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HklsftlLer Kreisbliitt.

Mit wöcheuttiHer Kratis-AeilageILukrirLes AnLertzaltungsSlE.

^r. 146. Sonnabend den 10. Dezember 1892.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Veranlagungsbezirk Hersfeld.

Hersfeld, den 6. Dezember 1892,

Oeffentliche SekannimchmiS.

Einkommensteuer-Veranlagung für das Steuerjahr 1893|94.

Auf Grund des §. 24 des Einkommensteuer- gesetzes vom 24. Juni 1891 (Gesetzsammlung S. 175) wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Kreise Hersfeld aufgefordert, die Steuer­erklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebeueu Formular in der Zeit vom 4. Januar bis einschl. 20. Januar 1893 dem Unter­zeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind.

Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn eine besondere Aufforderung oder ein besonderes Formular nicht angegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebeueu Formulare und die für deren Ausfüllung maßgebenden Bestimmungen von heute ab an den zu bezeichnenden Stellen kostenlos verabfolgt.

Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen wer- den von dem Unterzeichneten in seinem Amtslokal

^Nachdruck verboten.)

Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Nicolo.

(Fortsetzung.)

Wie traurig, wenn man an all die vornehmen Herrschaften denkt, die hier so lustig waren, und Sie mit ihnen, und daß Sie keinen Freund haben sollen, an den sie sich in der Noth wenden könnten!

Diese Worte erinnerten die unglückliche Cora an Lady Marian Biddulph's freundliches An­erbieten. Dieselbe hatte sie gebeten, sich in der Stunde der Noth an sie zu wenden, und sie konnte es als ein Zeichen der Vorsehung ansehen, daß des Lords Tochter ein gewisses Interesse an ihr benommen hatte. Sollte sie die Wahrheit von Lady Marian Biddulphs Worte auf die Probe stellen? Sollte sie Lord Faro verlassen?

,Kommen Sie, Miß Cora! Seien Sie nicht eigensinnig!" sagte der alte Mitchell wieder. Mir ist ja nichts daran gelegen, ob Sie eine Schmucksache mehr oder weniger haben, wenn es sich, wie ich fast fürchte, für meinen armen Herrn gleich bleibt. Doch als alter Diener deS Hauses bin ich gewissermaßen verpflichtet, zu sagen, waS ich hier gesehen habe, wenn Sie tarauf bestehen, vier bleiben zn wollen." ,

DaS Mädchen stieß plötzlich einen Schrei auS. Mitchell l Mitchell 1 Sie werden, Sie können mich unmöglich für . . . eine Diebin halten!"

.Vielleicht nicht, Miß Cora," lautete die ruhige

während der Geschäftsstunden von 9 bis 12 Uhr zu Protokoll entgegengenommen.

Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung für das Steuerjahr zur Folge.

Wissentlich unrichtige oder unvollständige An­gaben oder wissentliche Verschweiaung von Ein­kommen in der Steuererklärung sind im §. 66 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Zur Vermeidung von Beanstan­dungen und Rückfragen empfiehlt es sich, die den Angaben der Steuererklärung zu Grunde liegenden Berechnungen au der dafür bestimmten Stelle (S e t t e 3 u n d 4) des Steuererklärungsformulars oder auf einer be­sonderen Anlage mitzutheilen.

Schließlich werden noch folgende Aenderungen der zu dem Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 erlassenen Ausführungsanweisung vom 5. August 1892 zur allgemeinen Kenntniß gebracht:

1) In den Artikeln/' Nr. III. und 18 Nr. III. ist statt der Worte:des Nutzungs- Werthes" zu setzendes Substanz- werthes".

2) Artikel 16 Nr. I.. hat zu lauten: d. ein angemessener Procentsatz ds Werthes des Gebäudes (Bauwerthes) für die Ab­nutzung desselben, wobei die Feuerver- stcherungstaxe als Werth des Gebäudes an­genommen werden kann.

3) Im A r 1 i k e l 16 N r. II. treten im Absätze 1 au die Stelle der Worte:des be­dungenen Jahresmiethziuses" die Worte:

des Werthes des Gebäudes (Feuerver- stcherungswerthes)" und als neuer Zusatz vier ist anzufügen: Stellen sich die Einnahmen des Vermiethers nach den Umständen des Falles nicht als feststehende, sondern als unbestimmte und schwank nde bar, so sind

Antwort,

.sehen Sie, ich habe überhaupt nicht, Lebewohl aus dem Hause, in dem sie Freude und l zu denken, aber wenn etwas fehlen Kammer, Stolz uns Demüthigung zu gleicher

Lust, daran zu denken, aber wenn etwas fehlen | Kummer, Stolz uns Demüthigung zu gleicher sollte, würde auf mich die Schuld fallen," setzte Zeit kennen gelernt hatte.

er in bedeutsamen Tone hinzu.Wenn Sie sich Sie wußte nicht, welche Richtung sie einschlagen von mir leiten lasten wollen, werde ich dafür sollte, noch wie weit sie zu gehen hatte, ehe sie " - ein Obdach finden würde.

sorgen, daß Sie zu Ihrem Rechte kommen, wenn Lord Faro wieder gesund wird. Andernfalls thäten Sie besser, aus dem Wege zu gehen. Da- rum thun Sie, was ich Ihnen sage."

Cora's Wangen bedeckte eine dunkle Gluth bei den Worten des alten Mannes, aber allmälig nahmen sie eine Todtenblässe an.

Vielleicht baden Sie Recht, Mitchell," sagte sie bebend.Wenn ich zu Grunde gehe ... was thuts? Aber meine Ehre kann nicht sterben, und auf Ihr Haupt fällt eS zurück, wenn meine Un­schuld verleumdet werden sollte. Leben Sie wohl! Ich werde nicht fern sein, so lange Ihr Herr in Gefahr schwebt."

Und mit einem stolzen Neigen ihres KopfeS, das mehr für eine Prinzessin als für eine Flüchtige paßte, verließ sie das Zimmer.

Das Medaillon war noch in ihrem Besitz . . . nicht durch Diebstahl, sondern nur in Aufbe­wahrung für den, dem rs, wie sie glaubte, theuer war, und für den sie eS bewahren wollte, auch mit Gefahr ihres Lebens und ihrer Ehre.

Sie hatte keine Zeit zum Ueberlegen. Rasch entschlossen eilte sie nach ihrem Zimmer und traf die Vorbereitungen für die Flucht.

Und bann schlich sie sich mit einem stummen

sie in Gemäßheit des Artikels 5 Nr. 2 also nach dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre in Absatz zu bringen.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer -Beranlagungskommission.

Freiherr von S ch l e i u i tz.

I. III. Nr. 263.__________________________________

Hersfeld, den 6. Dezember 1892,

In den nächsten Taaen werden einer größeren Anzahl der Herren Ortsvorstände des KreiseS Formulare zu den nach § 24 und §. 25 des Ein­kommensteuergesetzes bezw. Artikel 29 Nr. 1 und 51 Absatz 4, 5 und 6 der Ausführungsanweisung vorgeschriebeueu Steuererklärungen nebst an die betreffenden Steuerpflichtigen gerichteten Auffor­derungen zur Abgabe dieser Steuererklärungen zugehen.

Dieselben sind den Adressaten ungesäumt zu- zustellen. Daß dieses geschehen, ist durch Aus­füllung der Spalten 6 bis 9 der beigefügten und bis spätestens, zum .16. d. MtS. hierher zurückzureichenden Tabelle (Zustellungen über Steuererklärungen) zu bescheinigen.

Die beigefügten überschießenden Formulare sind zur Abgabe an solche Steuerpflichtigen besiimmt, welche in Folge der oben abgedrucktenOeffevt- lichen Bekanntmachung" freiwillig Angabe über ihre Einkommensverbältniffe machen wollen.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer - Beranlagungskommissum.

Freiherr von Schleinttz,

I. III. Nr. 262 Landrath.___________________

Hersfeld, den 5. Dezember 1892.

Der Bürgermeister Georg We uk zu Beugen« dorf ist als Sachverständiger znr amtlichen Unter­suchung des Schweinefleisches auf Trichinen für den neu gebildeten Schaubezirk Beugendorf mit Forsthaus Beugendorf widerruflich bestellt und

Aber sie verließ Schloß Faro mit schwerem Herzen, als daß sie die Müdigkeit ihrer Glieder gespürt bätte, und eilte rasch die Straße hinab, auf der sie, wie sie glaubte, nach Lady MarianS Wohnort gelangen mußte.

* * *

Die junge Erbin von Biddulph war im Schutze ihres eigenen Zimmers wieder vor Beobachtung sicher, und sie bedurfte Zeit und Ruhe, um über die Aufgabe, die sie übernommen hatte, uachzu, denken.

Ernst, Ernst, soll ich denn wirklich für Deine Sicherheit Alles aus's Spiel setzen, wo doch Dein eigenes Wagniß einer Andern galt?" klang es unwillkürlich von ihren Lippen, als sie auf dem weichen Teppich hin und her ging.

Da ward sie durch ein leises Klopfen an der Thür aus ihren Träumereien aufgeschreckt, und Frau Aston trat mit bestürzter, angstvoller Miene ein, die neues Unheil verkündete.

Frau Aston, reden Sie... waS ist geschehen?" stieß Lady Marian athemloS hervor.

O, Mtlady, eS scheint als dürfe man nicht von der Vergangenheit sprechen, noch die Asche der Todten stören," sagte die Eintretende