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Nr. 43.
Donnerstag den 13. April
1893.
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Amtliches.
Königliche Regierung.
Cassel, den 25. März 1893.
In der zweiten Beilage zum Deutschen Reichs- Anzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger vom 28. Februar d. Js. Nr. 51 ist ein Verzeichniß derjenigen Waaren veröffentlicht worden, bei deren Einfuhr nach der Schweiz die Vorlegung von Ursprungszeugnissen vom 1. d.Mts. an verlangt wird.
Zur Ausstellung der Ursprungszeugniffe sind nach dem in einem Abdrücke beigefügten durch Bekanntmachung des Bundesrathes der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 14. Februar d. Js. festgestellten Formulare u. a. auch die Orts- und Polizeibehörden befugt, wie ich Ew. Hochwohl- geboren 2C. zur gefälligen Kenntnißnahme und weiteren Veranlaffung ergebenst mittheile.
Der Regierungs-Präsident.
In Vertretung: von Pawel.
An die sämmtlichen Herrn Landräthe des Bezirks und den Herrn Polizei - Präsidenten hier.
I. A. II Nr. 2812.
Formular der Ursprungszeugnisse für die Schweiz.
D . . Unterzeichnete')......; bescheinigt auf Grund zuverlässiger Nachweisungen der Firma..............in....... daß die von dieser letzteren unter der Adresse .
nach der Schweiz versandten Waaren, nämlich:
Zeichen und Nummer.
Art der Verpackung.
Tarifgemäße Waarenbe- zeichnung.
Nettogewicht.
Bruttogewicht.
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Amtl
Nisse . . i&cr Stemp
d.
’) sind. Untersä
»rift.
') OrtSbehörde, Handelskammer, Polizeibehörde, Zollamt oder schweizerisches Konsulat.
*) Angabe de« ProbuktionSlande«. Ist der Versender zugleich Erzeuger der Waare, so ist die« anzugeben.
* *
Hersfeld, den 10. April 1893.
Wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur
Nachachtung mitgetheilt.
I. 2124. Der Königliche Landrath
____________Freiherr von Schleinitz. . Hersfeld, den 7. April 1893.
Aus Anlaß eines Spezialfalles mache ich die
Herren Ortsvorstände auf die Bestimmung des §. 3 der Polizei-Verordnung vom 10. Januar 1880, das Feuerlöschwesen betreffend, hierdurch besonders aufmerksam und denselben zur strengen Pflicht, bei dem Ausbruch eines größeren Brandes unverzüglich dem Oberbrandmeister entsprechende Mittheilung zu machen.
J. A. Nr. 524. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 8. April 1893.
Zufolge Ersuchens des Königlichen Proviant- Amts zu Bockenheim wird hierdurch zur Kenntniß der Landmirthe gebracht, daß seitens desselben noch fortgesetzt Roggenrichtstroh (Flegeldrusch) vorzugsweise von Produzenten angekauft wird.
J. I. Nr. 2127. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Wegen Schadhaftigkeit der Fuldabrücke bei Mecklar und bis zur! Instandsetzung derselben können Fuhrwerke nur mit einer Last bis zu 20 Ctr. passiren. Für größere Lasten wird die Brücke gefahrwegen gesperrt, was hierdurch veröffentlicht wird.
Mecklar am 11. April 1893.
Der Bürgermeister
Iffland.
Politische Nachrichten.
Berlin, 11. April.
S e. Majestät der Kaiser hatte am gestrigen Nachmittage um 3'/., Uhr einen Spazierritt durch den Thiergarten und nach dem Hippodrom bei Charlottenburg unternommen, von welchem Allerhöchstderselbe um 5'/.2 Uhr nach dem Schlöffe zurückkehrte. — Am heutigen Vormittag unternahmen beide Majestäten von 83/4 bis kurz vor 10 Uhr eine gemeinsame Spazierfahrt nach dem Thiergarten und einen Spazier- gang in den Anlagen. Nach dem Schlosse zurückgekehrt, nahm Se. Majestät der Kaiser den Vortrag des Chefs des Generalstabes der Armee entgegen und arbeitete mit dem Chef des Mili- tairkabinets. Am Nachmittag um 1 Uhr hatten Graf Friedrich zu Stolberg-Stolberg und der Staatsanwalt Ganslandt die Ehre des Empfanges.
Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, trifft Se. Majestät der Kaiser nach nunmehr getroffener entgültiger Bestimmung am Freitag, 14. April, Abends, mittelst Eisenbahn in Swinemünde ein und wird sich unmittelbar nach der Ankunft an Bord der kaiserlichen Pacht „H o h e n z o l l e r n" einschiffen. Empfang findet dortselbst nicht statt. Der Staatssekretair des Reichsmarineamts, Vizeadmiral Hollmann, mit dem Chef-Konstrukteur der kaiserlichen Marine und der Kommandirende Admiral Frhr. von der Goltz schiffen sich ebenfalls an Bord der Pacht ein. Die Abfahrt der Pacht erfolgt am Sonnabend, 15. April früh Morgens, unter Begleitung des Avisos „Wacht", der zu diesem Zwecke in See geht. Die Pacht wird voraussichtlich am 15. Nachmittags in Kiel eintreffen. Der Zeitpunkt der Wiederabreise des Kaisers von Kiel nach Berlin ist an Allerhöchster Stelle noch nicht festgesetzt.
Nach einer telegraphischen Meldung von Rom hebt die „Jtalia militare" hervor, daß die
Truppenrevue am 24. April sich ganz besonders glänzend gestalten werde. Se. Majestät der Kaiser, König Humbert, die Fürstlichkeiten und ihre militairischen Gefolge werden sich zu Pferde vom Quirinal durch die Via Nazionale, den Korso und über die Ponte Mar- gherita nach dem Paradefelde begeben, Ihre Majestäten die Kaiserin und die Königin werden im Wagen nachfolgen. Bei der Rückkehr, die auf demselben Wege stattfindet, werden alle Truppen den Majestäten bis zum Anfang der Via Nazionale folgen.
Nachdem das preußische Abgeordnetenhaus bereits am Dienstag, den 11. April, seine durch die Osterferien unterbrochene Thätigkeit wieder ausgenommen hat, wird auch der Reichstag in diesen Tagen, am 13. April, seine Arbeiten nach Ablauf der österlichen Ruhepause fortsetzen.
Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Bekämpfung gemeingesährlicherKrank- heilen nebst Begründung, ist im Reichstage zur Vertheilung gelangt.
Ein A t t e n t a t s v e r s u ch auf den Fürst- primas von Ungarn, V a s z a r y , hat in der ungarischen Hauptstadt große Erregung hervorgerufen. Der Attentäter, welcher Szolics heißt und ein entlassener Kellermeister des Fürstprimas ist, drang in deffen Wohnung in Budapest ein, unter dem Vorgeben, dem Fürstprimas persönlich ein Gesuch um seine Wiederanstellung überreichen zu wollen. Der Privatsecretair Vaszary's, Dr. Kohl, führte Szolics zum Fürstprimas, und als letzterer auf die Bitte Szolis eine ausweichende Antwort gab, stürzte sich der Eindringling mit einem spitzen Messer auf den Kirchenfürsten. Dr. Kohl warf sich aber dazwischen, so daß er von dem Wüthenden mehrere Messerstiche erhielt; die inzwischen herbeigeeilte Dienerschaft überwältigte dann den Attentäter. Bald nachdem sich die Kunde von dem Vorgänge in der Stadt verbreitet hatte, erschienen die Erzherzöge Josef und Ladislaus, die Minister Wekerle und Hieronimy, sowie zahlreiche Magnaten und Abgeordneten bei dem Fürstprimas und beglückwünschten ihn zu seiner Rettung. Der Zustand des schwer verwundeten Dr. Kohl gilt als sehr bedenklich. Szolics gestand bei seinem ersten Verhör offen, daß er den Fürstprimas aus Rache habe tödten wollen, er bedauerte cynisch das Mißlingen der That.
Gegen den Kö nig Karl vonPortugal ist ein Attentat verübt worden. Ein Individuum feuerte auf den König einen Revolverschuß ab, doch blieb der Monarch unverletzt; der Attentäter wurde sofort verhaftet. — Neuere Meldungen aus Lissabon d e m e n t i r e n die Nachricht von einem angeblichen Attentat aus den König.
In E g y p t e n soll die feindselige Stimmung gegen England im Wachsen begriffen sein; das neue Ministerium selbst gilt als der hauptsächlichste Förderer dieser Strömung. — Im östlichen Sudan, bei Tokar, regt sich der Madhistenführer Osman Digma wieder. Er unternahm einen Raubzug in die Gegend von Tokar, er wurde jedoch mit seinen Leuten von egyptischen Truppen zurückgeschlagen.
In den chilenischen Provinzen Santiago,