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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10Pfg., im amtlichen Theile I5Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Gratisbeilagen: „Illustrirtes Sonntagsblatt^^ u. „Illustrirte landwirthschaftliche Veilage^^.
Amtliches.
Kolizei-Verorbnung über den Handel mit Giften.
(Schluß.)
Erytrophleum, Euphorbium, Fingerhut-blätter, -essig, -extrakt, tinktur, Gelseminm-wurzel, -tinktur, Giftlattich-extrakt, »kraut, -fast (Laktukariuml, Gistsumach-blätter, -extrakt, -tinktur, GotteSgnaden-kraut, -extrakt, -tinktur, Gummigutti, dessen Lösungen und Zubereitungen, Hanf, indiscber-extrakl, -tinktur, Hydroxylamin, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Galazen-Har,, -knollen, -tinktur, Kirschlorbeeröl, Kodein, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Kokkelskörner, Kotoin, Krotonöl, Morphin, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Narce'in, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Narkotin, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Nieswurz (^eUeboruSi, grüne, -extrakt, -tinktur, -Wurzel, Nieswurz lHelleboruS,', schwarze, -extrakt, -tinktur, -Wurzel, Nitrobenzol (Mirbanöl), Opium und dessen Zubereitungen mit Ausnahme von Opium-pflaster und -Wasser, Oxalsäure (Kleesäure, s. g. Zuckersäure), Paraldehyd, Pental, Pilokarzin, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Sabadill-extrakt, -frückte, -tinklur, Sadebaum-spitzen, -extrakt, -öl, Sankt-Jgriatius same», -tinktur. Santomin, Scammonia- .^arz (Scammoniums -Wurzel, Schierling (Konium) -kraut, -extrakt, -fruchte, «tinklur, Senföl, ätherisches, Spanische Fliegen und deren weingeistige und ätherische Zubereitungen, Stechapfel-blätter, -extrakt, -samen, -tinktur — ausgenommen zum Rauchen oder Räuckern —, StrophantuS-extrakt, -samen, -tinktur, StrychninhaltigeS Getr ide, Sulsonal und dessen Ableitungen, Thallin, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Urethan, Veratium (weiße Nieswurz) -tinkrur, -Wurzel, Wasserschierling-kraut, -extrakt, Zeitlosen -extrakt, -knollen, -samen tinktur, -wein. ,
Gift
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Bezeichnung des Erlaubnißscheins nach Behörde und Nummer.
Tag der Abgabe.
Des Giftes
Name. Menge.
Zweck, zu welchem das Gift vom Erwerber benutzt werden soll.
Des Er
Name und Stand.
Werbers
Wohnort.
(Wohnung.)
Des Ab!
Name und Stand.
)vlenden
Wohnort.
(Woh- . nung.)
Name des Verabfolgenden.
Eigenhändige Namensschrift des Empfängers.
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Anlage III.
Dieser Schein macht die Ausstellung einer Empfangsbescheinigung (Gistschein) gemäß § 13 nicht entbehrlich. Er verliert mit dem Ab-
(Name der auSstellenden Behörde.)
laufe deS 14 TageS nach dem Ausstellungstage seine Gültigkeit, sofern etwas Anderes oben nicht ausdrücklich ve-merlt ist.
Nr. . . (deS Giftbuchs). Anlage IV
Erlaubnitzschein zum Erwerb von Gift.
Der rc. (Name, Stand) . ... - . zu (Wohnort und Wohnung) .... die (Firma) . . . wünscht (Menge) . . (Name des Gisrs) .... zu erwerben um damit..... l Zweck, zu welchem das Gift benutzt werder soll)....... Gegen dieses Vorhaben ist diesseits nach flaUgcfurbenct Prüfung nichts zu erinnern . ............ . . . ......den . . ten.....18 . .
(Bezeichnung der ausstellenden Behörde) (NamenSunterschrist) (Siegel).
(Nachdruck verboten.)
Um Herz und Hand.
Roman von Jenny PiorkowSka.
(Fortsetzung.)
„Ich weiß, daß eH gerade das ist," sagte er. „Ich weiß, daß Ihre Nerven vor Aufregung, Angst und Ueber- müdung abgespannt sind."
„Warum machen Sie mir denn Vorwürfe, daß ich weine?" sagte sie, sank wieder zurück und bedeckte ihr Gesicht. „Oh! könnten Sie mir doch sagen, ob wirklich Hoffnung ist, anstatt zu versuchen, mich so zu beruhigen "
„Glauben Sie, ich wollte Sie täuschen?" sagte er ernst.
„Nein, oh nein! Aber Sie haben so viel Mitleid mit mir, daß Sie es sich selbst wollen glauben machen, ungeachtet dessen, wie es wirklich stehen mag. Sie wissen, es würde mich tödten, wenn dieser Knabe stürbe, und versuchen b’rum, sich selbst und mich zu überzeugen, daß er leben wird. Aber er wird nicht leben. Ich weiß, noch bevor diese Nacht zu Ende ist, wird der kleine Lebensfunke erlöscht sein. Ich weiß es, und Sie fürchten es, und doch sagen Sie, ich solle heimgehen und ruhen? Heim! Wie soll ich Ruhe daheim finden? Ich wünschte, ich könnte jetzt sterben — ich werde sterben mit all diesem Kummer, der auf mir lastet."
„Luise," sagte der Doktor, als er neben ihr stand,
Abtheilung 3.
Antimonchlorür, fest oder in Lösung, Baryumverbindungen außer Schwerspath (schwefelsaurem Baryuml, Bittermandelwasser, Bleiessig, Bleizucker, Brechwurzel (Jpeeacuanha) -extrakt, -tinktur, -wein, Fa-ben, welche Antimon, Baryum, Blei, Chrom, Gummigutti, Kadmium, Kupfer, Pikrinsäure, Zink oder Zinn enthalten, mit Ausnahme von: Schwerspath (schwefelsaurem Baryum), Chromoxyd, Kupfer, Zink, Zinn und deren Legirungen als Metallfarben, Schwefelkadmium, Schwefelzink, Schwefelsinn (als Musivgold), Zinkoxyd, Zinnoxyd. Goldsalze, Jod und dessen Präparate, ausgenommen zuckerhaltiges Eisenjodür und Jodschwestl, Jodoform, Kadmium und dessen Verbindungen, auch mit Brom oder Jod, Kalilauge, in 100 GewichtS- theilen mehr als b GewichtSthcile Kaliumhydroxyd enthaltend, Kalium, Kaliumbichromat (rothes, chromsaures Kalium, sogenanntes Chromkali), Kalinmbioxalat (Kleesalz), Kaliumchlorat (chiorsaureS Kalium), Kalium- chromat (gelbes chromsaures Kalium), Kaliumhydroxyd (Aetzkali), Karbolsäure, auch rothe, sowie verflüssigte und verdünnte, in 100 Ge- wichtStheilen mehr als 3 Gewichtstheile Karbolsäure enthaltend, Kirschlorbeerwasser, Kofsein, dessen Verbindungen und Zubereitungen, Kolo- quinthen - extrakt, -tinktur, Kreosot, Kresole, Kupferverbin düngen, Lobelien-kraut, -tinktur, Meerzwiebel, -extrakt, -tinktur. -wein, Mutterkorn, -extrakt, (Ergotinj, Natrium, N -triumbichromat, Natriumhydroxyd, (Aetznatron, Seifensteinl, Natronlauge, in 100 Gewichtslbcilen mehr als 5 Gewichtstheile Natriumhydroxyd enthaltend, Phenacctin, Pikrinsäure und deren Verbindungen, Quecksilberchlorür (Kalomel j, Salpetersäure «Scheidewasser), auch rauchende, Salzsäure, auch v rdünnte, in 100 GewichtStheilcn mehr als 15 GewichtStheilc wasserfreie Säure enthaltend, Schwefelkohlenstoff, Schwefelsäure, auch verdünnte, in 100 GewichtStheilcn mehr als 15 Gew'chtstheile Schwefelsäuremonohydrat enthaltend, Silbersalze, mit Ausnahme von Chlorsilber, StephhanS (Staphisagria) -körner, Zinksalze, me> AoSnechme von Zinkkarbonat, Zinnsalze.
Anlage II.
b tt ch. (Seite . .. ).
Giftschein.
Von (Firma deS abgebenden Geschäfts)........ zu (Ort).......bekenne ich hierdurch . . . . .
(Menge).......(Name des Gifts) .... zum Zwecke de . . . . wohl verschlossen und bezeichnet erhalten zu haben.
Der auS einem unvorsichtigen Gebrauche des G«ftS entstehenden Gefahren wohl bewußt, werde ich bafür Sorge trogen, daß dasselbe
mit fester, ernster Stimme. „Ich wollte es Ihnen ersparen; und Sie hätten besser gethan, nachzugeben und sich zu beherrschen. Aber da es nun einmal zur Sprache gekommen ist, lassen Sie uns ruhig über das reden, worüber Sie, wie ich fürchte, nicht ruhig denken können. Es ist klüger, Furcht und Zweifel zu unterdrücken, als sie durch Worte wahr zu machen; aber Sie haben es gethan und es ist zu spät. Erstens vertrauen Sie mir nicht völlig, Sie glauben nicht, was ich Ihnen in Betreff des Knaben gesagt habe. Das ist ungerecht, Sie können sich keines Moments erinnern, von dem Sie sagen könnten, ich hätte Sie getäuscht. Ich habe Ihnen die Wahrheit über den Knaben gesagt; ich glaube, er wird genesen; ich wollte Ihnen nicht eher sagen, daß Sie gehen sollten, bis ich überzeugt war, daß die Gefahr vorüber, und was die Furcht anbelangt, vor dem Begegnen mit Ihrem Vater, brauchen Sie demselben heute nichts über das Unglück zu sagen, denn ich werde es ihm morgen früh selbst sagen. Seien Sie Gott dankbar, daß es nicht schlimmer gekommen ist, und denken Sie nicht an das, was hätte geschehen können, das ist thöricht. Ich bitte Sie, Alexanders Vergehen nicht zu übertreiben, — ich werde nicht suchen, es zu entschuldigen. Ich werde es ihm gegenüber behandeln, als ob es den schlechtesten Ausgang gehabt hätte und hoffe aufrichtig, daß der Schreck, den er durchgemacht hat, einen guten Einfluß auf ihn haben wird. Versuchen Sie nicht, selbst
nicht in unbefugte Hände gelangt und nur zu dem vorgedachten Zwecke verwendet wird.
Das Gift soll durch........abgeholt werden.
(Wohnort, Tag, Monat, Jahr und Wohnung.)
(Name und Vorname, Stand oder Beruf des Erwerbers.) (Eigenhändig geschrieben.)
(Zusatz, falls das Gift durch einen Anderen abgeholt wird.)
Das oben bezeichnete Gift habe ich im Aufträge des ... . (Namen des ErwerberS) in Empfang genommen und verspreche, dasselbe alsbald unversehrt an meinen Auftraggeber abzuliefern.
(Ort, Tag, Monat, Jahr.)
(Name und Vorname, Stand oder Beruf des Abholenden.) (Eigenhändig geschrieben.)
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 13. Oktober.
Am Montag Morgen wird Se. Majestät der Kaiser Jagdschloß Hubertusstock verlassen und sich von dort direkt nach Wiesbaden begeben, von wo die i Weiterreise nach Kürzel, resp. Schloß Urville gegen Mitternacht erfolgen soll.
Ihre Majestät die Kaiserin begiebt sich am Montag Nachmittag mittelst Sonderzuges von der Wildparkstation ebenfalls nach Wiesbaden, um von dort gemeinschaftlich Nur Sr. Majestär die Reife nach Schloß Urville fortzusetzen.
Unter dem Vorsitze des Reichskanzlers Fürsten Hohen- lohe hat am Freitag Nachmittag wiederum eine Sitzung des Staatsministeriums stattgefunden.
Der vortragende Rath im Reichsamte des Innern Wirkt. Geh. Ober-Regierungs-Rath Huber ist zum Präs identen des Reichspatentamtes ernannt worden.
Der P r ä s i d e n t der R e i ch s b a n k, Dr. Koch, hat am Freitag sein 25jährigeS Bankjubiläum gefeiert. Dem Jubilar wurden an seinem Ehrentage zahlreiche Ovationen dargebracht.
Die „Post" verweist nochmals alle Meldungen über die Absichten der Regierung, betreffend das Vorgehen gegen die Sozialdemokratie in das Gebiet der Fabel. Meinungsverschiedenheiten in dieser Frage, namentlich zwischen dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und dem Minister v. Köller, haben nie bestanden. Weder sei die Vorlegung eines neuen Umsturz- oder Sozialisten- gesetzes an den Reichstag, noch die einer Novelle zum Vereinsgesetz an den Landtag beabsichtigt. Es dürfen sogar für die nächste Zeit schwerlich irgend welche bindenden Beschlüsse zu erwarten sein.
Die „Post" erklärt die Meldung der „Köln. Ztg.",
mit ihm zu sprechen; überlassen Sie das mir; ich glaube, ich fange an, ihn besser zu verstehen, und ein Mann hat immer mehr Autorität. Wenn Sie mir folgen wollen, so gehen Sie jetzt, über des Knaben Zustand beruhigt, nach Hause und geben sich keinem nutzlosen Nachgrübeln hin."
Luise gab ein Zeichen der Einwilligung, stand auf, nahm ihren Hut aus des Doktors Hand und ging, ohne ein Wort zu sagen, ein paar Schritte vorwärts.
„Warten Sie, bis ich Thon rufe," sagte er, „und nun, gute Nacht."
Es brauchte ihn nicht zu wundern, daß ihre Stimme so matt war, als sie, von Thon begleitet, durch das Thor ging und er ihr nachblickte, oder vielmehr nach ihr lauschte, denn die Nacht war trübe und dunkel, und Luisens weißes Kleid war in der nächsten Minute in der Dunkelheit verschwunden. Er wartete noch einen Augenblick und lauschte ihren Schritten, dann legte er die Hand auf den Drücker und ging wieder zurück in das Zimmer, wo Heinrich Gilmer fiebernd und besinnungslos auf dem Bette lag, von' dem blaffen, jungen Pfarrer und seinem Vater bewacht. Die Mutter saß mit seltsam glänzenden Augen und abgewandtem Gesicht am Kamin, klopfte mit ihrem Fuße auf den Rost und preßte ihre Lippen fest zusammen. Sie flößte denen Furcht ein, die sie sahen. Doktor Lucius fühlte sich bei ihrem Anblick erschauern; ein gefährlicher Ausdruck lag. in ihren Augen, als sie sah, daß er allein kam.