Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Abonncmenlöprei» vierteljährlich I Mark 40 Psg. exel. Postansschlag.

Die JnsertionSgebnhren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Psg.,- im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Psg. Bei größeren Austragen entsprechender Rabatt.

Strsftlitr KmMutt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Nr. 43. Konuabeud den 14. April 1894.

Amtliches.

Der Herr Minister des Innern hat durch Er­laß vom 27sten v. M. II. 8490 dem Vereine zur Förderung der Hannoverschen Landespferdezucht zu Hannover die Erlaubniß ertheilt, bei Gelegen­heit seiner diesjährigen großen Sommerrennen eine öffentliche Berloosung von silbernen Gegen­ständen zu veranstalten und die Loose 100 000 Stück zu je 1 Mark im ganzen Bereiche der Monarchie zu vertreiben.

Cassel am 2. April 1894.

Der RegierungS-Präsident. J. V.: v. P a w e l.

Pferde Auktion.

Donnerstag den 19. April d. Js, Nachmittags von 1 Uhr ab, sollen auf dem Königlichen Haupt­gestüt zu Beberbeck bei Hofgeismar

7 ältere und jüngere Mutterstuten,

28 vierjährige Wallachen und Stuten,

4 Wagen- und Arbeitspferde öffentlich und meistbietend unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden.

Sämmtliche Pferde sind angeritten oder gefahren und werden am Tage der Auktion Vormittags 11 Uhr unter dem Reiter gezeigt.

Vormittags 10 Uhr resp. 10'/4 Uhr werden am Bahnhof Hofgeismar Gestütwagen zur Be­förderung der mit der Bahn ankommenden Fremden nach Beberbeck bereit stehen.

Anmeldungen zur Benutzung dieser Wagen werden rechtzeitig durch die Post erbeten.

Gedruckte Nationallisten der zum Verkauf kommenden Pferde können vom 5. April d. Js. ab hierselbst in Empfang genommen werden, oder zur Versendung gelangen.

Beberbeck, den 30. März 1894.

____________Königliche Gestüt-Direktion.

Auktions-Anzeige.

Mittwoch, den 9. Mai d. Js. von 9 Uhr Vor­mittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 Gestüt­pferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens be- deckt) Fohlen und 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten meistbietend gegen Baarzahlung ver­kauft werden.

Sämmtliche 4 jährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zum Verkauf kommenden gerittenen Pferde werden am 7. und 8. Mai von 7 bis 10 Uhr Vormittags unter dem Reiter, sowie sämmtliche an denselben Tagen von 4 bis 6 Uhr Nachmittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Listen über die znr Auktion gelangenden Pferde werden am 25. April zum Versand 2C. fertig ge­stellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.

Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am 7., 8. und 9. Mai gesorgt sein.

Trakehnen, den G. März 1894.

Der Landstallmeister, gez. v. F r a n k e u b e r g.

Politischc Nachrichten.

A b b a z i a , 11. April. Zu Ehren der kaiser lichen Prinzen war von einem Koniilö heute Abend ein Feuerwerk arrangirt worden, welches

sehr gelungen ausfiel. Die vier älteren Prinzen sahen dem Feuerwerk vou einer besonderen Tribüne aus zu. Das zahlreich anwesende Publikum be­grüßte die Prinzen mit lebhaften Zurufen, die Kurmusik spielte die deutsche Hymne. Ihre Majestäten der Kais er und die Kaiserin, welche zu dieser Zeit gerade von dem nach der Insel Cherso unternommenen Jagdausflug zurück- kehrten, besichtigten das Feuerwerk vom Bord der DachtChristaliel" aus.

S e. M a j e st ä t der Kaiser wird noch vor dem 2. Mai, an welchem Tage die Besichtigung des 1. Garde-Regiments zn Fuß in Potsdam stattsinden wird, nach dem Neuen Palais zu­rückkehren.

Wie verlautet, dürfte Ihre Majestät die Kaiserin mit den kaiserlichen Kindern noch vor Ende dieses Monats aus Abbazia im Neuen Palais bei Potsdam wieder eintreffen. Nach­richten aus Abbazia wollen wissen, daß die Ab­reise von dort voranssichrlich am 26. oder 27. April erfolgen werde.

Ihre Kaiserlichen und König­lichen M a j e st ä t e n werden am 5. Mai der feierlichen Einweihung der Lutherkirche am Dennemitzplatz beiwohnen.

Die Fürstin Bismarck beging am Mitt­woch in Friedrichsruh ihren 70. Geburtstag. Zu Ehren des Tages war die ganze Bismarck'sche Familie in Friedrichsruh versammelt. Der Kaiser übersandte der Fürstin mit einem Glückwunsch­schreiben eine kostbare Staffelei von Birkenholz mit rothen Nelken, den Lieblingsblumen der Fürstin, Marschall - Rite - Rosen und Gardenien geschmückt.

Der 91 e i d) S t a $ nahm am Mittwoch den An­trag S ch r o e d e r, wonach die K n u d i g u n g s - f r i st für Handlungsgehilfen u n d Prinzipale eine gleiche sein soll, in zweiter Lesung mit dem Zusatz an, daß eine kürzere als vierwöchentliche Kündigungsfrist ausgeschlossen ist, falls nicht für den Ablauf des Dienstverhältniffes von vornherein ein bestimmter Zeitpunkt verein­bart ist. Angenommen wurde ferner der Antrag Singer, wonach dein Artikel 60 des Handels­gesetzbuchs (durch unverschuldetes Unglück be- hinderte Leistung des Dienstes ändert an dem Dienstverhältniß nichts, wenn die Behinderung nicht länger als sechs Wochen dauert) znwider- lausende Vereinbarungen unzulässig sind; ebenso Antrag Spähn, lastenfreie Beglaubigung der Zeugnisse durch die Ortspolizeibehörde. Der Gesetzentwurf des Centrums auf Abänderung der K o u k u r s o r d u u n g wurde auf Antrag Bennigsen von der Tagesordnung abgesetzt.

Nach der im Reichs Eisenbahnamt ausgestellten, im81.-ül." mitgetheilten N a ch w e i s n n g d c r auf deutschen E i s e u b a hneu a u 6 = s ch l i e ß l. B a y e r n S im Monat F e b r u a r d. I. bei in E i s e n b a h n b e t r i e b e (mit Ausschluß der Werkstätten) vorgekommenen 11 n - fälle waren im Ganzen zu verzeichnen: 8 Ent­gleisungen auf freier Bahn, 16 Entgleisungen und 16 Zusammenstöße in Stationen und 184 sonstige, meist geringere Unfälle. Dabei sind im Ganzen, und zwar größtentheils durch eigenes Verschulden, 197 Personen zu Schaden gekommen, sowie 81 Eisenbahnfahrzeuge erheblich und 105 unerheblich beschädigt. Von den beförderten

Reisenden wurden 4 getödtet und 2 verletzt. Von Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst wurden beim eigentlichen Eisenbahnbetriebe 26 getödtet und 143 verletzt, von fremden Personen (ein­schließlich der nicht im Dienst befindlichen Bahn­beamten und Arbeiter) 15 getödtet und 7 verletzt. Außerdem wurden bei Nebenbeschäftigungen 1 Bahn­arbeiter getödtet und 37 Bahnbeamte und Bahn­arbeiter verletzt.

Aus der nächsten Umgegend von Paris wird schon wieder ein anarchistisches D y n a in i t a t t e n t a t gemeldet, welches glück­licherweise diesmal keinen erheblichen Schaden angerichtet hat. DerTemps" meldet, daß gegen den Friedensrichter des Pariser Vororts A r g e » t e u i l am Mittwoch Abend ein B o in - benattentat verübt worden ist, das un­bedeutenden Materialschaden anrichtete. Der Friedensricher Namens Psle soll zwanzig Anar­chisten von der Bande Pauwels zu überwachen gehabt und dadurch den Zorn der Anarchisten berausgeforvert haben. ^in Anarchist Namens Mayer wurde verhaftet

Nach einer Meldung ans Valencia wurden daselbst die Pilger, die sich nach Rom einschiffen wollten, von einer feindlich gesinnten Volksmenge angegriffen. Erst durch das Eingreifen der Poli­zei wurde die Einschiffung ermöglicht.

Wie aus C o l u m b u s im Staate O h i o ge­meldet wird, setzte ein Uebereinkommen der Berg­arbeiter der Vereinigten Staaten den Beginn eines allgemeinen Ausstandes auf den 21. d. M. fest. Nach Meldungen aus U u i o n t o w n haben die Unruhen in der Kohlengegend wieder begonnen. 400 Strikende, von denen die Mehr­zahl Ungarn waren, griffen eines der Werke an, mißhandelten die Arbeitenden und leisteten dem Sheriff und seinen Beamten Widerstand.

Aus Provinz und Nachbargebiet.

Heröfeld, 13. April 1894.

* Entscheidung des Reichsgerichts.

Wenn zwei Parteien in einem verschließbaren Zimmer in Zank gerathen und die eine Partei aus die gegnerische eindringt, um dieselbe an;u- greifen, so liegt darin, daß die angegriffene Partei die Flucht ergreift und die Thür ver­schließt, nach einem Urtheil des 4. Strafsenats des Reichsgerichts vom 6. April 1894 keine Freiheitsberaubung, sondern das Verschließen der Thür und dadurch das Einsperren der angreifenden Partei ist als Nothwehr anzusehen.

§ Hcrsfcld, 13. April. Gestern Morgen erlegte der Königliche Regierungs-Präsident Herr Graf C l a i r o n d' H a u s s o n v i l l e im Schutz- bezirk HeeneS der Oberförsterei Hersfeld einen Auerhahn.

fij Hcrsfeld, 12. April. (Schöffengericht.) Wegen Entwendung von bereits gefälltem Holz erhielten die Tagelöhnerinnen Witwe Martha Elisa­beth Claußius und die ledige AnnaMargretha Eidam von Asbach je ein Tag Gefängniß. Der 50 Jahre alte Ackermann F e y und beiseit Schwiegersohn der Ackermann Abel 7r. zu Mecklar wurden wegen Fällung einer Aspe in eine Geldstrafe von je 15 Mk. cv. je 3 Tage Gefängniß genommen. Den Platzmeister Wilhelm H a r t h von hier belegte der Gerichtshof