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Hersskl-tl Kleistlitt.
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Ur. 97? Sonnabend den 19. August 1893.
Amtliches.
Hersseld, den 17. August 1893.
Im Hinblick auf den Umstand, daß die Gefahr eines Brandunglücks um so größer ist, je mehr Nahrung dem ausgebrochenen Feuer sich bietet, veranlasse ich die Herren Ortsvorstünde des Kreises, thnnlichst darauf hinzuwirken, daß jetzt, wo nach beendeter Ernte, die Scheuern mit brennbaren Stoffen ungefüllt sind, soweit möglich e in Jeder seine Vorräthe gegen Feuersgefahr versichert, damit im Falle eines Unglücks eine thunlichst erreichbare Aus-, gleichung des erlittenen Schadens stattfinden möge.
Ich mache hierbei ausdrücklich darauf aufmerk- sam, daß nach dem Erlaß des Herrn Ober- Präsidenten voin 28. Februar 1878 (cfr. Kreisblatt Nr. 20) die Abhaltung von Hauskollekten aus Anlaß von Beschädigungen durch Brand ebensowenig wie bei Ha gelschlag ge- nehmigt werden wird.
Gleichzeitig richte ich an die Kreisbewohner die dringende Mahnung, ein besonderes Augenmerk auf d i e sichere Aufbewahrung der Streich zünd Hölzer zu richten, damit namentlich unverständige Kinder. nicht in deren Besitz gelangen und durch Spielen daniit, wie schon oft geschehen, Feuerschaden verursachen. Die Herren Ortsvorstände wollen für thunlichste Bekanntwerdung des Gesagten Sorge tragen, und auch die Herren Lehrer hieraus Anlaß nehme», in entsprechender Weise auf die Schulkinder einzuwirken.
J. I. Nr. 5096. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Zugelaufen: ein Schaf. Meldung des Eigenthum ers bei dem Ortsvorstand zu Unterhaun.
Nichtamtliches.
t Die Silbevfenge.
Die finanziellen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten von Nordamerika sind für diejenigen, welche der Silber- oder der Doppelwährung das Wort re den, von lehrreicher Bedeutung. Vor drei Jahren, am 14. Juli 1890, gingen die Vereinigten Staaten durch die sog. Sherman-Bill zur Doppelwährung über: es wurde der Aukauf und die Prägung von Silber durch die Bundesregierung beschlossen, um dem Silber eine gleiche Währungs- kraft wie dem Golde zu verleihen. In Folge dessen kaufte die Regierung monatlich etwa 4*/4 Millionen Unzen Silber an. Die Interessenten der Silb.erproduktion erwarteten davon ein Steigen des Preises. Aber das Gegentheil trat ein: der Preis fiel immer weiter, und gegenwärtig hat er zu dem niedrigsten Stande geführt. Von der daraus erfolgenden Einsübrung der freien Silber- prägung erhoffte man eine Besserung, die indeß aus blieb Die Regierung giebt für die monatlich anzukaufenden 4'/4 Millionen Unzen Silber Schatzanweisungen aus. Wenn die Schatzan- weisnugen nun an die Staatskasse zurückkommen, so kann der Schatzsekretär nach Belieben und auf Verlangen in Gold oder Silber zahlen. Bis
Mitte Juli 1893 sind, wie die Botschaft des Präsidenten Cleveland ausführt, durch welche ein außerordentlicher Kongreß zur Lösung der entstandenen finanziellen Schwierigkeiten soeben einberufen worden ist, 147 Millionen Dollars Noten für Silberankäufe vom Schatzamt ausge- gebeu worden. Das Silber liegt ungemünzt im Schatzamt, aber die auSgegebenen, an das Schatzamt wieder zurückgelangenden Noten haben zum größten Theil in Gold ausgezahlt werden müssen, weil es verlangt wurde. Es wurden vom 1. Mai 1892 bis Mitte Juli 1893 ungefähr 49 Millionen Dollars in Gold ausgezahlt. Um dies zu können, mußte die zur Einlösung anderer Roten zurückgelegte Goldreserve von 100 Millionen Gold angegriffen werden. Das Gold floß in's Ausland ab, die Goldausfuhr überstieg die Goldeinfuhr im letzten Finanzjahr, das mit dem 30. Juni endigte, um 87 Millionen Dollars. Im Ganzen nahm der Vorrath von gemünzten! und ungemünztem Gold in dem amerikanischen Schatzamt seit Bestehen der Sherman-Bill ins Mitte Juli dieses Jahres — also in einem Zeitraum von drei Jahren — um mehr als 132 Millionen Dollars ab, während in derselben Zeit der Vorrath an Silber, wie erwähnt, um 147 Millionen Dollars gestiegen ist.
Der Präsident der Vereinigten Staaten befürchtet, daß diese Entwickelung fortschreiten und nur noch Silber statt Gold im Schatzamt vor- räthig sein werde, und daß schließlich mit dem immer mehr entwerlheten Silber alte Bundesobligationen bezahlt werden müssen Die Folge der bisherigen Entwickelung sei, daß das Geschäft und der Unternehmungssinn zurückgeheu, daß viele Millionen Kapital brach liegen bleiben, daß die Lohnarbeiter keine Beschäftigung haben, und daß das Ausland es ablehnt, amerikanische Werthe zu kaufen, und vielmehr diejenigen, die es besitzt, losschlägt. Und das Alles würde sich noch verschlimmern, wenn daS Gesetz, das den Ankauf von jährlich 50 Millionen Unzen Silber vorschreibt, bestehen bliebe.
Die Botschaft Cleveland's ist überzeugt, daß hier nur die Aufhebung des Gesetzes helfen kann. Cleveland glaubt nicht an die Möglichkeit der Wiederherstellung des Silberwerthes durch internationales Zusammenwirken, und so lange ein solches nicht bestehe, meint er, könne Amerika. nicht allein mit einer unterwerthigen Währung internationale Handelspolitik treiben.
Die Erfahrungen in Amerika bestätigen die in deutschen Regierungstreuen festgehaltene und wiederholt vertretene Auffassung, daß ein Land allein nicht zur Silberwährung übergehen kann, und daß dies nur geschehen kann, wenn England sich daran betheiligt.
Indien hat, wie bekannt, seine Silberwährung soeben aufgegeben, weil es deren schlechte wirth- schaftliche Folgen zu tragen hatte. England hat es nbgelehut, einem internationalen Abkommen zur Errichtung der Doppelwährung beizutreten, auch die anderen Stuten wollen nichts zur Förderung eines großen Silberverbrauchs thun. Aus diesen Verhältnissen ergießt sich für Amerika die Nothwendigkeit, seinen früheren Schritt zurück- zunehmen und Einrichtungen zu treffen, welche es in den Stand setzen, seinen pekuniären Ver
pflichtungen in solchem Gelde nachzukommen, welches international Anerkannt ist.
Zwar ist die Zahl der „Silberanhänger" in Amerika noch groß, doch wird zweifellos etwas zur Regelung der finanziellen Verhältnisse geschehen müssen. Die in dem Kongreß jetzt zu erwartenden Kämpfe wird man hier mit Interesse verfolgen.
Sum Zollkereg.
In Rußland mehren sich die Stimmen, welche meinen, daß Rußland mit dem Zollkriege einen schweren Fehler gemacht habe, da die Landwirthschaft nicht den Verlust werde tragen können, den sie mit der Absperrung der Grenze für ihre Produkte und mit dem schnellen Preisrückgang erleiden werde. So schreibt ein russisches Blatt der „Kjewlanin":
„Es ist schwer, die Verluste zu berechnen, welche der russische Acker bau in Folge des Zollkrieges erleiden wird, doch' sU werden jedenfalls Millionen betragen.....Da die Gutsbesitzer und Bauern nicht warten können, so steht uns wahrscheinlich ein enormer Preisfall auf Getreide bevor, vielleicht sogar eine Panik....."
„Wir können nicht umhin, zu bemerken, daß die Einführung des erhöhten Tarifs und die Herausforderung Deutschlands zum Zollkampf in einem solchen Moment (wo die Landwirthe des Erlöses von ihrem Getreide bedürfen) unsererseits als ein kolossaler finanzieller Fehler erscheint. Ob nun der Zoll vertrag mit Deutschland abgeschlossen wird oder nicht, jedenfalls wird niemand den Landwirthen das Viertel oder sogar die Hälfte der Reineinnahme, die durch den Preisrückgang verloren geben wird, ersetzen . . . Unser Patriotismus zwingt uns, es auszusprechen, daß die Pflicht verlangt, sofort alle Maßnahmen zur Verbesserung des schweren Fehlers zu treffen, den wir selbst hervorgerufen haben. Ihn vollständig zu verbessern, ist nicht möglich, schwere Verluste sind unausbleiblich, bleiben wir aber hartnäckig, so werden die Ergebnisse noch schlimmer sein."
Hiernach liegt wohl kaum eine lange Dauer des Zollkriegs im russischen Interesse.
Politische Nachrichten.
S e. Majestät der Kaiser unternahm am Dienstag Nachmittag mit Ihrer Majestät der Kaiserin von 5 —61 /* Uhr eine Spazierfahrt im Thiergarten und kehrte dann zum Paradediner nach dem Schloß zurück. Nach dem Paradediner, welches von 7—9 Uhr dauerte, fuhren die Majestäten um 9 Uhr 15 Minuten nach dem Neuen Palais bei Potsdam. — Am Donnerstag früh begab sich Se. Majestät um 7 Uhr 30 Miu. von der Wildparkstation mittelst SonderzuaeS mit den Herren seiner militairischen Begleitung nach Perieberg zur Abhaltung von Kavallerie- übungen. — Se. Majestät kehrte um 5 Uhr Nachmittags von Perleberg zum Neuen Palais zurück.
Prinz Heinrich von Preußen hat nunmehr seinen ungekündigten M a u över b e su ch i n Italien behufs Theilnahme an den großen Uebungen der italienischen Flotte zur Ausführung