Einzelbild herunterladen
 

Judwig Funk's Duchdrruckerei» Hersfelv.

M 1

Hersfeld.

1*95.

J»tzaUS->verze»ly»ts: Jayres-Juventur, ReujahrS-Gedicht. Aus der Praxis der Zimmergärtnerei von Max HeSdörfer mit 7 Original-Illustrationen von A. Lütke. Thsmasschlack« Dünger kSr Wintergetreide. Ueber ein einfaches, probates Mittel zum Vertreiben des Maulwurfs. Ein wichtiges neues Verfahren in der Butterbereitung. Einfluß der Kalbezeit der Kühe «af die Milch» erzeugung und auf die Aufzucht. Zur guten Winterpflege des Milchviehs. Erfahrungen über das Scheren der landwirtschaftlichen Haustiere. Ein gutes Wort über Langshan von D. Fratz», Koldenbüttel, Wie werden die Tauben gefüttert. Zur Mauser unseres Geflügels. Garten-Arbeiten im Januar. Die Gartenkresse als Salatpflanze im Winter. Doppelvölker. Mrhlfüüerunx auf dem Bienenstände. Schlachten der Hühner. Wie prüft man rohe Kartoffeln auf ihre Güte? Lepfelthee. Schädlichkeit des Iltis. Gewehr- und Büchsenläufe reinigen. Aus verbleiten Schrotläusen. Briefkasten. Ernst und Scherz. Vexierbild.

E Nahres-UnventuV. ^

der letzte Glockenschlag im Jahr

Dich/ Landwirt, mahnt zu neuer Last und Plage, Benutze noch die Zeit der letzten Tage Und stell es auf, Dein ganzes Inventar.

Mit aller Sorgfalt geh durchs ganze ^aus;

Die treue Gattin giebt an Deiner Seite Von Boden bis zum Keller ihr Geleite, heut langt sie ihre Schätze gern heraus.

Geh durch die Scheunen, sieh den Segen nach, Der Deiner Arbeit, Deinem Fleiß, verliehen. Wohl haftet dran viel Schweiß, viel Sorg und Mühen.

Nun prüf' ihn sorgsam, prüfe jedes Fach.

hast Du die Blicke in den Stall geschickt, Denk: Auch des Viehs erbarmt sich der Gerechte; Und, wenn es ihm viel Nutz und Freude brächte, So hat es oft des Herren Aug' erblickt.

Zähl die Geräte nach, sieh, ob sie wohl

Zu feru'rer fleiß'ger Arbeit richtig taugen;

In jeden Winkel richte Deine Augen, Jetzt ist die rechte Zeit, wo man es soll.

Jetzt ist die rechte Zeit, wo man es muß, Jetzt gilt es buchen, schreiben, Rechnung führen, Jetzt gilt es, das Vorhand'ne abtaxieren, Daß Alles stimmt zum rechten Jahresschluß.

Daß alles stimmt; nicht nur was hab und Gut Betrifft. Denk drüber nach, es finden Sich manche andere Dinge, manche Sünden, Die stecken uns nun mal in Fleisch und Blut.

Wenn hin und wieder, und es könnt« sein, Nicht immer rechte Eintracht Dir beschieden, Wenn etwas störte Dir des Hauses Frieden, Dann mach' auch solch« Dinge klar und rein.

Jetzt ist die rechte Zeit, wo jeder Christ So recht ins eigne Innerste sich fasse,

Daß er zurück im alten Jahre lasse, Was lauter nicht, was nimmer reinlich ist.

Und, hast Du Alles sorgsam untersucht, Dann zeige Deinem Gott, was Du notieret, Daß er die Rechnung prüft, die Du geführet, Was Du im alten Jahre noch gebucht.

Und wenn Dich etwa manche Sorge drückt, Wohl kommt es vor in gegenwärfgen Zeiten, Dann laß' von Ihm Dir Dein Rezept bereiten, Er weiß am Besten, was sich für Dich schickt.

Der Dir behütet Wald und Feld und Flur,

Der alte Gott lebt noch und seinen Segen Erflehe heut auf allen Deinen Wegen; Dann ist es erst die rechte Inventur.

Daß Er Dir und den Deinen stets die Kraft,

Den frohen Mut stets giebt zu rechtem Werke, Daß Er Dein Schaffen schütze und Dich stärke Und Deinem Fleiß die rechte Löhnung schafft.

Kommt dann der letzte Glockenschlag im Jahr, Dann magst Du, froh vereint mit Weib und Aind«, Senf nebenbei auch noch an Dein Gesinde Dem ersten Glockenschlag ein prosit bringen dar.

Ein prosit sei's, stimmte an mit herz und Hand, Dem Landmann gilfs, daß nimmermehr verderbe, Das älteste, das edelste Gewerbes

Gott segne, Gott behüte unsern Stand! D. A.

Aus irr Pruris da Iiiumnzültunki.

Von War Kesdörffer.

Mit 7 Originalzeichnungen von A. Lütke.

Bon dem Grundsätze ausgehend, daß Reinlichkeit die halbe Kultur ist, wird der verständige Pfleger nun in erster Linie seine Lieblinge in eine würdige äußere Verfassung zu bringen suchen. Am leichtesten gelingt dies bei Palmen und anderen großblättrigen Blattgewächsen; sie werden unter Verwendung eines weichen Schwammes mit warmem Wasser, in beni etwas grüne Seife

Gummibaum- und Pelargoniensteckling.

Veranschaulichung des Schnittes einer Pelargonie.

Mfgelöst wurde, recht vorsichtig gewaschen. Dieses Waschen M nicht so einfach, wie es erscheinen mag, es erfordert Ä'^wisse technische Fertigkeiten, die sich, wie jede gärtnerische Arbeit, eben nur durch fortgesetzte praktische Uebung, nie- niaaZ aber vom grünen Tisch aus erlernen lassen, daneben aber auch eine gute Portion Geduld. Für die Oberfläche her Blätter genügt ein leichtes Abwischen, weil es sich hier ueqt nur um die Entfernung des Staubes handelt, auf >er Unterseite der größeren Blattflächen aber haben wir

die Brutstätten des lichtscheuen Ungeziefers zu suchen, die nur durch gründliche Waschungen unschädlich gemacht werden können. Bei solcher Arbeit darf man die Ruhe nicht ver­lieren, denn gar leicht zerreißen die Blätter und eine schöne Pflanze ist dann oft für lange Zeit oder gar dauernd entstellt. Kleinblättrige Topfgewächse lassen sich nicht waschen, man taucht sie am einfachsten wiederholt tüchtig in eine mit Wasser gefüllte Wanne oder spritzt sie ordentlich ab

und bestreut dann die noch nassen Blätter, vorzugsweise auf der Rückseite, mit Tabakstaub oder Zacherlin. Nach einiger Zeit müssen alle in vorstehend geschilderter Weise behandelten Pflanzen mit reinem Wasser abgewaschen bezw. abgespritzt werden.

Will man hübsche Zimmerpflanzen ziehen, so muß man namentlich bei strauchartigen Gewächsen das Messer vernünftig anzuwenden wissen. Das Schneiden im Zimmer­garten beginnt bei den laubabwerfenden Gewächsen im

Februar, die dann zum Teil erst aus dem Keller hervss» geholt und ans Licht gebracht werden. An einigen der unserer Schilderung beigegebenen Abbildungen veranscha»- lichen wir diesen Schnitt. Selbstverständlich ist die Au-* führung des Schnittes nicht bei allen Pflanzen gleichartig. Bei Fuchsien und Heliotrop schneidet man die schwachen Zweige ganz fort und die stärkeren Triebe kürzt man auf etwa ein Drittel ihrer Länge ein. Bei Pelargonien läßt

Veranschaulichung des Schnittes einer Fuchste.

man die schwachen Triebe ganz unberührt, die kräftigen schneidet man dagegen stark zurück und bei Hortensien schneidet man nur das schwache Holz aus, beschneidet rsso die kräftig entwickelten Zweige gar nicht, weil sie aus ihren Endknospen die Blütenzweige entwickeln. Von zwei Trieben, die sich kreuzen, also gegenseitig reiben, muß einer ganz, bezw. unter dem Kreuzungspunkt entfernt werden, urü> ebenso entfernt man neben abgestorbenen oder kranken Trieben auch solche, die das Ebenmaß der Kronen üören.