ErschelM wöchenÄch drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Wonnemmt-Prei« oierteljübrlich 1 Mark 40 Pfg. excl. Lostaukschia«.
Bit Inlertton-gebühren betragen für den Raum einer Spaltzeüe
10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg.
Reklamen die Zeile 20 Pfg.
»W gr-fm-m «irftriiam entfprechender Rabatt.
Htlssel-er Kreisdliitt.
Mit wöchmtlicher Kratis-Meilage „Illukrirtes AuterhaltungsSlE.
Nr. 142.
Donnerstag den 1. Dezember
1892.
Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratts-Beilage „Nustrirtes llnterhaltungs-Blalt" pro Dezember werden von allen Kaiserlichen Vostanstalten, Laudbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Berlin, den 3. November 1892,
Bekanntmachung
wegen AuSreichuug der ZinSscheine Reihe II. zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsoli- bitten 4 %tgen Staatsanleihe von 1883.
Die ZinSscheine Reihe II. Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsoli- dirten 4 prozentigen Staatsanleihe von 1883 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1893 bis 31. Dezember 1902 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe werden vom 1. Dezember 1892 ab von der Kontrolle der Staats- Papiere hierselbst, Oranieustraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats, ausgereicht werden.
Die ZinSscheine können bet der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die Regterungs- Hauptkassen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskasse bezogen werden. Wer die Empfang- nahme bet der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden ZinSscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu
(Nachdruck verboten.)
Die Tochter des Meeres.
Roman von M. Rieolo.
(Fortsetzung.)
®ie Angeredete war nach der wechselnden Farbe und dem abgewendeten Gesichte zu urtheilen, setzt weniger gefaßt, aber sie gewann ihre Ruhe rasch wieder.
. »Ich muß erst noch erfahren, daß DaS meine einzige Alternative ist," versetzte sie stolz. »Und wenn der Herzog von Duubar meine einzige Hoffnung ist, mich vor einer alten Jungfrau zu retten, so werde ich sicherlich nie den Myrthen- teauz tragen. Du kannst ihm DaS sagen, und ihm wie mir weitere Unannehmlichkeiten ersparen.
»Mit diesen Worten?" ,
„»Ganz wie Du willst! Ich überlasse eS Deiner Geschicklichkeit, ihm meine Antwort in der geeignetsten Weise zu überbrtugen," sagte sie in demselben Herben Tone.
»DaS werde ich allerdings nicht thun, erwiderte er streng. »Ich werde einfach um eine kurze Frist bitten, damit Du Dir den unerwarteten Antrag überlegen kannst, und gleichzeitig unsere Einladung unS zu besuchen, wiederholen."
. »Ganz wie Du willst! Aber bedeute wohl, daß ich nicht verantwortlich bin für die möglichen Folgen, die daraus entstehen könnten. Da weißt, daß ich meinen Entschluß selten ändere . . • Vier Wrde ich eS nicht thun, und wenn ich morgen Schloß Biddulph und Alles wa» dazu gehört
übergeben, za welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine uumerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist eS doppelt vorzulegen. Im letzteren Fall erhalten die Einreicher das eine Exemplar, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der AuSrei- chuog der neuen ZmSscheine zurückzugeben.
In Schriftwechsel kann die Kontrolle derStaatSpapieresich mit dein Inhabern der ZinSscheinanweisungen nicht e i u l a s s e n.
Wer die ZinSscheine durch eine der oben ge- nannten Provinzialkassen beziehen will, hat der- selben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse eiuznretcheu. DaS eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bet Aushändigung der ZinSscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bet den gedachten Provinzialkassen und den von deu Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Eturetchuug der Schuldverschreibungen bedarf eS zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Ztusscheinanweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuld- verschretbnngeu au die Kontrolle der Staatspaviere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen. Königliche Hauptverwaltung der Staatsschulden.
I. 2799. gez. v. Hoffmanv.
* * *
Cassel, den 12. November 1892.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen
darum verlieren sollte ... Da wir uns aber jetzt verständigt haben, werde ich TomkinS klingeln. Ich gedenke übrigens heute Nachmittag nach Villa Faro zu fahren."
Selbst Lord Marston, so sehr er auch au die Launen seiner excentrischen Tochter gewöhnt war, konnte sich über ihre außerordentliche Ruhe bei einem so aufregenden Ereigniß, wie die Werbung eines HerzogS und seine eigene Mißbilligung waren, eines halb bewundernden, halb zornigen Staunen« nicht erwehren.
»Wirklich, Martan," hub er an, »ich . .
Aber Marian'S Zug an der Klingel wurde so eiligst gehorcht, daß der Satz unvollendet blieb, und des Diener« Erschetueu hinderte den Lord an ferneren Reflexionen.
TomkinS klirrte mit dem Porzellan, ließ einen silbernen Präsentirteller fallen und stieß mehrmals mit solcher Heftigkeit an des Lord Stuhl, daß dieser eS nicht länger ertragen konnte.
»So feien Sie doch etwa« vorsichtiger, Tom- kins," verwies er ihn. »Sie wissen, daß ich kein Geräusch in meiner Gegenwart dulde." —
»Ja, Mylord, es thut mir leid," sagte der Diener in wenig bescheidenem Tour. »Mich haben wohl die traurigen Nachrichten, die der Postbote brächte, etwa» aus der Fassung gebracht."
Der Graf war zu stolz, um sogar nach einer solchen Herausforderung zu fragen, und TomkinS mußte schon auS freien Stücken etwas mehr berichten.
»Haben Mylord gehört, daß Lord Faro und
RegierungS - Hauptkasse und den Steuerkassen unserer Bezirks verabreicht werden.
K, 2248. Königliche Regierung. Rothe.
HerSfeld, den 26. November 1892.
Der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medictual - Angelegenheiten hat ein neues Lehrbuch für die Hebammen auSarbeiten lassen, welches unter dem Titel: »Preußisches Hebammenlehrbuch" im Verlage von August Hirschwald in Berlin unter den Linden 68 erschienen ist. Dieser Lehrbuch wird beim Unterricht in den Hebammeu-Lehranstalten vom Beginn des nächsten LehrkursuS ab eingeführt und auch bet den mit den BezirkShebammen vorschriftsmäßig abzuhaltevdeu Nachprüfungen sobald als möglich zur Anwendung gebracht werden. Es ist deshalb erforderlich, daß sämmtliche Bezirks- Hebammen in kürzester Zeit in den Besitz dieses neuen Lehrbuches gelangen.
Der Preis desselben, welches allein bei der genannten Verlags,bnchbaudlung zu beziehen ist, ist, wenn die Besrellttog durch Verwitteluug der Königlichen Regteruug zu Cassel erfolgt, auf 3 Mark pro Exemplar ermäßigt worden, während bei Bestellung durch einzelne Hebammen oder Privatpersonen das Exemplar 4 Mark 50 Pfg. kostet.
Die Herren OrtSvorstände deS Kreises, in deren Gemeinden sich BezirkShebammen befinden, haben mir deshalb bis spätestens zum 4. k. MtS. bertchtlich anzuzeigen, ob die Gemeinde das neue Hebammenlehrbuch zu dem ermäßigte« Preise von 3 Mark durch Vermittelung der Königlichen Regierung zu beziehen wünscht. Bejahendenfalls ist die Zahl der gewünschten Exemplare anzngebea und der Betrag von je 3 Mark gleichzeitig dahier eiuzuzahlen.
J. I. 8169. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e t n t tz.
der junge Belfort ein Duell mit einander gehabt haben und daß Lord Faro dem Tode verfallen isthub er nach einer Pause wieder au.
»Das ist thörichtes Geschwätz!" sagte der Lord. »WaS in aller Welt könnte eine so unwahrscheinliche Katastrophe herbeigeführt haben?"
»Bitte, um Entschuldigung, Mylord, aber eS ist nur zu wahr," erklärte der Diener. »ES waren zwei Aerzte in der Villa Faro, und man scheint wenig Hoffnung zu haben. Es waren auf den Schuß zwei Wildhüter herbeigeeilt, aber sie sind doch zu spät gekommen. Lord Faro lag auf der Erde, und ein junger Arzt, wir eS scheint der Einzige, der bei dem Duell zugegen gewesen, war um ihn beschäftigt. Wo Lord Belfort hin ist, weiß Niemand. Er wird wohl geflohen sein, doch wenn man ihn bekommt und Lord Faro stirbt, wird er als Mörder verurthetlt."
Lady Marion hatte still und regungslos zu- gehört, aber sie war halb bewußtlos auf einen Sessel dicht am Fenster niedergesunkeu.
»Und was giebt man als Gruud der That an, da Sie so viel zu wissen scheinen, TomkinS?" fragte her Lord, der in der Aufregung seine Würde zu vergessen schien.
Tomkus zögerte ein wenig.
»Nun, Mylord, man sagt, die junge P-rsou, die Lord Faro ins Haus gebracht hat, sei au dem Allen schuld. Ich glaube, Lord Faro war eifersüchtig auf den jungen Lord."
Da vernahm man einen schweren Seufzer, daß Rauschen eines Kleides und Lady Martau sank