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ersfel-er Kreisbiatt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Nr. 62. Dienstag den 30. Mai 1893.

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auf das MM» ÄtisJlnli

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Amtliches.

Auf Grund des §. 24 des Wahlreglements vom 28. August 1870 zur Ausführung des Wahl­gesetzes für den Reichstag des Deutschen Reichs vorn 21. Mai 1869 habe ich zu Wahlkommissaren und deren Stellvertretern ernannt:

1) für den 1 ften Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Ninteln, Hofgeismar und Wolfhagen, den Königlichen Landrath Beckhaus in Hofgeismar und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Landrath von Buttlar in Wolfhagen;

2) für den 2ten Wahlkreis, bestehend aus dem Stadt- und Landkreise Cassel und dem Kreise Melsungen, den Königlichen Landrath, Geheimen Regierungsrath Freiherrn von Dörnberg in Cassel und zu dessen Stellvertreter den Ober­bürgermeister Westerburg hierselbst;

3) für den 3ten Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Fritzlar, Homberg und Ziegenhain, den Königlichen Landrath von Schwertzell in Ziegenhain und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Landrath Noeldechen in Fritzlar;

4) für den 4ten Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Eschwege, Schmalkalden und Witzenhausen,

Dir Klosterbiinrrin.

Erzählung von Oskar Höcker. (Fortsetzung.)

Sie gab keine Antwort.

Von dem Mädchen, das ich liebe," fuhr er fort,fordere ich Vertrauen. Du weißt, wie gern ich Toni habe und daß es mich schmerzlich berührt, wenn ich ihm mißtrauen muß. Allein der Schein ist offenbar gegen ihn, das kann ich Dir nicht verhehlen, und Dein Vater"

Was soll's mit dem Vater?" ertönte jetzt Grüningers Stimme, der ins Zimmer trat. Er blickte finster auf Kuhnt und Rest.Ich meine, des Vaters Ansicht ist Ihnen bekannt, Herr Förster, und es wundert mich sehr, Sie hier bei meiner Tochter zu finden."

Bin ich nicht ein Freund Ihres Hauses?" gab der junge Forstmann zurück.Als solcher nehme ich Theil an den Vorkommnissen in Ihrer Familie. Ich meine, wenn der Himmel uns Leid schickt, kann man am besten seine Freunde er­kennen."

Ich bin gewohnt, mein Leid allein zu tragen," erwiderte Grüninger mürrisch.Ich sehe es nicht gern, wenn sich andere Leute um das be­kümmern, was in meinem Hause vorgeht."

Kuhnt zeigte jene Verlegenheit, die stets ihn überkam, wenn sein redlicher, offenherziger Sinn

den Königlichen Landrath Grimm in Eschwege und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Landrath von Schenk in Witzenhausen;

5) für den 5ten Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Marburg, Frankenberg und Kirchhain, den Königlichen Landrath von Trott zu Solz in Marburg und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Landrath, Freiherrn von Schenk zu Schweinsberg in Kirchhain;

6) für den 6ten Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Hersfeld, Rotenburg und Hünfeld, den Königlichen Landrath von Trott zu Solz in Rotenburg und zu dessen Stellvertreter den König­lichen Landrath, Freiherrn von Schleinitz in Hersfeld;

7) für den 7ten Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Fulda, Schlüchtern und Gersfeld, den Königlichen Landrath Fliedner in Fulda und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Landrath, Geheimen Regierungsrath Roth in Schlüchtern;

8) für den 8ten Wahlkreis, bestehend aus dem Stadt- und Landkreise Hanau, dem Kreise Geln- hausen und den früher zu dem Kreise Hanau ge­hörenden Gemeinden Bockenheim, Berkersheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim und Seckbach, welche durch die Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau dem Landkreise Frankfurt a/M. zugetheilt, aber in dem bisherigen Wahlverbande belassen sind, den König­lichen Landrath von Oertzen in Hanau und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Regierungs- assessor Köhler daselbst.

Cassel, am 11. Mai 1893.

Der Regierungs - Präsident. I. V.: v. Pawel.

Hersfeld, den 26. Mai 1893.

Für den am 21. Oktober 1878 geborenen Christoph Sieling zu Motzfeld ist um Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande behufs

eine falsche Deutung erhielt.

Sie spielen sich immer als Ehrenmann auf," polterte Grüninger von Neuem.Als solcher müßten Sie doch wahrlich wissen, daß es sich nicht geziemt, der Tochter noch ferner Besuche zu machen, wenn man von dem Vater abgewiesen worden ist."

Jetzt war es nm Kuhnts Ruhe geschehen. Er brauste gleichfalls auf, und schwere, beleidigende Worte fielen. Abermals war es der armen Rest beschieden, zur stillen Zeugin eines Streites zu werden zwischen zwei Menschen, die sie von ganzer Seele liebte. Es kam so weit, daß der zornige Grüninger dem Revierförster direkt das Haus verbot. Dieser wandte sich sofort zum Gehen. Noch einmal blickte er auf Nesi, die ihm mit Thränen antivortete. Er reichte ihr die Hand hin, doch sie sah scheu nach dem Vater.

Derselbe lachte zornig auf.Hast wohl auch Lust," rief er,das alte Nest zu verlassen, damit ich ganz verwaist zurückbleibe? Nur zu . . . nur immer zu! Kannst Dir ja auch ein Paar Beutel aus der Truhe mitnehmen, wie der Bruder es gethan."

Vater!" schrie Nesi verzweifelt auf, gleich­zeitig in die Kniee zusammenbrechend.

Der Revierförster wollte ihr beispriugeu, allein Grüninger vertrat ihm mit den Worten den

Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. I 3218. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 25. Mai 1893.

Für die am 26. Februar 1876 geborene Gita Wallach zu Schenklengsfeld ist um Ertheilung eines Reisepasses zwecks Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

J. I. Nr. 3213. Der Königliche Landrath Freiherr vo nSch l e i n i tz.

Hersfeld, den 25. Mai 1893.

Für die am 31. Oktober 1876 geborene Henriette Weil zu Schenklengsfeld ist um Er­theilung eines Reisepasses zwecks Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

J. I. Nr. 3216. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Politische Nachrichten.

Berlin, 28. Mai.

Ueber die Rückkehr S r. Majestät des Kaisers von Pröckelwitz nach dem Neuen Palais bei Potsdam verlautet auch bis zur gegen­wärtigen Stunde noch nichts Sicheres. Das Be­finden des erlauchten Monarchen ist das allerbeste.

Die Gegner der Militairvorlage berufen sich neuerdings in Wahlaufrufen, Flugblättern u. s. w. auf die angebliche Abneigung weiter Volkskreise gegen die Militairvorlage, namentlich auch darauf, daß in zahlreichen Volksversamm­lungen Petitionen gegen die Militairvorlage beschlossen worden seien. Diese Behauptungen stehen mit den Thatsachen in Widerspruch. Nach den Erklärungen des Berichterstatters, Abgeord­neten Gröber, in der Reichstagssitzung vom 6. Mai d. J. sind dem Reichstage zugegangen

Weg^Ich werde sie schon trösten, Herr Förster, das ist meine Sache. Damit Adieu!"

Kuhnt warf dem Alten einen verächtlichen Blick zu, dann verließ er hastig das Zimmer.

Grüninger ließ sich neben seiner Tochter auf einem Stuhle nieder. Er legte ihren Kopf auf seine Kniee und sagte in brechendem Tone: Wirst Deinen alten Vater nicht verlassen, Resi, wenn er auch hart erscheint. Er meintS doch gilt mit Dir. Sei brav, mein Mädel, hab' ja doch nur noch Dich."

Sie blickte thränenden Auges zu ihm empor, dann vergrub sie schluchzend ihr Antlitz in seinen Schooß. Er beugte sich zu ihr nieder und preßte einen Kuß auf ihr Haupt.

V.

Auf dem Kamme des Gebirges lag bereits Schnee. Das Thal hatte es vorerst nur bis zum Reif gebracht, den die Sonne am Morgen wegküßte. Der Winter schien diesmal früher sich einstellen zu wollen, daher beeilte man sich mit der Beendigung der landwirthschaftlichen Arbeiten.

Auf dein Klosterhof ward emsig geschafft. Der junge Grüninger hatte mit so manchem alten Herkommen gebrochen, und der greife Inspektor war vernünftig genug gewesen, die Vorzüge der Neuerungen einzusehen. Die Klosterbäuerin blickte mit stolzer Genugthuung auf Toni, der sich als