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Amtliches.
ßersfel-el Kreishllltt.
Mit wSchentlicher Gratis-Beilage „Illustrirtes Sonntagsblatt".
Ur. 18. Dienstag den 13. Februar 1894.
ib b 1, 5. g. n.
Caffel, den 30. Januar 1894. Bekannt ma ch-n n g.
An der Landwirthschaftsschule zu Weilburg soll auch in diesem Jahre ein Fortbildungskursus für Elementarlehrer abgehalten werden und ist hierzu Termin in der Herbstferienzeit (gegen Ende August bis gegen Ende September) in Aussicht genommen.
Die in dem Kursus zu behandelnden Gegenstände sind folgende:
Chemie II. Theil;
Botanik (Anatomie und Physiologie der Pflanzen);
Thierproduktionslehre;
Unterrichtswesen.
Den Theilnehmern wird ein staatlicher Zuschuß in Aussicht gestellt, sofern die Gemeinde, bezw. der Lehrer selbst einen Beitrag von 35 Mk. zu leisten bereit ist. Der staatliche Zuschuß beträgt für die Lehrer aus dem Regierungsbezirk Cassel 80 Mk. Den Gemeinden, welche einen Beitrag leisten, wird anheimgegeben, sich durch einen von dem Lehrer auszustellenden Revers dahin zu sichern, daß derselbe die erhaltene Summe zurückzuzahlen hat, wenn er innerhalb Jahresfrist nach stattge- habtem Kursus die Gemeinde verläßt.
Diejenigen Lehrer, welche an dem in Rede stehenden Kursus Theil nehmen wollen, werden aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 1. Mai b. Js. durch Vermittelung des Königlichen Landraths bezw. der Stadtschuldeputation anher einzureichen.
Königliche Regierung,
Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
Abschriftlich mit dem Ersuchen, in geeigneter Weise die Lehrer zu möglichst zahlreicher Betheiligung an dem Kursus anzuregen. Die An
meldungen sind uns bis spätestens zum 6. Mai b. Js. vorzulegen; im Falle, daß deren nicht eingehen sollten, erwarten wir Fehlanzeige.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen. v. A l t e n b o ck u m.
An die Herrn Landräthe und die Stadtschul- Deputationen des Regierungsbezirks. B. 628.
Hersseld, den 9. Februar 1894.
Wird den Herren Lokalschulinspektoren des hiesigen Kreises mit dem Ersuchen ergebenst mitgetheilt, die Ihnen unterstellten Lehrer auf den fraglichen Kursus aufmerksam machen und dieselben in dem Falle, wenn sie geneigt sein sollten, an demselben theilzunehmen, anweisen zu wollen, sich mit den betreffenden Herren Bürgermeistern dieserhalb in Verbindung zu setzen.
Gleichzeitig werden die Herren Bürgermeister hierdurch angewiesen, in dem Falle, wo der betr. Herr Lehrer bereit sein, sollte, an dem besagten Kursus theilzunehmen, die Gemeindebehörden über die ihrerseits zu bewilligende Beihülfe bezüglichen Beschluß fassen zu lassen und das Ergebniß dieser Beschlußfassung dem betr. Herrn Lehrer mitzu- theilen.
Der Einreichung etwaiger Meldungsgesuche ; dieserhalb wird bis zum 20. April d. Js. ent- gegeugesehen.
L 583. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 9. Februar 1894.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Einreichung der Ihnen nach Verfügung vom I 30. Januar b. Js. I. 445, im Kreisblatt Nr. 13, zwecks Beitritts zur Versicherungsanstalt der Tief- I bau -Berufsgeuossenschast zur Ausfüllung zuge
betragen für den Raum einer Svaltzcile
10 Plq., im amtlichen Theile 15 Psq.
Reklamen die Zeile 20 Psg.
Bei größeren Aulträqen entsprechender Rabatt.
gangenen Antragsformulare über die in den betr. Gemeinden ausgeführten Wegebau- ic. Arbeiten noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 15. b. MG. bei Reibung von 3 M. Strafe erinnert.
I. I. Nr. 445. Der königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungsrath.
Politische Nachrichten.
Berlin, 10. Februar.
S e. Majestät d e r K a i s e r beging am Freitag in Potsdam die 25. Wiederkehr des Tages seines Eintrittes in das erste Garde- I n s a n t e r i e - R e g i m e n t. Die Feier dieses militairischen Ehrentages des erlauchten Monarchen wurde durch eine Parade der genannten Regiments eingeleitet, bei welcher der Kronprinz und Prinz Eitel Fritz in der Front standen, auch die Prinzen Heinrich und Friedrich Leopold von Preußen waren in ihr ehemaliges Regiment eingetreten. Der Kaiser hielt eine die Bedeutung des Tages hervorhebende längere Ansprache an das Regiment; ein Parademarsch desselben beschloß diesen Theil der Feier. Später folgten ein Frühstück, an dem auch das Offiziercorps des ersten Garde-NegimenlS theilnahm, im Potsdamer Stadtschloffe, sowie ein Diner int Offizierscasino. Zahlreichen Offizieren des ersten Garde-Regiments z. F. wurden vom Kaiser anläßlich seiner Jubelseier Orden verliehen.
Heute früh unternahmen Ihre Kaiserlichen u n d K ü n i g l i ch e n M a j e st a t e n eine gemeinsame Ausfahrt und den gewohnten Spaziergang im Thiergarten. Nach der Rückkehr ins königliche Schloß empfing Seine Majestät der Kaiser den Chef des Generalstabes zum Lor-
(Nachdruck verboten.)
In den Fcffclii dcr Schuld.
Cttminaüiovelle von C. TtttkM (Fortsetzung.)
„Das könnte ich mir schon denken, werther Hillessen," entgegnete Pohlmann lächelnd, „denn Sie sind ja als reicher Mann und glücklicher Speculant stadtbekannt, es war nur meine Pflicht, int Falle, daß Sie gegenwärtig Ihre Capitalien anderweitig festgelegt haben sollten, Sie auf die Coulanz der Central-Commerzbank bezüglich der Stellung der Kaution aufmerksam zu machen. Bitte, wollen Sie hier die AnUahmebedingungeu, welche in der Hauptsache nichts anderes enthalten, als was ich Ihnen bereits sagte, unterzeichnen und Ihre Annahmeerklärung noch schriftlich für den Aufsichtsrath schreiben."
Hillessen nahm das ihm von Pohlmann dargebotene Schriftstück und schritt damit an seinen Schreibtisch. Dort setzte er sich nieder und las scheinbar sehr langsam und sorgfältig die Engagementsbedingungen nochmals durch. In Wirklichkeit erfüllten aber noch ganz andere Gedanken den Kopf des verschlagenen und ehrgeizigen Hillessen, und ohne den Engagementskontrakt unterzeichnet zu haben, erhob er sich jetzt langsam und sagte halblaut und mit lauernder Geberde zn Pohlmann:
„Ein Wort im Vertrauen, Herr Direktor! Ich erfuhr wohl hier die Bedingungen meines Engagements als Direktor für die Central-Commerzbank, aber von den inneren Verhältnissen der Bank, die ich leiten soll, wurde mir bisher nichts mitgetheilt. Es ist nun allerdings nicht üblich und würde auch in den meisten Fällen nicht klug sein, die Geheimniffe eines Bankinstitutes schon vordem Engagement her für den Direktorposten in Aussicht genommenen Persönlichkeit anzuvertrauen, ich glaube aber in dieser Hinsicht von dem mir geschenkten Vertrauen auch noch insofern Gebrauch machen zu sollen, daß ich zu wissen begehre, wie der wirkliche Vermögensstand und die Geschäftslage der Central-Commerzbank ist. Darf ich mich in dieser Hinsicht unbedingt auf die Vermögens- ausweise und Bilanzen verlassen, welche in der letzten Generalversammlung den Aktionären der Central - Commerzbank vorgelegt wurden, Herr- Direktor?"
Lauernd wie ein Fuchs und feine grauen Augen rollend blickte bei dieser heiklen Frage Hillessen den Direktor Pohlmann an, der seinerseits mit der Antwort zögerte und in eine dem schlauen Fragesteller nicht entgehende Verlegenheit gerieth.
„Jedes Bankinstitut hat Geheimniffe," begann Pohlmann dann ausweichend, „und es dürfte Ihnen auch bekannt sein, Herr Hilleffeu, daß
nicht jede Finanzoperation realisirt werden kann."
„Weiß ich, weiß ich," entgegnete Hilleffen und mit überlegener Miene lächelnd, „aber mir, dem zum zweiten Direktor der Central Commerzbank erkorenen Manne können Sie es doch nicht übel nehmen, wenn er in die Geheimniffe dieser Bank einzndringen sucht, denn die Versicherung muß ich Ihnen schon jetzt geben, verehrter Herr Pohlmann, daß ich meinen Direktorposten mit offenkundiger Entrüstung niederlegen würde, wenn der Vermögens- und Geschäftsstand der Bank ein ganz anderer wäre, als man nach den jüngst veröffentlichten Bilanzen annehmen darf."
„Ich kann nur weiter über diesen Punkt mit Ihnen verhandeln, wenn Sie mir die sorgsamste Verschwiegenheit ganz besonders auf Ehrenwort zusichern, Herr Hillessen, denn ich bin der erste Vertrauensmann der Central-Commerzbank und habe die Pflicht, deren Geheimnisse zu wahren."
„Selbstverständlich, Herr Direktor, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß niemals, auch wenn mein Engagement als Direktor der Bank noch scheitern sollte, irgend eine Angelegenheit, die Sie mir anvertrauen, an Andere verrathen werden wird."
„Die Sache ist für die Bank so wichtig, daß ich Sie gleich jetzt als bereit Direktor verpflichten muß," erklärte Pohlmann. „Bitte, schreiben Sie Folgendes, Herr Hilleffen: Als erwählter Direk-