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Htlssel-er Kreistlatt.

Mit wöchmMcher Kratis-AeilageMukrirles AuLerßattungsölatt".

Nr. 137.

Souuavend den 19. November

1892.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Ministerium der Innern.

Berlin, den 29. September 1892.

Die Hamburger Militärdienst-Aussteuer- und AlterSversicherungS-Gesellschaft in Hamburg hat während der Jahre 1890 und 1891 in Berlin und mehreren Orten der Provinz Sachsen, ohne die Genehmigung zum Betriebe von Versicherung?- geschähen im Preußischen Staatsgebiete erhalten zu haben, mit Preußischen Staatsangehörigen Ver- sicherungsverträge abschließen lassen. Hierdurch haben die Unternehmer der genannten Gesellschaft bezw. deren Vertreter argen die Vorschriften deS §. 7 des Gesetzes vom 17. Mai 1853 (Ges. Samml. S. 293) und des §. 360^ des Reichs-Strafgesetz. buchS verstoßen, und ich habe deshalb die straf­rechtliche Verfolgung der in Frage kommenden Personen, insoweit die von ihnen vermittelten Verträge noch bestehen, bezw. die Verjährung noch nicht eingetreten ist, ungeordnet. Um der Wiederholung derartiger Vorkommnisse vorzu- beugen, ersuche ich Ew. Excellenz ganz ergebenst, die Ihnen unterstellten RegierungS-Präsidenten anznweiseu, in dieser Hinsicht eine gevane Kontrole zu üben, und Falls abermalige Gesetzesüber­tretungen seitens der Hamburger Versicherung?« Gesellschaft zu ihrer Keuvtuiß gelangen, unver­züglich das Weitere wegen Herbeiführung der strafgerichtlichen Verfolgung der Unternehmer der Gesellschaft der gegenwärtige Direktor heißt Stecher und der Vermittler der Verträge zu veranlaffen, sowie mir vom Geschehenen Anzeige zu erstatten.

Der Minister deS Innern.

J. V.: gez. BraunbehrenS. An den Königlichen Ober-Präsidenten, Herrn Magdeburg, Excellenz zu Caffel. I. a 8895.

(Nachdruck verboten.)

Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Ricolo.

(Fortsetzung.)

Nun, daS muß ich sagen, Miß Cora, ich habe nie eine schönere Dame gesehen!" rief sie und öffnete der jungen Dame die Thür . . .Und Miß Netta kann sie trotz ihres AtlaSkleideS, ihrer Juwelen und ihres Stolzes nicht verdunkeln," dachte sie vergnügt lächelnd, als Cora das Zimmer verließ.Ich hätte wir doch auch eher die Zunge abgebiffen, ehe ich das Geheimniß verrathe» hätte, auch ohne daS Goldstück, daS ich dafür bekommen habe."

Cora begab sich in den Ballsaal, aber bekannt mit den Gängen und Corridoren, stahl sie sich durch eine kleine Seitevthür hinein.

Ein paar Minuten lang war sie von Allem, was sie sah, so geblendet, daß sie nur ein wirreS Durcheinander von Juwelen und eleganten Kleidern erblickte. Aber allwältch gewöhnte sich ihr Auge an den Glanz, und sie konnte die einzelnen Per­sonen unterscheiden.

Dort tanzte Netta mit Lord Belfort, und die Freude des Triumphe? färbte ihre schönen Wangen. Da stand Lord Faro und unterhielt sich mit einem fremden Herrn, aber seine Augen wanderten immer unruhig nach der Thür und ein ängstlicher Aus­

Caffel, den 7. Oktober 1892.

Abschrift lasse ich Euer Hochwohlgeboren mit dem Ersuchen ergebenst zugehen, wegen Ausübung der vorgeschriebenen genauen Kontrole daS Er­forderliche anzuordnen, event, die strafgerichtliche Verfolgung zu veranlaffen und mir von dem Geschehenen Anzeige zu erstatten.

Der Ober-Prästdeut. I. V.: gez. Poten. An den Königlichen RegierungS-Präsidenten Herrn

Rothe Hochwohlgeboren hier. Nr. 6506,

Caffel, den 25. Oktober 1892.

Abschrift vorstehenden Erlasses erhalten Euer Hochwohlgeboren mit dem Ersuchen ergebenst, die Nachgeordneten Polizeiorgane mit dem Inhalt desselben bekannt zu machen und im Falle einer Gesetzesübertretung seitens der genannten Gesell­schaft mir sofort Anzeige zu erstatten.

Der RegierungS-Präsident Rothe. An die Herren Landräthe deS Bezirks und den Herrn Polizei-Präsidenten hier. A. II. 9552.

HerSfeld, den 14. November 1892.

Vorstehend abgedruckter Ministerial-Erlaß wird den Ortspolizeibehörden und der Königlichen Gendarmerie des Kreises mit der Auflage zur Kenntniß gebracht, mir von dem Bekanntwerden einer jeden Gesetzesübertretung seitens der ge­nannten Gesellschaft alSbald Anzeige zu erstatten. I. 7621. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i v i tz.

HerSfeld, den 15. November 1892.

Nach einer Mittheilung des StewpelfiskalS soll a m 28. d. M t S eine Stempel-Revision dahier abgehalten werden.

Zu diesem Zwecke haben die Herren OrtSvor- stände alle Verhandlungen Protokolle, Verträge, sog. Akkorde, Lizitattonen, Submissionen, Auk- tionSProtokolle über Holz, Verhandlungen über Verpachtung von Ländereien, Wiesen, Aeckern, über Verpachtung der Jagd oder Fischerei, deS FleischhellerS, über Abgabe von Bier oder Brannt­

druck lag auf seinem feinen Gesicht

Und neben diesen bekannten Gestalten wurde ihre Aufmerksamkeit auf ein schlankes, junges Mädchen gelenkt, neben welches sie sich in ihrer schüchternen Hast gesetzt hatte, und deren ent- schloflene, aber nicht unweibliche Züge und feine, sichere Bewegungen ihr Vertrauen einflößten.

Cora irrte nicht, wenn sie sich für den Gegen­stand der Neugier seitens dieser Fremden hielt, deren Augen fragend auf sie gerichtet waren, und welche schließlich ihre Stellung ganz änderte und in Cora'S halb abgewandteS Gesicht blickte.

VIII.

ES scheint, wir theilen zufällig oder absichtlich ein gleiches LooS," hub die Fremde zu Cora mit fester Stimme an.Ich meine mir sind wohl die einzigen Damen in Balltotlette, die nicht tanzen."

Cora mußte unwillkürlich lächeln, obwohl der sie ewig bedrückende Gedanke ihrer niedrigen Stellung die natürliche Antwort auf diese uner­wartete Ansprache unterdrückte.

Ich glaube nicht, daß eS aus dem gleichen Grund geschieht," erwiderte sie mit halb schüch- ternem Stolz.Ich bin nicht zum Tanze aufge- focdert worden. Sie ziehen jedenfalls vor, still zu sitzen."

wein, Fixations-Verträge, Verhandlungen über Halten deS Zuchtbullen oder ZvchteberS, über Annahme von Gemeindebeamten (Nachtwächter, Hirten, Feldhüter rc.) über Anstellung von Hebammen, über Verpflegung elternloser armer Kinder, über Verkauf von Grundstücken, über Schul- und Kircheubauten, Wegrbauten, ferner Akkorde mit Holzhauern, sowie sonstige in Ver­waltung des Gemeinde-VerwögenS seit dem 1. Januar 1889 aufgenommene hier aber nicht speciell genannte Verhandlungen bis zum 26. d. Mt S. mit Beglettbericht dahier einzureichen.

Sofern dergleichen Verhandlungen in daS Be­schluß-Protokollbuch eingeschrieben sein sollten, ist auch dieses mit vorzulegea.

I. 7875. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei nitz.

HerSfeld, den 17. November 1892.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit der Einreichung deS nach meiner Verfügung vom 28. Oktober d. Js. I. I. 7396 (KreiSblatt Nr. 132) zu erstattenden Berichtes, betreffend den Empfang der zur Viehzählung am 1. Dezem­ber c. erforderlichen Formulare noch im Rück­stände sind, werden hieran mit Frist vt» zum 22. d. MtS. bei Meldung von 3 Mark Strafe erinnert.

J. I. 7396. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Polizei-Verordnung. Auf Grund des §. 137 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwal­tung vom 30 Juli 1883 und der §§. 6,12 und 13 der Verordnung über die Polizetverwaltung in den neu erworbenen LandeStheilen vom 20. Sep­tember 1867 verordne ich vorbehaltlich der Zu­stimmung des BezirkSauSschufftS für den Umfang deS Regierungsbezirks,

daß die in den beiden Polizei-Verordnungen vom 10. September dieser JahreS (Amtsblatt Seite 229) hinsichtlich der Meldepflicht und polizei­lichen Beobachtung von Personen, sowie der Ein­und Durchfuhr bestimmter Gegenstände gegen

Sie scheinen sehr bescheiden und aufrichtig zu sein," sprach die Fremde und ließ ihren Blick mit sichtlicher Bewunderung über die Gestalt der anmuthigen Mädchens gleiten.Aber für dieser Mal sind Sie mit Ihrer Vermuthung im Irrthum. Ich tanze sehr gern Rundtäuze, unr keine Quadrillen. Geht eS Ihnen nicht auch so?"

ES ist heute das erste Mal, daß ich überhaupt tanzen sehe," sagte Cora.Ich weiß nicht, ob ich eS gern mag."

ich es gern mag."

,AH! Ihr erstes Debüt! Wie ich Sie beneide!" fuhr die fremde junge Dame fort.Da muß Ihnen der Anblick hier doch wie ein Bild auS einem Feenlande Vorkommen!"

Ja, und eben so schattenhaft," versetzte Cora.

Herrlich! Ich sehe schon, wir werden Freun­dinnen werden! Wo haben Sie sich die aarue Zeit hindurch versteckt? Ich glaubte, ich kennte alle Schulzimmer ebenso genau wie die SalonS fünfzehn Meilen in der Runde."

Einen kurzen Augenblick färbten sich Cora'S bleiche Wangen mit einem tiefen Roth, als sie antwortete:

Es ist sehr natürlich, daß Sie nichts von mir gehört haben. Ich bin nur eine Abhäagige hier in diesem Hause . . . eine Fremde auS Deutsch­land, deren Lord Faro sich gütig angenommen hat, und ich bin bemüht, mich als Gesellschafterin von Miß Faro dankbar für seine Güte zu zeigen