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erssOer Äreisblatt.

Gratrsbsttagen:)llnftrirtes Sonntagsblatt^^ u)llustrirte lan-wivthschastliche Beilage".

Nr. 117. [erstes Statt.]

Sriimbeil- Den 1 Atober

1896.

Amtliches.

Die im Kreisblatt Nr. 116 ausgeschriebene, zum 1. d. MtS. frei gewordene, Schulstelle zu Solms ist durch Königliche Regierung anderweit besetzt, was et­waigen Bewerbern zur Nachricht diene.

Der Königliche Schulvorstand.

Freiherr von Schleinitz.

Bekanntmachung

betreffend die Hauptergebnisse der Rechnung der Elementarlehrer-Wittwen- und Waisenkisse des Regierungsbezirks Gaffel für das Rechnungsjahr 1894/95.

Nachdem diese von unserer Hanptkasse aufgestellte Rechnung revidirt und mit den Belägen den Kassen-Kuratoren vorgelegt, von denselben als richtig anerkannt und daraufhin abgeschlossen, auch die Entlastung ertheilt worden ist, nachdem die zu der Rechnung gezogenen Notaten erledigt worden sind, theilen mir nachstehend die Haupter­gebnisse gemäß § 48 der Statuten der bezeichneten Kasse den Kassenmitgliedern mit:

Zusammen st ellung der Einnahme und Ausgabe der Elementarlehrer-Wittwen- und Waisenkasse des Regierungsbezirks Gaffel im Etatsjahr 1894/95.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen. F l i e d n e r.

Soll

Dageqen ist

Mithin wirkliches Soll

Titel

Gegenstand

Ist

Rest

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Mk.

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Mk.

Pf.

- -

21048

75

21048

75

__

21048

75

1.

Einnahme.

Kapitalzinsen.....

21048

75

22939

10

22939

10

381

55

23320

65

II.

Jahresbeiträge der Gemeinden

23320

65

-

273

86

273

86

188

70

46256

III.

Sonstige Einnahmen . . .

462

56

--

37290 43

37290

43

-

169

99

37120'44

IV.

Zuschuß aus der Staatskasse

37120

44

- -

81552|14

81552

14

570|25

169 99

81952

40

Sa. der Einnahme .

81952

40

65

62

65

62

400

26

42

02

23

60

I.

Ausgabe.

Verwaltungskosten ....

23

60

62 50

81480

52

81543

02

773

78

62

50

82254

30

II.

Pensionen ......

81816

80

437

50

-

6

6

106

112

III.

Sonstige Ausgaben . . .

112

62 50

81552

14

81614

64

879|78

104|52

82389

90

Sa. der Ausgabe .

81952

40

437

50

775

26

(Vergleicht sich mit der Einnahme.)

Cassel, den 16. September 1896.

schwere Kämpfe.

Roman von Z. P > a.

(Fortsetzung.)

Der Himmel sei uns gnädig!" rief die Magd, welche hinter Schwester Anna die Thür zugeschlagen und verriegelt hatte.Der Himmel sei uns gnädig, das Wasser ist da!"

Im nächsten Moment hatte Elsriede ihre Selbsibe- herrschuug und Geistesgegenwart wieder gefunden, die ihr der Schrecken geraubt hatte; hier war keine Secunde zu verlieren. Die Liebe zum Leben regte sich mächtig i» der Brust des jungen Mädchens. Sie ergriff Schwester Anna's Hand, legte ihren Arm schützend um die leichte Gestalt und zog sie mehr als sie sie führte bis an die Treppe.

Sie hatte keinen Augenblick zu früh gehandelt. Es ein zweiter Stoß, schwächer als der erste, gefolgt von einer zweiten Welle, und der Hausflur war zur Hälfte mit Wasser gefüllt und die Lichter sämmtlich verlöscht.

»Elfriede, Elfriede!" rief Clotilde von oben herunter. »Um Gottes Willen, sprich! Sage uns, daß Du lebst!"

»Hier bin ich!" antwortete das junge Mädchen laut und klar.Habt keine Angst um mich. Schwester Anna und ich, mir sind beide sicher."

»Dem Himmel sei Dank!"

_ .Die Worte kamen von einer tieferen, volleren ^U'nme, und Elfriede nahm dem bebenden, kaum ver- ehmlichen Ton, in welcher Angst und Pein ihr Vater A" Antwort geharrt hatte.

Hersfeld, den 30. September 1896.

An Stelle des früheren Standesbeamten Heinrich Schmidt zu Obergeis ist der jetzige Bürgermeister Hein­rich Opfer für den Standesamtsbezirk Obergeis eidlich verpflichtet worden.

A. 2432.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Sie standen auf dem Corridor, welcher nach den ver­schiedenen Schlafzimmern führte. Hier war alles dunkel wie unten, aber Clotilde, deren Muth und Geistesgegen­wart sie nie zu verlassen schien, tastete sich in eines der Zimmer, wo sie Licht und Zündhölzchen fand. Jetzt ei st bei dem matten Schein sah Elfriede, daß nicht nur sie, Schwester Anna, ihr Vater und ihre Tante, sondern auch die Dienstboten sich alle eingefunden hatten, welch letztere sich dicht zusammengedrängt halten und von all den Schrecken der Nacht mehr todt als lebendig in einem Winkel kauerten.

Ein neuer Schlag, eine neue Welle und das Wasser berührte fast ihre Füße.

Höher hinauf!" rief Rainer, während er die Arme um Elfriede und Schwester Anna legte und diese so vor­wärts trieb.Das Haus ist fest gebaut; der Himmel gebe, daß es stehen bleibt, bis uns Hülfe wird!"

Die bang klopfenden Herzen um ihn her wiederhol­ten das Gebet, während alle die Treppe zu den Boden­kammern hinauf eilten.

Und noch immer regnete es und noch immer pfiff der Wind; nur war der Regen nicht mehr so schwer, der Wind nicht mehr so wüthend.

Der Bodenraum, aus den sie sich flüchteten, war lang und niedrig und der Aufbewahrungsort für alte Möbel unb Geräthe aller Art. Rainer ließ die fast ohnmächtige Schwester Anna sanft auf ein Sopha nie­der, von dem die Lehne abgefallen war, und setzte sich dann wenige Schritte von ihr auf einen Koffer, vergrub das Gesicht in den Händen und sprach kein Wort. El­sriede setzte sich neben Schwester Anna und schlang

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 1. Oktober.

Ueber den Tag der Abreise Sr. Majestät des Kaisers von Rominlen waren bis gestern Abend da­selbst definitive Bestimmungen noch nicht getroffen. Es ist möglich, daß die Blättermeldungen, welche den 3. Oktober als diesen Tag bezeichnen, zutreffen, aber auch nicht ausgeschlossen, daß der Kaiser bei der seit Ende voriger Woche eingetretenen günstigeren Witterung und den guten Pürscherfolgen noch einige Tage länger im Jagdschloß Rominten verweilen und sich erst in der ersten Hälfte der nächsten Woche nach Jagdschloß Huber- tusstock begeben wird.

Ihre Majestät die Kaiserin wird heute Abend gegen 7 Uhr aus Grünholz in Ploen eintreffen, daselbst soupieren und später über Neumünster, Altona und Ham­burg die Rückreise nach Potsdam fortsetzen.

Se. Majestät der Kaiser hat dem Geh. Justiz- rath Professor Dr. Planck in Göttingen als Anerkennung für seine hervorragende Mitwirkung bei der Ausarbeitung und Fertigstellung des Bürgerlichen Gesetzbuches den Charakter eines Wirkt. Geh. Raths mit dem Prädikat Excellenz verliehen.

Der Kultusminister Dr. Boffe hat am Mittwoch in Berlin die internationale Kunstausstel- lung mit einer Rede und einem Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin Friedrich geschloffen. Mit Genugthuung stellte der Minister fest, daß die Ausstellung der der Kunst gestellten hohen Aufgabe, das heilige Feuer zu hüten und die Flamme echt künstlerischer Begeisterung zu nähren, ohne welche alle Arbeit aus dem Gebiete der Kunst verkümmert und werthlos wird, im Großen und Ganzen entsprochen hat. Die Zahl der ausgestellten Kunstwerke sei ungewöhnlich groß gewesen und lege Zeugniß ab von dem freundlichen und mit lebhaftem Danke begrüßten Entgegenkommen auch der fremden Nationen. Während im Jahre 1886 nur 2820 Kunst­werke ausgestellt gewesen wären, habe die diesjährige Ausstellung deren 3876 gezeigt. Den größten Gewinn solcher internationaler Ausstellungen sieht der Kultus- ; minister darin,daß sie in vergleichender Nebeneinander- ' stellung die verschiedenen Gestalten zeigen, die solche

liebevoll den Arm um die matte Gestalt, worauf deren Haupt an des Mädchens Herzen wieder seinen Ruheplatz suchte.

Die Dienstboten hockten sich wieder in dem entfern­testen Winkel der langen Bodenkammer zusammen, während Clotilde ruhig und gefaßt das Licht niedersetzte und dann nach dem kleinen Fenster schritt, um es zu öffnen und hinauszusehen.

Ein Meer rauschenden, tosenden und wogenden Wassers, breitete sich vor ihren Blicken aus, es war noch finstere Nacht, aber dennoch sah sie das Entsetzliche. Würde man Hülfe senden? Wie lange würde das Haus stehen inmitten der Brandung? Das waren die Fragen, welche sie sich vorlegte, während sie ihre Augen vergeb­lich anstrengte, ein dankbares Mittel zu ihrem Entkom­men zu erspähen. Wenn es doch endlich mal Tag werden wollte.

Ihres Bruders ganzes Wesen setzte sie in nicht ge­ringe Berwunderung. Er kam ihr vor wie sinnver- wirrt; er der sonst so ruhig, so überlegt war, die Geistesgegenwart in schwierigsten Fällen selbst nicht ver­lor sprach und benahm sich auf ganz eigenthümliche Weise wie Jemand, der von einem Todesschreck wie ge­lähmt ist.

Minuten vergingen und noch immer spähte Clotilde zu dem kleinen Fenster hinaus, ahnungslos von der Scene, welche sich inzwischen hinter ihrem Rücken ab- spielte.

paar Minuten lag Schwester Anna still und glücklich in Elfriedens Armen ein paar Minuten nur, dann wurde sie seltsam unruhig. Elsriede fühlte, wie