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Hersstl-kl Kreistliltt.
Mit wöchentlicher Gratts-Beilage „Muftrirtes Sonntagsblatt".
Ur. 151.
Sonnabend den 39. Dezember
1894.
Erstes Statt.
Moiiiniifiik-jiiiloiiiiiig.
Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das Hersfelder Kreisblatt.
Dasselbe erscheint mit Beginn des neuen Quartals in
^ »crMrtem Formt. ^L
Neben der seitherigen Beilage „Jklustrirtes Sonntagsblatt" werden mir voin s. Januar ab auch eine
„Illustrirte landwirthschaftliche Ieitung^^ gratis beilegen und hoffen wir, daß diese weitere Beilage unseren geehrten Lesern eine erwünschte Zugabe sein wird.
~ 3WT Der vierteljährige Abonnementspreis für das Areisblatt mit feinen 2 Gratis-Beilagen beträgt wir seither (,40 Mk.
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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein
die Expedition.
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Amtliches.
Aus allen Theilen des Regierungsbezirks laufen Gesuche ehemaliger kurhessischer Soldaten, welche 1849 die Feldzüge in Baden und Dänemark mitgemacht haben, mit der Bitte ein, ihnen aus der vom ehemaligen Landesherrn zu diesem Zweck gemachten Stiftung die zugedachte einmalige Unterstützung zu gewähren.
Ich bringe deshalb zur öffentlichen Kenntniß, daß von einer derartigen Stiftung bei hiesiger Regierung nichts bekannt ist, sowie daß das hiesige Blatt, die Hessische Post, welche die allarmirende Nachricht zuerst gebracht hat, von wo sie in andere Blätter übergegangen ist, solche in Nr. 330 widerrufen hat.
Cassel am 13. Dezember 1894.
Der Negierungs-Präsident. I. A.: B r a ck e l.
Politische Nachrichten.
Berlin, 27. Dezember.
Der Weihnachtsaufbau bei den Kaiserlichen Majestäten fand am Montag Nachmittag im Anschlüsse an die um 4 Uhr begonnene Tafel int Muschelsaale des Neuen Palais für die kaiserliche Familie und die engeren Hofstaaten statt.
' Am Dienstag unternahm S e. M a j e st ä t der Kaiser um 1 Uhr Mittags einen Spaziergang und verblieb Nachmittags im Arbeitszimmer.
Heute Vormittag um 11 Uhr 44 Min. fuhren Se. Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin mit den vier ältesten königlichen Prinzen von Wildpark mittelst Sonderzuges nach Berlin, um hierselbst der Matinse im Königlichen Opern- Hause beizuwohnen. Nach beendigter Vorstellung — es wurde die Oper „Häusel und Gretel" aufgeführt — begaben sich die Majestäten mit den Prinzen-Söhnen ins königliche Schloß, woselbst um 2174 Uhr die Frühstückstafel stattfand. Im Laufe des Nachmittags gedachten Ihre Majestäten nach Wildpark bezw. dem Neuen Palais zurück- zukehren.
S e. M a j e st ä t d e r K a i s e r hat für die durch das Erdbeben in Sizilien und C a l a b r i e n vor Kurzem Verunglückten und Beschädigten den Betrag von 1000Ö Mk. bewilligt.
Wie die Münchener „A. 3" meldet, hat der Prinz-Regent für die Veteranen und Krieger Bayerns zur Erinnerung an die 2öjährige Sedanfeier 1895 eine in reicher Goldstickerei ausgeführte große Fahne g e st i f t e t.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Durch die Blätter laufen verschiedene Mittheilungen über das Ergebniß der in Magdeburg gegen Zöglinge der O b e r f e u e r w e r k e r s ch u l e geführten militairgerichtlichen Untersuchung. Wir enthalten uns, diese unbeglaubigten Mittheilungen zu verzeichnen, da, wie wir hören, die Bekanntgabe des Untersuchungsergebnisses in kurzer Zeit bevorsteht.
Der Generalsynodal-Vorstand ist zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem evangelischen Ober- kirchenrath auf den 4. Januar einberufen.
Gegenüber der Mittheilung einiger Zeitungen, der Präsident des Reichstages habe sich anheischig gemacht, die sogenannte Umsturzvorlage — soll wohl heißen deren erste Lesung — vor den Ferien zu erledigen, kann versichert werden, daß von keiner Seite ein derartiges Verlangen an den Präsidenten gestellt und von diesem nach keiner Seite eine derartige Zusage gemacht ist.
Der etatsmäßige Zuschuß für die M i l i t a i r - W i t t w e n k a s s e ist im laufenden Rechnungsjahre mit 2135 208 Mark ausgeworfen, für 1895/96 jedoch um £9 320 Mk, auf 2194 528 Mark erhöht worden. Für Pensionen ist eine Ausgabe von 3 544 424 Mk., für zurückzuzahlende Antrittsgelder sind 700 Mk., für Bureaukosten 2c. 2224 Mk. zu veranschlagen, also eine Gesammt- ausgabe der Militair-Wittwenkasse von 3 547 348 Mark. Dieser stehen an eigenen Einnahmen der Kasse gegenüber 125504 Mk. Zinsen von Kapitalvermögen, 25 240 Mk. Zinsen von Antrittsgeldern, welche ältere Wittmeukassenmitglieder in Wechseln hinterlegt haben, 1 198 740 Mk. Bei
träge der Mitglieder, und 3336 Mk. vermischte Einnahmen, zusammen also 2 194 328 Mk. Bei der Berechnung dieser Ansätze ist, soweit es angängig war, das Durchschnittsergebniß der Rechnungsabschlüsse der letzten 3 Jahre (1891, 1892 und 1893) zu Grunde gelegt. Die Nothwendigkeit der Erhöhung des Zuschusses beruht hauptsächlich darauf, daß ’bie Zahl der Mitglieder der (für Neuaufnahmen geschlossenen) Wittwen- anstalten und damit die Einnahme an Beiträgen und Wechselzinsen stetig zurückgeht, während die Zahl der Wittwen und damit die Ausgabe an Pensionen zur Zeit noch im Steigen begriffen ist.
Zu der von der großherzoglich hessischen Regierung beabsichtigten Erbauung zweier f e st e n R h e i n b r ü ck e n bei W 0 r m s liegt der Bericht des Finanzausschusses der Kammer vor. Derselbe empfiehlt einstimmig den Bau der geplanten Eisenbahnbrücke und Genehmigung der mit der Ludwigsbahn hierüber getroffenen Vereinbarung. Bezüglich der zweiten Brücke ist der Ausschuß getheilter Ansicht, und die Hälfte der Ausschußmitglieder beantragt Ablehnung.
Durch kaiserliche Ordre am Mittwoch ist der bisherige Botschafter in Berlin, GrafSchuwa- l 0 w, zum Generalgouverneur in Marsch a u und Kommandirenden des Warschauer Militärbezirks ernannt worden.
Dem „Reuterschen Bureau" wird aus A a k 0 - h a m a gemeldet: Nach den japanischen Blättern sind in der Schlacht bei Haitjcheng am 19. d. M. aus japanischer Seite 2 Offiziere, 52 Soldaten gefallen und 12 Offiziere und 356 Soldaten verwundet worden. Die koreanische Regierung hat beschlossen, bei Japan eine Anleihe von 5 Mill. Dollars aufzunehmen und für 5 Millionen Bankbillets auszugeben. Die Tonghaks haben Haiju, die Hauptstadt der Provinz Hwangheido, eingenommen, den Gouverneur vertrieben und einen ihrer Häuptlinge als Gouverneur eingesetzt. Ferner haben dieselben drei Städte im Süden des Landes in Brand gesteckt.
Airs Provinz und Nachbargebiet.
Hersfeld, den 28. Dezember 1894.
* Von den für den Verkehr im Schutzgebiet bestimmten Münzen, welche mit Genehmigung des Reichskanzlers von der königlichen Münze in Berlin geprägt worden sind, sind von den Silbermünzen die Fünf-, Zwei-, Ein- und Halb- Markstücke erschienen. Sie tragen auf der einen Seite das Bild eines Paradiesvogels, auf der anderen die Umschrift Neu-Guinea-Compagnie, sowie die Werthbezeichnung und das Jahr der Prägung und haben den gleichen Silberwerth wie die entsprechenden Stücke der Reichswährung.
^(HaftpflichtderHauSbesitzerbei Glätte.) Zu dieser gerade in jetziger Jahreszeit für die Hausbesitzer wichtigen Frage dürfte es Interesse gewähren, auf ein Erkenntniß des Reichsgerichts vom 20. April 1893 hinzuweisen, welches die Haftpflicht der Hausbesitzer 'bei Entstehung sog. Schlidderbahnen auf dem Trottoir zum Gegenstand hat. Es ist in diesem Erkenntniß der Rechtsgrundsatz ausgestellt, daß eine Polizei- Verordnung, welche die Adjacenten bei Glatteis zum Bestreuen der Bürgersteige mit Sand rc. verpflichtet, zwar ein auf Schadenverhütung ab-