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Gratisbeilagen:Illustrirtes Sonntagsblatt^^ n.)llnstrirte landwirthschaftliche Beilage".

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Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" und Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat März werden von allen kaiser­lichen Dostanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 2. März 1896.

Zur Abhaltung des diesjährigen Ersatzgeschäftes für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden.

Mittwoch den 25. März d. Js.,

von Morgens präcis 7'/, Uhr ab, Musterung der Militärpflichtigen aus der Stadt Hersfeld, sowie der Landgemeinden All uershansen mit Hählgans, Aua, Biedebach, Bingartes, Eichhof, Eilra, Friedlos, Gittersdorf, Heenes, Hersfeld fiscalische Oberförsterei, Hilperhausen, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Meckbach, Mecklar und Meisebach.

Donnerstag den 26. März d. Js.,

von Morgens präcis T1^ Uhr ab , Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden Obergeis, Oberhaun, Oberrode Petersberg, Reilos, Rohr­bach, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Tann, Unter- geis, Unterhaun, Wilhelmshof, Wippershain, Wippers- Hain fiscalische Oberförsterei, Niederaula, Allendorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf und Holzheim.

Freitag den 27. März d. Js.,

von Morgens präcis 71/» Uhr ab, Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, KruSpis, Mengshausen, Niederaula fiscalische Oberförsterei, Nieder- jossa, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode, Solms,

Der Bettler von Englmar.

Lebensbild aus dem Bayerischen Walde.

S-ou Maximilian L> ch m i d t.

(Fortsetzung.)

Englmar blickte ebenfalls nach dem Gossenstein. Er hörte nur halb, was die Alte sprach; nur daß morgen ein Glückstag sei, das hatte er erfaßt. Einmal im Glück, ward er nach mehr begehrlich. Sidoniens Worte: Schad is's scho', daß d' koa Großbauernbua bist!" klangen ihm noch in den Ohren.

Probiere könnt i's ja!" meinte er, als er im Bette lag.

Er hatte seinen Angehörigen gesagt, er würde, sobald er im Hofe seine Arbeit beendigt, in aller Frühe nach Englmar gehen. In Wahrheit aber war sein ganzes Sinnen auf den Gossenstein gerichtet, Er wollte |id) morgen Gewißheit verschaffen, ob die Sage von demselben ein Märchen oder Wirklichkeit sei. Er bildete sich ein, er bedürfe eines Schatzes, um das Glück zu gewinnen, das ihm als das höchste auf dieser Erde erschien Sidonie.

Drittes Kapitel.

Es war eine kurze Rast, deren der aufgeregte Bursche fähig war. Es mochte ungefähr drei Uhr sein, als er sich andern Morgens aus dem Hause schlich. Am Him­mel strahlten die Sterne in schon erlöschendem Glänze, denn am östlichen Horizonte zeigten sich bereits die ersten Vorboten des neuen Tages. Englmar eilte, so rasch er

Stärklos, Willingshain, Friedewald, Bengendorf, Geth- semane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Heringen fiscalische Oberförsterei und Kleinensee.

Sonnabend den 28. März d. Js.,

von Morgens präcis 7*/2 Uhr ab, Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Widdershausen, Wöl- fershausen und sämmtlichen Gemeinden 2C. des Amts­gerichtsbezirks Schenklengsfeld:

Montag den 30. März d. Js.,

von Morgens präcis 8 Uhr ab, Loosung und Zurückstellung derjenigen Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve sowie der aus­gebildeten Landsturmpflichtigen des zweiten Aufgebots, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familien- Verhältnisse eine Zurückstellung für. den Fall der Ein­berufung zu den Fahnen beanspruchen wollen (§ 123 der Wehrordnung vom 22. November 1888).

Das Ersatz-Geschäft wird wie bisher im hie- sigen städtischen Rathhaussaale vorgenommen.

Die Herren Ortsvorständ - der Stadt und Land­gemeinden des Kreises werden angewiesen:

1. die militärpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinde rc. und zwar:

a) die in her Zeit vom k Jmuar bis ^schließlich den 31. Dezember 1876 geborenen, soweit sie nicht bereits in das Militär eingestellt sind oder einen Ausstand erhalten haben,

b) die in den Jahren 1875, 1874, 1873 oder früher geborenen, welche in den Ersatz-Geschäften des verigen Jahres zurückgestellt, überzählig geblieben oder gar nicht erschienen sind und demnach über ihr Militärverhältniß noch keine feste Bestimmung erhalten haben, zu den vorbezeichneten Muste- rungSterminen vorzuladen,

2. dafür zu sorgen, daß diejenigenPersonen, zu deren Gunsten eineZurückstellung bezwse. Befreiung vom M i l i t ä r d i e n st bean­sprucht wird, sich im Musterungs - termin ebenfalls einfinden,

3. in den Terminen sich persönlich einzu- finden und so lange zur Stelle zu sein, bis sämmtliche Militärpflichtige der betreffenden Ge­meinde gemustert sind. Im Falle einer Verhinde­rung ist für die Anwesenheit des Vicebürgermeisters Sorge zu tragen. Als Aufenthaltsort der Orts­

es vermochte, demBayerweg" zu. So wird die alte Kriegs- und Handelsstraße genannt, welche von der Donau über Englmar und Viechtach nach Böhmen führt und von alters her eine der wenigen Vebindungen im Böhmerwalde war. Nach Ueberschreitung dieses Weges konnte Englmar erst sicher sein, niemandem mehr zu be­gegnen, da er sich dann in den Waldungen des Distel­berges verstecken und so lange dort verweilen konnte, bis es Zeit zum Aufstiege auf die Gossensteinplatte wäre. Ein paarmal blieb er stehen und war unschlüssig, ob er weitergehen oder umkehren solle. Eine innere Stimme sagte ihm, er möge ablassen von solch sündhaftem Be­ginnen, dann aber stand wieder der hochmüthige Simtnet vor seinem Geiste, er sah ihn als Gebieter auf dem Psahlbauernhofe, sah, wie er Sidonie zum Altar führte und ihm und seinem Vater das Leben sauer machte, und es trieb ihn wieder vorwärts.

Wenn's nöd sein soll, so kann mir ja aa mei' Schutzgeist inn Weg kömma, wie der Sedlhofbäurin, a Bedlmo' oder a Kind" dachte er.Aber i verhoff', daß die ganz G'schicht vom Gossenstoa' aa nix anders is, als a Sagmandl, so guat, wie die vom Pfahl no', probieren kann i's ja 's Probieren bringt koan Schaden!"

In solch hin und her schwankenden Gedanken hatte er den Bayerweg erreicht. Wo derselbe über eine Ein- senkung des Pfahlrückenö führt, befindet sich die Antoni- Kapelle, neben welcher unter andern Todtenbrettern auch jenes von Englmars Mutter aufgepflanzt war. Er hatte niemals diese Stelle überschritten, ohne für die Seele

vorstände wird die Amtsstube der städtischen Bau­deputation im Rathhause, soweit dieses Zimmer nicht anderweitig nöthig ist, zur Verfügung stehen;

4. für die rechtzeitige Gestellung der Militärpflichtigen 2c. zum Ersatz-Geschäft Sorge zu tragen und denselben ausdrücklich zu eröffnen, daß sie mit sau­berem Körper und reiner Wäsche zu erscheinen haben.

Militärpflichtige, welche ohne ge­nügenden Entschuldigungsgrund im Musterungstermine nicht erscheinen oder bei Ausrufung ihrer Namen im Muste­rungslokale nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen bestraft; außerdem können ihnen Vortheile der Loosung entzogen wer den. Ist die Versäumniß in böswilliger Absicht oder wiederholt erfolgt, so kann ihre alsbaldige Ein­ziehung zum Militärdienst als unsichere Heerespflichtige erfolgen.

Reklamationen Militärpflichtiger um Zurück­stellung bezwse. Befreiung vom Militärdienst, oder von Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve sowie des Landstur" v zweiten Aufgebers um Zurück­stellung im Falle einer Mobilmachung des Heeres sind schleunigst bei dem betreffenden Ortsvorstande anzubringen, welcher für ordnungsmäßige und vollständige Ausfüllung des vorgeschriebenen, in L. Funk's Buchdruckerei (Gebr. Funk) dahier stets vorräthigen Fragebogens sorgt. Einer Beifügung von ärztlichen Attesten bedarf es nicht, da wie schon erwähnt diejenigen Personen (Eltern, Geschwister 2C.) zu deren Gunsten eine Zurückstellung 2C. vom Militärdienst beansprucht wird, im Musterungster­mine mit zu erscheinen haben, wobei in Be­treff ihrer Erwerbsfähigkeit 2C. die nöthigen Feststellungen durch den betreffenden Militärarzt, dessen Ausspruch allein maßgebend ist, bewirkt werden.

Sämmtliche Reklamationen sind umgehend an mich einzureichen.

Militärpflichtige, welche an Epilepsie zu leiden behaupten, haben auf ihre Kosten drei glaubhafte Zeugen bei dem Bürgermeister ihres Wohnortes zu stellen, wel­cher dieselben an Eidesstatt protokollarisch darüber ver­nimmt, daß, wann, wie oft und in welcher Weise sie

der Verstorbenen ein Vaterunser zu beten, und so zwang ihn auch jetzt ein unerklärliches Gefühl, sich dem ge­weihten Orte zu nahen.

Da war es Täuschung oder Wirklichkeit sah er auf dem Betschemel vor der Kapelle jemanden sitzen. Im Morgengrauen erkannte er vor sich einen Bettler mit einem Stelzfüße. Lange graue Haare bedeckten dessen Kopf und ein dichter, weißer Vollbart fiel auf seine Brust hernieder. Mit großen Augen blickte der Mann den erschrockenen Burschen an, der einen Schritt zurückgeprallt war.

Gelobt sei Jesus Christus!" grüßte der Alte.

In Ewigkeit Amen!" erwiderte der Bursche nicht ohne ein gewisses Grauen. Er dachte an den Bettler, welcher der Sedlhofbäuerin begegnet. War dies nun wirklich ein solcher oder ebenfalls eine übernatürliche Er­scheinung? War es

Er konnte nicht länger darüber nachgrübeln, denn der Alte begann jetzt mit etwas schnarrender Stimme: Gel, i nimm dirn Platz da weg? Du willst dei' Morgenandacht da verrichten? I will nöd stören; i muaß furt, sunst kimm i z'spat!"

Wo aus denn?" fragte der Bursche.

Zum Englmarifest hatschl i auffi; 's geht halt lang­sam bei mir, hon nur an' oanzigen Fuaß, und der taugt nöd viel. Wie weit is denn auffi auf Englmar?"

Guatding zwoa g'radelte Stund!" berichtete Engl­mar.

Ja, ja, g'radelte" lachte der alte Mann;wenn's junge, g'funde Füaß san, da mag's schon sein, aber i