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117. LomhkO #fn 5. MMr 1895.

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Amtliches-

Hersfeld, den 30. September 1895.

Nach Mittheilung des Landesbauamtes dahier sind die Gemeinden Conrode, Hilmes, Kathris, Landershausen, Lampertsfeld, Malkomes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Schenk- lengsfeld, Schenksolz, Sorga, Unterweisenborn, Wippers- Hain und Wüstfeld mit Landwegebauarbeiten (Graden-, Bankettarbeiten rc.) noch im Rückstände.

Die Herren Ortsvorstände dieser Gemeinden erhalten daher die Auflage, für die Ausführung der fraglichen Arbeiten bis zum 1 5. O k t o b e r d. Js. Sorge zu tragen, bei Meldung der Veraccordirung derselben auf Kosten der Gemeinden. Auch ist mir vom Geschehenen Mittheilung zu machen.

J. I. Nr. 247589. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Hersseld, den 3. Oktober 1895.

Die Wiedereinreichung der offengelegenen Verzeichnisse über die landwirthschaftlichen Betriebsunternehmer wird bei den hiermit noch rückständigen Herren Ortsvorständen in Erinnerung gebracht mit Frist bis zum 7. b. Mts.

Der Sektionsvorstand:

Freiherr von Schleinitz.

(Nachdruck verboten.)

Um Herz unb Hand.

Roman von Jenny PiorkowSka.

(Fortsetzung.)

Der Doktor sah heute hübsch, sehr hübsch zwischen den jüngeren eleganten Herren aus; er hatte die ruhige, gleichmäßige Art, die, wie Kapitän Stoll wohl wußte, die Damen am meisten bewundern. Sein Herantreten erfreute Luise sichtlich mehr, als die Galanterien der anderen Herren.

Hier ist ein Bouquet, das ich den ganzen Nachmit­tag hindurch für Sie ausbewahrt habe", setzte sie hinzu und reichte es ihm hin.So klein es ist, hat es doch Jedermann haben wollen."

Oh, Fräulein! Ich habe ihnen einen so hohen Preis dafür geboten! Das nenne ich Begünstigung. Doktor Lucius wird Ihnen nicht die Hälfte geben", sagte Kapitän Stoll.

Oh, nicht wahr, Herr Doktor, Sie geben mir, was ich verlange?" sagte Luise lächelnd.

So viel Sie von mir verlangen, Fräulein", sagte er und zog lächelnd seine Börse hervor.

Nun, jetzt brauchen Sie mir nicht zu bezahlen", rief sie lachend.Sie müssen mir heute Abend helfen Rechnung machen und wenn ich viel weniger als Ella in meiner Kasse habe, müssen Sie mir ein ganzes Vermögen für die Blumen bezahlen. Aber ich fürchte sehr, Ella wird mich trotzdem übertreffen."

Fräulein Ella ist kühner! Sie fordert erschreckend

Müllerei-Berussgenoffenschast Section XL

Frankfurt a. M., den 25. September 1895.

Verehrt, untere Verwaltungsbehörde benachrichtigen wir hiermit in Gemäßheit des § 33 unseres Statuts ergebenst, daß für den Bezirk des dortigen Kreises Herr Mühlenbesitzer G. H. B r a u n in Hersfeld als Ver­trauensmann und Herr Mühlenbesitzer Earl Aulepp in Philippsthal als dessen Ersatzmann für die Zeit vom 1. Oktober d. Js. bis dahin 1897 gewählt worden sind.

Gleichzeitig theilen wir verehrl. Behörde mit, daß unser Geschäftsführer, Herr Val. Feldmann in Frank­furt a. M., Taunusstraße 25, als Beauftragter gemäß des § 82 des Unfall-Versicherungs-Gesetzes vom 6. Juli 1884 für den Bezirk unserer Section bestellt worden ist.

Wir richten an verehrl. Behörde die ergebenste Bitte, Vorstehendes in geeigneter Weise den unterstellten Bür­germeistereien zur Kenntniß bringen zu wollen.

Hochachtungsvoll

Der Vorstand der XL Section der Müllerei - Berufsgenoffenschast.

An Königl. Landrathsamt in Hersseld.

* *

Wird veröffentlicht.

Hersseld, den 2. Oktober 2^95.

I. 5767. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Ziegenhain, den 1. Oktober 1895.

In der Stadt Schwarzenborn ist unter dem Rindvieh und den Schafen die Maul- und Klauenseuche ausge­brochen. Da dieselbe allgemeine Verbreitung gefunden hat, so ist Gemarkungssperre angeordnet.

v. K e u d e l l.

An den Königlichen Landrath, Herrn Geheimen Regierungs- Rath Freiherrn von Schleinitz Hochwohlgeboren in Hersfeld. I. I. Nr. 9328.

Hersfeld, den 3. Oktober 1895.

Wird veröffentlicht.

I. 5783. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. Oktober 1895.

Zufolge anher gelangter Mittheilung ist unter den

hohe Preise", sagte der Kapitän lachend.

Ja, das weiß ich. Da, sehen Sie, Herr Doktor, jetzt werden Sie sogar von ihr gerufen. So macht sie es immer. Sie hat gewiß einen Brief für Sie. Aber bleiben Sie nicht bei ihr; sie meint es heute nicht auf­richtig."

Nein, ich verspreche Ihnen, nicht zu bleiben," sagte er und ging langsam an das andere Ende des Tisches.

Kapitän Stoll blickte ihm etwas forschend nach. Doktor Lucius war sichtlich ein vielbegehrter Mann bei den jungen Damen; und was hatte er gethan, sich so beliebt bei ihnen zu machen? Er sagte ihnen keine Komplimente und begegnete ihnen nicht mit auffallender Galanterie.

Es bedarf sehr wenig, diesen hübschen Geschöpfen zu gefallen," sagte sich der Kapitän achselzuckend, und doch, dachte er trübe, müsse das Wenige eine natürliche Gabe sein, die nicht alle Menschen, so sehr sie auch darnach verlangten, sich zu eigen machen könnten. Er nannte Lucius seinen alten Freund, und in Wahrheit kannten sie einander doch nur sehr oberflächlich. Sie waren mehrmals miteinander gereist, hatten sich gegen­seitig kleine Gefälligkeiten erwiesen, aber nie waren sie über eine leichte, oberflächliche Bekanntschaft hinauSge- kommen. Vielleicht war die Zurückhaltung mehr auf des Doktor's als auf seiner Seite, aber er hatte auch nie Gelegenheit gesucht, ihm näher zu treten.

Thatsache war, daß Kapitän Stoll nicht wenig für die schöne Luise Werner eingenommen war, und Alles und Jedes, was sie interessirte, bekam auch Interesse

Viehbeständen des Johannes Limburg, Valentin Limburg und Lorenz Meyer zu Unterbreitzbach, Verwaltungsbezirk Dermbach, sowie unter dem Rindviehbestand des Land- wirtds Martin Schäfer zu Dankmarshausen, Verwaltungs­bezirk Eisenach, der Ausbruch der Maul- und Klauen­seuche festgestellt worden.

J. I. Nr. 5686/87. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Unter dem Rindvieh der Friedrich Hild Wittwe dahier ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Kalkobes, den 3. Oktober 1895.

Bätz, Bürgermeister.

Zugelaufen: ein schwarzbrauner Dachshund. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futter­kasten beim Ortsvorstand zu Kalkobes in Empfang nehmen.

Gefunden: eine Peitsche und eine Spannkette. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Kalkobes.

Nichtamtliches.

Die Ruhmestage des -eutsch-franzsfischen Arieg^s.

XVI.

Erste Entsatzversuche von Paris. ArtenayOrleans.

10. und 11. Oktober 1870.

Nach dem Fall der Festungen Toul und Straßburg war die deutsche EinschließungS-Armee vor Paris noch durch die 17. und Garde-Landwehr-Division verstärkt worden. General Dinoy mußte sich bei mehrfachen Auf- klärungsversuchen überzeugen, daß ihm überall die Deut­schen in genügender Stärke entgegenzutreten im Stande waren.

Mittlerweile wurde aber in ganz Frankreich aufs Eifrigste gerüstet, um den Entsatz von Paris zu ermög­lichen. Namentlich um Orleans hatte sich ein Corps von 60 000 Mann versammelt, dessen Anrücken von Süden her zu einer ernsten Gefahr für die Einschließung werden konnte; aber ehe noch dies eintrat, waren bereits das 1. bayerische Corps, die 22. Division, die 2. und 4.

für ihn; er hatte daher beschlossen, zu ergründen, wie weit sich Lucius für sie interessirte. In dieser Absicht sagte er, sich neben sie hinter den Tisch setzend:

So engagiren Sie also Herrn Doktor Lucius zu Ihrem Rechenmeister, und nicht mich? Ich gestehe, ich hatte gehofft, daß sie Vertrauen genug in mich setzten, mir das Vergnügen zu gestatten, Ihre Rechnung für Sie zu ordnen und Sie über Fräulein Ella zu bringen. Aber ich sehe, mein Freund, der Doktor, hat Ihnen mehr Vertrauen eingeflößt. Dürfte ich fragen, aus welchem Grunde?"

Oh, Sie wissen, ich kenne den Herrn Doktor viel länger," sagte Luise, indem sie den Schlüssel an dem kleinen Kästchen, das das Geld enthielt, verlegen hin- unb herdrehte.

Viel länger!" wiederholte Stoll,Bitte, wie viel länger?"

Nun, ich kenne ihn seit seit letzten Dezember ja, seit dem zwölften Dezember."

Und mich seit Juni verflossenen 3uni aber des Datums erinnern Sie sich sicherlich nicht?"

Oh ja, es war am achtzehnten, in Frau Herrmann'S Gesellschaft. Ich erinnere mich des Datums ganz genau; ich habe ihn auf das Bouquet geschrieben, das ich jenen Abend trug. Es war meine erste Gesellschaft und mein erstes Bouquet, das konnte ich nicht wegwerfen."

Stoll wußte zufällig, von wem sie das Bouquet hatte und fühlte sich daher durch ihre Rückerinnerungen nicht gerade ermuthigt.

Und doch war Doktor Lucius den letzten Winter