieh- beschauer Bürgermeister Schmidt zu Allendorf ihn zu vertreten.

I. 7628. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleivttz.

HerSfeld, den 28. Oktober 1892.

Am 1. Dezember 1892 findet zufolge

deutungsvoll hinzu.

»Meinst Du, daß sie entdeckt worden ist und ihre Familie sie zurückverlangt hat?" fragte der junge Mann, indem er sich zwang, eine äußere Rübe zu bewahren, die er nicht empfand.

»Nein! DaS gerade nicht! . . . Aber es ist ebenso gut für sie und wir können wohl auch sagen für unS, Rupert," lautete die Antwort der Mutter. »Denn sieh', es wäre sehr schwer für Dich, oder unS gewesen, zu bestimmen, was später auS Cora werden sollte. Sie wäre jedenfalls gezwungen gewesen, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu ver­dienen. Und da sie eS nun einmal wünschte, und es zu ihrem Besten war, wollte ich eS nicht ab­schlagen, und sie ging mit ihrem neuen Beschützer so stolz und glücklich wie eine Königin fort.

Rupert'S Augen blitzten gefährlich.

»WaS willst Du damit sagen? Muttter, erkläre Dich!" rief er heiser. »WaS foll daS bedeuten? Cora hat keinen so wankelmüthigen Charakter. Wo sie einmal liebt, da bleibt sie ihren Empfindungen auch treu. ES liegt nicht in ihrer Natur, Jene zu verlassen, die sie von Jugend auf gekannt hat. Und denen sie daS Leben verdankt, möchte man sagen ... ja mehr alS das Leben!" erwiderte die alte Dame. »Aber was kann mau auch er­warten? Sie ist jung, und eS war eine große Versuchung. Der vornehme Herr bot ihr an, er wolle sie in sein Haus aufnebmen und für sie sorgen. Da kann es Dich nicht wundern und Du darfst ste darum auch nicht zu sehr tadeln."

Erlasses des Herrn Ministers des Innern vom 12. d. MtS. nach Beschluß des BundesrathS im Gebiete deS Deutschen Reiches eine allgemeine Viehzählung statt. Wie schon früher, zu­letzt im Jahre 1883, so wird auch jetzt wieder die Zählkarteumethode zu Grunde gelegt.

Die zur Zählung erforderlichen Drucksachen sind folgende:

1. die Zählkarten, A.

2. die Anweisung für die Zähler, B.

3. die Zählerkontrollisten, C.

4. die Anweisung für dir Behörden, D. und

5. die OrtSliste, E.

Die Zusendung dieser Formulare wird nach der hier ausgestellten BedarfSnachweisung in den ersten Tagen erfolgen and haben mir die Herren Ortsvorstände biS spätestens den 10. November d. JS den Empfang anzuzeigen. Sollten die über- sandten Formulare für das Bedürfniß einzelner Gemeinden nicht genügen, so ist der Mehrbedarf schleunigst bei mir anzumeloen und kurz zu be­gründen.

Die örtliche Ausführung der Zählung ist Sache der OrtSbehörde, welche sich hierzu der von ihr zu bestellenden Zähler zu bedienen hat. Ver­gütungen an Zähler können jedoch weder auS der ReichS- noch auS der Staatskasse beansprucht werden und wird vorausgesetzt, daß eS überall gelingen wird für Ausführung der Zählung Per­sonen zu gewinnen, die sich dem ZählungSgeschäfte ohiw Anspruch auf eine Vergütung unterziehen. Es erscheint deshalb zweckmäßig, die der Gemeinde ungehörigen StaatS- und Gemeindebeamten, ins­besondere die Lehrer, zur Betheiligung an der Zählung ausdrücklich anzuregen. Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher haben hiernach alsbald die Zählbezirke einzutheilen und für jeden Bezirk, bestehend auS ca. 30 Gehöften, einen

»Wie? Du meinst, Cora ging mit einem | Fremden davon und Du erlaubtest eS? . . . Mutter, wie grausam! Ich hätte nie gedacht, daß Du so liebloS sein, so ganz mein LebenSglück vergessen könntest!" sagte Rupert, indem er wie von einer Kagel getroffen auf einen Stuhl sank. Das kann ich nie . . . nie verzeihen!"

»Rupert, Du redest so recht Deinen Jahren angemessen," sagte Frau Falkner in überlegenem Tone. »Als ob mir nicht daran gelegen wäre, daß daS Mädchen gut versorgt ist! Ich sah ja, daß es zu ihrem Besten war, denn er ist ein reicher Engländer, der einst noch zu großen Titeln kommt, und der außerdem versprach, daß Cora Alles haben sollte, waS sie irgendwie brauchte, und ich hoffe, daß er schließlich eine Lady auS ihr macht, denn er erschien sehr entzückt von ihr zu sein; und er sprach sie allein, daß kein Zweifel über ihre Wünsche seta konnte, und ich sagte ihr, daß sie die Wahl habe, ob sie gehen oder bleiben wolle. Und daS Ende davon war, daß sie vor- zog zu gehen, und ich wollte ihr nicht im Lichte stehen, besonders da sich ihr hier kaum ein ähn­liches Glück bieten wird. Hier bei uns ist Nie­mand, der für sie paßt, und in drei Jahren ist sie heirathSfähig . . . DaS vergißt Du, Rapert!"

Er hatte sein Gesicht mit den Händen bedeckt, und ließ sie erst eine Minute, nachdem seine Mutter zu reden aufgehört hatte, wieder sinken.

AlS er wieder aufsah, lag ein schmerzlicher, kummervoller Ausdruck auf seinem Gesicht.