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Nr. 56
Gratisbeilagen: „Jllustrirtes Sonntag-blatt" n. „^öuftrttte landwirthschaftliche Beilage
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Amtliches
Hersfeld, den 8. April 1896.
Gemäß § 82 der Kreisordnung für die Provinz Hessen- Nassau vom 7. Juni 1885 wird das Ergebniß der am 31. März d. Js. im Saale des hiesigen Rathhauses statt- gefundenen Kreistagssitzung, welche im Kreisblatt Nr. 34 d. Js. bekannt gemacht worden ist, nachstehend zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Bei Punkt 1 der Tagesordnung kam der Kreishaus- Halts-Etat für das Jahr 1896/97 zur Vorlage.
Der Etat, welcher hierunter abgedruckt ist, wurde auf eine Einnahme und eine Ausgabe von 29618,12 Mark festgestellt, mit der Maßgabe, daß statt 11,7°/0 nur rund 11 °/0 mit 16488,81 Mark zur Erhebung kommen sollen und daß dahingegen unter Tit. I. der Einnahme der Betrag von 917,45 Mark als Ueberschuß eingestellt wurde.
Punkt 2 der Tagesordnung. Beschlußfassung über die Bewilligung von Beihülfen zu den Kosten für die wieder zu eröffnende Verpflegungsstation dahier. Die in dem Etate eingesetzte Summe mit 500 Mark wurde als Zuschuß zu den Kosten für die hiesige Verpflegungsstation unter der Bedingung bewilligt, daß die Stadt Hersfeld ein Drittel und der Kommunalverband das zweite Drittel zahlt und die Station nur in der Zeit vom 1. Oktober bis Ende März, also nur während der Wintermonate, eröffnet wird.
Punkt 3 der Tagesordnung. Beschlußfassung über zu bewilligende Kosten für Abhaltung von Wandervorträgen durch die Direktoren der im hiesigen Regierungsbezirke bestehenden landwirthschaftlichen Winterschulen. Die Bewilligung eines Beitrags wurde abgelehnt.
Punkt 4 der Tagesordnung. Nochmalige Berathung einer Petition an den Kommunal-Landtag wegen Uebernahme der Kosten der Unterhaltung der Landwege des Regierungsbezirks Casfel auf den Bezirksverband. Eine diesbezügliche Eingabe bezw. Petition wurde berathen, unterschriftlich vollzogen und deren Absendung an den Kommunal-Landtag beschlossen.
Punkt 5 der Tagesordnung. Wahl von 2 Mitgliedern des Kreisausschusses an Stelle der mit dem 1. Juli 1896 ausscheidenden Herren Bürgermeister Braun hier und Gutsbesitzer Georg Gliemeroth in Wölfershausen. Die beiden ausscheidenden Mitglieder wurden durch Acclamation wiedergewählt.
Punkt 6 der Tagesordnung. Mit Prüfung derKreis- kommunalkassenrechnung für das Jahr 1895/96 beauftragte man die Herren Tuchfabrikaut Friedrich Braun und Fabrikant Jakob Seelig dahier.
Punkt 7 der Tagesordnung. Als Vertrauensmänner, für den Ausschuß bei den Amtsgerichten Friedewald, Hersfeld, Niederaula und Schenklengsfeld zur Mitwirkung bei der in 1896 stattfindenden Auswahl der Schöffen und Geschworenen für das Jahr 1897 wurden gewählt:
A. Aür den Am t s g er i ch tsb ezirk Friedewald.
1.
2.
3.
4
5.
6.
7.
B.
1.
Apotheker Crede in Friedewald.
Bierbrauer L. Zinn daselbst, Gutsbesitzer Heinrich Hoßbach zu Hof Weißenborn. Gutsbesitzer Georg Gliemroth zu Wölfershausen. Bürgermeister Küchenmeister in Heringen. Bürgermeister Wiegand in Harnrode. Bürgermeister Brandenstein in Heimboldshausen. Für den A m t s g e r i ch t s b e z ir k H e r s f e l d. Bürgermeister Braun in Hersfeld.
2. Tuchfabrikant Friedrich Braun daselbst.
3. Rentier Balthasar Knauss daselbst.
4. Rentier Georg Steinweg daselbst.
5. Gutsbesitzer Ferdinand Roll in Obergeis.
6. Bürgermeister Jffland zu Mecklar.
7. Bürgermeister Döring in Sieglos.
C. Für den Amtsgerichtsbezirk Niederaula.
Bürgermeister Nuhn in Niederaula.
Landwirth Jakob Herwig daselbst.
Gastwirth Stein daselbst. Bürgermeister Nutzn in Asbach. Bürgermeister Eckhardt in Niederjofsa. Bürgermeister Groskurth in Hattenbach. Bürgermeister Gömpel in Beiershausen. Für den Amtsgerichtsbezirk Schenklengsfeld.
Bürgermeister Räger in Schenklengsfeld.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
D.
; 1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
W ff FF ff
Punkt
8
Mohr in Conrode.
Reinhard in Landershausen.
Lingemann in Philippsthal.
Westphal in Wüstfeld.
Schneider in Schenksolz.
Ruppel in Oberlengsfeld.
der Tagesordnung. Als Schiedsgerichts
Beisitzer wurde der Tagelöhner Peter Mannel in Rotensee wiedergewählt. Als erst"'' Stellvertreter wurde der Tagelöhner Philipp Ley in Oberlengsfeld und als zweiter Stellvertreter der Schmied und Arbeiter Heinrich Kehres in Sorga gewählt.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
A. 847. Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.
des Kreises Hersfeld für das Rechnungsjahr 1896/97
-2«
I.
II.
III.
IV.
Bezeichnung der Einnahmen.
Ueberschüsse (Kassenstand)........
Aus nutzbarem Kreisvermögen:
1)" 3 °/0 Zinsen von der in das Preußische Staatsschnldbuch (Abtheilung V.
Konto-Nr. 51) eingetragenen Buchschuld über 60000 Mark 2) 3 °/c Zinsen von den bei der städtischen Sparkasse in Hers- seld laut Schuldbuch B. Nr. 17729 verzinslich angelegten Geldern (z. Zt. 18742 Mk.)......
3) 3 °/0 Zinsen von den bei der städtischen Sparkasse in Hersfeld laut Schuldbuch B. Nr. 16470 verzinslich angelegten Beständen aus den landwirthschaftlichen Zöllen . .
1800,00
562,26
438,00
Einnahmen aus gemeinnützigen Einrichtungen und Anstalten des Kreises:
Aus der Wasenmeisterei . ........
Mk.
Mk.
Mk.
Dem Kreise überwiesene Gebühren:
1) Pauschquanta, Kopialien und baare Auslagen in Verwaltungsstreitsachen vor dem Kreisausschusse...... .
2) Für Jagdscheine
3) für doppelte Ausfertigung von Impf- und Jagdscheinen . „ ■
Zu übertragen
Jahres-
Betrag.
Mark |>Ut
2800
45
49
an
Mithin künftig
26
80
80
1670
3
4568
86
6^ £
mehr
weniger
Bemerkungen.
M rf "U*
Mark
W
4254
45
53
1440
3
5795
M rf M
M>rk pur.
1453
80
80
230
Anmerkung zu TI. 1 — Wirkliches Äreie« vermögen — Bezüglich der Entstehung und verzinslichen Anlegung dieses Vermögens stehe die Erläuterung in dem Etat für 1893/94.
Anmerkung zu II. 3. — Diese Bestände betragen z. Zt. etwa noch ... 86 000 Mk. wovon aber die bereits bewilligten
Unterstützungen :c. mit . . in Abzug zu bringen sind, so daß noch ein eigentlicher Bestand von etwa.......
71 400 „
14 600 Mk.
vorhanden ist. Nur von diesem sind die Zinsen 74 in Einnahme gestellt, da man nicht wissen kann, wann die bewilligten Gelder, welche freilich auch bei der Sparkasse verzinslich angelegt sind, gezahlt werden müssen.
Die Wasenmeistereigerechtsame ist nach Vertrag vom 29. Februar 1888 dem Peter Schneider dahier iA-penknüttel) für die Zeit vom 14. Juni 1887 bis dahin 1897 verpachtet.
20
2301—! 1456
Diese Einnahme betrug
in 1893/94 . . 57,50 M. , 1894/95 . . 76,90 „ . 1895/96 etwa 15,00 „
Summa 149,40 M.
Hiernach beträgt der dreijährige Durchschnitt 49,80 M.
Diese Einnahme betrug
in 1893/94 . . 1530,00 M. . 1894/95 . . 1485,00 , , 1895/96 etwa 2000,00 , Summa 5015,00 M.
Hiernach beträgt der dreijährige Durchschnitt rot. 1672,00 M.
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