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ereilter Aeisblatt.

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Ssilmbeilh Den 18. November

" Erstes Blatt.

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Amtliches.

Berlin, den 17. Oktober 1895.

An sämmtliche Herren Regierungs-Präsidenten und sämmt­liche Königlichen Regierungen.

Sowohl aus mehrfachen hierher gerichteten Anfragen,

her wie aus Notizen in der Tagespresse habe ich ersehen, daß über die Auslegung des § 5 des Jagdscheingesetzes vom 31. Juli d. Js. hinsichtlich der Frage, inwieweit J unentgeltliche Jagdscheine zur Ausübung der Jagd be- | rechtigen, noch vielfach Unklarheiten obwalten. Ich nehme deshalb Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß nach der ausdrücklichen Erläuterung, welche diese Frage in den ^Verhandlungen des Landtages bei Berathung des Ge­setzes gefunden hat, ein Zweifel über den Sinn des § 5 a. a. O. nicht wohl bestehen kann.

M Der unentgeltliche Jagdschein berechtigt den Inhaber zur Ausübung der Jagd nicht nur, wie bisher, innerhalb W . seines Schutzbezirks, sondern überall, also z. B. auch dann, wenn er von einem fremden Jagdherrn zur Jagd nd "eingeladen oder um Unterstützung seines Jagdpersonals W gebeten worden ist.

nb R Diese weitgehende Befugniß findet nur in dem Falle | eine Einschränkung, wenn der sonst zur Führung eines H unentgeltlichen Jagdscheins Berechtigte selbst G u t s - kte W b esitz er, Gutspächter oder Pächter einer ge D außerhalb seines Dienstbezirks belegenen Jagd ist und ud fe auf seinem eigenen Grund und Boden oder auf zu U dem von ihm gepachteten Gute oder dem von ihm ge- M M pachteten Jagdterrain die Jagd ausüben will. Denn H in diesem Falle betreibt er die Jagd nicht mehr in Aus- ud Übung seines Dienstes oder in seiner Eigenschaft als r> K Forstbeamter, sondern wie jeder andere Privatmann zu H seinem Vergnügen oder seiner Erholung.

en 1 Ich bemerke hierzu noch, daß es nicht Sache der aus- en 8 stellenden Jagdpolizeibehörde sein kann, bereits bei Aus- :r: 6 sertigung des unentgeltlichen Jagdscheins ermitteln zu a, i wollen, in welchem Umfange der Empfänger von ihm o, 8 Gebrauch zu machen beabsichtigt. Es genügt vielmehr er | festzustellen, ob für den Antragsteller die Voraussetzungen | des § 5 a. a. D vorliegen, während die etwaige miß- ie | bräuchliche Benutzung eines Jagdscheines erst bei der r- g Kontrole der Jagdausübung durch die Organe der Jagd­en t Polizeibehörden festgestellt werden kann.

zu | Die Herren Regierungs-Präsidenten ersuche ich er- rn ? gebenit, die Jagdpolizeibehörden dementsprechend zu in- ch | struiren, und stelle anheim auch den Staatssorstbeamten -N davon Kenntniß zu geben. ~

:r, Der Minister für Landwirthschast, Domänen und Forsten. I T gez.: von H a m in e r st e i n. le j L 24200. III. 14295. ig M * * * in ^1 Cafiel, den 31. Oktober 1895.

i° I . Abschrift erhalten Euer Hochwohlgeboren zur ge- e. di fälligen Beachtung und entsprechenden Jnstruirung der ld k Nachgeordneten Organe.

111 Die Staatsforstbeamten erhalten von dem Erlaß be H besonders Kenntniß.

W Der RegierungS-Präsident.

" W Wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrath

c: | ( Haussonville. bie Herren Landräthe des Bezirks und den Herrn Polizei-Präsidenten hier. A. II. 9472.

Hersfeld, den 13. November 1895. Wird den Ortspolizeibehörden und der Königlichen i endarmerie des Kreises (letzterer im Anschluß an merne Anfügung vom 21. August 1895 I. L Nr. 4748) zur "nntnißnahme und genauen Beachtung mitgetheilt. ' Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,

, D Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, Den 12. November 1895.

Am Sonnabend den 3 0. November d. I., Vormittags 1 0 Uhr, findet im Saale des hiesi­gen städtischen Rathhauses eine Kreistag-Sitzung statt.

Tagesordnung:

Wahl von zwei Mitgliedern der Landwirthschafts­kammer für den Regierungsbezirk Cassel gemäß der von dem Herrn Minister für Landwirthschaft, Domainen und Forsten unter dem 7. Oktober 1895 erlassenen Wahl­ordnung.

I. A. Nr. 2821. Der Königliche Laudrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 15. November 1895.

Die Herrn Orts- (Guts-) Vorstände des Kreises wollen dafür Sorge tragen, daß das zur Staatssteuer­veranlagung u. s. w. gelieferte Formularpapier alsbald, I spätestens bis zum 22. d. Mts., an das Steuerbüreau | des Königlichen Landrathsamtes bezahlt wird. Der Vorsitzende der Veranlaqungskommission: Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Gefunden: ein Portemonnaie mit Inhalt in der Gemarkung des Hofes Hählgans. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Allmershausen.

Nichtamtliches.

Der Arach ist da!

Was nothwendig kommen mußte, ist eingetreten. Ein Börsenkrach, wie er nach der wahnwitzigen Entwicklung der Kurse an der Effektenbörse unausbleiblich war, hat in den letzten Tagen viele Millionen verschlungen. Seit Wochen herrschte an der Börse ein fieberhaftes Treiben; nicht nur bei den Spielpapieren, sondern auch bei den solidesten Aktien trat eine Entwicklung der Kurse in die Erscheinung, die mit dem Ertragswerth der Papiere I durchaus nicht mehr im Einklang stand. Die Spielwuth ergriff täglich weitere Kreise und trieb immer neue Säufer auf den Effektenmarkt, die ihren Antheil an dem mühe­losen Gewinn haben wollten, und die bei immer weiter emporschnellenden Preisen sich um die Papiere förmlich riffen. Die Ermahnungen zur Vorsicht verhallten unge- hört, die Hinweise auf die untrüglichen Anzeichen einer starken Ueberspekulation blieben beim Publikum unbe­achtet. Ohne sachliche Gründe und ohne Bedenken, nur von dem Gedanken geleitet, mühelos reich zu werden, betheiligten sich die kleinen Kapitalisten mit ihren durch Arbeit erworbenen Ersparnissen an dem Börsenspiel, und nun, wo die schwindelhaften Kurstreibereien zusammen­gebrochen sind, haben sie den Schaden zu tragen.

Wie arg die durch den Krach angerichteten Ver­heerungen sind, kann man daraus ermessen, daß in kurzer Zeit verloren Oesterreichische Kreditaktien 15 Proz., Dis- konto-Kommandit-Antheile 19 Proz., Deutsche Bankaktien

19 Proz., Dresdener Bank 16 Proz., Berliner Handels-Ge- sellschaft 18 Proz., DortmunderUnion Stamm-Prioritäten

29 Proz., Laura-Aktien 9 Proz., Harpener Bergwerk 17 Proz, Bochumer Gußstahl-Aktien 24 Proz., Italiener 4 Proz, Mexikaner 6 Proz. u. s. w. Dabei ist ein Ende des Kursrückgangs noch nicht abzusehen. Am Sonnabend herrschte an der Berliner Börse eine solche Kopflosigkeit, daß sie selbst Börsenorgane als eine Panik bezeichnen. Ein bekanntes Börsenblatt schreibt darüber: Seit den Kriegszeiten hat unsere Börse eine solche Panik nicht mehr erlebt, und selbst damals hat es wohl kaum einen Tag gegeben, wo trotz koloffaler Rückgänge die Kurse so völlig ohne Halt waren, wie heute."

Die Geschädigten sind, wie schon gesagt, kleine Kapi­talisten. Die Börsenjopper, die aus dem Börsenspiel ein Gewerbe machen, die die Sparer mit Prospekten! überschwemmen, die nach allen Regeln der Kunst zum Börsenspiel verleiten, die in der letzten Zeit durch Treibereien namentlich mit den Goldminen-Aktien die

: Spiellust auf das Aeußerste entflammten, haben sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht und lassen nun, wo sie die Vertrauensseligen in das Unglück gestürzt haben, diese das Bad allein austragen. Es ist die alte Geschichte.

Natürlich sind auch jetzt wieder die Börse und die von ihr abhängige Presse eifrig dabei, die eigentlichen Ursachen des Krachs zu verbergen. Da wird auf die Unruhe in der Türkei zurückgegriffen und dergleichen mehr; die Börse und ihre Organe sind selbstverständlich schuldlos. Wie Hohn klingt es aus diesen Blättern heraus, wenn sie, die die Börsenspekulation stets mit am eifrigsten unterstützt haben, jetzt, wo Millionen und Aber- millionen dadurch verloren sind, ihren Lesern den Rath geben, dem Börsenspiel,diesem gleißenden Scheine, diesem Talmiglück möglichst fern zu bleiben. Hinter all diesen Herrlichkeiten, mögen sie auch eine zeitlang vor­halten, lauert das Verderben; denn es giebt immer noch eine Schlinge in diesem goldnen Gewebe, in das sich die Spekulation hüllt, worin der Vertrauende, Nichts­ahnende gefangen wird."

Wir können uns dieser Mahnung nur aus vollem Herzen anschließen. Auch dem Börsenspiel gegenüber kann das Publikum durch Selbstzucht und Selbsthilfe viel erreichen. Wenn es der Versuchung widersteht, wenn es den Börsenagenten, die den Sparern Speku­lationspapiere aufzudrän^:-:- und aufzuschwatzen suchen, energisch die Thür weist, dann werden die Börsenjobber, die das unerfahrene Publikum in ihre Netze zu ziehen suchen, nicht im Trüben fischen können.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 14. November.

Se. Majestät der Kaiser empfing heute früh auf der Wildparkstation Se. kaiserl. Hoheit den Großfürsten Wladimir von Rußland und geleitete Höchstdenselben nach dem Neuen Palais. Um 10 Uhr Vormittags hörte Se. Majestät den Vortrag des Chefs des MilitärkabinetS. Die Frühstückstafel fand um 1 Uhr statt. Zu derselben waren der Großfürst Wladimir und Höchstdessen Hof­marschall Fürst Obolenski, sowie Prinz Heinrich geladen. Um 3 Uhr 18 Min. begab Se. Majestät Sich mit den hohen Gästen mittels Sonderzuges nach Setzlingen, wo morgen und übermorgen Hofjagden stattfinden.

In der gestrigen Sitzung der Kommission für die zweite Lesung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Reichs- j u st i z a m t, welche um 4 Uhr ihren Anfang nahm und der S e. Majestät der Kaiser beiwohnte, wurde zunächst Sr. Majestät ein Ueberblick über die bis­herigen Arbeiten der I. und II. Kommission für das Bürgerliche Gesetzbuch gegeben. Zur Berathung gelang­ten hierauf die Bestimmungen, welche in das Einführungs­gesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch, betreffend das Anerbenrecht bei bäuerlichen Besitzungen, aufzunehmen sind. Als fernerer Berathungsgegenstand war eventuell noch aus dem Eherecht die Behandlung der schon be- fieheuden Ehen nach dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches in Aussicht genommen.

Betreffs der R e f o r m der A r b e i t e r v e r s i ch e - r u n g S - G e s e tz e soll bis zur nächsten Session des Reichstags ein Entwurf ausgearbeitet werden, welcher zwar keine grundlegenden Aenderungen, aber doch Ver­besserungen enthalten wird, die einer zukünftigen Revision vorarbeiten.

Das Präsidium des deutschen Handelstages hat dessen Ausschuß zum 2. Dezember zu einer Sitzung eingeladen.

Im großen Generalstabe wird beabsichtigt, eine neue Uebersichtskarte von Deutschland im Maß­stabe von 1 : 20 000 herzustellen. Die HerstellungSzeit wird auf 15 Jahre berechnet.

Der Reichstagsabgeordnete Liebknecht wurde heute von der Strafkammer in Breslau wegen MajestätS- b e l e i d i g u n g, begangen durch einen Passus in seiner Rede auf dem Breslauer socialdemokratischen Parteitage,