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Gratisbeilagen.Illnftrirtes Sonntagsblatt" n.Illustrirte lanbwirthschaftliche Beilage".

taub) den 20. Juni

1896.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Hersfeld, den 17. Juni 1896.

Die Schulstelle in Kathus, mit welcher ein kompe- tenzmäßiges Einkommen von 906,64 Mark neben freier Wohnung und 90 Mark Feuerungsentschädigung ver­bunden ist, wird wegen Versetzung des bisherigen In­habers vom 1. Juli d. Js. ab vakant.

Bewerber um dieselbe wollen ihre Gesuche nebst den erforderlichen Sitten- und BefähigungSzeugnissen inner­halb 14 Tagen bei dem Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer HoSbach dahier oder dem Unterzeich­neten einreichen.

Der Schulvorstand von Kathus: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer RegierungS Rath.

J. I. Nr. 3259.

Hersfeld, den 18. Juni 1896

Die letzten Gewitter mit Fluthregen haben allent­halben eine außergewöhnliche Aussandung der Fluth- gräben herbeigeführt. Es ist daher dringend nöthig, daß eine baldige Ausräumung dieser Gräben erfolgt.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben, soweit solches nicht bereits geschehen sein sollte, für diese Aus­räumung der Gräben alsbald Sorge zu tragen.

I. 3266. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Homberg, den 15. Juni 1896

Königliches Landrathsamt benachrichtige ich ergebenst, daß unter den Schafherden der Schäfer Wilhelm Bern­hard und Götting zu Salzberg die Räudekrankheit aus­gebrochen ist.

Der Königliche Landrath v. Gehren. An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.

*

Hersfeld, den 18. Juni 1896.

Wird veröffentlicht.

I. 3272. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Gesunden: Ein Fliegennetz. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Oberhaun.

Nichtamtliches.

auf dm Affhiiilser.

Se. Majestät der Kaiser traf Donnerstag Vormittag ll'/4 Uhr in Roßla ein und wurde am Bahnhof von dem Ober-Präsidenten von Pommer-Esche, dem RegierungS- Präsidenten Grasen zu Stollberg-Wernigerode, dem Land- rath v. Doetinchem und dem Amtsvorsteher Weber be­grüßt. Schüler und Schülerinnen bildeten Spa­lier. Die Bewohner des Ortes bereiteten Sr. Majestät einen enthusiastischen Empfang. Nach kurzem Aufent­halte begab sich der Kaiser unter Eskorde von Husaren nach dem Kyffhäuser.

Auf dem Denkmalsplatze traf Se. Majestät gegen 12 Uhr Mittags in Begleitung des Fürsten Günther zu Schwarzburg-Rudolstadt ein. Auf dem ganzen Wege von Roßla wurde Se. Majestät mit brausendem Jubel begrüßt. Namentlich die Spalier bildenden Kriegervereine brachten ihre Huldigung in stürmischen, nicht enden- wollenden Hochrufe dar. Am Eingänge zum Denkmalö- Platze war eine Ehrenkompagnie des 7. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 96 aufgestellt, welche die Hon­

neurs erwies und deren Front Se. Majestät abschritt. Auf dem Denkmalsplatze begrüßte der Kaiser zunächst die Bundesfürsten und begab sich dann mit ihnen, ge­folgt von den befohlenen schwarzburgischen Beamten, dem geschäftsführenden Denkmalsausschusse und den Künstlern auf die Plattform der Bogenhalle, wo der eigentliche Festakt vor sich ging. Der Vorsitzende des Denkmalsausschusses, General der Infanterie z. D. von Spitz, begrüßte Se. Majestät mit folgender Ansprache:

Euece kaiserliche uno königliche Majestät und Aller­höchst deren hohe Verbündete begrüßen an diesem Denk­male die Verbände ehemaliger deutscher Soldaten ehr­furchtsvollst, aber auch mit stolzer jubelnder Freude und mit tiefer Dankbarkeit für die bedeutungsvolle Verherr­lichung des Festes durch die huldreiche Theilnahme Euerer Majestät und so vieler hoher deutscher Fürsten. Auch den edlen Fürstinnen danken wir huldigend für die gnadenreiche Anwesenheit bei der heutigen Feier. Die lautersten Gefühle, welche in der Menschenbrust wohnen Dankbarkeit und Treue haben die Herzen der alten Soldaten geeint, und so wurde unter dem hoch­herzigen Protektorate des Herrn dieses Gebietes, Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Schpmrzburg-Rudolstadt, das Werden und die Vollendung dieses hehren, sinnvollen Bauwerkes ermöglicht. Dieser Bau steht da als ein mächtiger Markstein einer gottgesegneten Zeit, des Völker- srühlingS, welchen Kaiser Wilhelm I., geheiligten An­denkens, den deutschen Landen gebracht hat.

Wer die stumme und doch so beredte Sprache dieses Bauwerkes versteht, dem offenbart dasselbe sich nicht nur als ein Zeichen der in der Seele der Wahrhaften unseres Volkes lebenden dankbaren Erinnerung, sondern auch als eine ernste Mahnung. Die viele Jahrhunderte währen­den Zeiten des Traumes, der Sehnsucht, des Hoffens beendete der hochselige Kaiser, dessen Bild in seiner Heldenherrlichkeit über uns steht, durch die gewaltige That. Unter Seinem Walten wurde dem sehnsuchts­vollen Hoffen die wundergleiche Erfüllung. 2ßie aber dieses Denkmal ruht und emporgewachsen ist auf dem uralten, festen Felsen dieses von geheimnisvoller Sage umwobenen Berges, daß es den Stürmen trotzen kann, so ruht und ist emporgewachsen das Deutsche Reich, welches der große Kaiser mit starker Hülfe der verbündeten Fürsten schuf, auf der felsenfesten, dem Tode trotzenden Treue der Wehrhaften unseres Volkes. So lange dieser Fels den Bau des Reiches trägt, kann das­selbe der Stürme spotten, und nahe liegt die ernste Mahnung, nie zu dulden, daß frevelnde Mächte denselben erschüttern. Dieses Bewußtsein durglühte auch die Herzen der alten Soldaten, welche sich zur Errichtung dieses Denkmals vereinigten. An dieser weihevollen Stelle, vor dem Bilde des hehren, der Zeitlichkeit ent­rückten, in den Herzen der Deutschen ewig lebenden Kaisers, geloben dieselben Euerer Majestät aufs Neue, die Liebe zu Kaiser und Reich und die alte deutsche Manutreue für den angestammten Landesherr« zu pflegen, zu verbreiten und zu vertiefen mit großer Kraft, so lange Gott der Herr ihnen den Lebensathem gönnt. Aus diesem Geiste ist das Denkmal entstanden und in ihm war die heutige Feier gedacht. So bitte Eure Majestät ich denn unterthänigst, den Beginn der Feier huldreichst befehlen zu wollen."

Nachdem der Kaiser den Beginn der Feier befohlen hatte, hielt der Schriftführer des Denkmalsausschusses, Hauptmann der Reserve Professor Dr. Westphal, die Festrede, in der er die historische Bedeutung des Kyff- Häusers eingehend behandelte und den Spruch des Denk­malsFür Kaiser und Reich" als Wahlspruch des deutschen Volkes feierte.

Hierauf erwiderte Seine Majestät der Kaiser Fol­gendes:

Freudig bewegten Herzens stehe Ich mit Meinen erhabenen Bundesgenossen heute in Ihrer Mitte, um dem Denkmale die Weihe zu geben, welches Hundert­tausende von alten Kriegern aus allen Gauen Deutsch­lands in einmüthigem Zusammenwirken dem Andenken an Meinen erhabenen Herrn Großvater, des Kaisers

und Königs Wilhelm I. Majestät, auf diesem sagen­umwobenen Berge gewidmet haben: der würdige Schluß­stein für die Gedenkfeier der Siegestage des großen Krieges.

Ich danke Allen, welche dieses unvergleichliche Werk erdacht, gefördert und vollendet haben, an erster Stelle dem durchlauchtigsten Landesherrn, welcher es unter Seinen besonderen Schutz zu stellen geruht hat.

Ich weiß, daß die Erinnerung an den Großen Kaiser von Denen bis zum letzten Athemzug heilig gehalten werden wird, welche Seinen sieggekrönten Fahnen folgen und mit Ihm für die Einigung des geliebten Vater­landes Leben und Blut einsetzen durften. Solcher Ge­sinnung ist dies Denkmal ein unvergängliches Wahr­zeichen; die ihm zugewiesene Aufgabe ist aber eine noch höhere, edlere: den kommenden Geschlechtern soll es ein Mahnzeichen sein, einig und treu zu bleiben in der Hin­gebung an Kaiser und Reich, an Fürst und Vaterland; festzuhalten au Dem, was das Vaterland groß gemacht hat; Deutschlands Ehre und Wohlfahrt höher zu stellen als alles irdische Gut.

Wenn in dem deutschen Volke der Geist lebendig bleibt, aus dem dieses Denkmal erschaffen ist und dazu erflehe Ich den '^-g^i des Allmächtigen dann wird das Vaterland allen Stürmen, welche die Zukunft heraufführen mag, mit unerschütterlichem Vertrauen ent­gegensehen können, dann wird auch das heute aufge­richtete Wahrzeichen die Frucht tragen, welche seine Stifter erhofft und ersehnt haben.

Mit wahrer Befriedigung habe Ich das erneute Treugelöbniß Meiner alten Krieger entgegengenommen, von denen Ich weiß, daß ihnen der Wahlspruch:

Mit Gott für Kaiser und Reich kein leerer Schall ist.

Möge solche Gesinnung die Kriegervereine durch­dringen bis in die fernste Zukunft und herausgetragen werden aus ihnen in die weitesten Kreise des Volkes.

Möge es dem deutschen Volke nie an Männern fehlen, welche in Treue, Opfermilligkeit und Vaterlands­liebe Denen gleichen, welche dem Großen Kaiser dienen und dadurch zur Vollendung Seines Lebenswerkes, der Wiederaufrichtung des Reiches, mitwirken durften.

Das walte Gott!" * *

*

Wie gemeldet wird, verlief die Feier vollkommen programmgemäß. Die Hitze war durch Wolken in Etwas gemildert, ein leichter Donner ertönte in der Ferne. Die Rede Sr. Majestät des Kaisers wurde mit unbeschreiblichem Jubel ausgenommen. Fürst Günther von Schwarzburg brächte ein dreifaches Hurrah für Se. Majestät den Kaiser aus.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 18. Juni.

Der Schluß der Landtags s es s i o n dürfte nach neuerer Bestimmung erst am Sonnabend erfolgen, weil die nothwendigen Arbeiten im Herrenhause nicht schon am Freitag ihre Erledigung finöen dürften.

Der frühere Redakteur und Geschäftsführer der sozialdemokratischenBürgerzeitung" in Bremen, Gott­lieb, ist wegen betrügerischen Bankerotts vom Schwur­gericht zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus verurtheilt worden. Der Fall hat seinerzeit großes Aufsehen gemacht.

Die B u d g e t k o m in i f s i o n des R e i ch s t a g e s hat die Novelle zum Schutztruppengesetze angenommen. Ebenfalls angenommen wurde eine vom Grafen Arnim beantragte Resolution:Den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage eine Uebersicht der in der südwestafri- kanischen Kolonie thätigen Gesellschaften unter Beifügung der betreffenden Verträge vorzulegen."

Auf Grund der durch den Reichskanzler erlassenen Bekanntmachung, betreffend die Vorschriften des Bundes­raths über den Betrieb in Bäckereien und Konditoreien sind einstweilen der 18., 19., 21.,