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Amtliches.
Hersfeld, den 20. August 1896.
Es hat sich herausgestellt, daß die Gesuche von armen Personen aus den Landgemeinden des früheren Fürstenthums Hersfeld um Bewilligung von Unterstützungen aus dem Hospitale zu Niederaula die thatsächlichen G e s a m mt v e r h ä l t n i s s e des Bittstellers entweder gar nicht oder doch nur sehr mangelhaft enthalten, io daß es für den Vorstand des Hospitals in den meisten Fällen sehr schwierig ist, aus Grund dieser Gesuche eine Entscheidung treffen zu können, derselbe vielmehr genöthigt ist, zunächst durch Einleitung geeigneter Verhandlungen noch weitere Ermittelungen über die Bedürftigkeit und Würdigkeit rc. anzustellen.
Um für die Zukunft derartigen Unzuträglichkeiten möglichst vorzubeugen, hat der Vorstand des Hospitals das hierunter abgedruckte Schema zu diesbezüglichen Unterstützungsgesuchen rc. entworfen und die L. Funk'sche Buchdruckerei dahier mit dem Druck dieser Formulare betraut, weshalb die Herren Bürgermeister der Landgemeinden des früheren Fürstenthums Hersfeld (es sind dieses die Gemeinden der Amtsgerichtsbezirke Hersfeld und Niederaula und des früheren Amtes Landeck, welch Letzteres nur zeitweise zum Fürstenthume Hersseld gehört hat) hierdurch angewiesen werden, bei Anfertigung von derartigen Unterstützungsgesuchen bezw. bei Beantwortung der von dem HospitalSvorstande dieserhalb gestellten Ersuchen sich stets dieses Schemas zu bedienen. Diese Formulare werden, wie schon vorher gesagt, in der L. Funk'scheu Buchdruckerei dahier gedruckt und sind daselbst zu haben.
Der Vorsitzende des Vorstandes des .Hospitals zu Niederaula
Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer RegierungS-Rath.
I. H. Nr. 18.
Bürgermeisteramt zu........ das Gesuch de............ zu.........um Bewilligung einer Unterstützung betreffend.
. . . . , am . . ten . . . . 18 . .
Br. m. an das Hospital zu Niederaula unter Beantwortung der nachstehenden Fragen.
Wie alt ist der Bittsteller?
Ist der Bittsteller a) ledig, b) verheirathet, c) verwitwet?
ad c. seit wann?
Wie hat sich der Bittsteller seither betragen?
*• Wie ist der Gesundheitszustand des Bittstellers?
o. Welche Arbeiten kann der Bittsteller noch verrichten und wieviel verdient er durch dieselben täglich?
6. Versieht Bittsteller etwa noch einen besonderen Dienst und wieviel erhält er dafür? Wieviel Kinder, ev. aus mehreren Ehen, sind vorhanden? Wie heißen sie? Wie alt sind sie ?
8. Welche Kinder sind verheirathet? Wo wohnen dieselben? Welche Geschäfte betreiben dieselben?
9- In welchen Verhältnißen leben dieselben? Welche Geschäfte betreiben die unverheiratheten, konfirmierten Kinder? Wieviel verdient jedes derselbe»?
11. Von welchen Kindern empfängt der Bittsteller Unter
stützungen? Und welche (sxel. Aurzugsleistungen)?
12. Waxum können etwa die Kinder den Bittsteller nicht unterstützen?
13. Welche Auszugsleistungen bezieht der Bittsteller?
14. Bezieht der Bittsteller etwa Pension, Jnvaliditäts- oder Altersrente und wieviel?
15. Bezieht der Bittsteller etwa sonstige laufende Unterstützungen und aus welcher Kasse?
16. Wird seitens des Ortsarmenverbandes für den Bittsteller gesorgt, in welchem Betrage resp. Umfange, oder warum nicht?
17. Welches Vermögen: a) baar, b) Haus- und Grundbesitz besitzt der Bittsteller?
18. Welches ist der ungefähre Werth des Haus- und Grundbesitzes?
19. Haften Schulden auf demselben und in welcher Höhe?
20. Wieviel Land hat etwa der Bittsteller gepachtet?
21. Wieviel beträgt ungefähr die Ernte sowohl vom eignen als auch Dom Pachtland?
i 22. Welches Vieh und wieviel Stück hält der Bittsteller? ...... am . . ten.....18 . .
(Eirgtl.) Der Bürgermeister.
An das evangelische Pfarramt zu...... zur gefälligen Aeußerung über die Würdigkeit in sittlicher und kirchlicher Hinsicht jjtöL üL r die Bedürftigkeit des Bittstellers.
...... am . . ten.....18 . .
(Siegel.) Der Pfarrer.
Hersfeld, den 21. August 1896.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises mache ich auf meine Verfügung vom 22. April d. Js. J. A. Nr. 1022, im Kreisblatt Nr. 50, wonach die zweite Rate der für 1896/97 zu zahlenden Kreis st euer am 15. d. Mts. fällig gewesen ist, aufmerksam, mit dem Ersuchen, dafür Sorge tragen zu wollen, daß diese Zahlung bis spätestens zum 29. d. Mts. erfolgt.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Ralh.
Hersfeld, den 21. August 1896.
Für den am 18. August 1881 dahier geborenen Louis Knauff, Sohn des Kaufmanns Hellwig Knauff dahier, ist um Ertheilung eines Reisepaffes behufs Reise nach Afrika nachgesucht worden. I. 4728. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 22. August 1896.
Für den am 13. Juni 1880 zu Meisebach geborenen Schmied Conrad Lipphardt dahier ist um Entlassung aus dem preußischen StaatSverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. I. Nr. 4733. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Herefeld, den 19. August 1896.
Mit Bezugnahme auf Abs. 3 meines Ausschreibens vom 3. August d. I«. I. I. Nr. 3837, Kreisblatt Nr. 92, wird hierdurch den Herrn Ortsvorständen des Kreises mitgetheilt, daß die A b h a l t u n g d e s H e r s f e l d e r Vi eh m a r kt e S am 9. September d. J ». unter den in der mittelst des obigen Ausschreibens veröffentlichten Marktordnung enthaltenen Bedingungen seitens des Herrn Regierungspräsidenten genehmigt worden ist.
In den Gemeinden ist solches alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten.
I. I. 4648. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Caffel, den 15. August 1896.
Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des
Preußischen Gesetzes vom v zur Zwangs
erziehung überwiesene und von mir bei dem Kunst- und Handelsgärtner J. H. Frank zu Vacha in Lehre untergebrachte Conrad Vormschlag aus Homberg, geboren am 31. März 1881, ist am 13. d. Mir. aus seiner Lehrstelle durchgebrannt.
Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst anstellen, im Betretungsfalle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civilperson, welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und bei nöthig werdender Uebernachtung ein solches von 4 Mark gewähren werde, in seine Lehrstelle zurück bringen lassen zu wollen.
Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benachrichtigen.
Der Landes-Direklor. An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.
* * *
Hersfeld, den 19. August 1896.
Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Gendarmerie des Kreises zur Recherchirung nach dem rc. Vormschlag milgetheilt.
Im BetretungSfalle ist derselbe in seine Lehrstelle zurückjubringen und mf”» ^aw Geschehenen -Bericht zu erstatten.
I. 4653. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
- Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 22. August.
Se. Majestät der Kaiser unternahm gestern Vormittag um 10'/j Uhr eine Pürschfahrt nach dem Wildpark und brächte einen Ratten Vierzehnender zur Strecke. Nachmittags machte das Kaiserpaar eine Spazierfahrt. Heute früh hörte der Kaiser von 8 Uhr ab den Vortrag des Chefs des Generalstabes, General-Adjutanten Generals der Kavallerie Grafen v. Schlieffen, und arbeitete dann längere Zeit mit d'öm Chef des Militär-Kabinets, General-Adjutanten General der Infanterie v. Hahnke. Kurz vor 11 Uhr fuhr der Kaiser vom Neuen Palais nach der Wildparkstation, nahm daselbst militärische Meldungen entgegen und begab sich mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 11 Uhr 5 Minuten nach Berlin. Auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhöfe angelangt, nahm der Kaiser daselbst ebenfalls eine Reihe militärischer Meldungen entgegen und fuhr dann zur Denkmalsfeier nach dem Kasernement des 3. Garderegiments z. F., wo sich der neuernannte Kriegsminister, Generallieutenant v. Goßler, der vor etlichen Jahren die Stellung des Kommandeurs des genannten Regiments bekleidete, beim Kaiser meldete. Zum Diner verblieb der Kaiser beim Offizierkorps des 3. Garderegiment« z. F. in deffen Kasino und kehrte im Laufe des Nachmittags nach dem Neuen Palais zurück.
(K a i s e r r e i s e n.) Zu den Herbstmanövern und den damit verbundenen Festlichkeiten ist das Reise- programm nunmehr endgillig festgestellt. Der Kaiser tritt die Manöverreise am Mittwoch, dem 2. September, Nachmittags 2 Uhr 40 Min. an und trifft um 64/2 Uhr Abends in Dresden ein. Am folgenden Tage findet die große Parade des XII. Armeekorps bei Zeithain statt. Am Freitag, dem 4. September, reist der Kaiser 8'/^ Uhr Morgens von Dresden nach Breslau ab. An demselben Morgen 7 Uhr begiebt sich die Kaiserin von der Station Wildpark nach Breslau. Der Zug des Kaisers trifft Mittags 1'/., Uhr, 5 Minuten später der der Kaiserin in Breslau ein. Unmittelbar nach dem Empfange be- geben sich die Kaiserin zu Wagen, der Kaiser zu Pferde vom Bahnhöfe nach dem Denkmalsplatze zur Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. — Am Sonnabend, bem 5. September, Morgens 9 Uhr, treffen der Kaiser und die Kaiserin von Rußland in Breslau ein. Bei