's ------ ----------- " '—"' ' ■'
Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.
Gratisbeilagen: „Illustrirtes Sonntagsblatt" u. „Allustrirte landwirthschaftliche Veilage^^.
Nr. 128.
Lniiiitrstag Den 31. Lktsber
1895.
Bestellungen
auf das Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" und „Jünstrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 26. Oktober 1895.
Zur Ausführung der Staatssteuerveranlagung für das Jahr 1896/97 wird den Herren Orts-(Guts-)Vor- ständen des Kreises das hierzu erforderliche Formular demnächst zugehen. Ein etwaiger Mehrbedarf ist unter näherer Begründung alsbald hier anzuzeigen.
Bei Ausführung der Vorarbeiten zur Veranlagung ist nach A und B meiner Verfügung vom 3. November 1894 J. III. Nr. 3056 (Kreisblatt Nr. 130, 1894) zu verfahren. In Spalte 20 bezw. 21 der Staatssteuerliste wolle man bei Eintragung einer Auszugslei stung auch das Alter des A u s z ü g e r s angeben.
Die Personenstandsaufnahme findet am 12. N o- vember d. Js. statt.
Die Herren Orts-(Guts-)Vorstände haben die Vorarbeiten bis spätestens zum 2 3. November d. Js. abzuschließen, sodann das gesammte Veranlagungsmaterial an den Vorsitzenden der Voreinschätzungskommission, in beffen Händen das Material- spätestens am 26. November cr. sein muß, abzugeben. Dieser hat m i n - bestens 5 Tage vorher die Mitglieder der Vor- einschätzungskommission zu den Sitzungen, welche i n d e r Zeit vom 2. bis 7. Dezember er. stattfinden müssen, einzuladen und bis spätestens zum 2 8. November er. dem unterzeichneten Vorsitzenden der Veran- lagungskommission zu berichten, an w e l ch e m T a g e, zu welcher Tagesstunde und an welchem Orte die Sitzungen stattfinden. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Geschäfte möglichst an einem Tage erledigt werden.
Sofort nach Schluß der Sitzungen sind die Liqui
(Nachdruck verboten.)
Um Herz unb Hand.
Roman von Jenny PiorkowSka.
(Fortsetzung.)
„Nein; ich setzte sie in den Wagen, als der Sturm begann und ließ Herrn Brock, den jungen Schuldirektor, der glücklicherweise ein guter Reiter ist, ihr Pferd reite«. Aber Fräulein Ella kann von Glück sagen, daß sie unversehrt geblieben ist. Ihr Pferd wurde wild und wäre bei einem Haar mit ihr in den Abgrund hinabgestürzt. — Dieses Mädchen hat einen bewundernswerthen Muth."
„Sie hat einen ungewöhnlich festen Charakter," sagte der Arzt in leichtem Tone. „Wie steht'S, mein lieber »"und, wird Frau Hermann eine Partie zwischen ihrem Schützling und Dir zu Stande bringen?"
„Nein," erwiderte der Kapitän kurz: „ich bewundere Fräulein Ella, habe aber nie den Wunsch gehegt, sie zu heirathen."
Einen Augenblick schwieg er und fuhr dann hastig, aber in seltsamer Weise fort:
„Lucius, ich habe manchmal gedacht, Du und ich seien eines Gedankens über dasselbe Mädchen. Wenn dem so ist, denke ich, ist es bester, wir sprechen darüber und einigen uns für den, der die meiste Hoffnung hat. Ich mag meine Zeit nicht verschwenden, denn ich habe so allmälich das Junggesellenleben satt bekommen und sehne mich nach einer Häuslichkeit."
dationen über Reisekosten und Tagegelder, sowie über Versäumnißgebühren in zweifacher Ausfertigung aufzustellen. Die Richtigkeit der Liquidationen der Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder wird vom Vorsitzenden der Vorein - schätzungskom mission bescheinigt, die Richtigkeit der Liquidationen der Vorsitzenden der Voreinschätzungs- kommissionen dagegen von dem Unterzeichneten. Aus den Kopfinschriften der Liquidationen muß genau der Stand, Vor- und Familienname und Wohnort des Liquidanten hervorgehen und ersichtlich sein, welchem Voreinschätzungsbezirk der Liquidant als Mitglied oder stellvertretendes Mitglied angehört. In der Spalte: „Reiseweg und Angabe der dienstlichen Verrichtungen" muß hinter der Bezeichnung des Reiseweges die thatsächliche Entfernung angegeben werden, während in die Spalte: „Kilometer nach dem Landwege" bei einer Entfernung von mehr als 2, aber weniger als 8 Kilometer die Zahl 8 einzurücken ist, im Uebrigeü hier die Kilometer voll gerechnet werden. Falls die Voreinschätzung der einkommensteuerpflichtigen Personen bei mindestens achtstündiger Arbeit mehr als einen Tag in Anspruch nimmt, ist von den Vorsitzenden der Voreinschätzungs- kommissionen auf der ersten Seite der Liquidation zu bescheinigen, daff die auf "Die Veranlagung der m i ch t ein kommen st euerpflichtigenPersonen verwandte Zeit außer Ansatz geblieben ist, und wie viel Stunden die Voreinschätzung der e i n k o m m e n st e u e r - Pflichtigen Personen an jedem Tage gedauert hat, und bei stellvertretenden Mitgliedern, daß die Heranziehung des stellvertretenden Mitgliedes im Jntereffe der Einschätzung nothwendig war.
Bei Ausstellung der Liquidationen über Versäumniß- gebühren sind die Worte: „Reisekosten und Tagegelder" durch das Wort „Versäumnißgebühren" zu ersetzen; hierbei bleibt die Spalte: „Kilometer nach dem Landwege" unausgefüllt.
Ein Schema zur Aufstellung von Liquidationen wird den Herren Vorsitzenden der Voreinschätzungskommissionen mit den erforderlichen Formularen unter Angabe der Entfernungen ebenfalls zugehen.
Die Einreichung des Gesammtmaterials an mich — der Staatssteuerlisten für 1895/96 und 1896/97 mit dem berichtigten Anhang, der Gemeindesteuerliste für 1896/97, der Staatssteuerrolle für 1896/97, der über die Sitzung der Voreinschätzungskommission aufgenommenen Verhandlung und der Liquidationen der Mitglieder der Kommissionen über Reisekosten und Tagegelder, sowie über
Deutlich vernahm Luise jedes dieser Worte; sie konnte es nicht ändern; bis diesen Augenblick hatte sie nicht versucht, sie nicht zu hören, sie sprachen ja von nichts, was sie nicht hätte hören können. Jetzt stützte sie sich aber verwundert auf ihren Ellbogen.
Doktor Lucius schwieg erst eine Weile, dann hob er den Kopf und wandte sein Gesicht dem Sprecher zu, wodurch Luise nur um so deutlicher ein jedes seiner Worte vernahm.
„Du hast die Unterhaltung auf einen Gegenstand gelenkt, über den ich gern mit Dir sprechen möchte. In einem Punkte irrst Du, nämlich wenn Du meinst, ich könnte Deinen Absichten hindernd in den Weg treten. Das müßtest Du nach unserer Unterhaltung an jenem Abend bei anserm ersten Begegnen auf der „Höhe" wissen."
„Im Gegentheil," sagte der Kapitän verwundert; „ich legte Deine Bitte, um Geheimhaltung, als einen Beweis dessen, was ich fürchtete, aus; und verzeihe,,aber ich sehe keinen Grund, meine Meinung zu ändern." „
„Darauf wollen wir uns jetzt nicht weiter einlasten, sagte der Doktor; „eines Mannes Vergangenheit i|t nicht immer ein angenehmes Gesprächsthema; laß mich jetzt nur Dir danken für das Schweigen, das ich Dich bat, darüber beobachten zu wollen. Ich habe seit einiger Zeit bemerkt, wem sich Dein Interesse zugewendet hat; ob Fräulein Luise dasselbe erwidert, kann ich Dir nicht sagen; das magst Du selbst erforschen. Aber eins, was
Versäumnißgebühren — hat bis spätestens 14. Dezember er. zu geschehen.
Der Vorsitzende der Ueratüngnngskommisston
Freiherr von Schlei n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
I. III. Nr. 2782.
Hersfeld, den 25. Oktober 1895.
Im Jntereffe einer wirksamen Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche erhalten die Herren Ortsvorstände des Kreises hierdurch die Auflage, die in ihren resp. Gemeinden wohnhaften Schlachtviehbeschauer alsbald dahin zu belehren, daß sie zur sofortigen Anzeige bei der Polizeibehörde verpflichtet sind, wenn sie von dem Ausbruche einer der im § 10 des Reichs- . , 23. Juni 1880 mehseuchen-Gesetzes vom . genannten Seu- chen oder von Erscheinungen unter dem Viehstande, welche den Verdacht eines Seuchenausbruchs begründen, Kenntniß erhalten, und daß die Unterlassung bezw. Verzögerung dieser Anzeige mit 10 bis 150 Mark Strafe geahndet wird.
Die Kennzeichen der Maul- und Klauenseuche sind: Die Seuche befällt vorzugsweise alle Wiederkäuer und Schweine und beginnt mit einem mäßigen Fieber, was häufig übersehen wird. Nach 12—24 Stunden zeigt sich starke Eingenommenheit des Kopfes, entzündetes, ge- röthetes, schmerzhaftes, mit zähem Schleim bedecktes, verschlossenes Maul, vieles Speicheln und Geifern. Die Thiere verschmähen das Futter. Am 2—3 Tage treten Blasen auf der Zunge, am zahnlosen Rand des Oberkiefers, Nasenspiegels (beim Rind) Rüffel (beim Schwein) von der Größe einer Haselnuß auf, welche Anfangs eine Helle, gelbliche Flüssigkeit enthalten, nach ein paar Tagen trübt sich ihr Inhalt, sie fließen gern zusammen, platzen und bilden mehr oder weniger große, hochrothe, schmerzhafte Wunden. Derselbe Krankheitsprozeß spielt sich auch mehr oder weniger an den Klauen der Wiederkäuer und Schweine ab. Die Thiere liegen viel, lahmen beim Stehen und Gehen, die Kronen, namentlich die Ballen, der Klauenspalt sind heiß, geschwollen und schmerzhaft, es entstehen auch hier Blasen, welche platzen und zu trockenen Schorfen eintrocknen. Auch am Euter der Kühe und den Hörnern des Rindviehes beobachtet man diese krankhaften Vorgänge bisweilen.
I. 6203. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Du gewiß gern”ören wirst, kann ich Dir sagen: ihr Vater, der nicht mehr lange leben wird, wünscht nichts sehnlicher, als seine Tochter glücklich verheirathet zu sehen. Er verlangt nicht nach Reichthümern, er wünscht nur einen wahren und ehrenwerthen Mann, der seiner Tochter ein Beschützer sein kann, wenn er selbst nicht mehr ist. Ich habe großen Einfluß auf ihn; ich kann Dein Werben unterstützen oder auch vereiteln. Sage mir jetzt, bevor der Vater mit mir über Dich spricht, könntest Du dieses Mädchen glücklich machen, wenn Du ihre Liebe gewinnst? Verstehe mich recht, Stoll, wird Dein Herz und Dein ganzes Leben ihr angehören? Männer, die, wie wir, die halbe Welt durchwandert haben, wissen, wie viele Wege es giebt, die Seele zu Gruilde zu richten, und einem Weibe nur den leeren Hohn eines Herzens, nur die Hefe eines unreinen und vergeudeten Lebens zu bringen. Ich weiß, ich habe eigentlich kein Recht, Dich zu fragen, aber wir sind uns viele Jahre hindurch freundlich begegnet. Ich will Dir wohl; ich bin bereit, Alles zu thun, was Deine ehrenwerthen Absichten fördern kann; aber bedenke, daß mir das Glück dieses Mädchens theuer ist. Ihr Vater hat sich als mein Freund gezeigt; für sie selbst empfinde ich eine warme Freundschaft; in ihrem Haüse habe ich stets das freundlichste Willkommen gefunden. Laß alles Das für meine Entschuldigung gelten, wenn ich Dich frage, was Dich sonst mit Recht beleidigen würde.' Was kannst Du Fräulein Werner für ihre Liebe bieten, wenn Du