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Hersseliiel IrtisHatt.

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Ur. 46.

Donnerstag den 30. April

1893.

Amtliches.

Berlin, den 8. November 1892.

Bekanntmachung

wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe V. zu den 31 / 2 o/Zgen Niederschlesischen Zweigbahn- Prioritäts-Obligationen der Oberschlesischen Eisen­bahn und der Zinsscheine Reihe V. zu den 4'/., "/igen Partial-Obligationen der Hamburger Eisenbahn von 1861.

Die Zinsscheine Reihe V. Nr. 1 bis 10 zu den y 8«/, °/0tgen Niederschlesischen Zweigbahn-Priori- täts-Obligationen der Oberschlesischen Eisenbahn über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1893 bis 31. Dezewber 1897, nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe, sowie die Zinsscheine Reihe V. Nr. 1 bis 16 zu den 4'/^ <>/oigen Partial-Obligationen der Hamburger Eisenbahn von 1861 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1893 bis 31. Dezember 1900 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgen­den Reihe werden vom 5. Dezember d. J. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die Regierungs- Hauptkassen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskasse bezogen werden. Wer die Empfang­nahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat der­selben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu

übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Ein­reicher eine numerirte Marke als Empfangsbe­scheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Fall erhalten die Ein­reicher das eine Exemplar, mit einer Empfangs­bescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausrei­chung der Zinsscheine zurückzugeben.

In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den In­habern derZinöscheina »Weisungen n i ch t e i n l a s s e n.

Wer bie Zinsscheine durch eine der oben ge­nannten Provinzialkassen beziehen will, hat der­selben die Anweisungen mit einem doppelten Ver­zeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen, so­gleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder einzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Pro­vinzialkassen und den von den Königlichen Regie­rungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.

Der Erreichung der Obligationen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden ge­kommen sind; in diesem Falle sind die Obligationen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.

Königliche Hauptverwaltung der Staatsschulden.

L 2829. gez. (Unterschrift.)

*

Cassel, den 17. November 1892.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch

mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in der­selben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den Steuerkassen des Regierungsbezirks verabreicht werden.

Der Regierungs-Präsident Rothe.

Zur Durchführung des am 1. April d. I. in seinem vollen Umfange in Kraft tretenden Reichs­gesetzes, betreffend die Prüfung und Stempelung der Läufe und Verschlüsse von Handfeuerwaffen, vom 19. Mai 1891 (R. G. Bl. S. 109) ist eine Beschußanstalt in Suhl errichtet worden, die ihren Betrieb unter der Leitung des Hauptmanns a. D. F r i t s ch an dem bezeichneten Tage eröffnen wird. Eine weitere, in Frankfurt a/O. errichtete und der Leitung, des Majors a. D. von P e l ch r z i m unterstellte Beschußanstalt ist zu­nächst für die von dem Gewehrfabrikanten Collath dafelbst hergestellten Waffen bestimmt, wird jedoch bis auf Weiteres nach Maßgabe des verfügbaren Raumes auch anderen Gewerbe­treibenden zugänglich sein.

Die Waffen der Gewehrfabrikanten von Dreyse in Sömmerda werden bis auf Weiteres in dessen eigener Beschußanstalt daselbst geprüft werden; die Leitung dieser Anstalt erfolgt durch den Direktor der Beschußanstalt in Suhl.

Berlin, am 22. März 1893.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

Frhr. v o n Berlepsch.__________ Hersfeld, den 18. April 1893.

Für den am 4. September 1876 zu Niederaula geborenen Philipp B i ck h a r d t ist um Ent­lassung aus dem preußischen Staatsverbande be­hufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

J. I. Nr. 2112. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Nieolo.

(Fortsetzung.)

Edles Mädchen!" zitterte es von des Grafen Lippen.

Vielleicht fühlte er in diesem Augenblicke, wie viel er stch durch seine Schnelligkeit verscherzt hatte! Wie glücklich hätte Rupert sein können . . . welch eine Tochter hätte seine letzten Jahre erheitern können!

Aber er gab seinen Gedanken keine Worte. Er blieb einige Momente stumm, und sogar Lady Emily wagte nicht, die Stille zu unterbrechen.

Endlich kam die Entscheidung in scharfem, klaren Tone von des Grafen Lippen.

Die Liebe und Barmherzigkeit sollen siegen. Ich will jeden Versuch, meines Bruders Tod zu rächen, aufgeben, und es soll dann Lord Belfort leicht werden, die Erlaubniß zur straflosen Rück­kehr zu erlangen."

LXIII.

Tiefes Schweigen herrschte in der kleinen Capelle, nachdem die Hauptpersonen bei der so­eben stattgefundenen Scene sie verlassen hatten.

Frau Falkner war die Erste, die wieder sprach.

Du thätest besser, mit uns in Deine alte

Heimath zurückzukehren, Cora," sagte sie höhnisch. Es scheint nicht, als ob sich sonst Jemand nach Deiner Gesellschaft sehnte, und obwohl Adele und ich allerdings sehr einfache Leute sind, die tief unter der Gesellschaft stehen, in welcher Du Dich, seit Du uns verlassen, bewegt hast, so ist es doch wohl anständiger für Dich, als daß Du jungen Herrn nachläufst, die sich nichts aus Dir machen."

Cora's erster Gedanke war, dieses höhnische Anerbieten verächtlich zurückzuweisen, aber dann stieg ein zweiter Gedanke in ihr auf.

Wissen Sie, was er ich meine Lord Rupert mit dem Flüchtigen, Lord Belfort, anfing, nachdem er ihn in seine Obhut genommen hatte?" fragte sie.

Wenn ich Das nun müßte? Glaubst Du, ich würde Dich in das Geheimniß einweihen und Dich unterstützen in Deiner Liebschaft mit dem jungen Grafen?" lautete der Frau Falkner bittere Antwort.

Ich wiederhole Ihnen das Gelübde, das ich soeben that: Ich würde nie Lord Belfort hei- rathen, ohne ihm an Rang und Reichthum gleich­zustehen. Wenn ich nur Gelegenheit hätte, ihm seinen Rang, seine Sicherheit und Ehre mieder- zugeben und ihm dann für immer Lebewohl zu sagen!"

Lord Belfort wird auch keine Lust haben, Dich zu heirathen," entgegnete Frau Falkner.

Der junge Lord hat jetzt andere Pläne."

Vielleicht!" erwiderte die Frau ruhig.Es ist nur natürlich, daß der vermeintliche Sohn seinen Gefangenen in das Haus seiner Mutter bringt ... es war seine Zuflucht," setzte sie, Adele mit einem bedeutungsvollen Lächeln an­blickend, hinzu . . .vielleicht ist es seines Herzens Wunsch, daß es seine Heimath werde."

*

Mit einem seltsamen Gefühl näherte Cora sich dem Orte, wo sie die frühesten und vielleicht glücklichsten Jahre ihres Lebens zugebracht hatte. Alles, was in Beziehung dazu stand, rief diese Kindheit so lebhaft in ihr Gedächtniß zurück, daß sie sich kaum denken konnte, daß die Jahre und Ereignisse, die sie, seit sie dieses Häuschen ver­lassen, erlebt hatte, wirklich dazwischen lagen.

Frau Falkner und Adele waren jetzt ebenso bei ihr, wie damals. Die Umgebung des einsam dastehenden Häuschens war unverändert.

Sie selbst fühlte sich fast wieder in jene Kinderzeit zurückversetzt, als ihr Auge auf die bekannte Gegend fiel, und ihr war, als könne sie wieder die Höhen da erklimmen, wieder wie früher das herankommende Schiff beobachten, das ihr den theuersten Gegenstand ihrer jungen Liebe zurückbrachte. Wo war er jetzt, der einst ver­götterte junge Mann, der Beschützer ihrer Kind­heit, der edle, großmüthige, liebende Rupert Falkner? ... Er war der hochgeborene Erbe