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Hersseltel Kleisdliltt.
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Ur. 57.
Sommbend den 19. Mai
1894.
Amtliches.
Cassel, den 9. Mai 1894.
Wir haben unsere Hauptkasse angewiesen, die von der Jsteinnahme an Einkommen- und Gewerbesteuer mit 2 °/0 zu berechnenden Veranlagungskosten an die einzelnen Gemeinden durch Vermittelung der Königlichen Steuerkassen zu zahlen. Die Ortsvorstände der früheren IV. Gewerbesteuer-Abtheilung sind hiervon zwecks alsbaldiger Abhebung der Beträge in Kenntniß zu setzen.
Königliche Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.
S ch ö n i a n.
An die sämmtlichen Königlichen Landrathsämter des Regierungs-Bezirks. C. I. 3953.
* *
Hersfeld, den 15. Mai 1894.
Wird den Herren Ortsvorstäuden zur Kenntniß- nahme mit der Veranlassung mitgetheilt, für die Abhebung der Beträge in den Lokalhebeterminen zu sorgen bezse. nach meiner Verfügung vom 30. Dezember 1884 Nr. 16632, im Kreisblatt Nr. 2/85, zu verfahren.
I. 2804. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 16. Mai 1894.
Bei der gegenwärtig stattfindenden Erhebung der Umlagebeiträge für 1893 für die Hessen- Nassauische landwirthschaftliche BerusSgenossen- schaft hat sich ergeben, daß von Betriebsunternehmern mehrfach einzelne oder mehrere Grundstücke inzwischen verkauft, erstere aber noch mit dem früheren ganzen Besitz zn den Umlagen herangezogen morden sind, weil die vorgeschriebene Anzeige von derBetriebsveränderung nicht erstattet worden ist.
Die Herren Ortsvorstände erhalten die Auflage, in diesen Fällen den auf den betreffenden Betrieb nach der Heberolle entfallenden Beitrag nach der F l ä ch e n g r ö ß e zu repartiren und den Antheil, welcher auf die veräußerten Grundstücke entfällt, von den» derzeitigen Besitzer bezw. B e w i r t h s ch a s t e r zu erheben.
Mit Rücksicht darauf, daß die Betriebsunter- nehmer-Verzeichnisse übrigens im kommenden Jahre neu aufgestellt werden, kann bei dem empfohlenen obigen Verfahren der Umlage-Erhebung von der Anzeige geringfügiger Zu- und Abgänge einstweilen Abstand genommen werden.
Der Sectionsvorstand:
Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath. A. 1388.
Hersfeld, den 12. Mai 1894.
Die Vizebürgermeister Nikolaus K lebe zu Frielingen und Conrad Schönewald zu Kirch- hcim finb als Stellvertreter der dasigen Standes- deamtcn bestellt und verpflichtet worden.
Vs)(t.l365/68. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, __ Geheimer Regierungs-Rath.
Herüseld, den 15. Mai 1894.
i ip Vertretung des erkrankten OberbrandmeisterS 15 Dberbrandmeister-Bezirkes Niederaula, Herrn
Eichmann, ist dem früheren Oberbrandmeister Bürgermeister Nuhn in Niederaula übertragen worden.
J. I. 2471. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Cassel den 16. Mai 1894.
Die dem diesseitigen Bezirksverbaude auf Grund des preußischen Gesetzes vom — zur Zwangserziehung überwiesene und von mir in der Rettungsanstalt zu Maberzell b/Fulda in Pflege untergebrachte Johanne Henriette Schuchardt von hier, geboren am 20. Oktober 1878, ist am 4. d. Mts. aus der Anstalt durchgebrannt.
Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz er- gebeust, nach dem Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst anstelle», im Betretungsfalle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civilperson, welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und bei nöthig werdender Üebernachtung ein solches von 4 Mark gewähren werde, der obengenannten Anstalt wieder zuführen lassen zu wollen.
Von dem Geschehenen bezw. bem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benachrichtigen.
Der Landes-Direktor.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.
* *
Hersfeld, den 17. Mai 1894.
Wird den Polizeibehörden sowie der Königlichen Gendarmerie behufs Fahndung nach der 2C. Schuchardt mitgetheilt.
Im Betretungsfalle ist dieselbe der obengenannten Anstalt wieder zuführen zu lassen und mir Nachricht zu geben.
I. 2854. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Politische Nachrichten.
Berlin, 17. Mai.
Nach den bisher getroffenen Bestimmungen wird Se. Majestät der K a i s e r am 30. d. M. früh in Berlin wieder eintreffen und an demselben Tage Vormittags die Frühjahrsparade des Garde- korps auf dem Tempelhofer Felde abhalten.
Ihre Majestät die Kaiserin, Allerhöchst- welche sich am Dienstag Abend zur Pflege ihrer Schwester, der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, welche von einer Prinzessin entbunden ist, nach Grünholz begeben hat, gedenkt in den ersten Tagen der nächsten Woche von dort nach dem Neuen Palais zurückzukehren und am 28. d Mts. die General- versammlung des Vaterländischen Frauenvereins in der hiesigen Singakademie abzuhalten.
Der neuesten LebeuSmittelpreistabelle der „Stut. Korr." entnimmt der „R e i ch s b o t e" die Thatsache, daß im April o I., dem ersten Monat, in welchem sich die Wirkungen des russischen Handelsvertrages hätten zeigen sönnen z eine allgemeine Erniedrigung der Getreidepreise, insbesondere der für Roggen und Weizen nicht ein getreten ist; im Gegentheil haben sich
gerade in den der östlichen Grenze am nächsten liegenden Marktorten die Preise fast durchgängig erhöht, während sie weiter nach Westen zu niedriger geworden sind oder nur geringere Aufschläge zeigten.
Dem A b g e o r d n e t e n h ~ n f e ist der Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Mai 1894, betreffend Abänderung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen durch den Minister für Land wirthschaft, Domainen und Forsten zugegangen.
Nach einer der deutschen Regierung von der österreichisch-ungarischen Regierung gemachten Mittheilung wird die letztere vom 20. b. Mts. ab den in Deutschland geschälten Reis, welcher seit Anfang vorigen Jahres bei der Einfuhr nach Oesterreich-Ungarn dem dortigen autonomen Zollsatz unterworfen wurde, wiederum wie früher zum Vertragszollsatz von 1 Gulden 50 Kreuzer per 100 Kilogr. zulassen.
Die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche Häfen und Antwerpen stellte sich nach den Ermittelungen des Kaiserliche» Statistischen Amts im April 1894 und im gleichen Zeitraum des Vorjahres folgendermaßen:
Es wurden befördert im April über 1894 1893
Bremen..... 2713 5577
Hamburg..... 2164 5055
deutsche Häfen zusammen . 487 7 10632
Antwerpen..... 436 1621
Aus deutschen Häfen wurden im April d. I. neben den vorgenannten 4877 deutschen Auswanderern noch 5470 Angehörige fremder Staaten befördert. Davon gingen über Bremen 3123, Hamburg 2347.
Den „B. P. N." zufolge wird sich an den demnächftigen Verhandlungen imLand - w i r t h s ch a f t s m i n i st e r i u m über Hebung und Förderung der Landwirthschaft, auch der Finanzminister Dr. Miguel betheiligen, wie dies nach der Natur einer ganzen Menge dabei zu erörternder Fragen zu erwarten gewesen.
Dem „Schwäbischen Merkur" zufolge empfing der König am Sonntag eine Abordnung der Synodalversammlungen, die eine Bittschrift überreichte, worin der Monarch ersucht wird, zu verfüge», daß die württembergischen Stimmen im Bundesrath gegen die Aufhebung des I e s u i t enge s e tz e s abgegeben werden. Der König habe die Ueberzeugung ausgesprochen, daß die Zustimmung des Bundesraths zu dem Reichstagsbeschluß nicht zu erwarten sei und daß diese ablehnende Haltung des Bundesraths seiner persönlichen Anschauung sowie derjenigen seiner Regierung entspreche.
In allernächster Zeit mitb, und zwar womöglich in noch weiterem Umfange als im vorigen Jahre, die g e s u ii d h e i t s p o l i z e i l i ch e lt e b e r- iv a ch ii n g der verschiedenen Stromgebiete wieder Militärärzten anvertraut werden; die Handhabung des Uebermachungsdienstes soll, wie die W. Z. schreibt, genau wie im vorigen Jahre erfolgen, da sich die bisherigen Maßnahmen außerordentlich gut bewährt und, wie man an- nimmt, nicht wenig dazu beigetragen haben, das