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Nr. 71 LmmM den 27. Kni 1895.

Dmmck-KMW.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. Juni 1895.

Der von dem Landesbauamt dahier aufgestellte Land­wegebau-Etat pro 1896 liegt v 0 m 28. d. M t s. ab Vierzehn Tage lang zur Einsicht der Herren Orts- vorstände offen und zwar:

1. für die zum ersten Aufsichtsbezirke gehörigen Ge- meinden rc. Aua, Allmershausen, Biedebach, Bingar- tes, Eitra, Friedlos, Eichhof, Gittersdorf, Heenes, Hersfeld, Mecklar, Meckbach, Meisebach, Obergeis, Oderhaun, Reilos, Notensee, Rohrbach, Sieglos, Unterhaun, Untergeis und Tann im Geschäfts­lokal des Königlichen Landrathsamtes,

2. für die zum zweiten Aufsichtsbezirke gehörigen Ge­meinden rc. Allendorf, Asbach, Beiershausen, Engel­bach, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hatten- bach, Hilperhausen, Holzheiin, Kemmerode, Kerspen- Hausen, Kirchheim, Kleba, Kohlhausen, Kruspis,

Am Schsidemege.

Erzählung von J. I u n g.

(Fortsetzung.)

Hätte Viktor in diesem Augenblicke die Züge seines Freundes beobachten können, so würde er einen etwas fremdartigen Ausdruck darin wahrgenommen haben. In den ernsten Augen leuchtete es eigenartig auf. Der Blick schien in der Ferne zu ruhen. Schatten flogen über das wogende Feld, die Sonne verschwand hinter den Wolken. Der Blick des Dahinschreitenden war noch ernster geworden. Er blieb stehen, wandte sich dann plötzlich um und schritt nach der nahen Stadt zurück. Elisabeth", sagte er leise,werde ich dich wohl erringen und in deinem Besitze glücklich werden? Ich will mit Viktor reden, ihm mein Geheimniß anvertrauen und seinen Rath hören," fuhr ^ in seinem Selbstgespräche fort. Er blieb stehen. Die langen, weißen Arme eines Wegweisers streckten sich dem Spaziergänger entgegen. Wie kam es, daß er leise zusammenzuckte, wie jemand, der plötzlich erschreckt wird? Der ernste Blick wurde fast düster.

Am Scheidewege!" Die Worte wurden mit eigen­thümlicher Betonung gesprochen. Eine dunkle Wolken- Masse verhüllte die Abendsonne, die Lust ging stärker und kühler. Hastig, mit finsterem Blick wandte sich Herr von Braunfels seitwärts und schritt eilig der nahen Stadt zu.

Vl.

Bald sind die letzten Klänge verflogen,

Mengshausen, Niederaula, Reckerode, Reimbolds­hausen, Noßbach, Rotterterode, Solms, Stärklos und Willingshain im Bürgermeistereilokale zu Niederaula,

3. für die zum dritten Aufsichtsbezirke gehörigen Ge­meinden 20. Petersberg, Wilhelmshof, Oberrode, Sorga, Kathutz, Wippershain, Malkomes, Dünkel- rode, Schenksolz, Wüstfeld, Lampertsfeld, Conrode, Landershausen, Schenklengsfeld, Unterweisenborn, Oberlengsfeld, Hilmes, Motzfeld und Wehrshausen im B ü r g e r m e ist e r eil 0kale zu Wüstfeld, 4. für die zum vierten Aufsichtsbezirke gehörigen Ge- meinden rc. Ausbach, Bengendorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heringen, Heimboldshausen, Herfa, Hillartshausen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Nippe und Röhrigshöfe, Phi­lippsthal, Ransbach, Unterneurode, Wölfershausen und Widdershausen im Bürgermeisterei­lokale zu Heimboldshausen.

Die Herren Ortsvorstände wollen diesen Etat während der besagten Zeit daselbst einsehen und sich in Betreff der für ihre bezüglichen Gemeinden vorgeschlagenen Etatssätze sofort schriftlich beim Landrathsamt er­klären, indem sonst angenommen werden muß, daß Ein­wendungen dagegen nicht zu erheben sind und berrt Dem­nächst zusammentretenden Kreistage bei Vorlage des Etats hiervon Kenntniß gegeben wird.

J. A. Nr. 1747. Der Königliche Landrath, Freiherr voch Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 24. Juni 1895.

Es ist zu meiner Kenntniß gekommen, daß von einigen Herren Bürgermeistern die Anzeigen der Kontroll­beamten über unterlassene Markenvermendung 2c. den betheiligten Arbeitgebern zur Einsichtnahme ausgehändigt worden sind. Dieses unstatthafte Verfahren ist nur dazu angethan, Mißstimmung unter den Arbeitgebern einerseits und den Kontrollbeamten andererseits hervor- zurufen, weshalb derartige Unzuträglichkeiten künftig zu vermeiden sind.

I. 3906. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

K Hersfeld, den 26. Juni 1895.

Den Herren Orlsvmständen der rentenpflichtigen Ge-

Bald ist das letzte Grün dahin!

Bald sind die letzten Sänger gezogen,

Alle sie wollen heimwärts ziehen!

So sang eine jugendliche kräftige Stimme. Der Sänger zog eilend die Landstraße dahin. Die Augen schauten fröhlich drein; bald rechts über die Stoppel­felder, welche die warme Herbstsonne beschien, bald links über die bewaldeten Bergeshöhen, deren Laub der Herbst bereits gelb und roth gefärbt hatte. Die über den Schultern hängenden Stiefeln ließen sofort den Hand- werksburscheu erkennen. Seine Augen blickten hinauf nach der im Abendlicht leuchtenden Höhe. Die von der Abendsonne glänzenden Fenster des Schlosses Rodenburg blendeten die Augen des jugendlichen Wanderers.

Dies wird das Schloß sein, von dem die Leute im Kruge erzählten. Hm, nicht übel! Liegt prächtig auf der Höhe! Glückliche Menschen, die dort wohnen!" Das schöne Bild fesselte den jugendlichen Beschauer. Er seufzte und beschattete die Augen, die noch immer sehnsuchtsvoll hinaufblickten. Begehrliche Gedanken stiegen in seiner Seele auf. Doch schnell wandle er sich hinweg.

Mütterchen wartet, ich muß eilen!" Mit diesen Worten schauten die Hellen, frohen Augen noch einmal zurück, dann zog er pfeifend und singend weiter. Immer ferner erklang die Helle Stimme:

Freunde, muß ich heut' auch wandern, Kehr ich heim doch über's Jahr!"

In diesem Augenblicke trat ein junger Mann aus dem Gebüsche mit einer Jagdflinte auf dem Rücken.

meinden wird in den nächsten Tagen je ein Auszug aus der Instruktion für die Königlichen Kreiskassen der Provinz Westfalen, der Rheinprovinz und Hessen-Nassau, enthaltend die für die örtliche Erhebung der Rentenbank- Renten durch die Gemeinde-Hebestelle maßgebenden Be­stimmungen, nach welchen von 1895/96 ab zu verfahren ist, zugehen.

Dieser Auszug ist dem betreffenden Erheber zur Kenntnißnahme und Nachachtung alsbald zuzustellen.

J. I. Nr. 3927. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, __Geheimer Regierungs-Rath.

Caffel, den 22. Juni 1895.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des

Preußischen Gesetzes vom.....57,24 läöZ Zur Zwangs- erziehung überwiesene und von mir bei dem Schneider Wilhelm Müller in Oberzell in Pflege untergebrachte Joh. Heinrich Wilh. Vaugt von Spangenberg, geboren am 21. Mai 1881, ist am 19. d. Mts. aus seiner Pflege­stelle durchgebrannt.

Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst onst-llen, im Bet.c^ . gsßalle ihn fcflnehmerp und durch, eine geeignete C i v i l p e r s 0 n , welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark gewähren werde, seinem obengenannten Pflege­vater wieder zuführen lassen zu wollen.

Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nach­forschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benach­richtigen.

Der Landes-Direktor.'

An Königliches Landrathsamt Hersfeld. Jr. II. Nr. 2907.

* *

*

Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Königlichen Gendarmerie zur Fahndung nach dem Ent- laufenen mitgetheilt.

Im Betretungssalle ist derselbe seinem Pflegevater wieder zuführen zu lassen auch mir hiervon Anzeige zu erstatten.

I. 3922. - Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, _______________________Geheimer Regierungs-Rath.

Bekanntmachung.

In dem Orte Niederthalhausen ist am 21. Juni in

Er blickte die Straße entlang, die der frohe Geselle zog. Er ist glücklicher, als er selbst wohl ahnt!"

Ewald von Lenzen war es, der diese Worte sprach. Er blieb stehen und horchte. Immer ferner tönte der frohe Wandergruß.

Heimwärts zu Vater und Mutter, wohl gar zu der Liebe seiner Jugend geht seine Reise, immer fröhlich, immer heiter!"

So dachte der junge Jägersmann und wandte sich rückwärts. Ein zweiter Jäger wurde sichtbar. Es war Herr von Braunfels.

Heute hat uns das Waid'mannsglück verlassen, Herr von Lenzen! Mit leeren Taschen zogen wir aus, leer kommen wir wieder! Nicht eine Feder!"

Ewald von Lenzen lachte.

Nur Geduld, morgen wird's besser glücken! er­widerte er und ging seinem Gefährten entgegen. Die beiden Jäger überschritten die nahe Brücke, um auf den Weg, der den Berg hinauf nach Schloß Rodenburg führte, zu gelangen. Langsam schritten die beiden dahin.

Hat Baron von Halden sein Kommen fest zugesagt? fragte der junge von Lenzen und blieb stehen.

Noch nicht, aber ich erwarte noch diesen Abend eine briefliche Zusage," war die Antwort.

Herr von Lenzen nickte und erwiderte:Mein Onkel hat ihn gern und giebt etwas auf sein Urtheil trotz des Unterschieds der Jahre. Ich freue mich sehr, diese wichtige Person, Ihren Freund, kennen zu lernen!"

Der Angeredete nickte zustimmend und entgegnete: Er wird Ihnen schon zusagen. Baron von Halden ist