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Gratisbeilagen:Illustrirtes Sonntagsblatt^^ u.Allustrirte landwirthschaftliche Veilage".

Nr. 69. SmaKB -eil 15; Ziliii 1895.

Amtliches.

Berlin, den 13. Februar 1895.

Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe II. zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten

3/-2 "/oigen Staatsanleihe von 1885.

Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten S1^ prozentigen Staatsanleihe von 1885 über die Zinsen für die Zeit vom l. April 1895 bis 31. März 1905 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe^werden vorn 1. März 1895 ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die Regierungs-Haupt- kassen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskasse bezogen werden.

Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Be­auftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berech­tigenden Zinsscheinanmeisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unent­geltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Be­scheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sofort zurück.

Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.

In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den Inhabern der Zinsscheinanmeisungen nicht ein­lassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkaffen beziehen will, hat derselben die An­weisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangsbe­scheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. For­mulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regie­rungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanmeisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kon­trolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.

Hauptverwaltung der Staatsschulden: gez. H o f f m a n n.

* * *

Cassel, den 29. Februar 1895.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeich­neten Formulare von der hiesigen Regierungs - Haupt- kasse und den Steuerkassen unseres Bezirks verabreicht werden.

______ Königliche Regierung.

Hersfeld, den 14. Juni 1895.

Die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, welche mit Einzahlung der Beiträge zu den Ausgaben der Hessen-Nassauischen landwirthschaftlichen Berufs- geuossenschast für das Jahr 1894 noch im Rückstände sind, haben für die Ablieferung bis spätestens zum 24. d. Mts. Sorge zu tragen.

A- Nr. 1197. Der Sektionsvorstand:

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtliches.

Aus dem Abgeordnetenhaus?.

Berlin, 12. Juni. Das Abgeordnetenhaus setzte heute dst zweite Lesung der Stempelsteuervorlage fort und erledigte die Nummern 225 des Stempeltarifs zumeist unter Annahme der KommisstonS- fassung. Nummer 22, Stempel für Erlaubnißertheilungen, gab Anlaß zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Richter (stets. VolkSp.), der die Gebührenerhebung bei Veranstaltung von Schau­spielen und Schaustellungen ?c. ohne höheres Kunstinteresse nur den Gemeindebehörden zubilligen wollte, und dem Finanzminister Miquel, welcher demgegenüber darlegte, daß daS Kommunalabgabengesetz die bezüglichen Rechte der Gemeinde lestgestellt habe und daß, wenn der Staat darauf verzichte, von den in Betracht kommenden Gewerbebe­trieben eine G-bühr zu tordern, damit das Recht dazu den Gemeinden nicht gegeben sei. Bei der Erlaubnißertheilung für AuSwanderungS- unternehmer wird vonanßerdeutschcn", anstatt, wie cS in der Kommisstonsfassnng hieß,auSländischen"(waS gleichaußerpreußischen" gewesen wäre) der erhöhte Satz von 300 Mark erhoben. Bei Nr. 24, Fidcikommißftistnng-'n, wollte ein Antrag deS Abg. Grafen L i m b u r g - Stirum tfonfj oen Stempelbetrag, welcher 3 v. H. deS Gesammt- werthes ausmacht, durch eine verzinslich zu stundende, 3prozentige Amortisationsrente, 24 Jahre hindurch zahlbar, ersetzt haben. An diesen Antrag knüpfte sich eine lebhafte Debatte über die wirthscha'tliche, soziale und politische Bedeutung des festgelegten Grundbesitzes für den Adel sowohl wie für den Bauernstand und für die Wohlfahrt deS Staatsganzen. Der Antrag wurde ebenso wie derjenige des Abg. K l a s i n g (kons ), der eine redaktionell Ae-^e'-'ing bei der Erläuterung deS BegriffesFideikommißstiftung" vorlangte, abgelehnt.

Politische Nachrichten.

Berlin, 13. Juni.

Heute früh hörte Se. Majestät der Kaiser von 8'/., Uhr an den Vortrag des Chefs des Geheimen Civilkadinets, empfing um 10 Uhr den Kriegsminister und um lO3/» Uhr den Chef des Militärkabinets zum Vortrag. Später begrüßten beide Majestäten die um 11 Khr 49 Minuten auf der Wildparkstation ein­getroffene Kronprinzessin von Schweden, welche zur Früh­stückstafel bei Ihrer Majestät der Kaiserin verblieb, an welcher auch der Erzherzog Franz Salvator theilnahm. Mittags wurde von Sr. Majestät der Reichskanzler zum Vortrage empfangen, und um 12,20 Uhr begab sich der Kaiser mittelst Sonderzuges von der Wildparkstation nach Berlin, um im Kreise des Offizierkorps des ersten Garde-Feldartillerie-Regiments zu diniren. Abends findet im Schlosse Sanssouci Konzert und Abendtafel statt, wozu eine größere Anzahl von Einladungen ergangen ist.

In F r i e d r i ch s r u h überreichten gestern die badischen Städte Karlsruhe, Baden-Baden, Bruchsal, Konstanz, Lahr, Freiburg, Mannheim und Pforzheim, vertreten durch ihre Ober-Bürgermeister, dem Fürsten Bismarck einen gemeinsamen Ehrenbürgerbrief. Ober- Bürgermeister Schnetzler-Karlsruhe feierte die Verdienste des Fürsten um die Einigung des Reiches und versicherte ihn der ewigen Dankbarkeit des badensischen Volkes. Hier­auf überreichte Ober-Bürgermeister Wagner-Ulm nach einer Ansprache den Ehrenbürgerbrief der Stadt Ulm. Der Fürst sprach in seiner Erwiderung der Deputation seinen Dank aus und hob den Antheil Badens und seines GroßherzogS an der nationalen Bewegung hervor. Zur Einigung des Reiches seien außer Baden auch Bayern und Württemberg nothwendig gewesen. Er sei erfreut sowohl über die äußere Einheit, wie über die innere Einmüthigkeit. Der Fürst setzte sich, indem er bedauerte, daß sein Befinden ihn hierzu nöthige. Er sei ein Baro­meter geworden, denn jeder Witterungswechsel mache sich bei ihm fühlbar. Der Fürst schloß seine Rede mit einem Hoch auf den Großherzog von Baden, in das die Herren lebhaft einstimmten. Bei dem nachfolgenden Frühstück toastete Ober-Bürgermeister Reck-Mannheim auf den Fürsten Bismarck. .

Durch Verfügung des Ministers der geistlichen An­gelegenheiten und des Ministers des Innern vom 12. d. M. ist bestimmt worden, daß die Privat-Kranken- anstalt der Alexianer im Kloster Maria­berg von Landespolizei wegen zu schließen ist. Die zur Ausführung dieser Maßregel erforderlichen Anord­

nungen werden durch den Regierungspräsidenten in Aachen unverzüglich getroffen werden.

Außer der allgemeinen Einladung zur Theilnahme an den Feierlichkeiten zur Eröffnung d e S R o r d - Ostsee-Kanals werden für die einzelnen Festakte besondere Karten ausgegeben. Es ist durchaus nothwendig, daß die eingeladenen Gäste die nur für den darauf bezeichneten Festakt gültigen Karten jedesmal be­hufs Legitimation bei sich führen. Wenn auch auf einzelnen dieser Karten dieses bereits ausdrücklich ver­merkt ist, so erscheint ein besonderer Hinweis hierauf angezeigt, damit für die Gäste, sowie die mit der Kon­trolle .beauftragten Beamten keine Schwierigkeiten ent­stehen.

Die amtliche Veröffentlichung über die Zucker- a u s f u h r Deutschlands im Mai ergiebt, daß dieselbe 1 229 575 Doppelzentner gegen 516 554 Doppelzentner im Mgi 1894 betrug; sie. hat sich somit mehr als ver­doppelt.

Die bereits ihrem Wortlaute nach mitgetheilte Inter­pellation der Abgg. Dr. Sattler, Stengel und Graf zu Limburg-Stirum wegen.der im Prozeß Mellage zu Tage getretenen Mißstände im Privat-Jrren- H e i l w e s e n ist mit 245 Unterschriften von Mitgliedern der konservativen, fr" , servativen und nationalliberalen Fraktion beim Abgeorbuetenhause nunmehr eingegangen.

Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Nord-Ostsee- Kanals sind 164 Berichterstatter der Presse zugelassen worden, unter denen sich 13 Mitarbeiter französischer Blätter befinden.

DieTimes" bringt folgende Einzelheiten über die russisch-chinesische Anleihe von 16 Mill. Lstr., welche soeben in Paris abgeschlossen ist. Der von China geschlossene Kontrakt lautet auf eine vierprozentige An­leihe von 400 000 000 Fr., rückzahlbar in 36 Jahren in halbjährlichen Tilgungsraten. Die Anleihe ist wäh­rend der kommenden 15 Jahre nicht konvertirbar und es ist ausbedungen, das China vor Ablauf des gegenwär­tigen Jahres keine andere Anleihe aufnehmen darf. Die Anleihe ist sicher gestellt durch die Zolleinnahmen der Vertragshäfen und durch eine absolute Garantie der russischen Regierung. Die Uebernahme der Anleihe er­folgt in St. Petersburg durch vier russische Banken unter Führung der Internationalen Handelsbank und in Paris durch die leitenden Pariser Banken und Finanz­häuser. Die Emission wird gegen Ende dieses Monats in Paris, St. Petersburg und Amsterdam zu einem Preise nicht weit von pari erwartet.

Der Norden F o r m o s a s darf als vollständig pazi- fizirt gelten. Die Japaner besetzten in friedlicher Weise Tamsui und Tai-peh-fu. Die Chinesen leisteten keinen Widerstand und warfen die Waffen fort. Die Japaner haben die Zollverwaltung übernommen. Der Handel nimmt seinen gewöhnlichen Verlauf. Weitere Ruhe­störungen werden nicht befürchtet. Das englische Kriegs­schiffRainbow" ging von Tamsui auf der Rückreise ab.

Das von mehreren Blättern verbreitete Gerücht, China habe an Frankreich die PescadoresJnseln ab­getreten , wird für unbegründet erklärt. Diese Inseln sind an Japan abgetreten worden, welches breits von denselben Besitz genommen hat.

Aus Provinz «nii Nlichbarzebltt.

Hersfeld, den 14. Juni 1895.

* (Personal-Veränderungen.) Ernannt: Der Gerichtsassessor Knochenhauer zum Amtsrichter in Jesberg, der Referendar Rang zum Gerichtsassessor, die Rechtskandidaten V i g e l i u s und Wegener zu Referendaren, der Rentmeister Sch lieben in Einzig zum Rentmeister der königlichen Kreiskasse in Kirchhain, der Postsekretär Kruhöffer in Corbach zum Postmeister, die Postassistenten Stallmann in Cassel zum Bureauassistenten und Kaufmann daselbst zum Ober-Postassistenten, der Postassistent Israel in Cassel endgiltig als solcher und die Postanwärter Eimer in Treysa (Bez. Cassel) und Eimermann in Gelnhausen zu Postassistenlen, der Regie-