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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Abonnenientspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg.
exel. Postaufschlag.
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Die Inserlionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Hersseliier Kreisblatt.
Gratisbeilagen: „Jllnstrirtes Sonntagsblatt^^ u. „Allnstrirte lan-wirthschaftliche Verlage".
«r. 96.
S-mbenS Sey 15. August
1896.
Erstes Blatt.
Amtliches.
Cassel, den 17. Juli 1896.
Von dem Christlichen Zeitschristenverein Berlin SW., Alte Jacobstraße 129, ist mir ein Aufruf nebst einer Anzahl im Selbstverläge erschienener Schriften mit der Bitte zugegangen, die Bestrebungen des Vereins zu unterstützen.
Der Verein hat sich danach die Aufgabe gestellt, auf dem Gebiete der Presse eine Gegenwirkung gegen die socialdemokratische Agitation einzuführen, und sucht durch Verbreitung der in seinem Verlage erscheinenden Zeitschriften, Flugblättern, Volkskaleudern und Brochüren, die gegen Abonnement zu beziehen, auch theilweise unentgeltlich zur Vertheilung gelangen, zu wirken.
Daneben besteht ein ausgedehnter Bücherverlag von Volksbüchern, Jugendschriften, Kinderbüchern und Märchenbüchern zu billigen Preisen.
Da das Unternehmen die Unterstützung verdient, so empfehle ich bei sich bietender Gelegenheit den Verein zur Berücksichtigung.
Der Negierungs-Präsident. H a u s s o n v i l l e. An die Herren Landräthe des Bezirks. J. P. Nr. 1433.
* * *
Hersfeld, den 1. August 1896.
Wird veröffentlicht mit dem Bemerken, daß die Schriften des Christlichen Zeitschriftenvereins besonders zur Beschaffung für Volksbibliotheken, ländliche und Arbeiter-Lesezirkel zu empfehlen sind.
I. 3871. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.
Caffel, den 8. August 1896.
Jrrthümlich ist in dem Abdruck der polizeilichen Anordnung vom 16. Juli 1896 (Verfügung von demselben Tage A III 7826) in § 2 das Wort „Schafen" ausgelassen. Der § 2 bezieht sich auch auf den Hausierhandel mit Schafen, wie die Fassung der polizeilichen Anordnung im Amtsblatte richtig wiedergiebt. Ich ersuche um entsprechende weitere Veranlassung.
Der Negierungs-Präsident. Fliedner, i. V. An sämmtliche Herren Landräthe des Bezirks rc.
J. A III Nr. 87462.
I * * *
Hersseld, den 14. August 1896.
Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises mit Bezug auf das Ausschreiben vom 3. August d. I., I. I. Nr. 3837 (Kreisblatt Nr. 92), zur weiteren Bekanntmachung mitgetheilt.
4577. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Negierungs-Nath.
Die unter dem Rindvieh des Landwirths Georg ^andsiedel zu Hof Thalhausen ausgebrochene Maul- unb Klauenseuche ist erloschen.
Philippsthal, den 10. August 1896.
Der Bürgermeister Lingeman n.
In den Geschäftsräumen der Firma Pralle u. Reese lu Burtscheid ist vor einiger Zeit eine Portion salpeter- saures Baryt als doppeltkohlensaures Natron vermögen und an Filialen der Firma abgegeben. Nachweislich sind dieser Verwechselung bisher zwei Menschenleben -um Opfer gefallen. Die Firma hat bisher nicht den Beweis erbringen können, daß sie alles doppeltkohlensaure Natron dem Verkehr entzogen hat, das seiner Zeit an die Filialen abgegangen ist. Der Negierungs-Prä- sibent in Aachen hat deshalb eine Bekantmachuug ergehen lassen, die vor dem Ankauf dieses Salzes aus den
Filialen der rc. Firma und vor der Verwendung des bisher Gekauften warnt.
Da die rc. Firma auch den hiesigen Bezirk zu ihrem Absatzgebiet rechnet, so bringe ich dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß.
Caffel, am 8. August 1896.
Der Negierungs-Präsident.
Wirkt. Geh. Ober-Reg.-Rath. Haussonville.
Durch den jähen Untergang S. M. S. „Iltis" ist unsere Marine wieder von einem schmerzlichen Verlust betroffen worden, der 70 Menschenleben dahingerafft hat. In treuer und furchtloser Pflichterfüllung haben der Commandant, die Offiziere und die Mannschaft mit einem dem obersten Kriegsherrn Seiner Majestät dem Kaiser ausgebrachten dreifachen Hurrah ihren Tod in den Wellen gefunden.
Die unterzeichnete Deutsche Marine-Stiftung, welche seiner Zeit durch das Central-Comitö der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz gebildet wurde, um für die Hinterbliebenen der beim Untergang des Panzerschiffes „Großer Kurfürst" Verunglückten Sorge zu tragen, glaubt auch bei diesem traurigen Anlaß eine Pflicht er- süllen zu können, indem sie eine Sammlung zum Besten der durch den Untergang. de^ , Iltis" in Trauer und Leid versetzten Familien eröffnet.
Beiträge werden durch die Hauptkasse der Königlichen General-Direktion der Seehandlungs-Societät in Berlin, Jägerstraße 21, entgegengenommen und namentlich durch die Presse veröffentlicht werden.
Berlin, den 1. August 1896.
Für das Central-Comito der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz.
Der erste stellvertretende Vorsitzende: B. von dem Knesebeck, Königlicher Kammerherr vom Dienst Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin. Der zweite stellvertretende Vorsitzende: von Grolman, General der Infanterie und Gouverneur des Jnvalidenhauses. Der Schatzmeister: von Burchard, Wirkt. .Geheimer Rath Präsident der Königl. Seehandlung.
Für die Deutsche Marine-Stiftung 1878.
von Reibnitz, Vice-Admiral a. D. Dr. Fischer, Justizrath, von Neidhardt, Wirkt. Geheimer Rath.
Pinkuß, Commerzienrath.
R. Mosse, Buchdruckereibesitzer.
Politische Nachrichten.
Inland.
Wie aus Cassel gemeldet wird, bekommt dem Kaiser der Aufenthalt in Wilhelmshöhe so sehr, daß er bei andauernd günstiger Witterung bis gegen Mitte nächster Woche dort zu bleiben gedenkt-
Der Kaiser hat sein Erscheinen bei der am 22. August stattfindenden Enthüllung des Denkmals des 3. Garde-RegimentS zu Fuß zugesagt.
Im „Reichs- und StaatS-Anz." wird nachstehender Allerhöchste Erlaß veröffentlicht:
„Zu Meinem lebhaften Bedauern hat Mich eine Unpäßlichkeit genöthigt, aus die schon seit Monaten geplante Reise nach Wesel, Ruhrort und Essen zu verzichte». Es ist Mir dies um so schmerzlicher gewesen, als es Mir eine hohe Freude bereitet haben würoe, aus Anlaß der Wiedereinweihung des hehren Gotteshauses, der Willibrordikirche in Wesel, altangestammte Lande Meiner Krone zu besuchen und deren treue Bewohner zu begrüßen. Mit wahrer Befriedigung und großer Freude haben mich daher die Berichte über den jubelnden Willkomm und die warmen Huldigungen erfüllt, mit denen Meine Gemahlin, Ihre Majestät die Kaiserin und Königin und Mein Bruder, Se. königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen, an allen Orten, die sie berührt haben, empfangen worden sind. Die begeisterten Kundgebungen der Anhänglichkeit an Mich und Mein Haus aus allen Kreisen der Bevölkerung und die herrlichen Veranstaltungen der verschiedenartigsten Be
grüßungsformen werden Mir wie Meiner Gemahlin und Meinem Bruder stets in freudigster Erinnerung bleiben. Indem Ich daher Allen, welche zu einem so schönen Verlauf der festlichen Tage beigetragen haben, Meinen und Meiner Gemahlin innigen Dank ausspreche, will Ich der Stadt Wesel für ihren Rathhaussaal, welcher bereits mit einer stattlichen Reihe von Gemälden Meiner Ahnen geschmückt ist, Mein eigenes Bildniß hiermit verleihen. Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zu veröffentlichen.
Wilhelmshöhe, den 11. August 1896.
Wilhelm R.
An den Ober-Präsidenten der Rheinprovinz."
Im Palais des Reichskanzlers hat am Mittwoch ein M i n i st e r r a t h stattgefunden, zu welchem der hier nur für kurze Zeit sich aufhaltende Ministerpräsident, Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, die in der Residenz anwesenden Staatsminister versammelt hatte, um mit ihnen die laufenden Staatsgeschäfte zu besprechen.
Die große H e r b st p a r a d e vor Sr. Majestät dem Kaiser wird am 1. September, früh 9 Uhr, auf dem Tempelhofer Felde stattfinden.
Ueber die Zeiteintheilung für das bevorstehende Kais er Manöver macht die „Post" folgende authentische Mittheilungen: Das 12. sächsische Armeekorps rückt unmittelbar nach der am 3. September bei Zeithain stattfindenden Parade nach dem Manövergelände ab, welches am 4., 5. und 7. September erreicht wird. Am 8. und 9. finden Kriegsmärsche statt, denen sich am 10., 11. und 12. das eigentliche Manöver anschließt. Vom 8. September ab nimmt anch die dem 12. Armeekorps zugetheilte 8. Division an den Kriegsmärschen und Manövern theil. Das 6. Armeekorps wird am 7. und 8. September mit der Bahn nach dem Manövergelände befördert.
Gegenüber den Ausführungen der „Sächsischen Arbeiterzeitung," betreffend Seetüchtigkeit Sr. Majestät Kanonenboot „Iltis," die sich auf den Brief eines Matrosen stützen und die von einer Reihe von Blättern weiterverbreitet sind, ist zu bemerken, daß nach dem Ausfall der terminmäßigen, eingehenden Untersuchung des Schiffes das Kommando am 1. Februar d. Js. wie folgt berichtete: „Der Zustand des Schiffskörpers, der Maschine und der Kessel läßt vorläufig noch eine weitere zweijährige Jndiensthaltung des Schiffes zu."
Der Gouverneur von Kamerun von Puttka mer ist in Berlin eingetroffen.
Der Reichstagsabgeordnete Ahlwardt hat aus Amerika die Nachricht nach Berlin gelangen lassen, daß er im Herbst nach Deutschland kommen werde. In Kreisen, die Ahlwardt nahestanden, will man jedoch wissen, daß sein Besuch nur von kurzer Dauer sein wird. Zunächst wird er in Berlin niedrere öffentliche Vorträge I über die Erfolge seiner antisemitischen Agitation in Amerika halten, dann aber auch die Angelegenheit bezüglich seines Friedeberg-ArnSwalder Reichstagsmandats regeln, d. h. das Mandat niederlegen.
Die Grünkramhündlerin Josefine Gürtler aus Rix- dorf, die in der Untersuchung wegen des Mordanschlages gegen den P o l i z e i o b e r st Krause verhaftet worden war, ist wieder entlassen worden.
Ausland.
Das Z a r e n p a a r wird mit dem deutschen Kaiser und der Kaiserin auch nach Görlitz kommen. Die An- funtt erfolgt am 7. September, vormittags 10 D, Uhr. Beide Kaiserpaare begehen sich dann auf das Manöverfeld . Die Abreise des Zarenpaares erfolgt 6 Uhr abends. Bei der in Breslau stattfindenden Parade werden der Kaiser und die Kaiserin von Rußland ihre Regimenter persönlich dem Kaiser Wilhelm vorführen. Die Truppen kehren dann am 7. September mit der Bahn nach Berlin zurück. Die Ankunft des russischen Kaiserpaares in Wie n wird offiziell für den 27. d. Ms. nach 10 Uhr vormittags angezeigt. Die Dauer des Aufenthalts ist auf zwei Tage festgestellt. Der Fürst Lobanoff wird sich im Gefolge des Kaisers befinden.
Die Königin W i l h e l m i n e von Holland soll nach ihrer im September stattfindenden Konfirmation