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Nr. 38.cmiiiiilifiiii Kn 38. März 18V.

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Hersjelder Kreisblatt

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Die Expedition.

Amtliches.

Berlin, den 26. Februar 1895.

Um die Ermittelung der Fabrikationsstätten der Ver- fertiger und Verbreiter falschen inländischen und ausländischen Papiergeldes zu erleichtern und zu fördern, sind sämmtliche Polizeibehörden durch die Erlasse vom 17. April und 5. November 1876 angewiesen morden, unbeschadet der von ihnen innerhalb ihrer Zu­ständigkeit vorzunehmenden- Ermittelungen und der zu bewirkenden strafrechtlichen Verfolgung, dem hiesigen Königlichen Polizeipräsidium sofort mitzutheilen, wenn sie Kenntniß von einem neuen Falschstücke erhalten, es ferner von dem Ergebnisse der vorgenommenen Nach­forschungen und von allen Verdachtsmomenten, welche sich dabei ergeben haben, zu benachrichtigen, endlich ihm auch alle der Anfertigung oder Verbreitung falschen Papiergeldes verdächtigen oder deswegen früher bestraften Personen, welche in ihrem Amtsbezirke sich aufhalten, anzugeben.

Da diese Bestimmungen in der letzten Zeit mehrfach außer Acht gelassen worden sind, ersuche ich Ew. Hoch­geboren ergebenst, den Polizeibehörden Ihres Bezirks die Befolgung gefälligst in Erinnerung zu bringen. Die genaue Beachtung der Erlasse ist um so mehr erforderlich, als in neuerer Zeit wieder falsche Reichskassenscheine und Banknoten zu fünf, fünfzig und hundert Mark sowie falsche Zinsscheine angefertigt und in Umlauf ge­bracht worden sind.

Der Minister des Innern. Im Auftrage, gez. Haase. An den Königl. Regierungspräsidenten, Herrn Grafen Clairon d'Haussonville Hochgeboren zu Cassel. II. 1692.

* * *

Cassel, den 13. März 1895.

Abschrift des vorstehenden Erlasses lasse ich Ew. Hochwohlgeboren zur gefälligen Beachtung und weiteren Veranlassung ergebenst zugehen.

Der Regierungs-Präsident. H a u s s 0 n v i l l e.

An den Kgl. Polizei-Präsidenten hier, sowie die sämmtlichen Königl. Landräthe des Regierungsbezirks. A. II. 2345.

* *

Hersfeld, den 26. März 1895.

Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises mit Bezug auf die Ausschreiben vom 4. Mai und 13. De­zember 1876 (Kreisblatt Nr. 37 und 101) zur Nach- achtung mitgetheilt.

I. 1378. Der Königliche Landrath

Freiherr v 0 n S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungö-Rath.

Hersfeld, den 26. März 1895.

In Folge der Umgestaltung des Steuerkassenwesens fthb

für die Königlichen Oberförstereien Hersfeld, Hers- feldMeckbach, HersfeldWippershain und Nieder- aula vom 1. April 1895 ab die Königliche Kreis­kasse zu Hersfeld sowie

für die Königlichen Oberförstereien zu Friedewald und Heringen vom 1. Juni 1895 ab die nebenamtliche Forstkasse zu Friedewald (Rendant Apotheker Crede daselbst) als zukünftige Forstkassen bestimmt worden.

Die Herren Ortsvorstände haben Vorstehendes in den Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.

.I. I. 1379. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtliches.

Ji§ Moment, Sas nie J.

Bei der erhebenden Feier im Sachsenwalde, welche die Gnade Sr. Majestät des Kaisers dem General­obersten der Armee, dem Fürsten Bismarck zu seinem 80. Geburtstage bereitet hat, überreichte der Kaiser dem Fürsten einen goldenen Pallasch mit den Worten:Ich konnte kein besseres Geschenk finden als ein Schwert, diese vornehmste Waffe des Germanen, ein Symbol jenes Instruments, welches Eurer Durchlaucht mit Meinem hochseligen Herrn Großvater haben schmieden, schärfen und auch führen helfen, das Symbol jener großen ge­waltigen Bauzeit, deren Kitt Blut und Eisen war, d a s - jenige Mittel, welches nie versagt und in der Hand von Königen und Fürsten, wenn es Noth thut, auch nach innen dem Vaterland den Zusammenhalt bewahren wird, der es ein st nach außen hin zur Einigkeit ge­führt hat."

Diese Worte tapferer Entschlossenheit sind allen den­jenigen aus der Seele gesprochen, welche die immer kühner werdenden Unisturzbestrebungen auf der einen Seite und die Zeichen der heillosen Schwäche und Zer­fahrenheit auf der andern Seite mit Trauer wahrnehmen und von schweren Sorgen für die Geschicke unsres Volkes in der Zukunft erfüllt sind. Nur da, wo ein kraftvolles Regiment, eine feste Entschiedenheit, ein un­beugsamer Wille für die Erhaltung von Ordnung und Recht ist, wird in Zukunft der Sieg sein, nicht bei den Schreiern, sondern bei der That. Unser Volk weiß, daß es in dieser Beziehung sich auf seine Fürsten verlassen kann, und diese Gewißheit ist eine Warnung für die Revolutionäre und Umsturzmänner und für viele Tausende, welche sie verführen wollen, ist aber auch eine Beruhigung für den friedlichen Bürger und stärkt sein Vertrauen zur erhaltenden Macht. Freilich wissen wir, daß es in unsrer Nationalhymne heißt:Nicht Roß und Reisige sichern die steile Höh' wo Fürsten stehen." Aber wir wissen auch, daß Gottes Gebot in der heiligen Schrift lautet:Die Obrigkeit ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Thust du etwas Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut."

Schön hat Fürst Bismarck die Anhänglichkeit an die Fürsten in seiner Antwort an den Kaiser gepriesen, als er sagte:Das Beste in mir und in meiner Lebenö- bethätigung ist immer der preußische Offizier gewesen. Wäre ich der nicht gewesen, ich weiß nicht, ob ich ganz in dieselben richtigen Bahnen verfallen wäre. Aber der Landwehroffizier des 9. Regiments ist für mich der Weg­weiser gewesen, der mich Anno 1848 von Hause aus in die richtigen Bahnen geworfen hat, d. h. in die Bahnen der Anhänglichkeit an unser regierendes Haus, im Hin­blick auf andere Länder, die diesen Vortheil eines regie­renden Hauses überhaupt nicht besaßen; kurz und gut, ich bin über 1848 hinweggekommen mit einer inten­siveren Anhänglichkeit an das königliche Haus, als ich

vielleicht in meiner agrarischen Unwissenheit vor 1848 auch nur gedacht hätte: begeistert und hingebend.

Ich bin in der Richtung geblieben, solange meine Thätigkeit beansprucht wurde, und darin wurde ich über­zeugt, daß außerhalb der dynastischen Anhänglichkeit in Deutschland überhaupt kein Heil ist. Wir brauchen blos auf Frankreich zu sehen; seitdem die Dynastie weg ist, wo soll der Sammelpunkt herkommen, für den Ralliment geblassen wird? Das ist immer streitig. Halten wir fest, was wir haben. Wir haben in Deutschland nicht ein einheitliches Kaiserthum, aber unsere Fürsten und regierenden Herren, die uns angestammt sind, und an denen schon die römischen Schriftsteller die Anhänglich­keit der Germanen in einer Weise gerühmt haben, die wir heute kaum mehr verstehen."

Aus dem Reichstag.

Berlin, 27. März. In der heutigen Sitzung deS Reich-tage- wurde das Präsidium gewählt. Bei der Wahl de« Präsi­denten, bei welcher der Abg. Spähn (Ctr.) den Vorsitz führt, werden 291 Zettel abgegeben, davon find 105 Zettel weiß. 183 Zettel lauten aup den bi-herigen ersten Vizepräsidenten Frhr. von Buol-Bcrenberg (Ctr.), je 1 Zettel auf den Abg. Frhr. v. Heere- man (Ctr.), aus den Abg. Sachse (fonf.) und auf den Abg. Siuger (sozd.) Der ;Abg. Frhr. v. Buol-Berenberg (Ctr)., somit zum Präsidenten gewählt, eu^ti, unter Beifall im Centrum und auf der Linken, er ueB«.;- die Wahl' mit Dank an, von der Ansicht ausgehend, daß, je schwieriger die Verhältnisse seien, r um so mehr Pflicht des Einzelnen sei, seine, wenn auch schwachen Kräfte dem Dienste des Ganzen nicht zu entziehen. Für ihn sei die Schwierig­keit um so größer, als der Mann, der vor ihm den Präsidentenstuhl eingenommen habe, eine lange Reihe von Jahren in ungewöhnlichem Maße ungeteilte Anerkennung und Beliebtheit genossen habe. (Bei­fall). Er werde thun, wa« in seinen Kräften stehe, und bitte von allen Seiten des Hauses um freundliche Unterstützung und Nachsicht. ./Beifall im Centrum und auf der Linken.) Hierauf übernimmt Präsident Frhr. v. Buol-Berenberg den Vorsitz. Bei der Wahl des ersten BHe-Präside n ten werden 286 Zettel abgegeben, davon find 103 Zettel weiß, 181 Zettel lauten auf den Abg S ch m id t-Elberseld (frs. Volksp.), je 1 Zettel auf den Abg. Singer (sozd.) undden Abg. Schönlankssozd.j Abg. Schmidt-Elberfeld (fr, Volksp.) ist somit gewählt; er nimmt die Wahl dankend an. Bei der Wahl deS zweiten Vize-Präsidenten werden 281 Stimmzettel abge­geben , davon sind 100 Zettel weiß. 17k Zettel lauten auf den Abg. Spähn (Ctr.), je 1 Zettel auf den Abg. Frhr. v. Heereman (Ctr.), auf den Abg. Schönlank (sozd)., auf den Abg. Wurm (sozd.), 2 Zettel auf den Abg. Ahlwardt. Abg. Spähn (Ctr.) ist somit gewählt; er nimmt die Wahl dankend an. Abg. Graf v. Hompesch (Ctr.): Nachdem jene Parteien bei Hauses, welche nach Maßgabe ihrer Mitglieder,ahl dem Brauche gemäß einen Anspruch auf Berücksichtigung bei der Wahl gehabt hätten, auf eine Stelle im Präsidium verzichteten, habe sich seine Partei entschlossen, von dem alten parlamentarischen Brauche in diesem Falle abzusehen. Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Berufs- und Gewerbezählung im Jahre 1895, wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Schließ­lich wird eine Reihe von Wahl Prüfungen erledigt. Nach dem Anträge der Kommission,werden die Wahlen der Abgg. Will (kons.), Graf v. S ch w e r i n - L ö w k"tz (kons.), B o l tz , (natlib.) Jo rn < (natlib)., Graf v.Holstein (kons.), D r e«l e r (natlib), Frhr. v. M a n t e u f fe l (kons.), Frhr. Sauerma v. d. Jentsch (kons.) Meyer- Danzig (Reichsp.), Deuringer (Ctr.), Frhr. von L a n ge n (kons.) für gültig, die Wahl deS Abg. v. G e r l a ch (kons.) für ungültig erklärt.

Politische Nachrichten.

Berlin, 28. März.

Heute Vormittag hörte Se. Majestät der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des MilitairkabinetS. Daran anschließend nahm Se. Ma­jestät die Meldungen der kommandirenden Generale von Woelckern und von Lindequist entgegen. Später über­reichten Oberstlieutenant Krähe die Orden seines ver­storbenen Schwiegervaters und Lieutenant von Versen vom Leib-Garde-Husarenregiment die Orden seines ver­storbenen Vaters.

Aus Friedrichsruh wird vom Mittwoch Vor­mittag gemeldet:Se. königl. Hoheit Prinz Heinrich ist mit dem Prinzen Wald ejn a r und dem Hofmarschall Kapitain zur See Frhrn. v. Seckendorff hier eingetroffen. Der Reichskanzler Fürst zu H o h e n l o h e, den der Chef der Reichskanzlei, Frhr. v. W i l m o w s k i, be­gleitet, wird gleichzeitig mit dem Großherzog von Baden hier eintreffen. Um 10'/2 Uhr erfolgte die Abholung der Standarten aus dem Schlosse. Die