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Hersseliitl ireisllitt
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt".
Mr. 24. Sonnabend den 28. Februar 1893.
Erstes Blatt.
Bestellungen auf das Hersfelder Äreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt" pro März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchsten Erlasses vom Lösten v. M. dem Vorstände der ständigen Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe in Weimar die Erlaubniß zu ertheilen geruht, zu der von ihm mit Genehmigung der Großherzoglich Sächsischen Staatsregierung in diesem Jahre wiederum, nach dem im Wesentlichen in meiner Bekanntmachung vom 10ten März v. J. (Amtsblatt Seite 53/54) mitgetheilten Plane zu veranstaltenden Ausspielung von Gegenständen der Kunst und des Kunstgewerbes auch im gesummten Preußischen Staatsgebiete Loose zu vertreiben.
Die Polizeibehörden des Bezirks haben bem- gemäß den Vertrieb der Loose nicht zu beanstanden.
Cassel am 17. Februar 1893.
Der Negierungs - Präsident. J. V.: v. Pawel.
In dem Deutschen Reichsanzeiger vom 16ten v. M. (Rr. 14) wird vor dem Treiben einer englischen Firma „The International Mercantile Society“ in London gewarnt, welche für die Dauer der Chicagoer Ausstellung achtzig Kellnerinnen, sowie auch Commis anzuwerben vorgibt, die sich meldenden Personen zur vorherigen Einzahlung einer Vermittelungsgebühr auffordert und nach Eingang der Beträge den Schriftwechsel ab- zubrechen pflegt.
Indem ich dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche ich die Polizeibehörden, gefälligst für das allgemeine Bekanntwerden dieser Veröffentlichung Sorge zu tragen.
Cassel, am 17. Februar 1893.
Der Negierungs - Präsident. I. V.: v. Pawel.
Hersfeld, den 23. Februar 1893.
Der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten beabsichtigt, noch eine Anzahl farbiger Lichtdruck-Bilder Seiner. Majestät des Hochseligen Kaisers und Königs Wilhelm I., wie solche an mehrere Volksschulen bereits abgegeben sind, an die Schulen solcher Gemeinden unentgeltlich zu überweisen, welche sich bereit erklären, die Kosten der Umrahmung aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Die Einrahmung, welche das Kunstinstitut von Ad. O. Troitzsch in Berlin besorgen wird, kostet 8 Mark.
Die Herren Bürgermeister derjenigen Schulorte, für welche die Ueberweisung eines solchen Bildes gewünscht wird, haben mir zum 2. k. Mts. darüber
zu berichten und zwar mit der ausdrücklichen An- Wunsch und gäbe, ob ein fertig eingerahmtes Bild gegen Zahlung des erwähnten Kostenpreises (8 Mk.), oder ein ungerahmtes Bild gewünscht wird, dessen Einrahmung die Gemeinde selbst übernehmen will.
I. 1374. Der Königliche Landrath.
J. V.: Heeg.
Bekanntmachung.
Es wird wiederholt darauf aufmerffam gemacht, daß die Sprechstunden auf dem Königlichen Katasteramt nur am Mittwoch und am Sonnabend einer jeden Woche, Vormittags von 8 bis 12 Uhr stattfinden.
Die Herren Bürgermeister wollen dieses gefälligst nochmals zur Kenntniß ihrer Gemeinde- mitglieder bringen.
Hersfeld, den 21. Februar 1893.
Der Königliche Steuer-Inspektor Schmeiß er.
Nichtamtliches.
Der Kaiser
hat am Mittwoch Mittag im Königlichen Schlöffe in Gegenwart des Präsidenten des Staats-Mini- steriums und des Ministers für Landwirthschaft eine Abordnung der landwirthschaftlichen Central- vereine der östlichen Provinzen empfangen, welche beauftragt war, mittels einer Denkschrift die Wünsche der Landwirthschaft zur Allerhöchsten Kenntniß zu bringen und um deren Förderung zu bitten. Es waren erschienen die Rittergutsbesitzer von Below-Saleske von der Pommerschen ökonomischen Gesellschaft, v. Lösewitz, vom baltischen Centralverein, Seydel vom Centralverein für Lithauen und Masuren, Justizrath Reich vom Ostpreußischen, v. Pnttkammer-Plauth vom West- preußischen, Amtsrath Sasse vom Poseuschen, v. Arnim-Güterberg vom Brandenburgischen Centralverein. Schlesien war wegen Erkrankung des Grafen v. Pückler-Burghanß durch Herrn v. Below vertreten.
Der Letztere überreichte die Denkschrift mit folgender Ansprache:
Eurer Majestät danken wir unterthänigst, daß es uns vergönnt ist, dieser Stelle nahen zu dürfen.
Wir lammen in schwerer Sorge wegen des Niederganges wie wegen der Zukunft unseres landwirthschaftlichen Gewerbes, um uns ehrfurchtsvoll an Eurer Majestät landesväterliches Herz unmittelbar zu wenden.
Unsere allerunterthänigste Bitte geht dahin, die von uns in einer Denkschrift näher bezeichnete Sachlage huldvollst zu prüfen und unserer Wünsche mit einem machtvollen Königsworte Sich aller- gnädigst annehmen zu wollen, wie dieses von Euer Majestät Durchlauchtigsten Vorfahren glorreichen Angedenkens zum Segen des Landes wiederholt geschehen ist.
Geruhen Eure Majestät Allergnädigst die Denkschrift entgegennehmen zu wollen.
Seine Majestät erwiderten hierauf Folgendes: Ich danke Ihnen Meine Herren, daß Sie zu Mir gekommen sind und Sich unmittelbar an Ihren Landesvater wenden
Wie Mein unablässiges Streben auf das Wohl Meines Landes gerichtet ist, so ist es auch Mein
Wille, den Schwierigkeiten und Sorgen abzuhelfen, mit welchen die Landwirthschaft, zumal in den östlichen Provinzen, zu kämpfen hat.
Die Mittel und Wege, welche hierzu einzu- fchlagen, sind mannigfacher Art und schwieriger Natur. Nur einer längeren Zeit wird es auch bei voller Hingabe meiner Regierung an die gestellte Aufgabe gelingen, dem angestrebten Ziele näher zu kommen. Dazu bedarf es vor allem des Friedens, zu dessen Erhaltung auch Sie bei- tragen können, indem Sie für die Stärkung unserer Wehrkraft eintreten.
Die Wünsche, welche Sie mir vortragen, werden von Meiner Regierung eingehend geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Jemehr dies geschehen und das Gedeihen der Landwirthschaft gefördert werden kann, desto größer wird meine Befriedigung sein, da die Landwirthschaft und die ackerbautreibende Bevölkerung Mir besonders am Herzen liegen. Ich erblicke gleich meinen Vorfahren in ihr, wie ich vor drei Jahren in Königsberg auf dem Feste der Provinz ausgesprochen habe, eine Säule des Königthums, die zu erhalten und zu festigen mir Pflicht und Freude ist, und Ich vertraue zuversichtlich, daß sie sich als solche in alter Treue allezeit bewähren wird.
Politischc Nachrichten.
Berlin, 23. Februar.
S e. Majestät d e r K a i s e r unternahm am gestrigen Nachmittage, nach Aufhebung der Frühstückstafel, von 3 Uhr ab, in Begleitung der Flügeladjutanten vom Dienst, einen Spazierritt durch den Thiergarten bis zum Hippodrom und kehrte alsdann zum Schlosse zurück. Bis zur Abendtafel verblieb der Monarch in seinem Arbeitszimmer. — Am heutigen Vormittage arbeitete Se. Majestät der Kaiser zunächst allein. Gegen 10* 4 Uhr begaben sich beide Kaiserliche Majestäten nach dem Stettiner Bahnhöfe, von wo aus AUerhöchstdieselben mittelst Sonderzuges nach Neu-Strelitz abreisten, um daselbst den großherzoglich mecklenburgisch-strelitz'schen Herrschaften einen offiziellen Gegenbesuch abzustatten. — Die Ankunft auf bem festlich geschmückten Bahnhöfe in Neu-Strelitz erfolgte Mittags 12*/., Uhr. In der Begleitung Sr. Majestät des Kaisers befanden sich der Ober-Hof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, die Kabinetschefs und der militairische Dienst rc. Jeder größere Empfang war von dem Kaiserpaare abgelehnt worden. Nach den getroffenen Dispositionen gedachten Ihre Majestäten bis Nachmittag in Neu-Strelitz zu verbleiben und hierauf um 4 Uhr mittelst Sonderzuges die Rückreise «ach Berlin anzutreten, wo die Ankunft um 5 Uhr 30 Minuten erwartet wird.
Auch für Januar erweisen die Einnahmen der Post- und Telegraphenverwaltung eine weitere Zunahme des Verkehrs. Die Bruttoein- na h m e für Januar 1892 betrug 20 506 586,29 M., dagegen für Januar 1893 21 658 374,61 M., mithin mehr 1 151 788,32 M. Der reine Ueber- schuß betrug für Januar 1892 893 273,44 M., dagegen für Januar 1893 1272 092,51 M., mithin mehr 378819,07 M. Für den Zeitraum