Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

1

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im anitlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Auftragen entsprechender Rabatt.

Hersstl-kl Kreisblatt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Ur. 50.

Sonnabend den 29. April

1893.

Bestellungen auf das KeMn LmM mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllustrirtes Sonntagsblatt" pro Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 25. April 1893.

Im Anschluß an die vorjährigen Arbeiten sollen im Laufe dieses Sommers etwa vom 1. Mai ab trigonometrische Vermessungen und topogra­phische Rekognoscirungen im hiesigen Regierungs­bezirke stattfinden.

Die Herren Ortsvorstände werden hiervon be­nachrichtigt mit der Weisung, den sich mittelst offener Ordre" legitimirenden Offizieren, Trigo- nometern, Topographen rc. auf Erfordern jede Hülfsleistung zu gewähren bezw. die gemeinnützigen und wissenschaftlichen Unternehmen in jeder Hin­sicht thatkräftigst zu unterstützen.

I. 2379. Der Königliche Landrath

__I. V.: Heeg.______

Hersfeld, den 26. April 1893.

Unter Hinweis auf den Erlaß des Herrn Ober- Präsidenten vom 28. Februar 1878 (cfr. die landrathsamtliche Verfügung vom 9. März 1878 Nr. 2443 im Kreisblatt Nr. 20) wonach die Ab­haltung von Hauscollekten wegen Beschä­digungen durch H a g e l s ch l a g nicht genehmigt wird, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, die Landwirthe in Ihren Gemeindebe­zirken hierauf speziell aufmerksam" zu machen, und dieselben bei jeder sich darhietenden Gelegen­heit auf die Nothwendigkeit und Nützlichkeit der Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen Hagel­schaden hinzuweisen.

I. 2644. Der Königliche Landrath

_____________________I. V.: Heeg.__

Hersfeld, den 27. April 1893.

Auf die in Nummer 16 des Negierungs-Amts- blatts für 1893 auf Seite 141 veröffentlichte Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 7. d. M. das Preußische Staatsschuldbuch betreffend, wird hierdurch be­sonders aufmerksam gemacht.

I. 2647. Der Königliche Landrath

I. V.: Heeg.

Politische Nachrichten.

Der Besuch des deutschen Kaiser- paares in der italienischen Haupt- st a d t ist beendigt, zur Stunde weilen Kaiser Wilhelm und Kaiserin Auguste Victoria, begleitet von den italienischen Majestäten, in den: herrlichen Neapel, woselbst übrigens mit den allerhöchsten Herrschaften zugleich auch der Ministerpräsident Giolitti, der Minister des Auswärtigen Brin,

der Kriegsminister Pelloux, der Marineminister Racchia und 8er Handelsminister Bacava einge­troffen sind. Auch in Neapel ist den erlauchten deutschen Gästen des italienischen Königspaares ein begeisterter Empfang seitens der Bevölkerung zu Theil geworden, aber er wird trotzdem in den deutschen Majestäten die Erinnerung an ihre ebenso enthusiastische wie glänzende Aufnahme in Rom schwerlich verdunkeln. Haben sich die Ge­fühle innigster Sympathie, welche die weitesten Kreise der italienischen Nation für Deutschland und sein erlauchtes Kaiserhaus hegen, während des achttägigen Aufenthaltes des kaiserlichen Paares in der ewigen Stadt doch tagtäglich in der erhebendsten Weise bekundet, bei jeder Ge­legenheit, wo sich der Kaiser und die Kaiserin öffentlich zeigten, jubelten ihnen die freudig er: regten Volksmassen immer und immer wieder zu. Kaiser Wilhelm hat denn auch der Bevölkerung Roms für den ihm und feiner Gemahlin be­reiteten glanzvollen und begeisterten Empfang seinen Dank durch den Bürger al lster aussprechen lassen. Die betreffende Bekanntmachung des Bürgermeisters enthält zugleich den Dank des italienischen Königspaares für die ihm und seinen fürstlichen Gästen von den Römern dargebrachten enthusiastischen Ovationen. Der Kaiser und die Kaiserin treffen nach Beendigung ihres Aufenthaltes in Neapel am Mittag des 1. Mai in dem italienischen Kriegshafen Spezia ein.

Nach einer derPol. Korr." aus R o m zu­gehenden Meldung betont man in den dortigen politischen Kreisen, daß, ungeachtet der seitens aller europäischen Souveraine bekundeten Theil­nahme an dem Feste der silbernen Hochzeit des italienischen Königspaares, die besondere Intimität Italiens mit den zwei anderen Staaten des Drei­bundes, sowie die ersteres mit England ver­knüpfende Freundschaft auch bei diesem Anlässe hervorgetreten sei. Von unterrichteter Seite ver­lautet, daß unter den seitens der fremden Mo- narchen an den König Humbert gelangten tele­graphischen Veglückmünschungen sich diejenigen des Kaisers Franz Josef und der Königin Victoria durch die Wärme des Tones aus­gezeichnet haben. Auch die Art und Weise, in welcher der deutsche Reichskanzler, Graf Caprivi, der österreichisch-ungarische Minister des Aeußern, Graf K a l n o k y , und der englische Staats­sekretair des Aeußern, Lord Roseberry, sich beeilt hatten, den diplomatischen Vertretern Italiens persönlich ihre Glückwünsche für das Königspaar zu überbringen, wurde in Rom be­merkt und als bezeichnend für das Verhältniß Italiens zu den betreffenden Staaten ausgefaßt.

DerReichsanzeiger" meldet aus Rom vom 26. b.: Staatssekretär Freiherr von Marschall hatte heute eine längere Unterredung mit dem italienischen Minister des Auswärtigen, Brin. Die Audienz, welche der Staatssekretär gestern bei dem Papste hatte^dauerte 11 , Stunden.

Dieüiorbb. Allg. Ztg." stellt eine große An­zahl Berechnungen richtig, welche in derFreis. Ztg." über das französische und deutsche Budget nicht recht angegeben seien. Es sei unwahr, daß Deutschland im Frieden mehr Geschütze bespanne als Frankreich und Rußland. Es werde dabei verschwiegen, daß Frankreich und Rußland schon im Frieden viel mehr bespannte Munitionswagen

auf weife wie Deutschland. Ferner werde ver­schwiegen, daß die italienischen und österreichisch­ungarischen Bataillone im Frieden viel schwächer als die im Vergleich angeführten russischen und französischen Bataillone seien.

Das preußische Abgeordnetenhaus trat am Mittwoch in Fortsetzung der Spezialbe- rathung des Communalabgabengesetzes in die Discussion über die §§ 2744 ein, welche die Gemeinde-Einkommensteuer behandeln; dieselben wurden am genannten Tage bis mit § 34 er­ledigt.

Am Mittwoch beschäftigte sich der Reichstag mit verschiedenen Initiativanträgen, nachdem zuvor der eingegangene Nachtragsetat debattelos der Budgetkommission überwiesen worden war. Am Donnerstag standen u A. die dritten Lesungen des Spionagegesetzes und der Wuchergesetznovelle, sowie die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Abzahlungsgeschäfte auf der Tagesordnung.

Der e n g l i s ch e n R e g i e r u n g bereiten der Dockarbeiter - Ausn md in der Hafenstadt Hull und die mit der Home-Rule-Frage'zusammen- hängenden Straßenkämpfe in B e l f a st (Irland) gleich schwere Sorge. Die Bewegung der Dock­arbeiter in Hull trägt unverkennbar anarchistisch- revolutionaire Züge, Dynamit und Petroleum spielen hierbei ihre Rolle, und die Regierung wird zur Wiederherstellung der Ordnung zu den i energischsten Maßnahmen genöthigt sein. Daffelbe dürfte auch in Belfast erforderlich werden, wo tagtäglich blutige Straßenkämpfe zwischen den irischen Nationalisten und den unionistischen Orangisten wegen Home-Rule stattfinden.

Die nach Amerika anläßlich dercolumbiani- schen" Weltausstellung in Chicago entsandten fremdländischen Kriegsschiffe sowie die spanischen Caravellen (Nachbildungen der Schiffe des Colum- bus auf seiner'ersten Amerikafahrt) trafen nebst den amerikanischen Kriegsschiffen am Dienstag auf der Rhede von New-Aork ein. Die gewaltige Flotte fand einen glänzenden Empfang.

Aus Provinz und Nachbargebiet.

Hersfeld, den 28. April 1893.

* (Personal-Veränderungen.) Er­nannt: der außerordentliche Pfarrer Rollmann in Wachenbuchen zum Gehilfen des Pfarrers Kausel in Marköbel; der Forstassessor Lorge in Düsseldorf zum Oberförster in Felsberg vom 1. Juli b. I. ab; der Referendar Gleim zum Gerichtsassessor; der diätarische Gerichtsschreiber­gehilfe Kaufmann in Niederwildungen zum etats- mäßigen Gerichtsschreibergehilfen bei dem Amts­gericht in Volkmarsen; der Bureaudiätar Franz Meuke zum Assistenten bei dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium in Cassel Ueber­tragen: dem Rentmeister W i l k e n i n g in Hersseld die Verwaltung der Forftkaffe für die Oberförstereien Hersfeld-Wippershain, Hersfeld- Meckbach, Niederaula, Hersfeld und Neuenstein; dem Rentmeister Wiedemann in Ziegenhain die Pewaltung der Forstkasse der Oberförsterei Todenhanseu und der Unterrezepturen für die Reviertheile Merzhausen der Oberförsterei Neu­stadt unb Obergrenzebach der Oberförsterei Neu- kirchen. Verliehen: dem Förster Wehrhahn in Albshansen der Charakter als Hegemeister.